55 Letzte Station und Inselwechsel

Immer noch Sizilien!

Noch 20 Seemeilen bis Trapani. 19.Juli

Kein Wind, da muss der Volvo helfen. Die Stadt schiebt sich auf einer flachen Landzunge ins Meer. Wir tanken Kraftstoff und suchen Lega Navale. Auf einem Schlauchboot ruft man uns zu „Canale 8“. Ich melde mich mit dem Funkgerät und ersuche um einen Liegeplatz. Ein Mitarbeiter winkt uns am Steg, weist uns ein und hilft beim Anlegen.  Wieder können wir kostenfrei bleiben., dank unsres Jahresbeitrags als Mitglied im ital.Segelverein.

Ein schöner Berg überragt die Stadt auf der Landzunge. Man könnte mit einer Seilbahn hochfahren. Draußen schwimmen die Egidischen Inseln. Wir fühlen uns in der Stadt wohl und der Wetterbericht sagt für morgen noch günstigen Wind für den Schlag nach Sardinien voraus.

Inselwechsel

Hart am Wind (800x533)
Unter der großen Genua (seit Palermo!) hart am Wind nach Nordwesten

Trapani wird achteraus  kleiner. Inseln liegen links unseres Kurses. Marettimo, der letzte Außenposten Siziliens, reizt zu einem Besuch, aber der Wind ist günstig und wir segeln vorbei. Am späten Nachmittag verschwindet Sizilien im Dunst. Marettimo löst sich erst nachts auf. Ab 22 Uhr wechseln wir uns mit der Wache ab. (Zum ersten Mal steht nicht Gerdi an der Pinne in der Nachtschicht:-)

Der Mond zieht als volle Scheibe am samtschwarzen Himmel seine Bahn. Kaum ein Schiff zeigt sich durch seine Lichter. Dann kommt meine Schicht: Ab 4:30 deutet sich ganz schwach die Dämmerung an. Die Kimm färbt sich langsam dunkelrot, die Schwärze der Nacht verschwindet. Um 6:10 steigt die Sonne aus dem Meer. Eine Weile hält sich noch der Wind, dann schläft er ein. EOS verfolgt als roter Pfeil auf dem Smartphone den Leitstrahl zum Kap Carbonara. Wie flüssiges Blei schwappt das Meer. Die Hitze wird fast unangenehm. Schon am Vormittag taucht Sardinien im Dunst auf, kommt aber unendlich langsam näher. Am Abend wieder das gewaltige Schauspiel des Sonnenuntegangs. Die Berge liegen wie ein Scherenschnitt vor dem roten Horizont.

Sardinien im Abendlicht (800x533)
Land in Sicht… Sardinien!

Die Leuchttürme am Kap senden ihre Lichtblitze. Im Handbuch wird auf das neue Naturschutzgebiet hier hingewiesen. Ankern sei nicht mehr erlaubt, es lägen aber Bojen aus( Das kennen wir schon von Ustica 2011! Prima f.d.Natur). Es wird Nacht. Langsam tasten wir uns um die Untiefen herum. Ganz schwach sehe ich im Fernglas den Umriss eines Schiffes. Noch ein Kap umfahren, dann erkennen wir die Bojen. Um 23:30 sind wir am Ziel. 39 Stunden hat die Überfahrt gedauert.

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