7 Sumak, Dill und Paprika für Köfte, Gurke, grüne Bohnen

Ankertage, Zeit zum gut Kochen an Bord. Im Schlauchboot bringen wir unsere Rucksäcke an Bord mit frischem Gemüse, köstlich. Mal bereitete ich ganz frische Bohnen zu ( Fasulj heißen sie- wie im Griechischen), mit deutschem Bohnenkraut, türkischem Olivenöl, Zitrone-5 Minuten im Fissler-Drucktopf.

Bohnen

Bei unsrer Wanderung fand ich an einer Mauer meterhohen saftigen Dill, der uns den Gurkensalat delikat würzte. Die kleine Straße führte uns zuerst ca. 3 km am Meer entlang, eine gepflegte Promenade, links die Appartementhäuser und Tavernen unter schattigem Weinlaub, umblüht von Oleander, Bougainvillea, violettblauen großen Winden-Trichter-Blüten. Vor einem Haus war meterweit Salbei zum Trocknen ausgebreitet, mit lila Blütchen duftete der Thymian am Straßenrand.
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Rechts bot sich ein umwerfendes Panorama aufs weite Meer zu den buchtenreichen Küsten dieser Peninsula, dieser traumhaften Halbinsel am südwestlichen Ende der Türkei. Wie auf einem Gemälde – ebenso schön wie der Blick von den Hügeln auf Bodrum! Gulets vor Anker, weiße Segel der Yachten auf der Suche nach einem der vielen Ankerplätze vor Bozburun…! Am Dorfende die Krankenstation, der Friedhof, ein Möbelgeschäft, die Moschee und die Tankstelle. Auf den Brachflächen zwischen den kleinen Häusern sind große freilaufende Hühner braune, schwarze-weiß gesprenkelte wie Perlhühner, stolze fast gans-große Gockelhähne, viele Junghühner, angepflockte Geißen mit ihren Zicklein, Schafe, deren frisch geschorene Wolle Frauen am Boden hockend zupfen zum Spinnen. Haushoch immer wieder die riesigen Gerippe halbfertiger Gulets, daneben der Kiel im Gebüsch. Zwischen modernen Appartmenthäusern plaudern Frauen mit weißen Kopftüchern fröhlich zusammen im bergenden Schatten ihrer Mandelbäume, Mistelbäume und Stein-Eichen.
Wir wandern am Rückweg die hochgelegene kleine Straße am steilen Hang entlang, immer mit schönem Blick hinunter aufs Meer! Nach 7 km erreichen wir Bozburun, kaufen kleine längliche grüne Paprikaschoten, Nektarinen und beim Metzger Rinder-Hackfleisch. Er verschätzt sich, es sind 800 g! IAuf der Terrasse des „Apéritif“ trinken wir bei fanzösischer Chanson-Musik Wasser+Bier. „Je t’aime“ aus dem Jahr 1966! Schmachtende Rumba- u. Tangomusik. An Bord beginne ich sogleich mit dem ganzen „Programm“ des Kochens der 4 Gerichte! Alles muß gut geplant sein bei den geringen Abstellflächen und den max. 2 Gasflammen.
Arbeitsablauf Kochen eines 3-Gänge-Menüs an Bord
1.Zwiebel+Knoblauch würfeln 2. Paprikaschoten u. Tomate würfeln 3. Wasser abmessen+ Salz,Reis, 4. Rinderhack würzen mit Sumac, Paprika, Pfeffer, Gyroskräutern 5. Tisch decken 6. Gurkensalat anmachen mit dem frischen gefundenen Dill 7. Große Eisenpfanne, 2 Töpfe aus dem engen Topfschrank unterm Herd rausfummeln 8. Reis kochen 9. Paprikagemüse dünsten m.Olivenöl, Knoblauch, Zitrone, 10. Fleischküchle formen für türkische „Köfte“ 11. Ca. 15 Stück braten
12. In vollen Zügen G E N I E S S E N !!! Porzellan, echte Gläser, Tischdecke, Oleanderblüten…
Wir essen typisch türkisch, aber selbst gekocht, an Bord. Sehr gut – samt Wein aus der Region.
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Und am Ende… GANZ GROSSES Geschirr- u. Töpfe-ABSPÜLEN- ZU ZWEIT. Alles sauber, nur der Duft bleibt zurück.

1.PS: Gestern hat es geregnet und es hatte abgekühlt auf 15°C.Alle Türken hatten lange Hosen an und Pullover-Winterkleidung!

Regen 2 Regen 1

Ähnliche Temperaturen könnte Erika beim Wandern zu den Kletterfelsen im ALPSTEIN-Gebirge Nähe Säntis/Schweiz auch gehabt haben.
2.PS: Gerhard erwarb einen kleinen Lautsprecher, der eigentlich auch Radio-Sender via smartphone laut spielen kann:  ! Unglaublich: sogar Bayern Heimat kann ich hören, mit Stubenmusik, Diatonischer Harmonika, Geigen, Flöten, Okarina, Zither und Harfe…)
Der Telefon+Elektronik-Laden befindet sich direkt im Gebäude der Moschee, die erst seit März 2002 steht, erst 2007 erbaute man dann auch des schlanke Minarett mit der ultra-marin-blauen Glasspitze, durch die am Morgen die ersten Sonnenstrahlen durchleuchten und das Blau fast himmlische Farben annimmt.
Wir genießen weiterhin in bester Laune unsere motor-bedingte Zwangspause wie einen Erholungsurlaub, das Schwimmen im Meer ist Wellness pur und die Ruhe sicher so heilsam wie ein Ayurveda-Seminar…( Ich lese inzw. S. 420 der 800 S. des so sprachlich so wunderbar geschriebenen Buches von Fabienne: „Noch eine Runde auf dem Karussell – vom Leben und Sterben“ des krebskranken berühmten Spiegel-Journalisten und Kriegsreporters Tiziano Terzani! Ich lese es nur an Bord, seit 2 Jahren. Aber zwischendurch las ich Romanas Buch einer Bengalin, die einen Sari-Laden in Seattle führt. Viel Tradition… viel Vorschriften im Leben- und am Ende der Befreiungsschlag: keine organisierte Hochzeit in Indien, sondern ein Bekenntnis zur „Liebe auf den 1. Blick“ .(Anjali Banerjee: „Der Hochzeitssari“, bei Weltbild)… Lesen ist Luxus…

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