14. LEFKAS- WANDERTAG ( Gerdi), 6.Juni

LEFKAS- WANDERTAG ( Gerdi), 6.Juni

Am 2. Tag vor Anker im Hafenbecken von Lefkas/Stadt planen wir einen Wandertag in den Bergen. Uns gefällt Lefkas schon 28 Jahre lang, von Segeltagen mit der jkeineren „Marion“ mit unseren 3 kleinen Kindern( 1 ½ bis 8 J.), vom Landurlaub mit dem Auto, immer fühlten wir uns in dieser „normal gebliebenen“, lebhaften, schönen Stadt mit den engen Gassen und den vielen Blumen, umgeben von fruchtbarem Ackerland, so wohl. Das tiefgrüne Hinterland mit den Wäldern auf den Hügeln, die großen Olivenhaine, die reizvoll am Hang gelegenen Bergdörfer…ganz klar:da müssen wir noch mal hin!!

Gerhard erkundigt sich am Busbahnhof, wann ein öffentlicher Bus hochfährt nach KARIA.

Dann planen wir: 16 km Wandern,von Karia runter in den Urlauberort NIDRI, ca. 400 Höhenmeter, dann im Bus zurück.

(1987 machten wir diesen Ausflug mit unsren 2 kleinen Buben, großes Lob noch heute an euch zwei, diese Strecke im heißen August, klaglos, tapfer! Und Gerhard schnitt einen jungen Zypressenstamm ab, der uns als Bootshaken jahrelang gute Dienste leistete.)

Um 6 stehn wir auf, die Rucksäcke sind vorbereitet( 1 Souflaki-Spieß von abends, 1,5 l Wasser, 2 Äpfel, Sonnenhut), kleines Frühstück im Cockpit mit Joghurt und Nescafé. Dan rudern wir vom Ankerplatz an den Kai der Hafenmauer. Noch ruht die Stadt um 6.30 Uhr, einige kleine Cafés öffnen gerade.

Wir laufen 1 km zum neuen, modernen Busbahnhof. Um 7 fährt der Bus nach Athen, alle Altersklassen sind vertreten, bis zur Oma mit 85. Dann kommt unser Bus nach Karia, ein fast neuer schicker Mercedes! Nach 30 Minuten erreichen wir nach sehr vorsichtiger Langsamkeit und durch viele enge Kurven und Serpentinen das Bergdorf Karia.

Ein gemütliches Dorf, saubere Häuschen, viele bunte Blumen in großer Vielfalt, in den kleinen Vorgärten prächtige Rosen in allen Farben, Weinlaub als Schattendach, unzählige Zitronen vollreif, Birnen noch ganz klein, duftendes Geißblatt und Jasmin überm Gartentor. Liebenswert.

Dichter Misch-Wald umgibt das Dorf, Zypressen ragen wie dunkelgrüne Kerzen aus dem Silbergrün der Olivenhaine.

Urwald

Hier oben ist es noch Frühling: Wie Hecken säumen üppig gelb blühende Ginsterbüsche die Straße, auf der kein Auto kommt, grad mal 2 Taxen. Zauberhafte Schmetterlinge landen auf rosa Blüten oder gaukeln auf magenta-roten Lichtnelken. Wunderschön jede Art.

Falter_3
Der_zitronenfalter
Unbekannter_falter_2

 

Hoch über uns im Bergwald singen uns die Vögel ein vielstimmiges Konzert! Amseln, Nachtigall, Lerche? Im Tal am Meer unten hört man fast nur die munter zwitschernden Schwalben, das Gurren der Türkentauben, das Schwätzen der Spatzen! Am Himmelsblau zieht ein großer Greifvogel seine Kreise. Ein Adler? Ruhe. Ungestörte Natur.

Der helle karstige Fels des Berges wurde für die Straße gesprengt, in den freigelegten senkrechten Felswänden entdecken wir bizarre Tropfsteine!

Bis_jetzt_im_erdinneren_verborgen_nun_sichtbare_tropfsteine

Bei den ersten Kilometern öffnete sich der Blick auf das sehr fruchtbare, wassergesegnete Ackerland, von dem zur Zeit längliche hellgrüne Paprikaschoten, Salat, Zwiebeln, erste Kartoffeln, kleine Zucchini an Pflanzen mit riesigen gelben Blüten geerntet werden. Die berühmten Linsen von Lefkas kommen erst später.

Die_ebene_unter_karia

Alles sieht aus wie ein Garten Eden. Im 2. Wegabschnitt finden wir unter üppigen Platanen eine große Quelle mit historischem Waschplatz mit Steinbecken. Nah bei der Quelle ein kleines Kloster… und immer mal rauscht unter Brombeerdornen-Gestrüpp Wasser.

Wir biegen ab zum Bergdorf VAFKERI, ein winziges Dorf mit einer griechisch-orthodoxen großen Kirche, die auf Zeiten mit mehr Dorfbewohnern schließen läßt. Im weiträumigen Hof breitet eine riesige uralte Platane mit stammdicken Ästen ihr gewaltiges Blätterdach über den Platz, Laternen am Zaun, alles wunderbar geeignet für ein Gemeindefest …

Die_dorfplatane_in_vafkeri

Aber die Bürger sind weggezogen, viele verlassene einfallende Natursteinhäuser sind stumme Zeugen, vom üppigen Grün ganz zu gewachsen wie ein Dornröschenschloß! Die hübschen Ferienhäuschen der ins hochgelegene Dorf verliebten Neu-Bürger, meist Engländer retten Vafkeri. DAnk einer liebevoll gestalteten neuen Taverne einer Engländerin finden wohl doch Besucher hier herauf in diese Einsamkeit. Die Terra
sse hat Säulen, die von Jasmin überwuchert sind, ein Kiwibaum breitet seine Äste als Natur-Dach über die Tische. Sehr einladend und anspruchsvoll die handgemalte Speisekarte! Leider ist Ruhetag. Umwerfend der weitschweifende Blick aufs Meer mit den vielen kleinen Inseln, die wie Juwelen aus grüner Jade im azurblauen Meer schwimmen mit all den weißen Segelschiffen! Ein Traum…

Englische_taverne_leider_geschlossen

Nidri_und_die_inseln

Nach 5 Stunden Wanderung machen wir eine kurze Rast im Schatten eines Ölbaumes. Wasser, Grillfleischwürfel, 1 Tomate…das Brot haben wir leider vergessen  

Ab 12 Uhr ist es sommerlich heiß, obwohl es ja noch 15 Tage dauert bis zum Sommeranfang!

Talblick

Mein UV-Schutz-Sonnenhut schützt den Kopf. Wieder viel Wald, Weingärten, in denen Bauern mit einem kleinen Handpflug die Flächen unter den Olivenbäumen umpflügen.

Der Abstieg zieht sich gnadenlos in die Länge, wenn auch die schöne Aussicht die Mühe reichlich belohnt: Astokos, Skorpio, Meganisi…- herrliche jonische Inseln. Viele Segler lassen sogar im Winter in den Waldbuchten vor Nidri ihr Schiff vor Anker.

Nach 6 Stunden erreichen wir Nidri auf Meereshöhe. Viele Ferienwohnungen, britische Autos, aber auch welche aus Serbien, Rumänien, Kroatien, vor einfacheren Etagen-Ferienwohnungen. Alle Urlauber sind nun mit Badesachen unterwegs.

Um 14 Uhr gönnen wir uns in einem Café frisch gepressten Apfelsinensaft mit Eiswürfeln und ein kühles Bier vom Faß. Dann kommt der Bus nach Lefkas. Erschöpft von der Hitze erledigen wir noch den Einkauf. Halsgrat-Steaks, Rindfleisch für ein Bohnen-Kartoffel-Stew( es mundete uns köstlich!), Joghurt, Kalamata-Oliven.

Im Cafézinho erfrischt uns ein unbeschreiblich italienischer Espresso und weckt die Lebensgeister. An Bord der EOS lassen wir uns die gekühlten dunkelroten Kirschen schmecken. Am Abend unter dem zunehmenden Mond riecht es nach grünen Bohnen…Ein wunderschöner Tag. Wir bleiben noch 1 Nacht.

Die Bilder:

 

 

Ein Kommentar zu „14. LEFKAS- WANDERTAG ( Gerdi), 6.Juni

  1. Hallo Segler,sch??n habt Ihr’s da. N????, ich bin gaaar nicht neidisch… ;-)Lefkas: Da wurden wir einst vom Erdbeben geweckt. Das Auto hat wie verr??ckt gewackelt. Und ich dachte im Halbschlaf, der Papa w??rde sich einen Spa?? erlauben. :-)Wir gehen voraussichtlich ??ber’s lange WE ins Wallis zum Trekken.Gute Weiterreise!Gr????e aus Thun,Joachim 🙂

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