Von Novi Sad zur Save und nach Belgrad

Nachtrag Gerdi, 21.Juli bis 23.Juli

Was war so schön in Novi Sad(das heißt „Neue Saat“)? Es gab dort KEINE Schnaken, wohl via Flugzeug totgesprüht wie in Mohacs. Die schattenspendenden hohen Laubbäume in den düsteren Mietwohnung-Straßen, die netten kleinen Bäckereien…

Montag, 21.Juli 2014.

Wir laufen bei 35° Hitze tapfer in die Stadt und finden tatsächlich den (einzigen?) Technikladen, der den Inverter hat. Ein Taxi bringt uns zum Fuß der wieder aufgebauten Burg, das Hotel Leopold strahlt die guten alten Zeiten der Habsburger aus: roter Plüsch, Gobelins, Damast, edles Porzellan, riesige Baldachinbetten auf den Fotos. Wir genießen den überwältigenden Blick auf die Donau tief unter uns und die Hügelketten, da fährt grad die kleine Yacht der 2 Wiener vorbei!

Blick von der Burg Petrovaradin nach Novi Sad

Blick von der Burg Petrovaradin nach Novi Sad

Um halbdrei legen wir ab und die EOS tuckert weiter auf der Donau: Badestrände, Touristenanlagen, Boote…dann eine Kuppelkirche des Nikolausdoms und ein stattliches Hotel am Ufer: Sremski Karlovici. Karlowitzer Frieden von 1699 zwischen Österreich-Polen-Türkei-Venedig:  da wurde Österreich zur Großmacht auf dem Balkan.Wir ankern hinter einer grünen Insel abseits der Fahrwasserrinne und grillen 2 Koteletts, die ich lecker mariniert hatte. Schnaaaaaaken. Gerhard spannt das Bett-Moskitonetz auf, wir baden festgeklammert an der Badeleiter in der schnellen Strömung. Ich begeb mich ins schnakenfreie 2 m³-Bug-Abteil… Nachts eine sonderbare Mischung. Die Strömung zieht nach hinten, der doch kräftige Wind bläst das Schiff nach vorn…

Dienstag,22.Juli: um 9 kommt mal ein Segelschiff mit gelegtem Mast vorbei. Deutsche. Gruß via Funkkanal 16. Am rechten Ufer weiden Kuhherden, Pferde suchen den Schatten der Bäume, Esel rufen, eine Herde falber Kühe mit ganz langen gedrehten hochstehenden Hörnern liegt am Strand..Dann die Mündung der Theiß! Ein Leuchtturm sogar. Stari Slankamen. Die Theiß verbindet Ungarn u. Serbien auf 545 km. Wir haben viel Wind. Dann säumen unglaublich hohe Sandwände, 30 m? das Ufer, oben thronen Häuser, in den senkrechten Sandmauern unzählige Bruthöhlen von nistenden Mauerseglern, drüber kreisen Greifvögel. Wir suchen uns 8 km vor Belgrad einen lauschigen Ankerplatz am linken Ufer, daneben ein Altarm mit Seerosen. Nachtigall und Pirol rufen. .Bad im Fluß. Schnakennetz. Spaghetti Arrabiata.

Unser Ankerplatz vor Belgrad
Unser Ankerplatz vor Belgrad

Mittwoch,23.Juli: Bei km 1181 (Entfernung bis zum Schwarzen Meer):  Anker auf um 8.45 Uhr, wir queren rüber zu den senkrechten Sandküsten, unterfahren eine ganz neue noch nicht fertige gr.Brücke, deren Spannweite noch weit ins Überschwemmungsgebiet gebaut wird. Um 10 passieren wir den Bootshafen Znamen. Weiter oben biegen wir in die SAVE ein.

Belgrad! An Arbeitsschiffen wird renoviert und Farbe gepinselt, ein Mann winkt uns freundlich heran u. wir legen längsseits an. Andi, ein junger Österreicher aus der Wachau b.Krems verlegt seinen Motorflitzer nach hinten. Ducan will uns mit seinem schmalen Beiboot zu einem Marine-Ausstatter fahren, denn wir suchen ein neues Echolot (Display-Defekt). Vergeblich im 1.Shop.Sehr freundlicher Helfer (aus Ljubliana) der fließend Englisch spricht 13 J. Australien! Wir laden ihn ein zum Essen, er legt an einem urigen Ponton-Restaurant an. Fischsuppe, Hirtensalat,Wels-Steak mit Grillgemüse  und Salbei, Wassermelone, Espresso. 30€ für alle 3 zusammen.

Wir essen mit Ducan
Wir essen mit Ducan

Mit dem Auto zum 2.Shop, Der Fishfinder v. Garnim kann bestellt werden. Am Abend Bummel am Kai zur Stadt, verrostende alte Schiffe, 2 ehemals wunderschöne Schaufelrad-Dampfschiffe sterben, ein Zementschiff liegt da, es diente im 2. Weltkrieg als Lazarett der Deutschen… Beim Anleger der Kreuzfahrtschiffe erstaunlich schicke Cafés und gestylte Mädels in Highheels beim Rendezvous. Überraschung: ein Maxi-Market, unvorstellbar überfüllt mit Waren, wie eine Messie-Wohnung. Brot, Kleider, Spielzeug, Kekse, offne Bonbons, Schuhe, Ventilatoren, Zigaretten, Bier,… Letzteres ist wohl ein Lebenselixier, massenweise steht es auf den Tischen und neben den Anglern…Gemütlich zum Schiff zurück. Regen. Noch 2 Segelboote haben in der Nähe angelegt!

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