Unsere erste Meerfahrt nach 80 Tagen Flußfahrt auf der Donau!

Von GERDI (wie auch fast alle Stadtbilder und die Meerbilder)

Hier die Bilder von den Stunden auf dem Meer: Klick hier

Mit großer Freude sahen wir unserem 1. Tag „auf See“ entgegen. Traumhaft sanft begrüßte uns um 6 Uhr früh die rote Sonne wie ein Feuerball… Der Melonenhändler erwachte neben seinem Kahn unter der Weide und winkte uns noch lange nach… Erwartungsvoll näherten wir uns dem offenen Meer… wir hörten es schon im Kanal gegen die Steine donnern…wir konnten es riechen… der Pelikan war wie ein Abschiedsgeschenk der Donau… Gänse zogen im Keil am Himmel, immer neue Vogelflugscharen… die letzten Bojen… und dann hat uns das Meer wieder: nach 3 Jahren sind wir zurück im Element unsrer Langzeit-Törns, wie 2009,2010,2011. Uns erfüllt große Freude, als die langen Wellen den Bauch unsres Schiffes erfassen und gleich hin und her wiegen. Der Seegang nimmt zu. So sind wir es gewöhnt. Stumm vor Glück genießen wir unter Segeln die Fahrt ins Nichts. Endlich wieder weiter Horizont, ganz weit weg die Kimm. Kein Schilf begrenzt den Blick, kein Ufer engt die Fahrstrecke ein. Wir werden wieder vom Wind getrieben, raumer Wind. Warm. Angenehm… Mittags gibt’s Melone. Jeder hängt seinen Gedanken nach… Sehnsucht nach dem, was kommt… Inseln, blaue Buchten…

Blauwasser und Salzmeer Kunststücke neben der EOS Mein Schatz am 1. Meerabend

Um 13 Uhr kommt der Wind voll gegenan und wir bergen die Genua. Den Rest des Tages hilft uns der Volvo… Gegen 17 Uhr erblickt Gerhard den ersten Delfin, es werden 2, 3,4, am Ende wohl 7. Manche sind erstaunlich groß, sie tauchen direkt neben dem Rumpf auf und springen im Duett und Trio vorm Bug, überholen uns, rasen auf der andren Seite von hinten heran… eine ganze Stunde vergnügen sie sich mit dem großen weißen EOS-Bauch. Herrlich. Leider kann ich das Video nicht hochladen in den Blog…

Wir verspeisen den letzten Rest des himmlischen Schweinebratens vom Abschiedsessen in der Donau… dann bietet sich uns ein Schauspiel, das Segler nie satt haben: der rote Sonnenuntergang, in dem die Sonne im Meer versinkt. Genau gegenüber der versinkenden Feuerkugel erhob sich groß und silbern der riesige Vollmond!!! Eine lange Lichtstraße glitzert auf dem nächtlichen Meer… Traumhaft. Es zieht sich hin mit dem Ziel CONSTANTA, wir fahren ab 21 Uhr auf die Lichter der Stadt zu. Port TOMIS… Mitternacht. 18 Stunden und 160 km sind wir seit Sulina gefahren.

Fast unscheinbar blinkt ein höheres grünes Ansteuerungslicht, daneben rot und grün. Ich steuere vorsichtig hinter die mit Betonkegeln bewehrte Mole, wohl gegen die Stürme. Dann legt sich der Seegang und wir suchen an der Kaimauer hinter einem Fischer einen Liegeplatz, binden die EOS zum ersten Mal an richtigen Pollern fest. Eine rumänische „Autorität“J mit Uniform begrüßt uns und will auch jetzt um Mitternacht alle Papiere sehen. An Land Jazz, Didjeridoo, Trommeln. Bis um halbdrei am Morgen. Früh um 9 ordentliche Anmeldung, 4 Seiten Vertrag mit Stempel der EOS und von der Behörde. Wir bekommen einen neuen Liegeplatz angewiesen am Ponton. Dort gibt es Strom und Wasser… und- oh Wunder- auch Internet an Bord. Suuuper. Mal am Salontisch Blog und Mails tippen und gleich versenden samt Fotos.

Jetzt die Bilder von Constanta, Klick

Nachmittags repariert Gh. die abgebrochenen Angeln an der Clo-Brille des kleinen Schiffs-WC… Dann spazieren wir in die Stadt. Marode wunderschöne alte Fassaden, teils barocke Verzierungen, teils klassische Säulen, meist verfallene Balkons, kaputte Fenster, bröckelnder Verputz, brechende Treppenstufen, herunterhängende Balkongeländer… Zigeunerkinder betteln, bieten rote Rosen an, üben Krieg mit Stöcken…Mit Geld und Spendern wäre das eine wunderschöne Altstadt, wie Prag, Dresden oder Odessa.

Nacht in Constanta (2) (1500x1125)

Wir bummeln. Wir staunen. Wir hoffen – für Rumäniens Mut und Kraft zum Wiederaufbau all der schönen Bauten, oder doch eines Teils der Altstadt. Die Promenade hat bereits eine neue Pflasterauflage, die Treppen sind neu vorm schloßartigen Prachtbau, aber das ehem. Casino ist noch am Verfallen. 200 Gäste konnten da früher auf der Empore dinieren und Champagner genießen… vorbei. Die Moschee steht fast brüderlich neben der kath. Und der orhodoxen Kirche. Der Muezzin rief schon zweimal mit lautem Gesang… Allah akbar, Gott, de Erhabene ist groß… (Meiner auch!)…

Der Muezzin ruft Allah akbar

Zum Ausklang des Tages sitzen wir noch mit einer Flasche kühlem Weißwein (von der Donau) in einem Hafenlokal und müssen dann um die mit einem Fahrradschloß versperrte Ponton-Gittertür klettern, um zu unsrem Schiff zu kommen. Vollmond, Sternenhimmel… Unser 2. Teil der Reise hat begonnen.

Wein aus der Region (1500x1125)

Die Karte mi unserem Standort: Klick

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