Handwerk in fremdem Lande

EOS ruht. Die Arbeiten am neuen Teakdeck sind nahezu abgeschlossen und ich reise gerade nach Hause zurück.

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So schön ist das neue Deck

Die Arbeiten dort wurden notwendig, weil das Deck  schon auf der Donau Regenwasser durchließ ins Schiffsinnere. So haben wir beide uns kurz entschlossen entschieden, das neue Teakdeck bei Bootsbauern in Bozburun ausführen zu lassen. Ausschlaggebend war eine inspizierte  sehr gute Arbeit gleicher Art und der günstige Preis.

Letztendlich bin ich mit der Arbeit zufrieden. Voraussetzung war aber meine Anwesenheit, um immer wieder korrigierend eingreifen zu können. Teilweise wurden Fehler gemacht, die nur mit großem Aufwand behoben werden konnten.

Schrauben am Himmel (2)
Zu lange Schrauben verwendet…
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… und der „Himmel“ wurde nachgebessert

Manches entspricht nicht der exakten Ausführung wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Die beiden Handwerker waren aber immer bereit etwas nachzubessern, was nicht meinen Wünschen entsprach. Die Handwerksarbeit wurde nicht mit der nötigen Überlegung oder vorausgehenden Planung durchgeführt. Manches, was noch zu vertreten war, blieb so, weil ich nicht zu oft meckern wollte.

EOS sieht mit den hellen Holzstreifen An Deck und den schwarzen Fugen wirklich schön aus und ich hoffe inständig, sie möge auch dicht sein. Bei dem Aufwand, dem Verschließen der Schraublöcher zum Anpressen und dem Unterbau einer Sperrholzplatte kann ich mir das auch gar nicht anders vorstellen.

2 andere Yachtis und ein deutscher Gulet- Eigner bestätigen mir meine Erfahrungen: Es geht nur dann gut, wenn man anwesend ist und weiß, was man will. Jetzt verstehe ich auch warum das so ist. In diesen Werften werden fast ausschließlich große Gulets gebaut und repariert. Da werden 6 cm dicke Balken bearbeitet, mit Kettensäge,Handhobel, schwerem Hammer und 10 cm langen Nägeln. Das sind Arbeitsschiffe und keine filigranen Klassik-Yachten wie unser schwedisches 40 J. altes Boot.

Der Mitarbeiteiter trennt die Außenhaut (1500x1125)
Hier wird mit grobem Gerät gearbeitet

Vielleicht wäre man in Werften, die sich diesem Typ Segelyacht widmen, besser aufgehoben. Aber alles in allem bin ich gut zufrieden und danke den fröhlichen duldungsfähigen Bootsbauern für die Arbeit.

Das Leben dort im Schiff inmitten vieler Gulets ist ungewohnt, weil der Standard an Sicherheit, Umweltschutz, Sauberkeit und sozialem Standard weit unter unserem Level liegt

Der Pausenraum (1000x750)
Teatime am Pausenplatz

Dieses Handwerk wird seit Generationen auf diese Weise durchgeführt. Wesentlich neuer sind lediglich elektrische Maschinen. Dafür erhält man aber Einblick in ein Handwerk, das fasziniert. Wo werden denn noch so große Schiffe aus Holz und in Handarbeit ohne Plan hergestellt? Die freundlichen Arbeiter sind stolz und geben gerne Auskunft. Ich war immer mit eingeladen zur teatime.  Der Segler, der in dieser Stadt anlegt oder ankert, bekommt von all dem nichts mit.

Ist das nicht auch manche Unannehmlichkeit wert?

Ein Kommentar zu „Handwerk in fremdem Lande

  1. Vielen Dank für die wunderschönen Berichte und Bilder die mir aus dem Herzen sprechen. Wir sind mit unserer Gulet Carolin schon längere Zeit in Bozburun und ich kann mit Freude machempfinden wie die Situation vor Ort so treffend geschildert wird.

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