NACH NORDEN … von BODRUM aus die türkische Küste hoch

Rückblick von GERDI, ab 27.8.
Da es auf dieser Segel-Tour mal nicht gar so heiß ist, nütze ich das zum CHROM-PUTZ an Deck: 10 Relingstützen, 3 Lüfterdeckel, der große Heckkorb, der Bugkorb, die 7 Klampen, alles wird blitzblank poliert. Auch an die EOS darf ab und zu etwas „Chemie“ und Putzmittel.

 

Wir kreuzen bei schönem 2-3er „Bodensee-Wind“ über den „Fjord“ und sehen die hochsteigenden Rauchwolken von 2 Waldbränden, einer ganz nah an der Powerstation, dem Stromkraftwerk! Löschflugzeuge kommen schon nach 10 Minuten, nach 20 ist die Rauchwolke klein geworden. Kompliment den Löschern. Wir ankern nach 8 Stunden herrlichem Segeln in einer ganz kühlen Bucht, nordwestlich von Cöckertime Bay: da mündet ein Bach und oben auf dem 27° warmen Meerwasser „schwimmt“ das fühlbar viel kältere Süßwasser. Wunderbar zum Schwimmen. Das sagen auch die Bayern aus Ingolstadt neben uns. Kleine Boote von den Tavernen fahren an alle Yachten ran und bieten Taxidienste an für ihre Restaurants. Sogar Kamel-Reiten gäb’s an Land, und Folklore mit Life-Musik. Ich koche gern selber: Salzkartoffeln und Zigeunerpfanne aus Tomaten, roter und grüner Spitzpaprika, Zucchini, Aubergine, Corned beef, echt feurig scharf gewürzt.

 

Früh um 6.30 Uhr rasselt über meinem erwachenden Haupt die Ankerkette. Sonnenaufgang. Start in den schönen, noch kühlen Morgen, Frühstück auf See. Unterwegs putze ich bei wenig Seegang alle Mahagoniböden und Holzwände im Schiffsinnern, die Bilderrahmen, das Pump-WC, die Spiegel, die Fenster, die Spüle. Muss alle Woche einmal sein.

 

Dann erleben wir die Überraschung: In der begehrten Marina der Stadt BODRUM ist ein Liegeplatz frei für eine Nacht! Die Wäsche wandert gleich mittags zur Laundry, das ist ein Super-Service und verschönert das (hygienische) Einfach-Leben an Bord. Großeinkauf im nahen Supermarkt, der einen enorm großen Umsatz macht beim Charter-Wechsel am Wochenende. Viele lassen sich alles ans Schiff liefern, Unmengen von Wasserflaschen, Alkohol, Chips, Melonen, Fruchtsaft, Cola, Fanta, Spaghetti, Konserven. Unvorstellbar. Vielleicht kaufen die ja nie ein. Wir finden dagegen in ganz kleinen Läden so manches, was wir so nebenbei „entdecken“: Eine stabilere Chromstahl-Solar-LED-Ankerleuchte, die keinen Bordstrom vertilgt und nun am Heck im Achterstag „von selbst leuchtet“ an Ankerplätzen, einen kleinen LED-Leuchtkörper, ein Kabel, das könnte doch eine Leseleuchte fürs Cockpit werden? An Bord baut der Elektriker a.D. Gerhard eine Pendelleuchte und ich hab die Idee, dass der abgeschnittene obere Teil einer türkischen ERIKLI-Wasserflasche doch als Schirm dienen könnte. Ein (in Bremen mal gefundenes!) Taschentuch bekommt in der Mitte einen Kreuzschnitt und wird über den ehemaligen Flaschenhals gestülpt, festgebunden am Gewinde, unter dem Kabel: Fertig ist unsere Hängelampe, die nun an den schon um halbacht dunkel werdenen Abenden am Großbaum baumelnd den Cockpittisch erhellt, sogar die neue FAZ kann ich nun abends lesen. Und speisen im Dunkeln klappt nun auch noch „draußen“ nach 8 Uhr abends.

 

Beim Bezahlen der 107 türk. Lira = ca. 53 € merken wir, dass der Luxus einer mit Klima-Anlage 24 Std. gekühlten Duschehalle nicht umsonst zu haben ist. Nix wie weg. Aber Bodrum bei Nacht? Reizvoll! Die werbenden Kellner sind hier nicht so aufdringlich wie die in Zakynthos oder Sardinien. Wir aßen vorzüglich im Palmiye am Ende der Promenade, köstlich frischen (in der Vitrine noch rubinrot gepunkteten) Kalamar vom Grill und Gerhard ein Lammgeschnetzeltes aus dem Tonkrug, serviert mit lodernden Flammen, die auf dem Teller rund um den Krug aus dem Salz züngelten. Sehr interessiert der junge Ober, prima Englisch, er konnte fachmännisch Fische tranchieren, und nächstes Jahr geht er nach Deutschland!

Gmslk-_rechte_aussicht

Beim Weitersegeln erschrecken mich so manche Hügel, die dicht mit weißen Ferienhäusern „bebaut“ sind, sie sehen, besonders am Hügelsaum oben, aus wie Grabsteine auf Friedhöfen, oder wie die Stein-Stelen am Holocaust-Denkmal am Brandenburger Tor. Tourismus? Wie Touristen-Büchsen. Legoland ist hübscher. Wir ankern vor dem naturbelassenen romantischen Fischerdorf Gümüslük, wo ein knallroter aufgeblasener kleiner Zeppelin hochgelassen wird und ferngesteuert die archäologischen Fundamente auf der kleine Insel Cavus fotografiert. Das ist querab vom griechischen Kalymnos. Also wohl griechische Geschichte. Früh am Morgen des 30. August schmettert ein Fischer einen gigantisch großen Octopus auf den Fels am Ufer, die Fangarme wohl über 60 cm lang!

Gmslk_-_das_schne_alte_fi_scheHliche_feriensiedlung-_wie_das

Mittags genießen wir das bei Ali’s Waldkneipe gekaufte kühle Bayerwald-Weißbier aus Hutthurm. Übrigens vertippte ich mich, glaube ich, bei der PLZ: 94116 Hutthurm! Köstlich. Dazu gibt’s griechische Ölsardinen in Zitrone, mit Oliven, Gurke und Tomate.

Das_bayerische_bier_in_der_wal

Wir segelten zu einer unbenannten Bucht bei umfangreichen Fisch-Zucht-Anlagen, Cam Limani. Als wir rausrudern, um bei den vermeintlichen Fischern Fische zu kaufen, laden die 3 Männer uns ein zum Chai. Ein ganz neuer c
hromblitzender Ofen, mit Pinienzapfen unten richtig „befeuert“, oben der Samowar, der frische starke Tee wird mit heißem Wasser aus dem Mittelbauch verdünnt. Wir essen abends vegetarisch: Bandnudeln und selbst gekochte Tomaten-Gemüse-Sauce und geröstete Pinienkerne aus der Pfanne.

 

Ich spiele für die Männer, die ihre Olivenbäume unten vom Unkraut durch Sprühen freihalten, ein Flötenkonzert. Das wird aber akustisch fast überdeckt von dem unglaublichen Gebell der Hunde an Land.

Uu_gast_bei_olivenbauern

Früh am 31. August tuckern wir rüber zu der nahen Fischfutters-Verladestation und der Skipper schwimmt mit an den windschiefen Anlegesteg. „Balik? Fish?“ – „Hayer!! No!“Aber ein Brot können wir haben. Der Arbeiter war 20 Jahre lang in der Schweiz – als Bäcker!! Und dann haben wir Glück: ein Fischer legt gerade mit seinem kleinen Kahn an und verkauft uns 2 Brassen und 2 kleinere frisch geangelte Fische. Fang-frisch und schillernd in allen Regenbogenfarben, als Gerhard sie schuppt!

Unser_abendessen

Wir haben genug Wind und ankern nach fast 6 Stunden in einer unbeschreiblich grünen Bucht: Cukurkuk. Die ganz neue Marina in der Nähe meiden wir diesmal. Für morgen, Mittwoch, sind für 6 Stunden Regenschauer (!?!?!) angesagt und Windstärke 6, in Böen 7.

 

PS: Erika berichtet von daheim: es stürmt und schüttet. 10°C. Soviel zu den Sommerferien in Bayern u. Baden-Württemberg.

 

Sie kann’s kaum mehr erwarten: noch 13 Tage bis Australien!

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