29." Azienda Trachini…"- ein köstliches Abendessen im Olivenhain über Palmi/Costa Viola

COSTA VIOLA…- was für ein schöner Name für eine Küste!
Der Wetterbericht meldete 3-4 Tage Nordwest mit 6-7 Windstärken. So suchten wir uns einen Schutzhafen in Palmi. Um 11 badeten wir vom Schiff aus vor der Bucht, segelten „wie am Bodensee“ bei 3-4 bft auf türkisblauem Meer, genossen nochmal die Ruhe. Es kam bald anders…
Zwischen Scilla und Cap Vaticano, im Osten der Äolischen Inseln Lipari, Stromboli, Vulcano bietet die calabrische Küste in diesen Starkwind-Tagen ein grandioses Schauspiel: Die überm Meer anbrausenden Wellen donnern hier auf den goldnen Badestrand, auf die zackigen Felsen, rollende weiße Riesen. Überall die rote Flagge: BADEN VERBOTEN! Tiefe Mulden schaben die Brecher beim An- und Abrollen, wälzen sich auf die Strandlinie hoch…
Wir gehn einkaufen beim Angelo dei frutti, abends backe ich 18 Zucchini-Küchlein in der Pfanne.
Die Taucher(bei dem Seegang alle im Hafen!) und der Padrone, die die neue blitzsaubere Marina( MARINA TAURO PALMI ) an der Stiefelspitze betreiben, laden uns herzlich zum Abendessen in ihrer öko-Hazienda ein..
Fein_gemacht_fur_das_abendessen_in_der_azienda_des_padrone_palmi
Hoch oben am Bergeshang hat der reizende Vater einer Großfamilie eine „AZIENDA AGRITURISTICA“. Wir machen uns mal fein und werden um 9 mit dem Auto abgeholt. Immer enger werden die Wege, Haarnadelkurven hinab über sandige Landwirtschaftswege, atemberaubend der Blick vom Portal zur Terrasse…! Die Küste in blau-weiß, hohe Palmen und um uns haushohe Olivenbäume, wie wir sie in Griechenland nie gesehen haben. Gewaltig. Ja, das sei typisch für Calabriens Süden.
5m unter der schattigen Terrasse ein beleuchtetes türkisenes“piscina“, ein Schwimmbassin mit Holzpaneel. Drüber schimmert durch die offene Haustür eine warmleuchtende Deckenlampe, die 3sehr hübschen Töchter begrüßen uns im Kleid, Babies am Arm, 2 ebenso schöne schwarzhaarige, dunkeläugige Brüder. Der Padrone schmunzelt stolz und zufrieden, als wir unsere Begeisterung zur liebevoll ausgestatteten rustikalen Taverne zeigen. Es duftet nach Feigenbäumen und Oleander, von drinnen lassen sich Fisch und Knoblauch ahnen. Damastdecke, Gläser, Rotwein, kühles Wasser, Windlicht, am Nebentisch für 5 gedeckt, es kommen noch 5 Schweden (eine Familie aus Stockholm mit 3 strohblonden Kindern, 5,7,10, die in einem nahen Appartement Urlaub machen).
Dann werden die Antipasti aufgetragen, auf silbernen Platten, in rustikalen Tontöpfen, auf Keramiktellern, einfach bezaubernd angerichtet. Wir erraten was wir speisen. Der Koch schmunzelt verschmitzt, wenn ich wieder was „erkannt“ habe:-)
* kleine fritierte Fischbällchen, 3 cm Durchmesser, knusprig
* Oliven mit Chilischoten, scharf
* Zwiebel-Quiche, lecker! Mit prezzomolo,
   was wir erst mit dem grünen Stengel als Petersilie erkennen:-)
* Pulpo in Marinade(Ringe der Fangarme)
* Kalamar-Ringe, rot gepunktet, 2 mm dünn, wohl roh, in Limone mariniert
* weiße 12x2cm-Fischle, Filets, in Öl
* rote 8 cm Fisch-Filets, mit roten süßen Zwiebeln mariniert
* Auberginenscheiben, gegrillt, sott’olio, calabres.Spezialität
* in Salz marinierte Zucchini, Paprikaschoten
Dann die PRIMI PIATTI: Pasta!
Penne mit Fischstückchen und Pommodore
secondo piatto“: PESCE
* Schwertfisch vom Grillrost, 1 cm dick nur die Scheibe
* 4 rotleuchtende gegrillte Garnelen, immer 2 auf einem Spieß nebeneinander
* 2 Mini-Kalamari, eine seltene Spezialität, 12 cm klein, gegrillt
Dann folgte der „Amaro“, ein süßer Magenlikör
I dolci, Signora? Non ho fame!!! Solo anguria, Wassermelone, prego…
Und zum festlichen Abschluß: Due caffè….Espresso…
Ein wirklich vorzügliches Mahl. Delikatessen aus der Region. Auf dem Anwesen des Landwirts. Wunderbar. Ein unvergeßliches Erlebnis. Mit dem Auto wurden wir durch die Nacht wieder ins Tal gebracht. DANKE!
Leider hat die Foto-Kamera einen Defekt, nun fehlen die Fotos. Sooo Schade.
Tante grazie a lei, Signore e famiglia Trachini – !
Cordiali saluti alla famiglia e il cuoco buono!
INSELN DES WINDS: EOLI – LIPARISCHE INSELN
VULKAN STROMBOLI + LIPARI
Überfahrt zu den Inseln des Winds: äolische Inseln
Freitag, der 22. Juli:
Der_rauchende_stromboli_10_std
Um 6 starten wir, wogender Seegang, Dünung nach 3 Tagen starken Windes. Un- angenehm. Wild wird die EOS hin und her geworfen. Die Segel bleiben nicht gut stehen, der Motor muß anfangs wieder ran 😦
An Backbord sieht man nun SIZILIEN, vor uns das Ziel des Tages: der Stromboli. Immer wieder stößte er graue Wolken aus seinem Kamin, auch mal weißer Dampf wie aus einem Molkerei-Kamin. Fast 10 lange Stunden steht er mächtig vor unserem Bug.
Kurz vor 4 machen wir fest an einer Boje vor dem schwarzen Sandstrand, dahinter doch malerisch der kleine Ort. Gerhard paddelt an Land, sichert sich einen Platz in einer geführten Wander-Tour am Abend.
Noch bevor er um 5 zurückkehrt, legen bei der EOS Taucher an und warnen sehr eindringlich vor dem „very,very strong wind of the East! Go away from that boye, immediately! Don’t wait for your husband. Your boat will be damaged! Hurry, go now. The wind will come next 60 minutes. .“
Ich telefoniere nach Gerhard, und er hat sein Mobiltelefon an!!! Schade, keine Wanderung. Er kommt eilends zurück, rudert zur Eos, und schon segeln 6 Yachten gleichzeitig los!! Noch 4 Stunden bis Lipari! Der Seegang wieder aggressiv, sehr unruhig. Es hätt‘ uns grad gereicht nach den 10 Stunden heute…Der VOLVO ist ein braver Arbeiter, mit 2000 Umdrehungen legt er sich mit seinen 29 PS mächtig ins Zeug, die gereffte Genua trotzt dem Wind, wir hoffen noch beim letzten Tageslicht anzukommen. Um 21 Uhr fällt auf 7 m Wassertiefe vor dem Hafen in der stark welligen Bucht unser Anker. Noch 5 weitere Yachten schwojen mit heftig pendelnden Masten imn der Dünung, die Schnellfähren und Motoryachten verursachen mächtig Schwell …
Lipari
Nach 30 Minuten speisen wir im wackligen Cockpit: die letzten griechischen Spaghetti, alla arrabiata, con olio aglio ( ich fritierte Knoblauchscheiben und Chili-Samen im Wok)…
Müde …Um 1 weckt mich böses Bauchweh. Die erste Diarrhoe….Fieber…Ich schlaf auf Gerhards ruhiger Koje den Rest der Nacht, denn überm Kiel im Salon schaukelt es nicht so heftig. Der Skipper ruht und wacht auf der mit Brettern auf 70 cm verbreiterten Cockpit-Sitzbank mit 5 cm-Luftmatratze, das Echolot ist auf „anchor watch“ eingestellt, das die Tiefenveränderungen mit Warn-Pieps meldet.
Eng_und_romantisch
Am Morgen paddeln wir an Land. Die Touristenstadt umwirbt uns heftig…Keramik, Lava-Schmuck, Mode, Kapern in Salz, Früchte aus Marzipan, paradiesische Obst-Stände, köstliche duftende Brioche, Kuchen, Krapfen, Cornetti, reizvolle Cafés in engen Gäßlein, hoch oben die Burg.
Paradiso_dei_frutti_di_lipari
In einer barocken Kirche ist eine moderne Kunst-Ausstellung! Der junge 1981 geborene Künstler ist sehr mitteilsam, will in Berlin ausstellen. Interessante, provokante Kunst, originell:
info@danielefortuna.com    Wer will, kann ja mal rein schaun.
Kunst_in_der_kirche_daniele_fortuna_29
Die Bilder

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