23 Mit viel Wind bis auf die Insel Paros

Wir verlassen die Bucht von Lakka auf der Insel Leros um 6 Uhr. Levita, unser Ziel können wir nicht direkt anfahren. Zuerst unter Segel, dann motoren wir die letzten 7 Meilen gegen den Wind. Levita, die kahle Insel bietet wieder eine Boje und am Abend eine Taverne. Da lebt eine Familie das ganze Jahr über ohne Strom und bietet am Abend den Bootsfahrern Essen und Trinken an. Diese Ruhezone 20 Seemeilen von der nächsten bewohnten Insel entfernt ist bekannt und beliebt. Nachts nehmen wir den Rückweg von der Taverne unter dem grandiosen Sternenzelt.
Anderntags glatte See. Der Motor bringt uns in die Kalados- Bucht auf der Südseite der Insel Naxos. Um 1 Uhr nachts hat der Wind ausgeschlafen und weht immer kräftiger. Das veranlasst uns zur Ankerwache. Um 5 Uhr mäßigt er sich etwas und wir verlegen an die Stirnseite eines Anlegers im kleinen Hafen. Jetzt weht der Meltimi in Böen mit Sturmstärke. Wir liegen aber sicher, dennoch erzittert EOS und singt in den Wanten. Abends steigen wir zu Sofia und Dimitri in der „Kantina“ über dem Hafen hoch. Ein umgebauter Verkaufsanhänger gutes Essen und nette Wirtsleute.
Der Morgen lockt mit leichtem Wind. Als wir aber in die Passage zwischen Naxos und Paros einbiegen hat er uns bemerkt und legt ein paar Zähne zu. Wir motoren dagegen, aber beim Kap Kouvopas schießt das Wasser am Bug übers Schiff und am Heck wieder ins Meer. Wir flüchten in die weite Bucht hinter dem Kap und liegen dort sicher. Blaues Meer, weiße Schaumköpfchen, am sichelförmigen Strand Ferienanlagen und dahinter die wilden, kahlen Inselberge. Eine schöne Gegend und mich stört dieser erzwungene Aufenthalt nicht.
Der Start tags darauf um 5 Uhr früh schön in die Morgendämmerung hinein ist zwar nett, aber der Wind brist wieder auf. Nochmal mit dem Motor und starker Bootswäsche dagegen. In Naxos ist im Hafen keinerlei Platz, darum ankern wir geschützt und bequem hinter der Außenmole. Ein paar Meter vor uns paddeln die Griechen im Wasser und unterhalten sich dabei fast stundenlang mit Hut auf dem Kopf. Der beliebte Sport der älteren Generation. Eine Fähre nach der anderen spuckt Gäste und Fahrzeuge erst aus um dann neue zu verschlucken. Alles fest in Touristenhand. Um jedes Eck in der schönen, engen Altstadt, die sich den Hang hochzieht, tritt eine Gruppe Touristen hervor. Eine katholische Messe bringt Ruhe. 3 alte Damen, wir und dann noch junge 3 Gäste beehren die beiden Priester. Schön. Überall Restaurants, die sich mit den zahlreichen Gästen füllen. Wir haben keine Lust darauf und nehmen lieber bei Torres vor seinem Kebab-Salon Platz. Da beobachten wir den wilden Verkehr und Gerdi beeindruckt mit griechischen Liedern. Das bringt immer Freunde. Torres schenkt uns 2 Bierkrügle mit dem Brauereiaufdruck Mythos.
Der griechische Wetterbericht verspricht für morgen ein Schwächeln des Windes. E hat halb Recht. Zuerst kräftiger Wind und Wellen gegenan, dann können wir abfallen und mit halbem Wind nach Paros laufen. Bald schläft der Wind ganz ein. Wir ankern der schönen Bucht weil der Hafen belegt ist. Am anderen Tag um 7 Uhr laufen 2 Jachten aus dem Hafen und wir dort einen Platz ein. Kurz darauf dreht der Wind wieder auf. Wir liegen sicher, aber die Ankerer an der Außenmole verlassen teilweise die Plätze.

Hier alle Bilder: Klick

und hier unsere Reisestrecke auf Google Earth: Klick

Hier noch ein Gedicht von Gerdi:
*d.h. meine Bug-Koje ist naß, die Kleider im kl. Schrank sind einzeln auf Bügeln in unten zugebundnen Müllbeuteln,der Atlas säuft mal ab, mal das Fach mit Handtasche und Papieren,mal alles Nähzeug oder die Schuhe…. aber wir schaffen das. Nur romantisch find ichs nicht….
Auf steigt der Bug
und fallend schlägt er
in des Meeres weiß Gewog‘.
Es schäumt 3 Meter hoch zur Seit,
der Weg zum Ziel ist noch so weit….
Voll gegenan Windstärke sieben…
Wo sind die Urlaubsgefühle geblieben?
In Ölzeug, Lifebelt und Südwester
sind beide nur wie Bruder und Schwester,
trotz Sternenpracht und Mond des Nachts:
das Liebesleben? Man veracht’s….
Anstrengend ist das Pinnesteuern
in Seegang und Sturm Gefahren lauern.
So schütz uns Gott,
straf uns nicht Neptun,
zu beten bleibt das beste Tun.
Ich grüß die Lieben in der Heimat,
da wär ich gern jetzt- in der Tat.

                                                      (so, ihr seht, wir haben noch Humor!!!)

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