Monat: Oktober 2010
29 Monemvasia
29.MONEMVASIA
Gerhard, 2./3.Okt
Nächtlicher Landfall
Sich nachts einem Land zu nähern ist immer spannend. Wir haben die Insel Milos am Mittag des vergangenen Tages verlassen und mittlerweile stehen wir kurz vor Monemvasia. Es ist 2 Uhr nachts. Den Hafen können wir nicht direkt ansteuern. Ein starkes Leuchtfeuer und ein elektronischer Wegpunkt leiten uns jedoch bis eine Seemeile vor den Hafen. Der Mond verbirgt sich hinter einer kleinen Wolkenbank. Kaum erkennbar hebt sich die Halbinsel, auf der die antike Stadt Monemvasia steht, vom Firmamant ab. Wir ändern den Kurs, als das Leuchtfeuer hinter dem Felsen verschwindet und gehen auf 270 Grad. Den Hafen können wir noch nicht ausmachen. Das Hafenhandbuch vermerkt den Kommentar: „Der Hafen ist nachts schwer zu finden“. Wir fahren mit Motor und langsamer Fahrt an den gelblichen Lichtern dieser alten Stadt am Hang entlang, erkennen die angeleuchteten Natursteinhäuser hinter den Zinnen der Stadtmauer – unser Blick wechselt ständig zwischen dem elektronischen Kompass, dem Tiefenmesser und der faszinierenden nächtlichen Landschaft. Das rote Blinklicht der Hafeneinfahrt erscheint. Dieses Licht ist nun unser Ziel. Was verbirgt sich hinter diesem nächtlichen Nichts? Es ist immer wieder ein Erlebnis, auf einen Ort zuzusteuern, den man nicht sieht. Wir umrunden das rote Hafenlicht und suchen einen Platz für den Rest der Nacht. Es ist 3 Uhr morgens. Alle Kaiflächen sind belegt, also binden wir uns vorsichtig und lautlos mit zwei Leinen an einem französischem Segler längseits fest.
Ruhe umfängt uns, nachdem der Motor schweigt. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Die Stadt schläft noch. Der erste Blick am Morgen wird uns mit dem Ort, den wir „blind“ umfahren haben, bekannt machen. Vorerst aber öffnen wir eine Dose Mythos Bier und legen uns dann schlafen. 4 Uhr.
MONEMVASIA
Gerdi, Tip zum romantischen Einstimmen und Selber-Nachlesen, einfach anklicken
http://de.wikipedia.org/wiki/Monemvasia
Nachdem wir ankernd vor der Kulisse der Inselstadt auf Milos nur die Ruhe der Nachsaison genossen und keinen Landausflug zur weißen Hügelstadt Plaka gemacht hatten, bleiben wir nun auf Monemvasia zwei Tage, um diese zauberhafte kleine Idylle, dieses mittelalterliche, liebevoll renovierte Kleinod eines einmaligen uralten Natursteindorfs aus dem 9.Jh. ausgiebig zu „erwandern“.
Vom Hafen aus laufen wir durch das „moderne“ Dorf rüber zu der einzigen Straße, die zu der 300 m hoch aus dem Meer aufragenden Felsen-Insel führt. In alten Zeiten war hier eine Brücke mit Steingewölben und in der Mitte eine Zugbrücke, die Feinde abhalten sollte. Hügelan wandern wir ca. 2 km und „tauchen“ ein in das große Tor, rechtwinklig durch die Felsgänge. Nur Naturstein, auch der gepflasterte Boden der engen Gassen zwischen den kleinen Häusern.
Ab 1980 renoviert man detailgetreu die alten Mauern, Türen, Sprossenfenster, Keller mit Zisternen. Laternen an den Hausecken, steile Treppchen, oft nur hüftbreit und verwinkelt. Nicht selten ein Schild mit *****Hotel über einer unscheinbaren Holzpforte, drinnen kerzenerleuchtet eine niedliche Rezeption. Üppige Oleanderblüten an den Bäumchen in Pflanzkübeln, Bougainvilea, die sich in cyklamviolett und weiß wie ein Wasserfall über die uralten Mauern ergießt. Abseits der „Souvenir-Meile“ wandelt man ganz alleine durch die Gassen, einige Katzen, Stille. Mal ein Brunnen, eine alte Zisterne, unzählige kleine Kirchen, überhängende Gärtlein als winzige Café-Terrassen.
Ich kann mich nicht losreißen von dem Anblick dieser alten Stadt, teils wie ein Zwergendorf, teils wie Rothenburg-Dinkelsbühl-Nördlingen, nur viel niedriger die Häuschen. Ich fotografiere, stumm sollen die Bilder nun Zeugen meiner Begeisterung sein. Gerhard stieg den steilen Bergpfad hoch zur Zitadelle mit der Kirche.. Hoch über dem Meer. Jana, die reizende Segelclub-Chefin, erzählt, dass sie im ähnlich schönen Nördlingen lebte, in Deutschland Architektur studierte, das halbe Jahr hier ein Häusle bewohnt – wie so viele (reichere) Leute und Romantiker aus Athen das zu tun pflegen.
Während unsere Erika Tasmanien mit Bergstiefeln, Regenjacke, Zelt und Kamera erkundet, segeln wir an ihrem Geburtstag am 4.Okt. mit der „Dunarea“ und Michael und Vroni weiter nach Westen. So bekommen wir mal aktuelle Fotos von unsrer EOS unter Segeln in voller Fahrt. Beim Einlaufen in die Sandbucht auf der Insel ELAFONISOS begrüßt uns eine türkisblau leuchtende unglaublich kristall-klare weite Paradiesbucht SIMOS, zweigeteilt durch eine Nehrung, dahinter Sanddünen.
Ein Traum. Wir wandern am 5.Okt. 5,5 km zum Ort und auch wieder zurück, kein Auto nahm uns mit. Die frittierten „small fish“ und Gerhards Moussaka aber waren fein. Gerhard trug mittels eines Stockes über der Schulter 5 kg frisch geerntete rote Äpfel zur Bucht, und ich die 2 Brote. In diesen drei Stunden hat der Wind gedreht, auflandig – und wir müssen die EOS flugs verlegen. Wir motoren in die geschütztere 2.Bucht, baden in dem traumhaften Wasser. Nachts schaukelt es aber gewaltig und ich schlafe wieder mal quer im Vorschiff, damit ich nicht nur hin und her rolle.
Früh nach 8 segeln wir los. Mittags frischt der Wind auf 6 auf. Zweimal hält der Anker kurz vor dem Kap Matapan am Ende des 2. Fingers des Peloponnes nicht. Erst vor 4 fällt er in der Bucht vor Punto Kaio, steile Felswände, heftige Fallböen schütteln Schiff und Crew. 6 Segler mit uns ankern hier. Wir erkennen die Taverne wieder und den Leuchtturm, wo wir 1994 von unsrer kleinen Ferienwohnung in Chrani aus einen Landausflug mit dem Auto gemacht hatten. Trutzige grausteinerne Wohntürme, die Festungen der verfeindeten Familien früherer Zeiten auf der Halbinsel MANI stehen drohend am Berghang.
Ich koche feine Tomaten-Gemüse-Soße zu Spaghetti, reibe Parmesan. Um halbzwölf ist unsre „Nacht“ rum, der Ankerwarner piept – 2,5 m Wassertiefe! Auflandig inzwischen der stürmisch aufbrisende Wind, hinter uns die Felsen. Gischt leuchtet auf im schwachen Schein der Salingleuchte. Raus mit dem Anker und nix wie weg. Gerhard will einen andren Ankerplatz suchen, ich fürchte dass er nicht hält und wir im Stockfinstern mehrmals ankern werden. So schlage ich vor, doch gleich rauszufahren. Statt früh um 4 gleich jetzt um Mitternacht. Der Bug arbeitet sich zwischen der Meerenge durch, Kap-Effekt: starke Böen, hohe Wellen. Ich schlüpfe in lange Hosen, Socken, Pulli, in Ölhose und -jacke, Hut über die Locken und raus! Bis um 4 Uhr verrichte ich meine „Nachtwache“ am Ruder im schaukeligen Cockpit, Blitze erhellen ringsum den Himmel, einige Kreuzfahrschiffe überholen mich. Gerhard findet auf seiner schaukeligen Koje auch keinen Schlaf drinnen, er macht Navigation, setzt das Großsegel. In seiner Morgenwache regnet es, Gewitterwolken verdichten sich, verdecken den wunderbaren Sternenhimmel.
Nach 7 fällt Sonne auf die uns von Landurlauben vertraute Mani-Küste, Dimitrios, Stupa, Pirgos, Kardamili Und am Gegenufer Chrani, Koroni. Gegen Mittag, um 13 Uhr, erreichen wir nach 51 Seemeilen (rund 100 km in 13 Stunden) die Stadt Kalamata, bekannt durch das Erdbeben vor ca. 20 Jahren. Ein gewaltiger Gewitterregen setzt alles unter Wasser, auch unsre Pantry, als das Fenster offen und wir in der Laundry der Marina waren.
Hier noch die Bilder als Show:
Martin und Lucia zu Besuch auf den Kykladen und an Bord: Vom Nicht-Planen
Als Geschäftsführer (einer von drei) einer kleinen Firma lebe ich täglich mit einer besonderen Portion Verantwortung. Um das einigermaßen im Griff zu haben müssen wir ziemlich akribisch in die Zukunft planen, keiner der zahllosen parallel laufenden Aufgaben darf in Vergessenheit geraten und nur im Ausnahmefall ist mal irgend etwas »weniger wichtig«. Ich muss offen zugeben, dass seit drei Jahren »lab binaer« unsere geschäftlichen Ergebnisse das Maß aller Dinge sind. Ich habe weniger das Gefühl, dass das Privatleben zu kurz kommt, es ist nur kein nennenswerter Unterschied zwischen Geschäft und Privatleben vorhanden. Meine Kollegen hassen es, wenn ich Methaphern bemühe, aber es ist in etwa so: Ein Flugzeug, fällt ohne ordentlichen Vortrieb wie ein Stein zu Boden. Man kommt schnell ans Ziel, kann aber auch nicht eben mal kurz aussteigen. Es kostet viel Energie, ist aber ein spektakuläres Erlebnis. Man muss die Strecke gut planen, damit man nicht in ein Unwetter gerät. Und man kann den Laden nie ganz alleine am Laufen halten, es muss einen geben der die Technik des Fliegers kennt, einen Piloten, jemand der sich um die Passagiere (die nicht vergessen!) kümmert und verlässliche Leute am Boden.
Ich glaube, ich kann für Luci sprechen wenn ich behaupte, dass es bei ambitionierten Angestellten nicht anders ist. Wir beide hatten keine Zeit und kaum freie Denkkapazität um einen Sommerurlaub zu planen. Vielleicht hatten wir aber auch keine Lust zum planen (siehe oben). Einzige Grundlage: Unser Flieger »lab binaer« hat einen 3-wöchigen Zwischenstop eingelegt und Luci hat zur selben Zeit Urlaub. Ende September. Sowas-von-Nebensaison. Jemand hat gesagt: Buch Hin- und Rückflug nach Athen – nehme den Bus X96 zum Fährhafen Piräus – buche die nächste verfügbare Fähre auf irgendeine Insel – setz‘ Dich aufs oberste Deck. Drei Wochen später wieder aufwachen. Inselhopping auf den Kykladen, mehr hier. Nach 5 Minuten auf der Fähre, als der Dreck von Piräus, der Straßenlärm, die brüllenden Ticketverkäufer allmählich leiser als die Schiffsmaschine wurden, war uns klar was gemeint war. Wir haben auf der Stelle alles vergessen und sind erst vorgestern, in München, 20 Grad kälter, unsanft geweckt worden aus – ist mir Wurscht wie schmalzig das klingt – einem Traum. Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr ausführlich am Mittelmeer: Ich hatte nicht vergessen dass Griechenland nach Thymian riecht, dass die Haut kratzt nach dem Baden oder wie dieses Sesam-Anis-Gebäck schmeckt. Aber ich habe vergessen wie es wirkt. Ich war mit Luci drei Wochen auf Serifos, Sifnos, Paros, Ios, Folegandros: Ich habe gelernt, dass es dort unglaublich sauber ist, dass tadellose Zimmer um 20€ kosten können, dass man niemals Angst um sein Gebäck haben muss. Und dass das alles für Athen nicht gilt.Mit Lucia habe ich noch einige Tage mit meinen Eltern in Paros und Ios verbracht, unzählige Erinnerungen aufgefrischt und mich an diesem sonderbaren Zustand erfreut, der hier im Blog vielleicht kaum rüber kommt: Wer so lange segelt wie meine Eltern ist längst kein Tourist mehr, aber auch alles andere als ein Einheimischer. Meine Eltern sind Reisende. Danke für die schöne Zeit! Leinen los!
28 Die Inseln Sikinos und Folegandros
28 Von SANTORIN nach SIKINOS, Montag 27. Sept.10, GERDI
Westwind ist gemeldet, 4-5. Erst wollen wir bleiben, dann aber lockt es uns doch: Gegen Mittag setzen wir Segel, nach 30 Minuten „wie üblich“ 2 Reffs im Groß, 5-6 kn Fahrt, Ziel Folégandros im Westen von Santorin. Meist segeln wir „gegenan“ am Wind. Sportlich. Sonnig. Schön. Die EOS freut sich über ihre Freiheit nach den Hafentagen. Ich drehe ein 8 sec-Video, als wir die Küste von Santorin entlang segeln: Die roten Lavaerde-Schichten, die Sandküste mit den wie Skulpturen anmutenden senkrechten Erosionsmustern, die mich an Vatis Filme von den Buddhas im Bahmian-Tal in Afghanistan 1960 erinnern. Blauwasser-Segeln. Herrlich. Aber der Wind dreht und wir ändern den Kurs und steuern auf Insel Siknos zu. Um 17.30 gehen wir längsseits im kleinen Hafen. Beschaulich. Still. Abendspaziergang den Hügel hoch. Ein Mythos-Bier in der Taverne. Spielende Kinder am Sandstrand, 3 Enten. Kein Tourist. Die Fähre lädt einige Menschen und Autos und einen Tieflader mit vielen Bausteinen aus. Beschaulich. Herbst. Nachsaison. Nur 1 Segler hinter uns: Schweden, die gleich „Ah, eine schöne alte Hallberg-Rassy!“ rufen.
Vorm Einschlafen mache den ich den Vorschlag, am nächsten Morgen früh hoch zur Chora, der Oberstadt, zu fahren. Mit dem Bus um 7.30.
Ruhig ist die Nacht. Nur die 4.30-Uhr-Fähre schaukelt uns mal wach…Die Fender quietschen an der Hafenmauer…
Zauberhaftes Sikinos am frühen Morgen
Joghurt mit Honig, Orangensaft. Dann laufen wir los. Leider kommt der Bus nicht nach Plan . Die Frau vom Supermarkt ist schon wach. Sie ruft mit dem Handy den Hafenmeister von oben. Der holt uns freundlicherweise mit dem etwas klapprigen Fiat ab, (2×1,40 € – billig wie der Bus) und fährt uns hoch hinauf in die Chora. Weiß, schneeweiß die kleinen Häuschen, die sich zusammenkuscheln am Berghang. Alles noch ganz ruhig, unberührt, ein Zauber liegt über dem Dorf. Wolken geistern über die flachen Dächer, als wir die engen Gässlein und Treppen zum Kastell und Kloster hochsteigen. Kein Mensch unterwegs. Gefegte kleine Plätze, rot-leuchtende Geranien, unser Weg nur weiß bemalte und umrandete Natursteinplatten und –Stufen, jedes Haus ein Kleinod, weiße Häkelgardinen hinter den Scheiben, liebevoll blau lackierte Sprossenfenster, himmelblaue Türen und Balkongeländer, niedrige blaue Latten-Törlein als Eingang. Wie Puppenhäuser, und kein Souvenir-Shop stört das Idyll. Auf engstem Raum schmiegen sich die Studios an den Hang, Feigenkaktus mit üppigen Früchten, gelbleuchtende „Schwarzäugige Susanne“(Busch-Sonnenblumenart), Kaskaden von pinkfarbener Bougainvillea, Weinlaub an den kleinen Terrassen, gackernde riesengroße Hühner in kleinen Felsnischen mit Drahtgitterdach, ein krähender stolzer Hahn.
Dann legt sich der köstliche Duft von frisch gebackenem Weißbrot über das Bergdorf. Ab 9 erst gibt es Brot zu kaufen.
Also kehren wir bei Anna’s Bar mit dem auffälligen Namen „ X-treme“ ein, gleich neben der weißen Kirche, der Sanitätsstation, der Nationalbank. Dimitri ist der erste Kunde mit einer Tasse Kaffee, er spricht Englisch, fuhr Jahre auf einem Cargo-Schiff zur See, Brasilien, die ganze Welt, jaja, früher.
Bei Espresso und einem heißen Nescafé (mit festem kaltem Milschschaum!) erzählt uns die junge Wirtin von der Insel. Sie selbst stammt von IOS, ja, die Liebe führte sie nach Sikinos. Ihre Bar ist 12 Monate geöffnet, aber im Winter ist wenig Betrieb. Das riesige vielfältige Alkohol-Angebot könnte mehr Kundschaft beglücke.Es gibt 200 Einwohner. Das Wasser kommt aus Athen, mit dem Schiff!
In die Schule mit Blick übers weite Meer gehen 3 Kinder in die Grundschule und 4 in die höheren Klassen! 3 Lehrkräfte haben sie hier! Eine andere Welt! Klassen mit 33 Schülern kann sie sich nicht vorstellen als Inselkind.
Ruhe. Stille. Eine Katze lässt sich von Dimitri herlocken: „Pssspssspssss- ella, ella!“ Um 9 macht die Bank auf. Wer den Arzt oder ein Rezept braucht, wartet im Freien vor der offnen Tür in der Morgensonne. Nur keine Eile. Alle haben Zeit. Wir auch.
Bei unserer Wanderung hinunter zum Hafendorf, eine knappe Stunde, sehen wir, dass die Oliven ihre Farbe von Grün nach violett wechseln in der Septembersonne. Nach Monaten mit leerer Blumenvase am Schiffsheck – das Wasser wäre in der Hitze viel zu heiß gewesen für Blumen – schneiden wir zum ersten Mal wieder ein paar Zweige ab, beim Tamarindenbusch mit roten kleinen Beeren und vom Eukalyptus.
Zurück an Bord . 11.30 Uhr: Leinen los.
Ein friedlicher Segeltag ohne Reff und hohe Wellen. Sonnen an Deck. Lesen. Um 3 sind wir in der Ankerbucht. Kristallklares Wasser. 10 m Tiefe bis kurz vor die Felsen. Und neben uns senkrecht die schroffe Felswand. Die verheißt Fallböen für die Nacht!
Ankern unter dem Dorf
Gerhard
Unser Ankerplatz vor Folegandros
Wir kommen mit guter Fahrt von der herbstlich ruhigen Insel Sikinos und steuern eine Bucht auf der Insel Folegandros an. Der Wetterbericht sagt Windstärke 5 Bft, Südost für die Nacht voraus, ungünstig für den Inselhafen. Besseren Schutz sollte eine Einbuchtung etwas nördlicher bieten. Karteninformation: Steilküste südlich, Wassertiefe unter 10 Metern. Ankergrund unbekannt. Beim ersten Ankerversuch in 12 m Wassertiefe schleift der Anker als Gerdi mit 2000 Umdrehungen des Motors die Kette strafft. 2. Versuch an anderer Stelle: Diesmal graben wir den Anker nur mit 1000 Upm ein. Die Kette strafft sich. (Den Winkel zwischen Kette und Wasser merke ich mir. Sollte der Wind auffrischen kann man beruhigt bleiben, bis dieser Winkel nicht unterschritten wird). Wie zu erwarten wechselt der Wind unter der Felswand dauernd die Richtung und bleibt harmlos.
Hoch über uns das Dorf
Uns bietet sich ein gewaltiger Anblick: Weit entfernt die Inseln Sifnos und Paros, auf der anderen Seite eine fast senkrecht aufragende Felswand und ganz oben unmittelbar an der Wand das Inseldorf, die Chora 100 Meter geradezu über uns. Ein Bauherr hat sein Haus sogar über die Felswand hinaus gebaut!
Gerdis Flötenlieder hallen wieder. Das Wasser ist klar und tiefblau über dem Kiesgrund. Wir trinken Kaffee und ich rudere mit MICRO EOS zu einer Quelle am Ufer, um unseren Wasservorrat zu ergänzen. Wie diese kleine fast baumlose, kahle Insel Wasser spendet ist mir rätselhaft.
Die Quelle am Ufer
Gerdi zaubert pikanten Nudelsalat mit frischem Gemüse, Unter den Lichtern des Dorfes über uns genießen wir das Abendessen im Cockpit mit einer Dose „Effes Dark“. Bis um 22.30 Uhr strahlen 2 Scheinwerfer von hovh oben die Felswand an bis hinab zum Meer.
Der Wind frischt auf, deshalb schlafe ich draußen und schalte den Ankeralarm ein, der eine Ankerdrift meldet. Stockdunkel ist die Nacht, unheimlich jetzt, die Lichter des Dorfes tanzen einmal nach rechts und einmal nach links. Der Mond geht auf, die Felsenkonturen nehmen Gestalt an, graue Schatten in der Wand. Gegen Mitternacht schwächelt der Wind und um 2 Uhr nachts schläft er ganz ein. Die Wellen plätschern gegen die Felsen und EOS wiegt sich sanft in der Dünung. Die unteren Sterne des Sternbildes Orion stehen direkt über den Dorflichtern und immer wenn ich die Augen öffne, sind sie ein Stück nach rechts gerückt. Ein tiefer Friede liegt nun über diesem Platz. Gottes Schöpfung kann wunderbar sein.
Um 6 Uhr graut der Himmel, leichte Wolken ziehen auf, dann nehmen Himmel und Landschaft Farben an. Um 6.45 Uhr explodiert der Himmel in tiefem Rot.
Die Fotos als Show:
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