11. Wieder in der T??rkei

Gerhard, Symi, Südliche Türkei, 23. Juli 2010

Der Unternehmer in der Bucht

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Am frühen Nachmittag: Wir laufen in die Bucht Dirsek ein. Einige Yachten liegen vor Anker, mit der Landleine zum nahen Ufer. Auch wir werfen den Anker. Ein Boot nähert sich und bietet sich an, die Landleine entgegenzunehmen. Das nehmen wir gerne an und im Nu hat sie der freundliche Helfer an einer vorbereiteten Mooring befestigt. Ich drücke ihm ein Trinkgeld in die Hand. Als alle Abschlussarbeiten auf der EOS erledigt sind und der Motor ruht, nähert sich sein Boot wieder. Unser Helfer schlägt die Decke vom Boot zurück und bietet uns Souvenirs, Ringe, Kettchen, Tücher, handgewebte Decken und Kelim-Teppiche zum Kauf an. Wir haben wirklich keinen Bedarf, stellen aber im Laufe der Zeit fest, dass er bei anderen Ankömmlingen Geschäfte tätigt. Abends kommt unser Kaufmann noch mal und fragt, ob wir am Morgen Brot möchten.

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Das wollen wir! Anderntags noch vor Sonnenaufgang –ich schlafe im Cockpit- ist die Frau des Helfers schon mit Brotbacken zu Gange. Alles ganz improvisiert, Die beiden leben unter einem einfachen Sonnendach, haben eine Liege für die Nacht und einen Backofen aus aufgeschichteten Steinen.

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Das Brot, ein einfaches, gutes Fladenbrot, wird den Yachten an Bord gebracht. Es kostet 5 Türkische Lira, normal sind 2 TL. Ein ordentliches Saisongeschäft für eine Unternehmerfamilie!

GERDI, am 23.Juli

„Was macht ihr denn die ganze Zeit so am Schiff? Wird’s dir da nicht langweilig??“

Eine oft gestellte Frage. Ich guck mal ins Logbuch:

Kos am 18. Juli:

1.Ich moniere einen eindeutigen WC-Geruch, wo er nicht hingehört, im „Getränkekeller“ im Salon unter dem Tisch. Muss wohl ein winziges Leck am WC-Tank unter meinem Bett im Vorschiff sein, das läuft dann vom Bugbereich in die Bilge. Gerhard findet die kleine Undichtigkeit am Einfüllstutzen des Kunststofftanks, schraubt alles ab, säubert im Cockpit, igitt, die Teile und dichtet neu ab. Er sieht mit Gummihandschuhen aus wie ein Arzt! Alles im Bilgenfach wird gründlich mit Neutralseifenlauge und Essig gewaschen und mit Sagrotan eingesprüht. Ich mach mich gleich an den Hausputz innen. Alles frisch. Dann wollen wir um 10 Anker auf gehen.

2.Der Heckanker hat sich in den nach uns geworfenen Anker einer holländischen Yacht verkrallt. Tauchen auf 3 ½ m. Der Skipper als Sportler. Der Holländer geht Anker auf und umkreist uns. Dann aber hängt unser Anker wieder fest. Diesmal im einzementierten Mooring-Anker eines Einheimischen. Gerhard taucht erneut, hebt unseren Anker über dieses Seil, taucht wieder auf. Und los geht die Reise.

3.Wir bemerken, dass uns so eine türkische 30 m- Luxus-Segelyacht aus Bodrum beim Ausfahren aus der sehr engen „Parkbucht“die Bimini-Stange abgefahren hat. Deren Relingstützen waren höher als unser Sonnendach.

Wir segeln wunderschön an die türkische zerklüftete Küste und ankern ganz allein in einer traumhaften, smaragd-grün leuchtenden Bucht! Günaydin Türkei. Die rote Gastflagge mit dem weißen Halbmond flattert im Wind. Am Strand bimmeln die Glocken der 3 Kühe. Ziegen meckern. Sonst kein Laut. Erfrischend kühl ist die sternklare Nacht. Erstaunlicherweise haben wir Südwind statt Meltemi. Früh lege ich eine Putzschicht ein, säubere mit Herbosan alle Teppichfliesen auf den Bodenbrettern, wasche alle Chromteile und Fenster. Nach dem Frühstück segen wir mit Leichtwind  vorbei an schroffen Felsen. Als wir um 14.30 Uhr ankern, erinnert uns mich die Umbebung an Südnorwegen, der Törn 1976. Wie in einem Fjord, grün, grün, grün. Unglaublich.

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OVA Bükü. Bäume, eine Taverne, viele ganz fröhliche, aber nie laute Familien am Strand der runden Bucht.Die Väter spielen mit Engelsgeduld mit ihren Kindern, die Geschwister kümmern sich lilebevoll um die Kleineren… Die Tischdecken des Lokals sind bestickt, jede anders, es duftet nach frisch gebratenem Fisch und deftigen Köfte=Hackbällchen vom Grill. Sogar wireless Internet hat der liebenswürdige Wirt zu bieten…Nachts schaukelt es lebhaft, aber wir sind es gewöhnt… Vor 1 Jahr waren wir 3 Tage in Leuca, Starkwindphase, 40° Hitze…

Am 20.Juli ankern wir vor der Hafenstadt Datca, sprich Datscha, viele große „Gullets“ liegen hier bereit, sehr schöne gepflegte Segler aus Holz, 15 – 25 m lang. Man mietet sich ein für 1 Woche, es gibt Doppelkabinen, Duschen, Barbecue am Schiff, Fitness-Trimmgeräte an Deck. Aber sie sind „leise“! Keine laute Disco-Musik am Abend. Aber Wasser-Mopeds und Wasserski.

Nun sind wir 8 Wochen auf Segeltörn! Das ist ein Drittel unsrer geplanten Zeit. Langweilig ist es uns noch nie gewesen.

Aber heute, am 23. Juli auf der griech. Insel Symi, hat uns die Hitze erwischt: 41 °C. Die Frau im Supermarkt sagt, das bleibt nun so bis Mitte August: „Tagsüber kein Wind und alle bleiben drin, am Abend dann Wind, Meltemi.“

Als wir um 18 Uhr noch in der heißen Sonne zum Ende des Dorfes Pedi hochsteigen bis zur hochgelegenen Kirche, rinnt der Schweiß in Strömen. An die Hitze muß ich mich nun ganz schnell „gewöhnen“.

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…und hier die Bilder dieser Reisestrecke

10. Vom Palast des Sultans in Cesme zum Kloster des heiligen Johannes auf Patmos und zur Insel Kos

CESME – MARINA: 4.Juli

GERDIS RÜCKBLICK

Mit heftigem Wind 6+ segeln wir an Untiefen und einem mit Masten aus dem Meer ragenden Schiffswrack vorbei nach Cesme. Trutzig ragt die Burg der Ottomanen aus dem 17. Jahrhundert mit ihren hohen Mauern über die Hotelmeile. Wir sind überrascht: Ein adrettes neues Hafenareal liegt vor uns!

Zur Erinnerung:

– Cesme Ende September 2009 war ein leerer, ausgebaggerter Hafen, einige Pontons waren verankert, ein Clo-Container auf der großen freien Fläche, es regnete in Strömen.

– Cesme im Juli 2010: ein idyllisches Dorf mit vielen kleinen neu erbauten Häuschen und schicken Läden, Restaurants, Hafenamt!

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Cesme, Restaurant in der neuen Hafenmeile

Terracotta-rote Ziegeldächer, Blumen vor den Fenstern, reizvolle Kleeblatt-Öffnungen an den neuen Duschgebäuden, himmelblaue Tavernen neben rosa Cafés, ein Hafenamt mit würdevollen, Ehrfurcht einflößenden hohen Säulen, Marmorböden, golden beschrifteten Pflanzpötten, die Strom-Wasser-Stelen an den Anlege-Pontons mit effektvollen blauen Leuchten, überall wachhabende Security-Leute in weißer Uniform, auch Damen. Fotografieren im Hafen nicht erlaubt, dauernd fragt uns wer nach unsrem Schiffsnamen.

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Granatapfelbaum, Natur und handgemalt!

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Cesme, eine schön bemalte Decke am Portal

Wir trauen kaum unsren Augen! In nur 6 Monaten haben die fleißigen ehrgeizigen Türken ein Kleinod erschaffen, eine Création aus Kunst und Style, ein Produkt aus Tradition und historischen Bau-Stilen, zwischen Kunst und Kitsch. Jedes Lokal in einem eigenen Stil, unterschiedlichsten Stühlen und Polster-Möbeln, Sonnenschirmen, Bar-Theken, Laternen, innen Stehlampen und Lüster mit Murano-Glas!

Die Wege mit Naturstein gepflastert, die Treppen von Hand mit Blumenmustern bemalt, die Decken der großen Portale am Eingang zur Marina mit orientalischen Ranken und geometrischen Ornamenten, Blumen, Blattwerk. Das große schmiedeeiserne Tor zeigt lebensgroße Kolibris, die an aus Eisen nachgebildeten Blüten Nektar saugen. Naturgetreu gemalt „wachsen“auf den Hauswänden die Maulbeer- und Olivenbäumchen bis zum Dach, die davor in Tontöpfen gepflanzt stehen. Eine kleine Bogen-Brücke in der Form der Rialto-Brücke in Venedig führt über einen Meerwasserarm zu einem kleinen flachen Hafenbecken hinter dem Marina-Dorf. In allen Lokalen reges Treiben, die Ober in eleganten Schürzen, sehr jung alle, sehr bemüht. Das Défillé der bummelnden Besucher, dichtgedrängt, an den weltstädtisch dekorierten feinen Modegeschäften vorbeiwogend, ein Brennpunkt der Neugier, denn der neue Hafen ist erst seit 14 Tagen fertig und eröffnet.

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Handgeschmiedete Kolibris im Portal

Wir sind überrascht und voller Bewunderung – ein Kompliment den Planern, Camper&Nicholsons, Schiffsbau- und Marina-Designer. Kein konkurrierendes Land am Mittelmeer hätte das in dieser Zeit auf die Beine gestellt. Die Griechen sollten mal Erkundungsreisen hierher machen und nacheifern im Fertigstellen solcher Planungen!

Wir bummeln durch Cesme, an den Teelokalen vorbei, den Juwelieren, den kleinen Dönerlokalen.

In der Karawanserei speisen wir von edlem Geschirr, unter Arkaden mit im Wind wehenden Mousselinvorhängen auf der Empore, deren Decken reich ausgeschmückt sind von Ornamenten aus Suleimans Zeiten. Wir sitzen auf dem mit Glasscheiben abgedeckten Wasserbecken, gespeist von der Naturquelle zwischen Felsen…Fast gotisch anmutende Spitzbogentüren vor den Hotel-Zimmern, bunt und golden gemalte Ornamente an den Wänden, Palmen fächeln Wind mit ihren Wedeln.

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Cesme, vorzügliches Mahl in der neu eröffneten ehemaligen Karawanserei

Ayran, das für die Türkei typische Getränk, wird von silbernen, getriebenen zierlichen Metallkellen getrunken, ruhend in Silberschalen, die diversen Vorspeisen werden von 2 „Dienern“ auf kleinen Tabletts serviert. Auberginen-Mus, undefinierbare grüne Pflanzenstengel, Weizenkeime in Buttermilch, Ruccolablätter, Joghurt mit Dill und Knoblauch, Chili-Zwiebel-fPetersilile-Rohkost, frische Gurken und Tomaten mit Maiskörnern, dann Lammfleisch von einer heißen Stahlplatte, als Dessert Grießschnitte mit Zimt und eiskalte Kirschen.

DER SULTAN wäre entzückt gewesen. Auf der Visitenkarte der „Alten Karawanserei“ steht auch das Wort SERAIL, wir haben fürstlich gespeist. Für 45 türkische Lira, ca. 20 € pro Person. Die edel möblierten Suiten (wir sehen die Portale auf der luftigen Empore) – mit riesigen Himmelbetten unter Volant-Gardinen, prunkvollen Badezimmern und Blick übers Meer, wären wohl unbezahlbar.

Den Chai nehmen wir oben auf dem Dachgarten ein. Die Kuppel wird rot und blau angestrahlt, wir genießen den Blick über Marina und Castell.

Cesme, 6.Juli: ERIKA kommt.

Mit etlicher Mithilfe zahlreicher türkischer Bürger hangeln wir uns von Busstation zu Haltepunkt und mit Zeichensprache und englischen Wortfetzen der andren Wartenden an den Haltestellen finden wir schließlich zum internationalen Flughafen von IZMIR!!! Nach 2 Stunden geduldigen Wartens kommt Erika um 17 Uhr als erster Passagier mit Rucksäckle und ohne Koffer fröhlich durch das Gate am Arrival!! 1 Stunde im Bus über Land. Mosch
een, Wohnblocksiedlungen, Autobahn-Outlet-Monster, Auto-Anbieter,…das Meer.

Cesme.Wir führen Erika aus ins Serail, sie parliert auf Englisch perfekt und charmant mit dem Trainee, dem jungen Ober, der ebenfalls Hotelmanagement studiert, über Service, Erasmus-Auslandsstudium und Praktika in aller Welt. Und wir sitzen noch auf dem Roofgarden, eine eigens für uns gebrachte weiße Stola um die Schultern…der starke Wind ist kühl… Stolz sind wir auf unsre weltgewandte große Tochter.

Mittwoch, 7.März

Um 5.30 Leinen los, Ziel Insel Samos und SEGELN.

Gleich nimmt der Wind zu! Bis um 10 Uhr sind es böige 5 Windstärken. Die See stark bewegt, wir steuern abwechslend von Hand. Gerefft die Fock und das Großsegel. Unruhig wirft sich die Eos in den Wellen, Gottlob kommt der Wind achterlich und nicht von vorn.

Nach fast 12 Stunden Seefahrt in Ölzeug und Südwester bei stark böigem Wind und unangenehmem Seegang, Erika schläft viel im Salon und muß keine störrische Schwimmweste anlegen, tasten wir uns nach 17 Uhr in die Bucht Mourtia.

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Samos. Erika und ich steigen hoch zu einem Kloster

Anker ab, die Böen zischen pfeifend von dem Berg herab, unaufhörlich. Aber wir lassen uns den Spass nicht verderben, grillen am Heck unsre Lammfleisch-Spieße und essen Ruccola-Eisbergsalat.

Sternklar die Nacht, böengeschüttelt. Kein Abflauen, im Vorschiff ist es höllisch laut vom Windgeheul und von der knarrenden Stahlkette des Ankers, auf den voll der Wind steht. Dank Kurzwellenempfang ab ca. 22 Uhr kann ich das Halbfinale hören:

WM Fußball: Deutschland verliert 0:1 gegen Spanien.

Donnerstag: 8.Juli

Wir segeln bei kräftigem Wind und hohen Wellen bis Pythagorio Marina Samos. Auch in der Marina hören die scharfen Böen nie auf. Gerhard und ich laufen ins Städtle rüber und in der großen Bucht ankern Segler in fast friedlich im fast windarmen weiten runden Hafenbecken. Unglaublilch. Wir besuchen die üppig ausgemalte orthodoxe Kirche, vom Tonband ertönen die wunderschönen alten Mönchsgesänge. Wir entzünden 3 handgezogene Wachskerzen für unsre Kinder und eine dicke für den Vati-Opa, der nach 3 Wochen wieder heimkehrt von der Reha nach Nürnberg.

Freitag, 9.Juli: Zur Insel Fourni, südlichste Bucht.

Von 8.45 – 13 Uhr mittags sportliches Segeln! Die Eos kämpft tapfer, ob es 6 oder 7 bft sind, ist schwer zu schätzen.

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Rauschende Fahrt trotz schlecht gesetzter Segel

Rauschende Fahrt. Weiße Gischt fliegt über die hohen Wellenkämme, legt sich in Streifen aufs Wasser. Dazu Sonnenschein über wild bewegter See. Erika erlebt richtige Seefahrt – und es macht ihr Spass. Immer 6-7 kn Fahrt, schneller kann die EOS nicht. Nach 4,5 Std. tasten wir uns gegen 13 Uhr in eine von Böen gepeitschte Bucht unter steilem Hang. Es bleibt vor Anker stürmisch, Böen rasen übers Wasser, eine ausgebrachte Landleine reißt sich 1x los und die Kette slippt über den kleinen Felsvorsprung.

Wir lassen uns die Ferienlaune nicht nehmen: Erika wünscht sich mittags Spaghetti, o.k., und abends gibt es Hühnerbrust mit Thai-Gemüse aus dem Wok. Pfeifend und bissig röhrt der starke Wind die ganze Nacht lang.

Freitag, 9. Juli : GERHARD

Wieder bei rauschender Fahrt nur mit Fok steuern wir die zerklüftete Insel Fourni an. Diese kleine buchtenreiche Insel liegt zwischen der 1000m hohen Insel Ikaria und der 1400m hohen Insel Samos. Der Wind wird zwischen diesen Bergen „eingepresst“ und nimmt an Stärke zu. Das wird noch verstärkt durch zwei 400m hohe Berge auf der Insel Fourni. Hier dazwischen nimmt der Wind nochmals zu. Die Segelanweisungen im Handbuch würdigen den Wind in den Buchten dieser Insel auch entsprechend als außerordentlich bzw. „very strong, frequently frantic and with violent gusts“. Daher wähle ich die südlichste Bucht aus, in der ich mit den wenigsten Böen rechne. Erika und ich bringen in dem klaren türkisfarbenem Wasser eine zusätzliche Landleine aus. Gegen 18 Uhr nehmen die Böen auf etwa Bft 9 zu. Wir aber liegen sicher wie in Abrahams Schoß, während die Böen die Wellen wie kleine silberne Fischschwärme aufwerfen und ganz schnell an der EOS vorbeiflitzen.

Samstag:10. Juli:, GERDI

Zur Insel PATMOS

Ankern in der Felsbucht GRIKOS–SAMOS.

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Erika bewährt sich an der Pinne, Kompliment!

Erika steuert 4 Stunden sportlich und versiert alleine durch stark bewegte See, bei kräftigem Wind. Kompliment. Zuverlässig und unerschrocken bedient sie das Ruder. Unser im Vorjahr entdeckter kleiner von Felsen umgebener Ankerplatz in der Bucht vor GRIKOS ist frei! Anker fällt um 12. Oben die Johannesburg mit ihren 15 m hohen Mauern und die in der Sonne leuchtende Chora, die Oberstadt, in der sich die Dorfbewohner, die sonst in der Scala unten wohnen,
vor den Piraten verteidigten. Morgen werden wir um 6 hochwandern und den Morgen genießen.

Ich hole die Schwimmflossen und die Tauchermaske und geh vom Schiff aus schnorcheln. Herrliches Wasser.

Gerhard und ich wandern an der Felsküste entlang zum Badedorf GRIKOS.

Am Abend installiert der Skipper mit Mühe und viel Geduld einen neuen Elektrostecker für das Ladekabel der Solarzelle. Sieg! Er funktioniert nun wieder zuverlässig. In den vergangenen 7 Wochen waren wir völlig „autark“ und nahmen auch in Häfen nie Strom vom Land.

Sonntag, 11.Juli

Aufstehen um 6.30 Uhr. Ein sanfter sonniger, kühler Morgen.Nur ein weißes großes TUI-Kreuzfahrerschiff verlässt den Hafen drüben und zieht hinter dem wellen umtosten Riff vorbei. Wir wandern hoch zu der wie eine weiße Mütze auf dem Berg sitzenden weißen Stadt CHORA. Um 7.15 ist noch keiner wach. Nur in der Kirche singen die Popen, sehr festlich gekleidet in Schwarz-Weiß kommen erste Kirchgänger. Weiße Schleier an dicken Kerzen werden gebracht – eine Taufe? Eng die sauber gefegten Treppengassen, hinter den Fenstern Kerzen in großen Laternen, über den Türen überall das typische symmetrische Johannes-Kreuz in den Naturstein gemeißelt. Die Souvenirläden sind noch alle geschlossen, wunderbar diese Stille. Das hochgelegene Johanneskloster, eine Burgfestung, wird nur von weißen Tauben umflattert.

Wir trinken einen Kaffee auf der Terrasse hoch über der Bucht. Unten hat ein superfeines matt-schwarzes „kleines“ Kreuzfahrschiff angelegt. Levante. Erika guckt etwas „begehrlich“ und job-orientiert hinüber. Aber jetzt ist erst mal Segelurlaub und Australien im Programm.

Bummel durchs Hafenstädtchen, im Bus zurück. Spanien wird Fußball-WELTMEISTER , 1:0 gegen Niederlande.

Ruhige Nacht. Sternklar.

Montag, 12. Juli 2009: GERDI

Ein goldener Morgen. Baden im Meer. Frühstück mit Ei. Und dann eine flotte Segelei mit über 6 kn und 5 Windstärken nach LIPSI.

Sehr gepflegt und einladend! Tiptop die Studios und Appartement-Häuser. Üppig grün eingewachsene Terrassen mit Blütenpracht. Alle Wände weiß gekalkt, die Treppenstufen farbig abgesetzt, ordentliche Schilder an den Tavernen, Mülltrennung Plastik-Papier-Metall-Glas (aber kein einziger Restmüll-Container!), ein Helfer gibt am Hafen jedem Skipper jene 4 Tüten! Rosa, gelb, grün, blau.

Am Abend finden wir ein sehr ansprechendes Lokal, der Wirt singt beim Auftragen der Gerichte, empfiehlt uns mit schnalzender Zunge den „octopus-boiled“ (warm, in Essig-Sud gekocht, wundervoll drapiert und verziert kommt er auf einer 45 cm-Platte. Endlich gibt es mal die von mir so geliebten Dolmades, Reis in Weinblätter gehüllt! Die Moussaka (Hackfleisch-Kartoffel-Schafskäse) kommt im Tontopf überbacken und die Kalamari vom Grill sind ebenso lecker. Köstlich der weiße Hauswein im braunen Tonkrug. Da ich auf griechisch ein Lied singen kann, haben alle einen Ouzo frei. Gut gespeist! Bei sehr ansprechender Musik. Erika geht noch bis um 3 „ins Internet“ um mit den Freunden zu kommunizieren. Früh entdecken wir, dass die neben uns liegende deutsch „BLUE PEARL“ nach 3 Jahren von einer Weltumsegelung zurückkehrt, via Samos, Thailand, Rotes Meer,…und nun geht’s heim über die Biscaja an die Ostsee. Interessiert? Probiert’s mal: http://www.sy-blue-pearl.de/

Wir telefonieren mit der Marina KOS, da wir am „überlaufenen“ Freitag einen Liegeplatz benötigen, um Erika am Samstag zum Flughafen zu bringen. Puh! Voll ausgebucht. Man habe eine Groß-Regatta mit zahlreichen Yachten. Man merkt die EOS mal vor. Daumen drücken! Sonst ankern wir aim alten Hafenrund an der Bastion, neben den traditionellen türkischen Dickschiffen für die „Daily tour Bodrum!“

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Gläubiges Lipsi

Lipsi, die kleine Nachbarinsel, 10 sm östlich von Patmos:

Von unserem Liegeplatz zähle ich 11 Kirchen und Kapellen, alle in und um das Dorf.

Auf der flotten Herfahrt ist mir eine Kapelle mitten in den Bergen aufgefallen. Da es Seglern an ausreichender Bewegung mangelt, will ich diesen Ort aufsuchen – wenn ich den Weg finde. Eine Autostraße führt zuerst auf dem Bergrücken, dann auf der Nordseite unten am Meer in den westlichen Inselteil. Ein Abzweig windet sich den Berg hoch, an der Sperrmüllkippe der Insel vorbei zu einem besonderen Ort. In einem ummauerten Gelände stehen 3 Kapellen, verschiedene kleine Häuschen, man sieht einfach ausgerüstete Küchen durch die Fenster, Geräte liegen auf den Tischen, als wären die Bewohner nur kurz weg. Draußen stehen Denkmale oder sind es Grabsteine (?) mit Büsten von Soldaten und griechischen Inschriften. Einige Ställe beherbergen Tiere und sogar ein Pfauenpaar. Das Rätsel bleibt ungelöst.

Ein Bergpfad zweigt ab in Richtung des Kirchleins am Berg. Er wurde erst vor kurzem gründlich ausgebessert. Frische Meißelspuren an den Steinen zeigen das. Nach 2 km stehe ich vor der Kirche mit einer überwältigenden Aussicht auf Berge, Meer und Inseln. Angebaut an die Kirche ist eine winzige „Wohnung“ mit einem offenen Herd, einem Stuhl und einem Klapptischlein, aber ohne Schlafstelle. Hier hat, vermute ich, ein Einsiedler gelebt. Jetzt sind die Gegenstände verkommen, Müll müsste entfernt werden. Die Kirche aber erstrahlt, wie alle, an denen wir vorbeikommen, in strahlendem Weiß-Blau. Über einen vollkommen gepflasterten Weg mit kräftiger Mauer zum Abgrund hin verlasse ich diesen besonderen Ort. Der kilometerlange Weg muß erst im letzten Jahr mit viel Aufwand (und Kosten) erstellt worden sein.

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Lipsi: Ein komfortabler Weg zur ehemaligen Einsiedelei

Warum? Er führt doch nur von einer unbedeutenden Bucht zu diesem schönen aber verlassenen Ort. Auch an dieser Bucht steht eine Kapelle mit einer noch winzigeren Wohnung. Alle Geräte, die man zum Leben braucht sind vorhanden, Teller, Gläser, Besteck.

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Lipsi: Als wäre die Einsiedelei bewohnt

Ein Gaskocher mit gefüllter Gasflasche. Einige Bilder zeigen einen uralten bärtigen Mönch. Ein Stall mit Streu hatte wohl noch kürzlich ein Tier beherbergt. Alles verlassen und offen. Eine kleine Quelle tröpfelt auch. An diese einsame Bucht führt eine breite Straße, gleichfalls ganz neu. Die Bucht selbst bietet aber nur Platz für ein paar Badegäste. Gerne hätte ich gewusst, was sich hinter diesen eigenartigen Orten verbirgt, wer und warum diese erheblichen Baumaßnahmen veranlasst (und wer sie bezahlt). Wohl steckt ein tiefer Glaube hinter all dem Rätselhaften.

Kalymnos

Wieder mit 6 Bft- Meltemi südwärts, entlang den gebirgigen wilden Westküsten der Inseln Leros und Kalymnos, sehr beeindruckend. In der kleinen Bucht Vlycharia im Süden von Kalymnos zeigt uns der Meltimi seine Kraft, wenn er von 500m hohen Bergen herunterprescht. Die EOS zieht mit aller Kraft an ihrem Anker, doch der krallt sich unerbittlich im guten Sandgrund fest. Die ganze Nacht heult er in den Wanten. Ich schlafe außerhalb um immer mal wieder den Standort zu peilen. Am anderen Morgen hält uns nichts mehr in dieser Düse und wieder geht es mit hoher Geschwindigkeit und gerefften Segeln südostwärts. Der Volvo kann sich ausruhen. Diesmal ist Gerdi von 9 – 13 Uhr die Steuerfrau, bewegte See! Kos Marina ist belegt und so parken wir im runden, schönen Hafen mitten in der Stadt Kos. Diese Stadt mit ihrem mächtigen Bollwerk ist Fährhafen und viele Gäste bevölkern die engen Gassen mit den vielen Tavernen und Souvenirläden. Mir scheint es, als wären diese von Touristen so vielbesuchten Inselorte allsamt austauschbar. Kos, Mithymna, Hydra, alle Ortsstraßen und Bazargassen

gleichen sich.

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Kos: Unser Ausflug mit dem Auto

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Kos: Kap Daphne, von Erika fotografiert
Anderntags mieten wir ein kleines Auto und fahren über die Insel. Die Westseite besticht mit ihren Kirchen und Klöstern oben in den trockenen Bergen. Den großen flachen Mittelteil durchziehen wilde Sandsteinschluchten und im Gebirge hält sich Tannenwald. Das Örtchen Zia inmitten dieser alpenähnlichen Felslandschaft mutierte zum Touristenort. Die Tavernen werben mit dem Sonnenuntergang. „Enjoy the sunset“ Der Blick ist allerdings auch atemberaubend! Auch hier warten Straßen voller Figuren, Olivenölprodukte, Schals, Schmuck und anderem Tand auf Käufer. Wer kauft nur das alles? Morgen verlässt uns Erika. Wir genießen den letzten Abend in einer baumbestandenen Taverne bei feinem Essen im Kerzenschein und mit gutem Inselwein. Morgen werden Gerdi und ich wieder alleine auf der EOS wohnen. Am Samstag fahren wir Erika noch zum Flughafen und dann bleiben wir- anfangs doch traurig- zu zweit zurück. Neue Küsten rufen.Und hier die Bilder:

9. Vom Marmarameer wieder nach S??den

G E R D I : Rückblick von Marmara bis Cesme

Montag, den 28.Juni 2010

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So kocht man auf der EOS

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Lamm-Fleischbällchen und Gemüse. Abschiedsessen in Marmara

13 Stunden auf See! 65 Seemeilen.

Um 5 startet Gerhard, starker Schiffsverkehr, Frachter, nur 3 Segler am ganzen Tag!

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Begegnung mit der Großschifffahrt

Wunderschönes Segeln mit raumem Wind. Die Landschaft zieht gemächllich vorbei, gelbe Getreidefelder, dunkelgrüner Wald, sanfte grüne Wiesen, leuchtend grüne Weinhänge, silbern schimmernde Olivenhaine.

Die Strömung schiebt uns geradezu vorwärts … Sonnenschein, weiße gewaltig hoch aufragende Wolkentürme, Kreuzfahrer-Riesen, schneeweiße Monster. Gegen 19 Uhr erreichen wir zum 2.Mal die große Stadt Canakkale, neben uns russisch sprechende Ukrainer, Wodkaflaschen in der Hand, Zigaretten: “Can you give me 50 Lira, Mister? The Western Union Bank opens tomorrow at 9. I bring it back, sure!!”

An der Promenade entdecke ich erst dieses Mal das Riesen-Pferd aus Holzplanken, ein Original-Requisit aus dem TROJA-Film mit Brad Pitt, 2005.

Ich brate die asiatisch marinierte Hühnerbrust im Wok, dazu Basmatireis in Sesamöl mit Kokosflocken. Beim Nachtbummel finden sich viele Gäste in den Ufer-Lokalen, meist nur vor einem kleinen Glas Chai, dem türkischen Schwarz-Tee mit Würfelzucker. 1/3 der Frauen trägt Kopftuch, aber diese bodenlangen Kutten und Mäntel wie in Deutschland sieht man kaum.

Mittwoch, 30.Juni: VON TÜRKISCHEN KÜSTEN ZUR GRIECHISCHEN INSEL LESBOS

Die Ukrainer bringen 50 € + Flasche Wein zurück. Start wieder früh morgens, um 6,30 Uhr. Gleich hinter Canakkale surft die EOS fast mit zeitweise 8 sm/h (x 1,85 km!) auf der nordwestlichen Fahrstraßenhälfte. Um 9 Uhr verlassen wir die Dardanellen!

Ein traumhaft schöner Bilderbuch-Segeltag, meist mit raumem Wind, das Großsegel mit einer Bullentaille ausgebaumt. Adieu Marmara und Dardanellen, schön war’s. Ein Erlebnis besonderer Art.

Bald steigt aus dem Dunst die Insel LESVOS auf. Wir setzen die blauweiß-gestreifte griechische Gastflagge in der Steuerbord-Saling! Ca. 750 Seemeilen haben wir hinter uns. Bis der Anker fällt auf Lesbos, werden es wieder fast 60 Tages-Meilen sein!

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2 Kontinente

2 Küsten passen nun aufs Erinnerungsfoto: Links die türkische, rechts das Kap Moulivos der 1. griechischen Insel. Beide brüsten sich mit stattlichen, wehrhaften Kastellen, ja richtigen großen Forts, quadratisch angelegte hohe Burgmauern, mit Zinnen bewehrte Türme. 2 Kontinente begegnen sich hier, nur das Meer trennt sie, die doch noch so verschiedenen Volksgruppen, Traditionen, Glaubenslehren. Hier die Minarette mit dem Halbmond, und an Steuerbord grüßen nun wieder die schneeweißen Kirchlein mit dem lieblichen hellblauen Kuppeldach und Apsis, oben das Kreuz, daneben oft freistehend der kleine Glocken-“Turm“.

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Die Burg über Mithymna

Um17 Uhr fällt unser Heckanker im kleinen Hafen vor dem malerischen Mithymna, einer Hügelstadt mit Fort. Selten haben wir etwas so Harmonisches gesehen. Wir wandern hoch zur Burg, viele Treppen, sauber gefegt, alle Häuser mit burgunderwein-roten Fenstern und Türen!!

Umwerfend der Duft von Jasmin, süßem Oleander, blau leuchten Clematis-Blüten, dichte Weinlaubranken spenden den Pergolen Schatten und köstliche Kühle. Gemauerte kleine Brunnen in den Gassen, spielende Kinder, Fröhlichkeit.

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Die Touristengasse

Zinnien lassen ihre langen blau-violetten Blütendolden herabhängen, eine kleine Bazargasse, eng, dicht bestückt von Goldschmieden, Juwelieren, Läden mit Olivenöl-Produkten, Honig, Sesam…

Im sehr gut restaurierten Burghof eine Bühne und Stühle für Theaterbesucher. Vor den Tavernen am Hafen liebevoll und mit säuberlichster Schrift geschriebene Speisekarten auf Tafeln…Wir machen uns eine große Schüssel griechischen Salat mit Feta und schwarzen Oliven, dazu Retzina. Wir genießen dieses pittoreske Idyll.

Sternklar die Nacht, fast noch Vollmond. Das Dorf den Hügel hoch illuminiert, prachtvoll gekrönt von der mit gelben Scheinwerfern angestrahlten Burganlage.

Donnerstag, 1.Juli: 45 Seemeilen, 10 Stunden Fahrt, an Lesbos’ Ostküste entlang

Der Morgen im romantischen Städtchen Mithymna ist kühl, Nebelschwaden um 7 Uhr. Wir gehen hoch zu dem kleinen Supermarkt, die Dame klagt über ausbleibende Gäste, die Krise. Sonst seien schon viel mehr hier im Juli. Die MwSt. ist bei 8%, das ist für griech.Verhältnisse horrend hoch. Wir laufen runter zum Hafen, über mit Natursteinen gepflasterte Gassen. Erwachen. Erste Türen gehen auf: Kalimera, Kalimera! So freundlich alle die uns grüßen.

10 Stunden geht es mit wunderbarem seitlichen Wind, von 10 bis 14 Uhr. Blaues Meer. Nicht zu heiß. Zauberhaft die Ankerbucht kurz vor 20 Uhr: Mersinia. 2 schmucke weiße Häuschen, Weinlaubterrasse, Blumen im Garten, Feigen vorm Eingang…Ein strahlend weiß gekalktes Kirchlein am Felshang. Frieden. In Deutschland ist Hitze: 36° und Schnakenplage. Bei uns hier: Paradiesisch schön. Baden im Meer.

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Abendstimmung in der Bucht

Am Morgen wandert Gerhard durch struppige Macchia den Hügel hoch. Ich warte mit dem Schwimmen bis die Sonne um 8 über den Bergrücken steigt. 24° hat das kristallklare Wasser. Ich flöte nun wieder christliche Morgenlieder! Großer Gott wir loben dich. Morgenglanz der Ewigkeit. Geh aus mein Herz und suche Freud. Lobet den Herren. Die güldene Sonne voll Freude und Wonne.

Wir paddeln ans Ufer, gehen zur Kapelle rein und entzünden 4 Kerzen für Kinder und Vati-Opa. Ich spiele auf der Mundharmonika „Nun danket alle GOTT!“.

Aufbruch um 10. Wechselnde Winde, 3,4,5. Um 17 Uhr Gischtkämme, kabbelige meterhohe Wellen, ich steuere von Hand. Flotte Fahrt 5-7 kn!

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Flotte Fahrt vor dem Wind

Um 19 Uhr tasten wir uns bei kräftigem fast wütendem Wind zwischen felsigen Inselkaps hinein in die Nordöst-Bucht der zerklüfteten Insel Panagia, teils nur 2-4 m Wassertiefe. Große Lachmöwen kreischen auf, Brutnester, kotweiße Felsen. Heftige Fallböen. Launisch der Anker oder der Ankergrund. Gerhard paddelt mit 80 Metern Leine an Land und legt eine Kette um den Fels, der uns zusätzlichen Halt geben soll in diesem stürmischen Eck. Der Wind tobt weiter, die EOS schwankt hin und her, ist das nun schon der MELTEMI vom Vorjahr? Ich koche im Wok das restliche Gemüse unsrer türkischen Bauernfamilie von Pasalimani. Scharf! Peperoni!

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Die Gemüsebauern von Pasalimani

Gegen Mitternacht wird der Wind allmählich müde und raunt nur noch in den Böen. Wir schlafen wunderbar und am Morgen ist es leichtwindig, blaue See. Am anderen Tag fahren wir nur 3,5 sm bis nach Inoussa auf der Nachbarinsel. Hier: Fußball kieken Ger. gegen Arg. 4:0. Besonderheit: Fernseher in der Bar ohne Ton, 5m nebenan Liveband pustet mit voller Verstärker-Lautstärke griechische Musik in den Ort. Abendessen: Bohnen von der Insel als Gemüse. Sehr gut.

Sonntag, 04. Juli, nach Çeşme 19 sm, Meltimi Bft 5 von achtern, nur unter kleiner Fok.

In September letzten Jahres waren wir hier. Damals: Ein schöner Hafen, 2 Container, einer Büro, der andere Sanitär. Sonst leere Fläche. Und jetzt: Eine komplette Hafenstadt. Bürogebäude, Sanitärtrakt wie im besten Hotel, Restaurants und Bars aller Art, Shops für jeden Bedarf, Supermarkt, alles vom wirklich feinsten. Die Gebäude passen in ihrer Verschiedenheit zusammen. Der Prospekt asgt: „Aegeans finest Yacht Destination“. Für meinen persönlichen Geschmack übertrieben. Wir liegen in guter Gesellschaft mit Megayachten. 25€ für unser Schiffchen. Als Ausgleich ankern wir dann wieder in kostenlosen Buchten.

Abends der nächste Höhepunkt: Essen, sorry, speisen in einer ehemaligen Karawanserei. Letztes Jahr noch Baustelle, jetzt Hotel mit Restaurant im Innenhof. 3-stöckig, bogenförmige Laubengänge zu den Zimmern, Tische auf glasgedecktem farbig ausgeleuchtetem Wasserbeckem, Dachgarten. Sanfte, passende Musik. Türkisches Menü, bestens, sehr reichlich, serviert immer von 2 Obern. Eröffnet vor 2 Wochen. Schön, gelegentlich so verwöhnt zu werden.

Was die Türken hier in einem halben Jahr erreicht haben, unglaublich, Respekt!

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