Schwanensee,Gischtmeer, Ankern+ Zingst

Letzte Segeltage: Der Wind treibt uns nach Zingst… ins Vogelparadies 1.-3.Okt.

Am liebsten würde ich ja hierbleiben…im kleinen netten Hafen von – Dänholm, unter den hohen Kastanienbäumen, mit dem Rabengeschrei ab 18 Uhr, mit den Buben, die nachts in 1 Stunde 10 kleine Barsche angelten…Aber am 1. Oktober wollen wir noch einmal weiter und bis Zingst segeln!

 

 

Dänholm-I.Bock 1.Okt (Copy)

Dänholm-I.Bock vor Zingst 1.Okt (4) (Copy)

Dunst, Regen, wenig Sicht, kaum ein Segler an der Klappbrücke Stralsund. Den Wind haben wir gegenan, EOS wühlt sich durch die gischt-beschäumte See im Bodden bei der Insel Bock. Ganz flach ist es neben unsrem Schiff, der ausgebaggerte „Kanal“ ist grad mal 3 m tief und mit Bojen begrenzt. Neben uns gleich viele weiße Schwäne, die Hälse im Wasser bis zum Grund zum Futtersuchen. Die Boddengewässer zwischen dem endlosen Schilf ist ein Schwanensee, o,5m tief, Schwanenhalstiefe 😉 Naturschutzgebiet, Vogelschutzregion. Zieht über uns eine Keilformation und es schnattert laut, sind es Gänse am Weg nach Süden. Die Ausflugsschiffe Barth-Zingst laden ein zur Beobachtung der Kraniche, täglich 6x.

Zingst 2.Okt (6) (Copy)

 

 

Ich steuere an der Pinne durch dieses Paradies, es ist eisigkalt, die Wollsocken helfen in den Gummistiefeln nicht gegen die beißende Kälte im Wind. Nach 3 Stunden Anker ab… die Strömung läßt unsre EOS quer zur Windrichtung „stehen“ und schwojen, das irritiert uns Ostsee-Neulinge. Meine Eisfüße bekommen gleich eine heiße Wärmflasche, von innen wärmt der 1. Grog der Seereise. Dann back ich leckere dünne Pfannkuchen zu Heidelbeer-Marmelade und dampfendem Kaffee. Lesen. NDR-Klassik-Musik hören.

Zander!ganz frisch v.Fischer (Copy)

Am Abend brate ich den frischen Zander, wohl 600 g, in Butter. Dazu knusprige Mecklenburger Bratkartoffeln. Soooo delikat!

Zingst 2.Okt (1) (Copy)Enge Fahrrinne,1.Okt (3) (Copy)

Am Morgen des 2. Okt. gehn wir um 10 Uhr Anker auf. Kalter Wind aus NW, 4 bft, in Böen mehr. Heute steuert Gerhard, im offeneren Seeraum düst und spritzt es, EOS voll gegenan. Der Mast vibriert, der Motor hat viel zu tun…. Kabbelige See, ich bewundere die Fischer, die aufrecht in ihren kleinen Booten stehen und angeln.

Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (1) (Copy)

Nach 4 Stunden erreichen wir Zingst, den Kur-Bad-Ort – die dicken alten Dalben haben die DDR noch erlebt. Wir legen an der langen Reihe der Pfosten am Holzbrettersteg hinterm Deichdamm an. Der Ort sehr westlich, alles neu für die Touristen, schöne Häuser, auch Plattenbauten fröhlich farbig,  viele Modeläden, schicke Gehwege mit neuem Pflaster, zahlreiche Schmuck- und Souvenirläden, Cafés, Pizzeria, Fischlokale, Eisdielen, Ferienwohnungen, neue Parkplätze, auch am Edeka nur für 1 Std. Parken erlaubt, dann 10 € und mehr.

 

Wir pilgern zur langen Mole am Sandstrand, vorn ist eine silberne haubenartige Tauch-Gondel. Ein Naturschauspiel sind die lang anrollenden Brecher der Brandung… nur wenige Kinder schaufeln Sand für eine Burg… Wir klettern auf den Aussichtsturm am Hafen und können weit über das Schilfmeer mit den Vogelfamilien blicken.

Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (2) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (3) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (4) (Copy)Zingst, Liegeplatz Hafen.2.Okt (5) (Copy)

  • Am Schiff färben sich die Wolkenberge plötzlich orange-rosa…

Am Dienstag, 3. Okt. ist Tag der deutschen Einheit, viele Passagiere sind mit Ferngläsern auf den Ausflugsbooten und Raddampfern. Um 10 Uhr starten wir mit Wind unter dunklen Regenwolken. Die Isomatte (aus einem Sessellift) wärmt meine Füße von unten im Cockpit, diesmal in Goretex-Winterstiefeln. Heute sind doch etliche forsche Segler mit uns auf der schmalen Segelstraße unterwegs, fast wie bei einer Regatta. Herrliches Segeln, teils Wind von achtern und mit Fock und Groß als „Schmetterling“… da muß man ganz exakt nach Windrichtung steuern, auch in der schmalen Fahrrinne… Es ist eisig kalt, alle Segler sind doppelt so dick wie sonst, vermummelt mit Daune, Wollpullover, Ölzeug, Pudelmützen, Handschuhen.

 

Und dann breitet sich nach einem halben Sonnenstrahl noch einmal die Silhouette von Stralsund vorm Bug aus. Es hat NICHT geregnet.

Zingst-Stralsund 3.10 (1) (Copy)

Zingst-Stralsund 3.10 (4) (Copy)Zingst-Stralsund 3.10 (12) (Copy)Zingst-Stralsund 3.10 (11) (Copy)Wir sind zu schnell gesegelt:-) denn grad schließt sich die 15-Uhr-Brücke.

Zum Warten an den Dalben(Klappbrücke) (Copy)

Am Dalben angebunden warten wir gar nicht ungern noch 2 Stunden mit heißem Grog, Nescafé und einem Croissant. Um 17.30 gleitet die EOS ein letztes Mal in ihrem und unsrem Leben durch die für uns geöffnete Klapp-Brücke und fast von selber fährt sie uns wieder nach Dänholm in den kleinen fluß-ähnlichen Hafen.

Rosenkohl deftig (Copy) Ich koche den Rosenkohl und dazu gibt’s geschmälzte Kartoffeln mit Speck. Gut geht’s uns. Am letzten Morgen warmer Sonnenschein, ich flöte im T-Shirt an Deck Morgenlieder. Dann geht die EOS auf ihre letzte Ostseefahrt… zum Hafen Neuhof mit dem Kran für den Lastwagen….. zur Heimfahrt an den Bodensee.

Nach Zingst, unserem westlichsten Reisepunkt

Wir haben eine ruhige Nacht am Anker. Die Sterne funkeln, die Milchstraße teilt wieder das Firmament und im Osten weisen rote und grüne Blinklichter den Schiffern ihren Weg auf diesem durch viele Untiefen gefährdeten Weg. Unser heutiges Ziel ist die Insel Zingst. Es wird wohl unser westlichster Punkt dieser Reise werden. Windfinder sagt 4-5 Bft aus West, also entgegen unserer Richtung an. Und er hat Recht. Auch in diesem sehr flachen aber freien Seegebiet bilden sich kurze Wellen und Gischt fliegt über Deck. Sie hemmen aber EOS kaum. Viel unangenehmer ist die Kälte in Verbindung mit dem Wind. Warme Jacke, Mütze und Schal sind angebracht. Nur die Füße stecken in kalten Turnschuhen. Die Hände wärmen sich in den Taschen der Jacke. Die Pinne klemme ich zwischen Arm und Jacke. So lässt sich auch gut steuern.

Rote und grüne Bojen und das GPS weisen den 14 Seemeilen kurzen, kurvenreichen Weg zwischen den Untiefen. Angler flitzen in ihren schnellen Bötchen über die Wellen, bleiben immer wieder stehen und werfen ihre Angeln aus. In Zingst machen wir EOS zwischen mächtig dicken Pfählen fest und durchstreifen den Ferienort. Noch sehr viele Urlaubsgäste schlendern gemächlich durch das wohlgeordnete Dorf. Auf der einen Seite das ruhige Boddengewässer und gegenüber die Ostsee mit herbstlichem Strandleben, feinster Sand, Strandkörbe und Kinderdrachen inklusive. Ausflugsboote laden ein zu Fahrten zu den Kranichen. Gänse fliegen im Keil nach Süden. Wir genießen eine Fischsemmel, Kaffee mit Windbeutel und Pflaumen-Kuchen und den Einkauf beim Rewe. Zingst ist unser westlichster Reisepunkt. Morgen können wir hoffentlich mit gutem Wind zurück segeln.

Die Farbe Grau

Windfinder hat 6-8 Bft vorausgesagt. Gibt es einen besseren Schutzhafen als den auf der Insel Dänholm? Umgeben von hohen Bäumen hält er auch den stärksten Wind ab. Und es ist ein Hafen zum Wohlfühlen. Irgendwie wie eine Gartenlaube. Der Stralsunder Segelclub heißt seine Gäste auf einer Tafel willkommen. Freundliche Clubmitglieder sorgen sich um uns. Wenn ich zurückblicke meine ich, es ist der heimeligste Hafen unserer ganzen langen Reise. Auf der einen Seite der Brücke das Museum Nautineum, gegenüber der Tonnenhof mit den Seezeichen, die hier gewartet werden. Am anderen Inselende räuchert ein Fischer seinen Fang, unsere Quelle für superfrischen Fisch. Ihm gegenüber kreischt sich die Kettensäge eines Holzfiguren-„Sägers“ durch den Stamm. Schöne Kunstwerke stehen zur Besichtigung. Ins Zentrum von Stralsund läuft man in ¾ Stunden.

Das Sturmtief hat weiter westlich Schadensspuren hinterlassen, hier hat es nur die ersten Herbstblätter und Unmengen von Kastanien von den Bäumen gefegt. Anderntags graues, nasses Wetter. Wir starten, warten im Fahrwasser bis uns die Brücke nach Rügen den Weg frei gibt. Dann motoren wir weiter, an Stralsunds schöner Kulisse vorbei und weiter auf betonntem Fahrwasser zur Insel Bock. Die Seekarte vermerkt Gebiete mit so sonderbaren Namen wie Altefähr, Bessiner Haken, Prohner Wiek, Vierendehl-Grund und die Insel Bock. Eine trübe Wetterstimmung. Es nieselt und regnet abwechselnd. Es gibt nur die Farbe Grau in allen Tönen. Wir ankern vor der Insel Bock und wärmen unsere Füße mit der Dieselheizung und einer Tasse Grog (Gerdi auch mit einer Wärmeflasche unter den Füßen). Wir genießen die Wärme noch keine halbe Stunde, da stört uns eine frische Brise aus Nord. Der Strom zwingt EOS aber eine Richtung quer dazu auf und erzeugt unangenehmes Schaukeln. Wir holen den Anker noch einmal ein und verziehen uns in das Fahrwasser nach Zingst. Dort fällt der Anker nahe grüner Boje Nr. B11. Ein schöner, wellenfreier Ort. Ringsum Natur. Schilf, Mischwald, Wasser. Schön auch bei diesem grauen Wetter. Die Dieselheizung versorgt uns mit Wärme, Gerdi bäckt zur Nes-Kaffee-Pause Pfannkuchen. Wir vermissen keinen Hafen. Ich freue mich auf den Zander, den gibt’s mit Bratkartoffeln, die ich in Gerdis Pfanne brutzeln höre. Ja, wir beide sind ein gutes Team.

 

 

Stralsund II- und Erntedank-gottesdienst

Am Samstag segelten wir nun auf eignem Kiel nach Stralsund. Die Marienkirche lockte uns zur Besichtigung- und ein Chorkonzert mit dem Rostocker Motettenchor um 17 Uhr. Das ist immer ein besonderer Höhepunkt im Sporturlaub.

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Unser Ausblick vom Liegeplatz aus!

Und hier mal im Ölzeug rundum geschaut!

 

St. Marienkirche Strals (1) (Copy)

MarienkircheSt. Marienkirche Strals (2) (Copy)St. Marienkirche Strals (3) (Copy)

St. Marienkirche Strals (4) (Copy)
Es bleibt noch viel zu tun…

Schön, dass die Häuser wieder so aussehen.

 

Die großen majestätischen Kirchen in Stralsund waren bereits zum Staunen, auch bewundernswert die Restaurierung für sehr viel Geld, viel von Spendern, über 30 Jahre. Angesichts der nur 2 % regelmäßiger Kirchgänger kommt man ins Grübeln… Zur Ehre Gottes, zum Bestaunen der Kunstwerke vergangener Jahrhunderte, zum Hören der gigantischen Orgeln bei Konzerten-aber zu Gottesdiensten…?Beim Erntedank-Gottesdienst war aber die Nikolai-Kirche gefüllt von evangelischen Christen, fast alle „wandelten“ zum Abendmahl.

Festlich und fröhlich die Reden der beiden Pastoren, sogar mit Fragen an die sich meldenden Gemeindeglieder, zu denen der Pfarrer mit dem Mikrofon ging. Die Speisung der 4000, es ist für alle genug da..

Stolz erfolgte die erste Präsentation der neuen kleinen Truhenorgel, aus vielen Spendengeldern nach 11 Jhr. ermöglicht und im Auto transportabel. Festlich der Gesang des Bach-Chores, reichlich bestückt und mit Ährenkrone geschmückt der Erntedank-Altar. Voller Dank die Liedertexte…

Erntedank in St. Nikolai (Copy)

 

Orgel in St. Nikolai (Copy)  IMG_6454

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Ein munteres Lied aus Jamaica, vom Weltgebetstag mir bekannt:-)

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Faszination der Meere: Ozeaneum in Stralsund

Die majestätischen Kirchen in Stralsund lassen einen staunen, auch gern besichtigt von Busreisegruppen und Kunstkennern…Aber noch viel mehr Gäste zieht das neue Ozeaneum mit seiner teils gigantischen Meeresausstellung und den riesengroßen Wal-Skeletten und Präparationen an! Ein ewiges Kommen und Gehen, Junge und Alte, Kinderwagen und Tragetuch, Rollator und spielende Kinder, Schulklassen, alle sind dabei.

Hier einige Fotos (ohne Blitzlicht) von unserem Besuch.

 

Auf dem „Dach“ des originell gestalteten Museums tummeln sich mit bestem Blick über Kirchen und Dächer niedliche Kaiserpinguine!

Vorbei an der Gorch Fock nach Altefähr/Insel Rügen

Am letzten Abend koche ich wieder mal einen deftigen bayerischen Schweinsbraten.

 

 

In der DDR arbeiteten 6800 Menschen in der Werft, heute 1200..

Am Donnerstag aber machen wir um 11.35 Uhr die Leinen los in dem gemütlichen Seglerhafen Dänholm und tuckern durch die enge Rinne vor zur großen Werfthalle. Warten. Erst um 12.20 wird die riesige Klappbrücke hochgezogen, ein technisches Wunderwerk. Galerie anklicken!

 

 

Ein Kreuzfahrschiff, ein alter Kutter, die Eos und die Gorch Fock!

Die Stadtkulisse mit den roten Ziegelbau-Fassaden und mittendrin das kolossale weiße Ozeaneum…

 

Wir fahren durch die Hafeneinfahrt in Stralsund und segeln auf die Insel Rügen und Hafen Altefähr zu.

 

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Unser Liegeplatz mit trüber Aussicht.

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Eos wird fest angebunden an den Pfosten…nachts soll Wind kommen. Und Regen.

Dann hebt sich minutenlang die Nebelwand und wir können den Badeort Altefähr bei Sonne besuchen. Reetdächer, schöne Haustüren, das Pfarrhaus im Garten… Nachsaison, das Schiffle der Weißen Flotte fährt nur noch 2x am Tag…

 

Eindrucksvoll veranschaulicht ein Vries die Silhouette der Hansestadt Stralsund am Strandweg.

 

Als wir zurück kommen, zeigt sich kurz die Sonne und das Stadtbild erinnert an die Dresden-Ansicht von Canaletto…

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Am Abend brate ich den großen frischen Zander (vom Fischer in Dänholm) in Butter – ein Gedicht! Nach Mitternacht setzt böiger Wind mit Regen ein. Unruhig zuckt die Eos in den kurzen Wellenstößen 70 x pro Minute und ich finde kaum Schlaf. Früh kommt das Fährschiff nicht… Ein Schaden am Schiffsmotor. Wir können nicht übersetzen. Ruhetag. Grau. Regen. Demut gehört zum Segler-Leben 😉 Dann eben morgen…

 

Zwei schöne Ankerplätze

Halber Wind lässt uns von Greifswald an der Ansteuerungstonne „Stralsund“ vorbei zur Ansteuerungstonne „Lauterbach“ und dann weiter bis zu einer namenlosen Bucht südlich des Hafens Lauterbach segeln. Es sind einige Steine dort in der Seekarte verzeichnet, ein Riff und Rastplatz für Kormorane ragt in sicherer Entfernung aus dem Wasser. Sonst zeigt das Echolot-Bild guten Ankergrund. Auf 6m Tiefe fällt der Anker und 35m Kette folgen. Auch bei Rückwärtsdrehzahl 1500 Upm des Motors hält der Anker sicher. Der Wind weht mäßig von Land. Der Wetterbericht sagt keine Windzunahme oder Winddrehung voraus. Für unsere EOS mit 6000 kg ist der Anker mit 24 kg ausreichend bemessen. Ein guter Anker auf gutem Ankergrund sorgt für guten Schlaf. Die Abende sind immer besonders schön. Es dunkelt, ein Stern nach dem anderen zeigt sich. Wald, Häuser und das nahe Steilufer werden von den Lichtpunkten an Land abgelöst. Im Süden warnt eine Tonne mit grünen Blinks vor einem Riff, im Westen eine Ansteuerungstonne mit 3 Blinks und nur als weißer Schein der Blink des Leuchtturms auf der Insel Ruden am anderen Ende des Greifswalder Boddens. Über uns zieht sich das Band der Milchstrasse hin. So schreitet die Nacht fort und ich lege mich beruhigt in die Koje. Die Wellen plätschern leise, der Wind brummelt und EOS wiegt sich leise auf den Wellen.

Bis zum Morgen hat sich nichts geändert. Wir frühstücken, holen den Anker ein und setzen nach kurzer Motorfahrt die Segel. Dann müssen wir nach Westen in den Strelasund aufkreuzen. Vor der Stahlbroder Fähre nehmen wir die Segel herunter und fahren, das letzte Stück ganz langsam in die Glewetzer Wiek ein. Auf 3m fällt dort der Anker. Wochenende: Noch 2 Segler ankern in dieser Bucht. Vollkommene Windstille, klare Sicht. Am Ufer Schilf, Baumgruppen und Felder. Draußen im Strelasund ziehen die letzten Segler ihre Bahn. Noch einmal steigen wir kurz ins Wasser bei 15 Grad. Ein Traktor zieht Ackerreihe für Ackerreihe eine Staubfahne hinter sich her. Jetzt folgt wieder einer dieser wunderbaren Sonnenuntergänge. Der Himmel färbt sich rot und ein großer Vogelschwarm nach dem anderen zieht schnatternd über uns, wohl ins warme Afrika. Eine Stimmung, wie sie nur die Natur bieten kann, auch wenn draußen der Traktor mit seinen Scheinwerfern immer noch seine Bahnen zieht. Aber spät nachts stellt auch er die Arbeit ein. Gerdi brät guten Lachs, dazu gibt’s eine Flasche Bier und in der Plicht später ein Glas Wein.

Über uns wieder der klare Himmel. Jupiter steht als Abendstern am Himmel, Die bekannten Sternbilder leuchten. Eine friedliche Nacht. Wir haben Zeit und bleiben noch einen Tag hier. Nachmittags stellt sich das Wetter um. Wolken ziehen auf, der Wind nimmt zu, aber wir brauchen nichts befürchten. Anker und Kette werden uns halten. Wellen lassen EOS etwas schaukeln, der Wind brummt und Fallen schlagen leicht. Kein Vogel zeigt sich am Abend und die Ankerkollegen sind verschwunden. Am Morgen hat der Wind eher noch zugenommen. Stralsund meldet 5 Bft. Wir verlassen früh am Morgen den schönen Platz zur Insel Dänholm.

Reiseweg-wieder-in-Deutschland

Glewitzer Wiek copy