3 „Es soll ihn geben,…

…den wirklich guten Bootsbauer, ich habe ihn hier nur noch nicht gefunden“, sagt mir ein deutscher Gulet- Eigner, der sein Schiff in der Werft überholen lässt.
Hier an diesem Ort begegnen sich 2 Kulturen. Die Deutschen, auf saubere Arbeit, korrekte Absprachen und Sicherheit bedachten und hier die liebenswerten Bootsbauer, die manches vergessen und bei denen eine wirklich schöne Arbeit nicht ganz oben steht. Aber unser Deck ist gut geworden und war preiswert.

Manche Schwachstelle nehmen wir in Kauf: Die Löcher im Bootshimmel zum Beispiel, die Überraschung, dass Wasser in der Bilge steht, weil Relingstützen nicht fest angezogen sind und der Traveller, der beim Ziehen an der Schot hoch springt, weil bei den Schrauben die Mutter fehlen. Die innere Verkleidung, die man sauberer befestigen könnte. Kleinigkeiten im Gesamtbild, das wir in Kauf nehmen.
Gestern wurde unsere EOS wieder zum Wasserfahrzeug. Das geht nicht so einfach, wenn der 5-Achser Transportwagen unter das Schiff fährt und immer wieder Transportstützen entfernt werden.

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Die Leute leisten gefährliche Schwerarbeit zwischen Schiff und Wagen. Aber irgendwann sitzt alles und der Schaufellader zieht das Ganze, gesteuert mit viel Kraft an Seilen. An der Schräge ins Wasser stößt der Vorderlader mit einem langen Naturbalken den Wagen ins Wasser und bremst gleichzeitig mit einem dicken, zerschlissenen Stahlseil. Nicht auszudenken, wen mal der Balken weggeschleudert wird oder Stahllitzen in eine Hand dringen oder ein schweres Rad über Sandaletten und Fuß fährt. Was macht ein Rücken nach 30 Jahren Schwerarbeit? Aber schließlich rollt die Chose von selbst ins Meer, ich starte den Volvo, ein letztes Winken zur Landmannschaft und dann wird die Werft achteraus immer kleiner.

Zurechtgerückt Die Mannschaft am Wasser EOS fährt ins Wasser

Ich hatte eine schöne interessante Zeit mit den freundlichen, offenen Arbeitern dort aber jetzt bin ich froh, dass Gerdi wieder aufs Boot kommt und die Arbeit abgeschlossen ist. Wir ankern neben dem Ort, den wir lieb gewonnen haben beseitigen den Staub innen und außen und machen EOS wieder seeklar.

2 Unsere EOS schwimmt- im Mittelmeer vor Bozburun!

Am 21. Mai wurde früh mit dem Autokran der Mast gestellt!

Dank-Menü mit den Werftarbeitern Nail u. Mustafa
Dank-Menü mit den Werftarbeitern Nail u. Mustafa

Nachdem wir an meinem Geburtstag mit den Werftarbeitern Nail und Mustafa beim „Fisherman“ frischen Fisch vom Grill und köstliche Vorspeisen gespeist hatten, piesakten uns nachts die Schnaken, die unter den Türen (ohne Schwellen) reinkamen, die schönen Fliegen-Schutz-Schiebefenster halfen da wenig…

Gerhard radelte früh mit einem geliehenen Schiffsklapprad die 7km zur Werft. Mit sehr ungewöhnlicher Technik, einem Monster von Radlager und viel Vertrauensvorschuß wurde die EOS ins Meer gezogen. Ich packte im Appartment die 3 Rucksäcke, trug sie auf die Sonnenterrasse vor der Pension YILMAZ und gegen 14 Uhr kam unser liebes Schiff stolz angeschwommen! Das Fahrrad wurde rasch am Gulet der Friedrichshäfler Freunde („Carolin“) übergeben, dann legte Gerhard ganz kurz am Badesteg an und übernahm Gepäck und mich.

Anker ab in der schönen Bucht, leichter Wind, dann 4 Stunden Einräumen, Umräumen, Aufräumen. Die EOS ist wieder unser Nest für die nächsten 4-5 Monate…

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Die Eos in ihrem Element
Die Eos in ihrem Element

23.Mai: PUTZTAG… alles ist mahagoni-staub-braun, innen und außen, allein die vielen vertieften Knöpfe im Nappa-Ledersofa mit den vielen Fältchen…die Lampen, alle Gläser, Tassen, Teller, Betten, der Staub durchdrang jeden Winkel… Aber ich mach es gern. Zwischendurch Baden imMeer…Am Abend gibt es den ersten Bauernsalat, davor  Rindsbouillon mit Grieß, Weißbrot, ab nun immer:-(

Leider spinnt unser Bord-Kühlschrank erneut. Erst 2 Jahre ist er alt, die Garantie liegt daheim! Wir hatten gehofft, der im Herbst neu eingebaute Thermostat wäre die Rettung, denkste.

Der Muezzin ruft „Allah akbar! Allah ekmez!“ Ich spiele „Großer Gott wir loben dich!“ auf der Mundharmonika.

Gerhard hat einiges „ausgesondert“, auch die 3 Feststoff-Schwimmwesten werden wir verschenken. Morgen werden die Ventile am Volvo-Motor neu eingestellt,… der Monteur hörte ein leises Klopfen, auch würde er dann leiser laufen und noch weniger Sprit verbrauchen. Recht so…

Wir haben 33°C in der Kajüte, das Schwimmen im Meer ist himmlisch bei wohl mehr als 20°und in Deutschland hat es 10°, die Kachelöfen sind angeheizt…und es regnet… Ihr Armen.

Hier blüht der Oleander, die  Geranien sind ein Farbenmeer und die Leute suchen den Schatten unter den großen Sonnenschirmen. Jetzt gönnen wir uns nach dem Putztag einen ANGORA-Wein aus der Region. Den kennen wir von den beiden Oktoberurlauben mit JAN auf dem Gulet.

Sternklar, zarter Sichelmond. Wie der auf  Moschee-Kuppel!

Die Eule ruft pausenlos.Stille. Vorsaison…

1. Auf Flügeln zum Start

Unser Abenteuer beginnt am Montag, den 18. Mai- 8 Wochen nach meinem Armbruch.

Das Flugzeug startet um 16 Uhr in Friedrichshafen, wir genießen die herrliche Sicht auf die grafischen Muster der fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen, die dunklen deutschen Wälder, die sattgrünen Weiden im Allgäu, da ist der Grünten, darunter Erikas Wohnort Rettenberg… Dann wie gemalt die noch schneebedeckten Gipfel der Alpen… Salzburg? Bald die Donau. Kaum eine Wolke versperrt den Blick auf unsere große 80-tägige Flußfahrtstrecke mit unsrer EOS 2014: Österreich,Ungarn, Bulgarien, Rumänien,… Bei der Zwischenlandung in Istanbul schweben wir über die 3 Bosporusbrücken, unter denen wir selber schon mit der EOS durchgefahren sind! 3 Stunden Warten. Verspätung. Gate-Wechsel von 102 auf 111- aufregend! Unser moderner Airbus ist fast voll besetzt, neben mir eine Frau, müde von 24-Std-Flug ab San Francisco über Nürnberg! Die Monsterstadt Istanbul ein Lichtermeer…! Kurz vor Mitternacht landen wir in DALAMAN, ein riesiger Flughafen, wo wir mit dem Bus zum Transitgepäck kutschiert werden müssen! Im Taxi geht’s zu unsrem einfachen kleinen Hotel in der Stadtmitte. Keinerlei Touristen hier. Gerhard wird wie ein Freund umarmt-man kennt sich vom Herbst. Duschen im offnen WC-Raum, alles nass, aber wir fühlen uns frisch, schlafen gut – es gibt noch keine Schnaken;-)
Nach dem schlichten Frühstück lässt Gerhard eine türkische Simcard in sein Zweit-Handy einsetzen. Im Taxi gehtszur Busstation, von da im neuen Mercedes-Bus nach Marmaris- auf einer neuen 4-spurigen Autobahn, Pinienwälder, Obsthaine, kobaltblau strahlt das Meer aus der Tiefe… In Marmaris steigen wir in einen kleinen Dolmusbus um, an Ständen bieten die Obstbauern Portokali an, reife Orangen in großen Steigen. Rosa blüht der Oleander, Bougainvillea rankt sich pinkrot an den Hauswänden hoch. Zauberhaftes Kleinasien.
In Bozborun bietet uns der Wirt vom „Fisherman“ ein Zimmer in seiner neuen Pension an. 2.Etage, direkt am Meer(viele Schnaken nachts…unterm Türspalt durch, trotz Moskitonetz also), wir hätten sogar 25 Liegen auf einer Paneelplattform auf den Felsen, aber mir fehlt der Badeanzug. Im Haus quirliges Leben, viele Verwandte mit kleinen Kindern sind aus traurigem Anlaß aus Leutershausen, Ansbach , Nürnberg und Berlin gekommen: Todesfall.
Ich kann zusehen, wie Börök zubereitet wird: ein ganz leichter Teig aus Mehl und Wasser wird hauchdünn mit einem Besenstiel x-mal ausgerollt, bis er durchsichtig ist. Schon die 6-Jährige beherrscht die Kunst, die tuchartige Teigplatte auf den Stiel zu hängen, zurück auf den niedrigen Holztisch zwischen den Beinen (bedeckt mit einem weißen Laken)zu werfen und immer wieder zu rollen. Dann wird Spinat und und zerbröselter Schafkäse aufgestreut und mit einer zweiten hauchdünnen Teigplatte abgedeckt. Mit dem Holzschieber wandert der Fladen auf den glühend heißen Steintisch im vorne offenen Holzbackofen.

...hängend auf dem Stiel und erneut auf die Platte werfen...
…hängend auf dem Stiel und erneut auf die Platte werfen…
-zig mal neu ausrollen
-zig mal neu ausrollen
Spinat+Feta
Spinat+Feta
Fertige Börök
Fertige Börök
Mein 67.Geburtstag mit 25°,Kirschen,Aprikosen, Orangen
Mein 67.Geburtstag mit 25°,Kirschen,Aprikosen, Orangen

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Der Nürnberger Krankenpfleger kommt an unsre Tür und schenkt mir mit ur-fränkischem Leutershäuser Dialekt ein Börök-so köstlich. Am Balkon genießen wir ein Glas Rotwein, sehen die helle Venus und den strahlenden Jupiter, Castor und Pollux und die erste zarte Mondsichel am Himmel…
Türkisches Frühstück: grüne Gurke aus dem Beet nebenan, geschälte Tomaten, 1 hart-gekochtes Ei, Pecorinokäse und Feta, Butter, Honig, selbst kandierte dicke Orangenstücke statt der total flüssigen käuflichen Orangenmarmelade, 2erlei Oliven, Nescafé und Cai, Weißbrot (=ekmez).
Gerhard läuft am Morgen die 7 km zur Werft, duscht die EOS ab, entdeckt ein einziges „vergessenes“ Loch (der Atlas im stb-Schapp ist wieder mal nass, diesmal Süßwasser 🙂  und er sucht vergeblich nach fehlenden Schrauben, die die Heckreling fixieren müssen. Müssen wir in Marmaris kaufen… Am 21. Mai, meinem 67.Geburtstag, kommt der bestellte Autokran aus Marmaris und stellt in 1 Stunde den Mast an Deck. Alle Wasserbehälter werden aufgefüllt mit dem kostbaren Nass. Ich bleibe an meinem Geburtstag  im Appartement, lese, gucke stundenlang auf diese zauberhafte Bucht. Gh kann sich bei einem Deutschen aus Friedrichshafen dessen Klapprad ausleihen und ist um 17 Uhr bei mir. Heute früh kaufte ich beim Bummeln im Dorf ein. Statt Geburtstagskuchen essen wir am Balkon unter der schützenden Markise rote Kirschen, reife Aprikosen, gelbe Birnen zum Nescafé…Um 20 Uhr sind wir verabredet mit Nail und Mustafa von der Schiffswerft: Wir 4 gehen zu Yilmaz ins „Fisherman“ zum Essen. Gemischte Vorspeisen mit Sardellen, Auberginen mit Pinienkernen, rote Bohnenkerne, grüne Bohnen, Tomaten, reisgefüllte Paprikaschoten, Börök, Am Nachmittag gefangener Fisch.Dazu ein kühles Efes-Bier. Als Abschluß türkischen Mokka in zierlichen Silbertässchen mit Deckel.

Der Segeltörn kann beginnen. Traumhaftes Wetter, vor uns ankern inzwischen wohl 18 Segler, der Hafen ist fast voll. Paradies pur…Morgen wird die EOS ins Wasser gezogen!

Alle Bilder sind hier: Klick

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18.Mai Start

Gerdi schreibt: Meine am Schweizer Skischlepplift gebrochene Schulter (16.3.) heilt wunderbar. Die manuelle Physiotherapie hilft viel. So wagen wir es, an den 2. Teil unsres großen Segeltörns zu denken. EOS wartet auf uns, im fernen Süden der Türkei. Das Winterlager für Nov. 2015 in Korfu ist bestellt.Meinen 67.Geburtstag werden wir am 21. Mai schon am schwankenden Boot feiern… Das Kap von  Bozburun, die Grau-Nase, werden wir  dann umrundet haben… Kurs Südküste Türkei, Juni+Juli die Ägäische Inselwelt Griechenlands, der Kanal von Korinth..die Jonischen Inseln im Oktober…Hoffentlich ist das neue Teakdeck auch dicht…!!!

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Am Bug
Am Bug

Aber jetzt ist Gerhard. noch 1 Woche mit dem Rucksack auf Wandertour auf der vorletzten Etappe seiner Fern-Wanderstrecke auf 18° Nord  zwischen Eriskirch und Insel Rügen! Täglich 30 – 40 km laufen. Hoffentlich findet er in dem dünn besiedelten Raum zwischen Mecklenburger Seenplatte und Vorpommern auch täglich ein Bett für die Nacht.

http://18gradnord.wordpress.com/

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2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 7.300 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 6 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Winterschlaf und letzter Blog-Beitrag

So verlasse ich die EOS am 1. Dez. 2014

So verlasse ich unsere EOS am 1. Dezember 2014.

Die EOS hält nun Winterschlaf in der Türkei, an Land.

Das Teak (Iroko)- Deck ist fertig. Es schaut gut aus. Die innere neue Decken-Verkleidung unter den Fenstern, die wegen zu langer Schrauben notwendig wurde, ist im Salon angebracht. Der „Himmel“ sieht wieder unversehrt aus. Die Plicht wurde mit Sikaflex abgedichtet und muss bis zum Schleifen noch trocknen. Am Lukdeckel  wurden die Iroka- Leisten aufgeklebt.

Was ist noch zu erledigen? Die inneren Verkleidungen an der Decke im Vorschiff anbringen, die Plicht schleifen und die offnen Fächer* über der Cockpitbank abdichten( *Winschkurbel, Nebelhorn, Wäscheklammern, Sonnencremes, Brille). Am Lukdeckel den Lüfter anbringen und vorher die Fugen mit Sikaflex ausfüllen und verschleifen. Alle großen Plichtdeckel mit Scharnieren wieder anschrauben. Zum Schluss alle Oberflächen säubern.

Die Arbeit war nicht immer einfach, weil der Qualitätsstandard doch nicht dem unseren entspricht. Gemeinsam mit den beiden Bootsbauern ergab sich aber doch ein gutes Ergebnis.

Damit schließen wir unseren Blog für dieses Jahr. Hoffentlich haben wir Euch beim Lesen nicht gelangweilt. 

Danke, dass Ihr unsere Beiträge verfolgt habt und auch Danke für Eure gelegentlichen Kommentare. 

Im Mai 2015 werden wir unsere Reise in der Ägäis und im Ionischen Meer fortsetzen.

Seid Ihr als Leser wieder dabei? Dann setzt „eossegeltoern.wordpress.com“ in eure Lesezeichen!

Auf Wiedersehn! Gerhard + Gerdi

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Handwerk in fremdem Lande

EOS ruht. Die Arbeiten am neuen Teakdeck sind nahezu abgeschlossen und ich reise gerade nach Hause zurück.

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So schön ist das neue Deck

Die Arbeiten dort wurden notwendig, weil das Deck  schon auf der Donau Regenwasser durchließ ins Schiffsinnere. So haben wir beide uns kurz entschlossen entschieden, das neue Teakdeck bei Bootsbauern in Bozburun ausführen zu lassen. Ausschlaggebend war eine inspizierte  sehr gute Arbeit gleicher Art und der günstige Preis.

Letztendlich bin ich mit der Arbeit zufrieden. Voraussetzung war aber meine Anwesenheit, um immer wieder korrigierend eingreifen zu können. Teilweise wurden Fehler gemacht, die nur mit großem Aufwand behoben werden konnten.

Schrauben am Himmel (2)
Zu lange Schrauben verwendet…
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… und der „Himmel“ wurde nachgebessert

Manches entspricht nicht der exakten Ausführung wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Die beiden Handwerker waren aber immer bereit etwas nachzubessern, was nicht meinen Wünschen entsprach. Die Handwerksarbeit wurde nicht mit der nötigen Überlegung oder vorausgehenden Planung durchgeführt. Manches, was noch zu vertreten war, blieb so, weil ich nicht zu oft meckern wollte.

EOS sieht mit den hellen Holzstreifen An Deck und den schwarzen Fugen wirklich schön aus und ich hoffe inständig, sie möge auch dicht sein. Bei dem Aufwand, dem Verschließen der Schraublöcher zum Anpressen und dem Unterbau einer Sperrholzplatte kann ich mir das auch gar nicht anders vorstellen.

2 andere Yachtis und ein deutscher Gulet- Eigner bestätigen mir meine Erfahrungen: Es geht nur dann gut, wenn man anwesend ist und weiß, was man will. Jetzt verstehe ich auch warum das so ist. In diesen Werften werden fast ausschließlich große Gulets gebaut und repariert. Da werden 6 cm dicke Balken bearbeitet, mit Kettensäge,Handhobel, schwerem Hammer und 10 cm langen Nägeln. Das sind Arbeitsschiffe und keine filigranen Klassik-Yachten wie unser schwedisches 40 J. altes Boot.

Der Mitarbeiteiter trennt die Außenhaut (1500x1125)
Hier wird mit grobem Gerät gearbeitet

Vielleicht wäre man in Werften, die sich diesem Typ Segelyacht widmen, besser aufgehoben. Aber alles in allem bin ich gut zufrieden und danke den fröhlichen duldungsfähigen Bootsbauern für die Arbeit.

Das Leben dort im Schiff inmitten vieler Gulets ist ungewohnt, weil der Standard an Sicherheit, Umweltschutz, Sauberkeit und sozialem Standard weit unter unserem Level liegt

Der Pausenraum (1000x750)
Teatime am Pausenplatz

Dieses Handwerk wird seit Generationen auf diese Weise durchgeführt. Wesentlich neuer sind lediglich elektrische Maschinen. Dafür erhält man aber Einblick in ein Handwerk, das fasziniert. Wo werden denn noch so große Schiffe aus Holz und in Handarbeit ohne Plan hergestellt? Die freundlichen Arbeiter sind stolz und geben gerne Auskunft. Ich war immer mit eingeladen zur teatime.  Der Segler, der in dieser Stadt anlegt oder ankert, bekommt von all dem nichts mit.

Ist das nicht auch manche Unannehmlichkeit wert?