Sandküste

Ungewohnt, wir segeln einige Meilen entfernt die Küste in nordwestlicher Richtung längs und nie sind unter uns mehr als 15m Wassertiefe. An der Küste Wald und davor ein Streifen Sand. Kein Leben, kein Haus, kein Mensch. Auf der Meerseite kein Schiff. Uns gehört die ganze Gegend. Angenehmes Segeln hart am Wind, fast können wir unsere Ziele direkt ansteuern. Orte wie Dzywnow, Mrzezyno, Kolobrzeg (Kolberg). Wir laufen sie alle durch die Flussmündungen an.

Seit Tagen suchen wir einen Karton Wein. Ich durchkämme das Schiff von vorne (fast) bis zum Heck. Schließlich finden wir ihn ganz vorne hinter dem Ankerkasten. Ein Glas Wein beschließt immer unsere Abende. Die Heizung brummt und sorgt für angenehme Wärme. Tagsüber ists draußen kalt. Kein Wunder, die Ostsee zehrt noch vom Winter und der Wind bläst entgegen. Da zieht man alles an, was man hat. Vorteil: Es gibt jede Menge Platz in den Häfen.

Heute haben wir Kolberg verlassen. Draußen an Land wärmt die Sonne. Ostersonntag. Alles was Beine hat spaziert zum Ufer und zum Strand. Die Lokale sind gut besucht und die Souvenierbuden auch. Man sitzt im Freien beim Bier, weniger bei Limo oder Wasser.

Der Dom von Kolberg: Im Krieg zerstört, und wiederaufgebaut. Irgendetwas stimmt da nicht, etwas ist schief. Tatsächlich, manche der mächtigen Backsteinsäulen neigen sich.

Die Leute hier sind sehr gläubig. Die Kirche ist voller Gläubiger. Erst abends finden wir Gelegenheit zum Besichtigen. Kein Wunder. An jedem Sonntag werden 7 Gottesdienste gefeiert!  Schade, dass ich nicht bei der Familie bin. Ostern ist ein Fest für die Familie. Mit .Ostereierstrauß, Nester suchen, Hefekranz, Kirchgang, feinem Essen, Spaziergang. So gibt’s hier nur einen kleinen Lindt- Osterhasen und ein paar Schokoladeneier und das Eierduzzen. Einmal auf der spitzen Seite, einmal auf der stumpfen. Ich bin Duzzkönig.

Die ersten Tage hatten wir 4-5 Bft Wind. Jetzt weht nur noch ein Lüftchen und wir nehmen den Volvo 3-Zylinder zur Hilfe für die Fahrt nach Rügenwalde. Schon vor 7 Uhr laufen wir aus und frühstücken auf See. So werden wir früher ankommen und haben Zeit für den Ort. Der Automat steuert die EOS, wir lesen oder ich bearbeite den Laptop. Eine angenehme Zeit.

Unser Ziel Rügenwalde ist gewachsen an den Gästen. Modegeschäfte Souvenirshops, Restaurantstrassen, alles was der Gast so möchte. Die Ostsee zieht eben an.

Aber der Tag hat’s in sich. Er fängt mit leichtem Wind an und wächst sich zu 5 Bft aus. Mit verkleinerten Schwingen saust EOS über die Wellen, die sich zu Wogen entwickeln. Wir können Darlowo nicht anliegen und machen einen einzigen großen Schlag. EOS hebt und senkt sich mit den längeren Wogen. Zur vollen Stunde öffnet die Schiebebrücke vor dem Hafen von Darlowo. Auf Kanal 12 bitte ich den Brückenmeister um 5 Minuten Verzögerung. Etwas mehr Gas und wir schaffens noch. Die Gäste am Ufer winken uns zu. Klar, um diese Jahreszeiteit sind wir die einzige seegehende Sehenswürdigkeit. Der Hafen wieder leer. Und: Heute war der erste warme Tag!

Morgen peilen wir das alte Städchen Ustka an. Davor liegt ein Schießgebiet, das ausgerechnet morgen gesperrt sein soll. Aus den22 Seemeilen würden durch das Umfahren  40 Seemeilen bei Bft 5, wie alle Wetterberichte vorgeben und das dagegen. Wir laufen zur Hafenmeisterin und die gibt Entwarnung. Morgen wird nicht geschossen. Der Wetterbericht sagt Windrichtung schräg voraus vom Land voraus. Eigentlich erwarten uns beste Segelverhältnisse.

 

2 Kommentare zu „Sandküste

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