Sonne am letzten Tag… 6.+7. Okt

 

Für unsere gute alte EOS ist es Routine… der letzte Abend, ein Sonnenuntergang, der Skipper löst die Wanten und Stage, nimmt die Hülsen ab. montiert den schweren Großbaum ab und legt ihn an Deck, Bootshaken, Niederholer,  Großsegel-Schiene vom Mast, Nationalflagge, Sprayhood, … Kahl und amputiert wartet sie geduldig auf das Mastlegen am Montag…

Ich koche nochmal fein im Wok, 2 Rindersteaks in 2mm-Scheibchen mariniert in pikanter Teriyakisauce. Schnibbeln… Zwiebel, Lauch, Paprika, Möhre, Aubergine, Zucchini, Ingwer, Knoblauch… Reis dazu und knackfrische Biogurke…IMG_6489 (Copy)Ratatouille

Wie immer male ich am letzten Tag dann doch noch ein Aquarell 😉 – die EOS mit Heckanker und 2 Landleinen an den Felsen der Schäre in Schweden…IMG_6491 (Copy)Aquarell zum AbschiedIMG_6492 (Copy)Aquarell an d.Schäre

Am Montagmorgen wird um 8 der Mast gelegt, Gerhard bindet alle losen Drahtseile, Fallen, Stage, Wanten transportsicher fest. Wir warten auf den LKW… um 15 Uhr wird gekrant, dann startet EOS‘ lange Reise auf Rädern und auf Straßen… in den Süden. Wir zwei fahren mit dem Taxi nach Stralsund in ein kleines Hotel nahe beim Bahnhof. Morgen um 9 geht unser ICE nach Berlin-München-Lindau-Bus, eine Sparpreiskarte 1. Kl. für 47 € als Bahncardkunde. Mehr als 700 km, bis spät nachts daheim.

Bodensee- wir kommen! Unsere EOS darf noch ein paar Wochen in den See… und dann in die Werft zur neuen Lackierung der so sonderbar rauen, glanzlosen, „erblondeten“ braunen Mahagoni-Flächen am Kajütaufbau…

Blick zurück im Glück

Gerdis dankbarer Rückblick auf fünf Monate auf See im hohen Norden

Rück-Blick… -nach unserem 13. Segel-Törn, seit wir uns kennen…:  1980 Korsika, 1983 bis ’90 fünf mal je 3 Monate die Adria runter und rauf mit den 2 und 3 kleinen Kindern, nach Erikas Abitur nun je 6 Monate Törn: 2009-10-11 Rhône, Nizza, östl. Mittelmeer bis Marmarameer und retour, 2014-15-16 ab Regensburg die Donau abwärts in 80 Tg., Schw. Meer, Türkei, Ägäis, Albanien, …Sizilien… Marseille, Rhône Mulhouse…. 2019 Stralsund, Baltikum, Finnland, Schwedens Schären, Rügen.  Das sind zusammen 5 ganze Jahre Leben auf See….

Im Hafen von Zingst (Copy)

 

Es regnet (Copy)

 

Neuhof, Hafen, bei Stralsund, 5. Okt.2019

EOS liegt vertäut am Ponton im Seglerhafen Neuhof, 5 sm vor Stralsund. Es windet lebhaft, es dröhnt in den Böen. Eos zerrt an ihren 4 Festmacherleinen. Ob sie noch nicht genug hat vom Meer und dem Starkwindsegeln, Gischt und Ankernächten? Eos verdient ein dickes Lob, immer war sie zuverlässig, tapfer in allen Wetterlagen, auch der Volvomotor arbeitete vorbildlich, nur ein kleiner Riss im Vorsegel war zu flicken. Welch ein Glück.

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Mein Blick ruht auf meinem Mann. Dankbar. Ich bin stolz auf ihn. Mit fast 72 hat er zum 13. Mal eine wunderbare Törn-Planung hingelegt, mit Seekarten, dicken Hafenhandbüchern, Seestrecken-Beschreibungen, hat das Wetter beobachtet, mit Navionics am Smartphone die schwierigen Pfade durch die Untiefen Finnlands und Schwedens und die deutschen Boddengewässer erkundet und als Richt-Strahl vorprogrammiert, den Motor gewartet, die Elektrik repariert…

Mir blieb, mich vertrauensvoll auf Käpt’n und Boot zu verlassen, exakt zu steuern, gewissenhaft die Segel im Wind zu beobachten und 1000e von Pricken, Boje und Seezeichen zu sehen und zu achten. Lange Gespräche, auch mal lange stille Abende über einem Buch und der ZEIT. Am Morgen richtete Gerhard immer das Frühstück (mit einer Tasse Filterkaffee(!) für mich und 1 Liter Grüntee). Abends war es meine Aufgabe, für uns ein leckeres selbst gekochtes Essen zu zaubern; bei jedem Wetter gab es frisches Gemüse, Salat und Gerichte aus Wok, Pfanne und Schnellkochtopf. Das gemeinsame Einkaufen in Dörfern und Städten war immer ein Erlebnis, zu Fuß km-weit mit den Rucksäcken.

 

 

An schönen Morgen oder stillen Anker-Abenden erklang meine Flöte- zum Erstaunen der Zuhörer an Land, Fischer, Urlauber in den rot-weißen Holzhäuschen. Verzaubert saßen wir in den hellen langen Nächten in Finnland und Schweden im Cockpit und es wurde nie dunkel, kein Stern zeigte sich am lichtblauen Himmel.

Nachtfahrt ab Reposaari,23.+24.6 (1)Nachtfahrt ab Reposaari,23.+24.6 (3)Nachtfahrt ab Reposaari,23.+24.6 (12)

Beeindruckend war die lange Nachtfahrt von Finnland Riposari nach Vaasa und von Vaasa hinüber nach Schweden (Ümea): um 23 Uhr sank die Sonne als roter Feuerball auf den Horizont, um dort zu rasten. Nur 3 Stunden später erhob sich die Sonne auf dem flachen Bogen und ging im Hellen leicht östlich wieder auf… in einem rosa-türkisblauen Farbenmeer.

Wie aufregend war der Moment, als Gerhard nach 3 Monaten wieder die Venus, den ersten Stern über unsrem schwedischen Felsankerplatz über den Baumwipfeln entdeckte.

Waren unsere zwei ersten Versuche, das Boot direkt an einem Felsen festzubinden noch erfolglos, gelang uns das bald mit Heckanker und Landleinen und wir freuten uns über mehrere wundervolle Felsbuchten, wo die EOS mit Seilen um runde Schären-Felsen und Birkenstämme angebunden direkt am Ufer lag und wir durch den Wald wandern konnten..

Die 25 Stunden lange Überfahrt vom schwedischen Karlskrona bis Sassnitz mit Nachtfahrt in kabbeliger See, unaufhörlicher Schaukelei und Regen und schlafloser Freiwache bleibt unvergesslich. Geschafft. Zu zweit, im Team…

Fragt mich wer, wo es am schönsten war, fällt mir die Wahl schwer. Tallin? Die 1000 grünen Waldschären in Finnland? Die klaren hellen Nächte und die rosa Schärenfelsen in Schweden? Die freundlichen Menschen im hohen Norden? Greifswald! Die Backsteingotik an Häusern und Kirchen? Matjes am Kutter? Stralsunds Kirchen? Das Ozeaneum? Die unvergleichlichen Sonnenuntergänge in der Glewitzer Wiek?

Sonnenuntergang (Copy)IMG_6232 (Copy) 

Orgel in St. Nikolai (Copy)St. Marienkirche Strals (2) (Copy)

Erbaulich waren für mich die Festgottesdienste in großartigen evangelischen Kirchen: im Dom zu Helsinki mit 2 Chören und Orchester, ein Taufgottesdienst in Stockholm, ein Taufgottesdienst in der Unistadt Kalmar, ein Orgelkonzert in Greifswald, der Erntedankgottesdienst in St. Nikolai in Stralsund, ein Motetten-Chor-Konzert in Stralsunds Marienkirche.

So bleibt ein tiefes Glücksgefühl nach diesem Törn auf See. Ein inniger Dank gilt Gott, der uns auch mit über 70 noch einmal ein halbes Jahr Leben auf dem Meer geschenkt hat, bewahrt, reich beschenkt und gesegnet.

Vor Vaasa. Nachtfahrtende um 14 Uhr, 25.6.,Udfärdhamn - Kopie

Schwanensee,Gischtmeer, Ankern+ Zingst

Letzte Segeltage: Der Wind treibt uns nach Zingst… ins Vogelparadies 1.-3.Okt.

Am liebsten würde ich ja hierbleiben…im kleinen netten Hafen von – Dänholm, unter den hohen Kastanienbäumen, mit dem Rabengeschrei ab 18 Uhr, mit den Buben, die nachts in 1 Stunde 10 kleine Barsche angelten…Aber am 1. Oktober wollen wir noch einmal weiter und bis Zingst segeln!

 

 

Dänholm-I.Bock 1.Okt (Copy)

Dänholm-I.Bock vor Zingst 1.Okt (4) (Copy)

Dunst, Regen, wenig Sicht, kaum ein Segler an der Klappbrücke Stralsund. Den Wind haben wir gegenan, EOS wühlt sich durch die gischt-beschäumte See im Bodden bei der Insel Bock. Ganz flach ist es neben unsrem Schiff, der ausgebaggerte „Kanal“ ist grad mal 3 m tief und mit Bojen begrenzt. Neben uns gleich viele weiße Schwäne, die Hälse im Wasser bis zum Grund zum Futtersuchen. Die Boddengewässer zwischen dem endlosen Schilf ist ein Schwanensee, o,5m tief, Schwanenhalstiefe 😉 Naturschutzgebiet, Vogelschutzregion. Zieht über uns eine Keilformation und es schnattert laut, sind es Gänse am Weg nach Süden. Die Ausflugsschiffe Barth-Zingst laden ein zur Beobachtung der Kraniche, täglich 6x.

Zingst 2.Okt (6) (Copy)

 

 

Ich steuere an der Pinne durch dieses Paradies, es ist eisigkalt, die Wollsocken helfen in den Gummistiefeln nicht gegen die beißende Kälte im Wind. Nach 3 Stunden Anker ab… die Strömung läßt unsre EOS quer zur Windrichtung „stehen“ und schwojen, das irritiert uns Ostsee-Neulinge. Meine Eisfüße bekommen gleich eine heiße Wärmflasche, von innen wärmt der 1. Grog der Seereise. Dann back ich leckere dünne Pfannkuchen zu Heidelbeer-Marmelade und dampfendem Kaffee. Lesen. NDR-Klassik-Musik hören.

Zander!ganz frisch v.Fischer (Copy)

Am Abend brate ich den frischen Zander, wohl 600 g, in Butter. Dazu knusprige Mecklenburger Bratkartoffeln. Soooo delikat!

Zingst 2.Okt (1) (Copy)Enge Fahrrinne,1.Okt (3) (Copy)

Am Morgen des 2. Okt. gehn wir um 10 Uhr Anker auf. Kalter Wind aus NW, 4 bft, in Böen mehr. Heute steuert Gerhard, im offeneren Seeraum düst und spritzt es, EOS voll gegenan. Der Mast vibriert, der Motor hat viel zu tun…. Kabbelige See, ich bewundere die Fischer, die aufrecht in ihren kleinen Booten stehen und angeln.

Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (1) (Copy)

Nach 4 Stunden erreichen wir Zingst, den Kur-Bad-Ort – die dicken alten Dalben haben die DDR noch erlebt. Wir legen an der langen Reihe der Pfosten am Holzbrettersteg hinterm Deichdamm an. Der Ort sehr westlich, alles neu für die Touristen, schöne Häuser, auch Plattenbauten fröhlich farbig,  viele Modeläden, schicke Gehwege mit neuem Pflaster, zahlreiche Schmuck- und Souvenirläden, Cafés, Pizzeria, Fischlokale, Eisdielen, Ferienwohnungen, neue Parkplätze, auch am Edeka nur für 1 Std. Parken erlaubt, dann 10 € und mehr.

 

Wir pilgern zur langen Mole am Sandstrand, vorn ist eine silberne haubenartige Tauch-Gondel. Ein Naturschauspiel sind die lang anrollenden Brecher der Brandung… nur wenige Kinder schaufeln Sand für eine Burg… Wir klettern auf den Aussichtsturm am Hafen und können weit über das Schilfmeer mit den Vogelfamilien blicken.

Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (2) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (3) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (4) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (5) (Copy)

  • Am Schiff färben sich die Wolkenberge plötzlich orange-rosa…

Am Dienstag, 3. Okt. ist Tag der deutschen Einheit, viele Passagiere sind mit Ferngläsern auf den Ausflugsbooten und Raddampfern. Um 10 Uhr starten wir mit Wind unter dunklen Regenwolken. Die Isomatte (aus einem Sessellift) wärmt meine Füße von unten im Cockpit, diesmal in Goretex-Winterstiefeln. Heute sind doch etliche forsche Segler mit uns auf der schmalen Segelstraße unterwegs, fast wie bei einer Regatta. Herrliches Segeln, teils Wind von achtern und mit Fock und Groß als „Schmetterling“… da muß man ganz exakt nach Windrichtung steuern, auch in der schmalen Fahrrinne… Es ist eisig kalt, alle Segler sind doppelt so dick wie sonst, vermummelt mit Daune, Wollpullover, Ölzeug, Pudelmützen, Handschuhen.

 

Und dann breitet sich nach einem halben Sonnenstrahl noch einmal die Silhouette von Stralsund vorm Bug aus. Es hat NICHT geregnet.

Zingst-Stralsund 3.10 (1) (Copy)

Zingst-Stralsund 3.10 (4) (Copy)Zingst-Stralsund 3.10 (12) (Copy)Zingst-Stralsund 3.10 (11) (Copy)Wir sind zu schnell gesegelt:-) denn grad schließt sich die 15-Uhr-Brücke.

Zum Warten an den Dalben(Klappbrücke) (Copy)

Am Dalben angebunden warten wir gar nicht ungern noch 2 Stunden mit heißem Grog, Nescafé und einem Croissant. Um 17.30 gleitet die EOS ein letztes Mal in ihrem und unsrem Leben durch die für uns geöffnete Klapp-Brücke und fast von selber fährt sie uns wieder nach Dänholm in den kleinen fluß-ähnlichen Hafen.

Rosenkohl deftig (Copy) Ich koche den Rosenkohl und dazu gibt’s geschmälzte Kartoffeln mit Speck. Gut geht’s uns. Am letzten Morgen warmer Sonnenschein, ich flöte im T-Shirt an Deck Morgenlieder. Dann geht die EOS auf ihre letzte Ostseefahrt… zum Hafen Neuhof mit dem Kran für den Lastwagen….. zur Heimfahrt an den Bodensee.

Nach Zingst, unserem westlichsten Reisepunkt

Wir haben eine ruhige Nacht am Anker. Die Sterne funkeln, die Milchstraße teilt wieder das Firmament und im Osten weisen rote und grüne Blinklichter den Schiffern ihren Weg auf diesem durch viele Untiefen gefährdeten Weg. Unser heutiges Ziel ist die Insel Zingst. Es wird wohl unser westlichster Punkt dieser Reise werden. Windfinder sagt 4-5 Bft aus West, also entgegen unserer Richtung an. Und er hat Recht. Auch in diesem sehr flachen aber freien Seegebiet bilden sich kurze Wellen und Gischt fliegt über Deck. Sie hemmen aber EOS kaum. Viel unangenehmer ist die Kälte in Verbindung mit dem Wind. Warme Jacke, Mütze und Schal sind angebracht. Nur die Füße stecken in kalten Turnschuhen. Die Hände wärmen sich in den Taschen der Jacke. Die Pinne klemme ich zwischen Arm und Jacke. So lässt sich auch gut steuern.

Rote und grüne Bojen und das GPS weisen den 14 Seemeilen kurzen, kurvenreichen Weg zwischen den Untiefen. Angler flitzen in ihren schnellen Bötchen über die Wellen, bleiben immer wieder stehen und werfen ihre Angeln aus. In Zingst machen wir EOS zwischen mächtig dicken Pfählen fest und durchstreifen den Ferienort. Noch sehr viele Urlaubsgäste schlendern gemächlich durch das wohlgeordnete Dorf. Auf der einen Seite das ruhige Boddengewässer und gegenüber die Ostsee mit herbstlichem Strandleben, feinster Sand, Strandkörbe und Kinderdrachen inklusive. Ausflugsboote laden ein zu Fahrten zu den Kranichen. Gänse fliegen im Keil nach Süden. Wir genießen eine Fischsemmel, Kaffee mit Windbeutel und Pflaumen-Kuchen und den Einkauf beim Rewe. Zingst ist unser westlichster Reisepunkt. Morgen können wir hoffentlich mit gutem Wind zurück segeln.

Die Farbe Grau

Windfinder hat 6-8 Bft vorausgesagt. Gibt es einen besseren Schutzhafen als den auf der Insel Dänholm? Umgeben von hohen Bäumen hält er auch den stärksten Wind ab. Und es ist ein Hafen zum Wohlfühlen. Irgendwie wie eine Gartenlaube. Der Stralsunder Segelclub heißt seine Gäste auf einer Tafel willkommen. Freundliche Clubmitglieder sorgen sich um uns. Wenn ich zurückblicke meine ich, es ist der heimeligste Hafen unserer ganzen langen Reise. Auf der einen Seite der Brücke das Museum Nautineum, gegenüber der Tonnenhof mit den Seezeichen, die hier gewartet werden. Am anderen Inselende räuchert ein Fischer seinen Fang, unsere Quelle für superfrischen Fisch. Ihm gegenüber kreischt sich die Kettensäge eines Holzfiguren-„Sägers“ durch den Stamm. Schöne Kunstwerke stehen zur Besichtigung. Ins Zentrum von Stralsund läuft man in ¾ Stunden.

Das Sturmtief hat weiter westlich Schadensspuren hinterlassen, hier hat es nur die ersten Herbstblätter und Unmengen von Kastanien von den Bäumen gefegt. Anderntags graues, nasses Wetter. Wir starten, warten im Fahrwasser bis uns die Brücke nach Rügen den Weg frei gibt. Dann motoren wir weiter, an Stralsunds schöner Kulisse vorbei und weiter auf betonntem Fahrwasser zur Insel Bock. Die Seekarte vermerkt Gebiete mit so sonderbaren Namen wie Altefähr, Bessiner Haken, Prohner Wiek, Vierendehl-Grund und die Insel Bock. Eine trübe Wetterstimmung. Es nieselt und regnet abwechselnd. Es gibt nur die Farbe Grau in allen Tönen. Wir ankern vor der Insel Bock und wärmen unsere Füße mit der Dieselheizung und einer Tasse Grog (Gerdi auch mit einer Wärmeflasche unter den Füßen). Wir genießen die Wärme noch keine halbe Stunde, da stört uns eine frische Brise aus Nord. Der Strom zwingt EOS aber eine Richtung quer dazu auf und erzeugt unangenehmes Schaukeln. Wir holen den Anker noch einmal ein und verziehen uns in das Fahrwasser nach Zingst. Dort fällt der Anker nahe grüner Boje Nr. B11. Ein schöner, wellenfreier Ort. Ringsum Natur. Schilf, Mischwald, Wasser. Schön auch bei diesem grauen Wetter. Die Dieselheizung versorgt uns mit Wärme, Gerdi bäckt zur Nes-Kaffee-Pause Pfannkuchen. Wir vermissen keinen Hafen. Ich freue mich auf den Zander, den gibt’s mit Bratkartoffeln, die ich in Gerdis Pfanne brutzeln höre. Ja, wir beide sind ein gutes Team.

 

 

Stralsund II- und Erntedank-gottesdienst

Am Samstag segelten wir nun auf eignem Kiel nach Stralsund. Die Marienkirche lockte uns zur Besichtigung- und ein Chorkonzert mit dem Rostocker Motettenchor um 17 Uhr. Das ist immer ein besonderer Höhepunkt im Sporturlaub.

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Unser Ausblick vom Liegeplatz aus!

Und hier mal im Ölzeug rundum geschaut!

 

St. Marienkirche Strals (1) (Copy)

MarienkircheSt. Marienkirche Strals (2) (Copy)St. Marienkirche Strals (3) (Copy)

St. Marienkirche Strals (4) (Copy)
Es bleibt noch viel zu tun…

Schön, dass die Häuser wieder so aussehen.

 

Die großen majestätischen Kirchen in Stralsund waren bereits zum Staunen, auch bewundernswert die Restaurierung für sehr viel Geld, viel von Spendern, über 30 Jahre. Angesichts der nur 2 % regelmäßiger Kirchgänger kommt man ins Grübeln… Zur Ehre Gottes, zum Bestaunen der Kunstwerke vergangener Jahrhunderte, zum Hören der gigantischen Orgeln bei Konzerten-aber zu Gottesdiensten…?Beim Erntedank-Gottesdienst war aber die Nikolai-Kirche gefüllt von evangelischen Christen, fast alle „wandelten“ zum Abendmahl.

Festlich und fröhlich die Reden der beiden Pastoren, sogar mit Fragen an die sich meldenden Gemeindeglieder, zu denen der Pfarrer mit dem Mikrofon ging. Die Speisung der 4000, es ist für alle genug da..

Stolz erfolgte die erste Präsentation der neuen kleinen Truhenorgel, aus vielen Spendengeldern nach 11 Jhr. ermöglicht und im Auto transportabel. Festlich der Gesang des Bach-Chores, reichlich bestückt und mit Ährenkrone geschmückt der Erntedank-Altar. Voller Dank die Liedertexte…

Erntedank in St. Nikolai (Copy)

 

Orgel in St. Nikolai (Copy)  IMG_6454

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Ein munteres Lied aus Jamaica, vom Weltgebetstag mir bekannt:-)

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Faszination der Meere: Ozeaneum in Stralsund

Die majestätischen Kirchen in Stralsund lassen einen staunen, auch gern besichtigt von Busreisegruppen und Kunstkennern…Aber noch viel mehr Gäste zieht das neue Ozeaneum mit seiner teils gigantischen Meeresausstellung und den riesengroßen Wal-Skeletten und Präparationen an! Ein ewiges Kommen und Gehen, Junge und Alte, Kinderwagen und Tragetuch, Rollator und spielende Kinder, Schulklassen, alle sind dabei.

Hier einige Fotos (ohne Blitzlicht) von unserem Besuch.

 

Auf dem „Dach“ des originell gestalteten Museums tummeln sich mit bestem Blick über Kirchen und Dächer niedliche Kaiserpinguine!