5. Albanien, wir kommen! Sarande wächst modern

Nach einer wunderbaren ersten Nacht vor Anker vor Ayos Stefanos/Küste Korfu- kühl bei 16°C – segeln wir nach gemütlichem Frühstück um 10 früh los und peilen Sarande, die schöne sonnen-beleuchtete große Küstenstadt in Albanien an. Bald müssen wir aufkreuzen, die Autohelm-Selbststeuerung wird getestet. Die GPS-Seekarte zeigt uns die Staatsgrenze: Flaggenwechsel, die griechische runter, die Albanienfahne und die gelbe Einklarierungsflagge hoch.

Sarande zeigt sich mit moderner Skyline, viele neue Hotels und 10stöckige Wohnblocks!

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Im Gegensatz zu 2011 Ende Juni sind wir nicht allein, auch 4 andere Segler- unter englischer, holländischer und australischer Flagge- steuern Sarande an! Ein ganz neues Amtsgebäude ist im Bau, der umgebaute Kai ist irgendwie „tiefer gelegt“ worden und blitzende Edelstahlringe laden ein zum Festmachen. Ich lasse erstmals den Anker fallen, stoppe ab mit der elektrischen Winde, lasse weitere Meter laufen, Gerhard bittet unsre Old Lady rückwärts zu fahren bis an die Kaimauer… Es klappt, mühsam. Helfende Hände an Land, eine fesche Zollbeamtin erbittet auf gutem Englisch unsere Schiffspapiere und Pässe, „half an hour, ok?“ Ich singe majestätisch die albanische Nationalhymne, die Dame staunt!

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Port of Sarande, security level 1“ und „corruption stop“ – das steht auf den Schildern, 2 Zollbeamtinnen in Uniform wachen über uns.

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Korfu… so nah…

Zwischen Neubauten auch unfertige Bauruinen, kleine Gärtlein, winzige Häuslein, liebevoll von Gartengemüse und Blumen umgeben.

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Mein erster roter Mohn 2016
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Aha, der Lieferwagen war mal ein Bayer, aus dem Ammergau

Von 13 bis 18 Uhr machen wir einen ausgedehnten Spaziergang, rasten in einem der vielen Cafés an der langen Promenade, trinken einen Frappé, erkennen einen Lieferwagen der Schaukäserei Ammergau ;-), finden einen deutsch anmutenden Metzger, einen Bio-Käseladen. In der Markthalle werden die letzten heimischen Früchte und frisch geerntete Gemüse angeboten, draußen am Straßenrand die berühmten Butrinti-See-Muscheln, abgefüllt in leere Wasserflaschen, wie vor 5 Jahren. Die Stadt wird hoch auf die Hügel witer gebaut, fast wie Mallorca und die spanischen Küstenorte, viele Hochhäuser, aber auch viele Ruinen, mitten im Bau gestoppt, gigantische 10-stöckige Neubauten in hellblau oder ziegelrosa wuchsen wie Pilze aus dem Hang hinter dem Meeresstrand. Hotels, Apartmenthäuser zum Verkauf… Es gibt aber auch noch einige der ganz primitiv gebauten Mietblocks, an denen die Wasserleitungen, Stromkabel und Antennen gebündelt an Balkons hoch gebunden sind. Supermärkte, Getränkekiosks, Bäcker- und primitive Waschplätze für die ewig staubigen Autos. Übrigens nicht mehr zu 90% Mercedes! Es fahren auch viele Kleinwägen rum, Hyundai, Opel, VW-Golf,… Wir laufen bis ans „Ende“ wo der alte Pescatore-Fischerhafen, wo die Müllcontainer stinken und die Katzen mager herum streifen, wo die Fischerboote von Hand kalfatert werden und viel Wäsche auf den klapprigen Balkons flattert… Unter zusammengeflickten Wellblechdächern auf knapp 2m hohen 1-Zimmer-Wohnungen gibt es wohl viele kleine Kinder… Vor den ganz kleinen Häuschen wird Gemüse angebaut, Löwenmäulchen und Mohnblumen, Rosen und gelbe Kapuzinerblüten zieren Haus und Hof. Die inzwischen gerichteten Straßen wurden mit Bäumen bepflanzt am Rande, das wird nach Fertigstellung eine schöne Wohngegend sein. In Baulücken tief drunten wohnen aber auch Leute, zwischen leer in den Himmel ragenden Betontreppen hat einer 6 Waschmaschinen im Freien stehen, die Puppe liegt in der Mikrowelle… Grotesk. Aber Lolita stellt uns stolz ihre 2 Kinder vor und sie grüßen uns mit höflichem Handschlag.

Ein Eis krönt den Wandernachmittag, dabei erfahren wir, daß Albanien keine griechische Ortszeit hat, also OEZ, sondern wie in Deutschland oder Italien „nur“ die MEZ, also müssen wir unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen und hungrig warten, bis es 19 Uhr ist.

Dan laufen wir hoch zu Fredi’s TAVERNE. Natürlich essen wir nach der Fischsuppe die frischen kleinen Muscheln aus dem Butrinti-See, trinken das erste Birra Tirana. Die englische Crew freut sich über ein Tor der Liverpooler Fußballer gegen Sevilla. Ein bürgerlicher Abend geht sanft zur Neige, unser erster in Albanien. Morgen noch Brot und Obst kaufen, dann peilen wir eine Ankerbucht an. Gekocht ist schon;-): der Rest vom Pot-au-feu mit Rindfleisch ist noch im Kühlschrank. Müde sind wir, die 23 Uhr auf der Uhr sind in uns noch auf griechische Zeit eingestellte Körper ja Mitternacht beim Blog-Schreiben und Fotos laden. Gute Nacht. Miro pacim.

Hier Gerhards Bilder und Bericht: Klick

(auf das kleine Wort klick clicken :-)-Die Fotos sind sehr eindrucksvoll-:-)

Also unbedingt anclicken. Wenn man auf die einzelnen Fotos surft, kann man die Bildertitel lesen. Wer geschickt ist, kann auch die Diashow finden…. dann laufen sie nacheinander ab…

 

Abendlicht

 

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