20. (1)Sportliches Segeln via Knidos bis vor Turgut Reis. 30.6.-2.Juli

17. Sportliches Segeln bei viel Wind- bis Turgut Reis Marina
Di+Mi, 30.Juni+1.Juli 2015
Gerdi schreibt:
Ganz still war die Nacht- ab 22 Uhr hörte der Wind auf… Jupiter hat bald die Venus erreicht am Ster-nenhimmel. Eulenruf, der Esel stößt seinen jammervollen Ruf aus, einsam der Kiesstrand. Früh um 6.30 Uhr steht Gerhard auf, Frühstück,bald Anker auf. Leichte Dünung, 4 bft angekündigt. Waldreiche Küste, dunstig. Gulets träumen noch in den Buchten, stolz die 2 weißen Masten in den Himmel gereckt, die Leute schlafen noch. Wir verwerfen die angepeilte Ankerbucht und setzen die Segel, reffen gegen Mittag.

Seekarte Bozburun-Datca-Knidos-Turgut Reis
Seekarte Bozburun-Datca-Knidos-Turgut Reis

Schon bald kommt das antike KNIDOS in Sicht, ein markanter steiler Kegelberg mit fast senkrechten Felsflanken. Wir runden das Kap und sofort prescht der Wind mit den heftigen Wellen voll gegenan. MMM- Mare molto mosso. 2. Reff. Fast wild werfen die Wellen die Eos hin und her, der Bug platscht in die tiefen Wellentäler, das Spritzwasser steigt 3 m hoch, steigt bis ins cockpit. Lifebelt, Schwimmweste… Luken dicht, alles fixieren. (Erst am Ankerplatz entdecken wir daß Seewasser am Bug eindringt! „Durchs neue Deck“…
9 Stunden wird unser sportlicher Segeltag, nicht wie geplant 3-4. Ich steuere mit Muskelkraft Welle für Welle aus, Gerhard prüft am GPS unsere zrückgelegte Strecke, das Ziel.

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Nach 17 Uhr versuchen wir zu ankern, um dem schäumenden Meer auszuweichen. Die „Wildschweinbucht“ kennen wir vom Gulet-Urlaub 2013 (da ließen zu alten Zeiten Griechen mal Schweine frei) lockt- aber am Felsgrund greift unser Anker nicht richtig, zu gefährlich bei dem starken Wind. Anker auf, mit Motor in die große Bucht Baglar Koyu – mit dem feinen „Club Med“ ,der edlen Appartementsiedlung am Hang. Eine ca. 30 m lange stolze Segelyacht ankert frei, blaue Strahler beleuchten am Bootsrumpf das Meer… Gerhard kocht spaghetti, bei viel Seegang eine Kunst, reibt Parmesan… erst ab 22 Uhr weniger Schaukelei. Schlafen möglich…
Mittwoch, 1. Juli: Wettervorhersage 5 bft
Baden im Meer, erstaunlich kalt mit knapee 21°C. Griechenlands „deadline“Banken nur noch Schalter geöffnet – für Rentenbarauszahlungen max.120€ – Touristen dürfen am Bankomat noch Geld abheben…
9.30, gleich gereffte Genua und Reff ins Groß. Es wird erneut lebhafte Segelei, ich steuere die 3 ½ Std. an der Pinne, Gischt auf den Wellen, die griechische Insel Kos kommt in Sicht. In der ersten Ankerbucht gibt’s nur eine kleine Honigmelonen-Pause, der Anker faßt nur hinter einem Stein, nix wie weg bei dem Wind. Raus, und rüber in die nächste Bucht. Es fegt, es bläst, 6 bft? Gut, daß wir einen stärkeren Anker erworben haben (für die Donaureise)… Viel Kraft und Rüttelei an der Ankerkette, Erinnerungen an Foca (Fodscha)…vor 1 Jahr. Am Ufer eine gepflegte palmenbewachsene Oase mit Appartements, grünen weichen Rasenflächen, anurudern, Laser-Segeln, Surfen- nur Mutige wagen sich raus, kentern, richten das Boot immer wieder auf durch „ auf-den-Kiel-legen“…
Fallböen von den steil aufragenden Bergen neben uns.
Ich mach Salat mit viel Maydanos, Petersilie. Dazu Spaghetti in Chili+Knoblauch-Öl.
Dreimal dreht der aggressive Wind um 180°, nun also auflandig. Wir ankern im Stockfinstern bei stürmischem Wind… Kaum in der Koje, blitzt und donnert es: GEWITTER. Es regnet und trommelt auf unser Deck… Beim Kombüsefenster regnet’s rein, obwohl 4 Drehknöpfe es verschließen.
Gegen 5 legt sich der Wind… Gemeldet aber erneut 4-6, also früh los.Ziel Marina Turgut Reis, Und ausklarieren aus der Türkei!
Um halbsechs ein zauberhaft rosa-goldner erster Morgenschimmer, und der Vollmond fast orange und riesengroß… Die Bergrücken der griechischen Insel KOS leuchten fast rot auf, die Superfast-Fähre auch… Wir motoren um die Felsen herum und erreichen um 8.30 Uhr früh die Hafeneinfahrt mit den 2 mächtigen Leuchttürmen – nur der Tankwart ist schon da, sonst Ruhe. Schon erwacht der Wind… wir nehmen dankbar die Mooringleine und vertäuen die EOS wieder mal „richtig“ an einem Steg. Müde sind wir… Aber ich schrieb tapfer diesen Blogbericht. Bisher fast 300 sm, gesegelt 163 sm.

Rokkosalat+Sardinen, Feta. Bauernsalat-Segeln macht hungrig :-)
Rokkosalat+Sardinen, Feta. Bauernsalat-Segeln macht hungrig 🙂

Hier noch ein paar Bilder: Klick

…und hier der Track auf Google Earth: Klick

19. Bozburun ADIEU – wir segeln hinter die Halbinsel

Hier der Track auf Google Earth: Klick

19. Bozburun adieu- hinter die Halbinsel! Gerdi schreibt am 29.Juni, 13.Segeltag, 42.Törntag

Mit 3 bft hart am Wind
Mit 3 bft hart am Wind
Schönes neues Teakdeck, aber nicht ganz dicht...
Schönes neues Teakdeck, aber nicht ganz dicht…

Bozburun ade! Auf nach Datca -unter Segeln

Abdichten der bb-Lenzschlauch-Öffnung
Abdichten der bb-Lenzschlauch-Öffnung

Wir segeln mit herrlichem Wind in 6 Stunden bis vor Datca in eine Bucht Nachdem der Skipper sorgfältig die Lenzöffnung am Backbord-Deck mit Sikaflex abgedichtet hat, gehen wir um 10 Uhr früh Anker-auf und motoren gegenan um die Peninsula, etwas wehmütig sagen wir Bozburun, das wir liebgewonnen haben, Adieu! Nach dem 2. Kap setzen wir Genua und Groß und genießen in vollen Zügen das Wonnesegeln- ohne Sorgen, ohne Nässe im Schiff- welch ein Gottesgeschenk. 4 kn, 5 kn, 6 kn. Die Eos läuft mit Lust am Wind. Wir essen gekühlte Kirschen, reine Freude. Ich steuere die EOS von Hand an der Pinne und mag gar nichts andres machen. Hinter der kleinen Insel im Meer mit dem Leuchtturm fassen wir unser Ziel ins Auge: eine Ankerbucht vor Datca – hinter uns türmen sich goldrosa Cumuluswolken. In der Ankerbucht baden Feriengäste, 2 kleine Strandrestaurants, bescheiden. Lesen, entspannen, ich richte griechischen Bauernsalat mit Feta und Rokko-Blätter mit Sardinen. Sorglos gleiten wir in den Abend…

Cumuluswolken im Heck
Cumuluswolken im Heck
Felsen mit Leuchtturm
Felsen mit Leuchtturm