6 Rund um den unbekannten Berg

EOS liegt noch am Anker und wartet auf die Ersatzteile zum Motor. Wenn wir schon auf dem Wasser nicht mobil sind, dann wenigstens auf dem Land. Gestern durchliefen wir das ganze Dorf zur Tankstelle um den Kraftstoff für den Suzuki zu ergänzen. Auf dem Rückweg nahmen wir die „Umgehungsstraße hoch über dem Dorf mit der schönen Aussicht auf das stahlblaue Meer, die vielen Gulets und das Dorf.

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Der Morgen, die schönste Zeit. Die Sonne hat die Berge noch nicht erklommen, spiegelglatt liegt das Meer, keine technischen Geräusche, nur die Vögel zwitschern, die Hühner gackern und ab und zu meckert eine Ziege. Und vor allem, die Kühle schmeichelt der Haut. Da durchbricht das Knattern des Beiboot- Motors diese Stille. MICRO EOS bringt mich in den Hafen rüber. Sonntag ist hier Werktag und alles ruht noch. Nach dem Dorf windet sich das Sträßchen höher über eine Ebene und weiter. Plötzlich wirft die Sonne einen Schatten vor mich und die angenehme Kühle weicht einer noch angenehmen Wärme. Bis zu einem knorrigen, alten Baum laufe ich hoch. Letztes Jahr vesperten Gerdi und ich auch hier.
Jetzt steige ich ab in diese Ebene unter mir. Libellen fühlen sich durch mich gestört und fliehen. Auch die braunen Grashüpfer haben Angst vor meinem tödlichen Schuh und setzen zum weiten Sprung an. Felder durchzeihen diese Ebene, getrennt durch Steinmauern. Maschinen haben diese Bauernarbeit schon vor langer Zeit unrentabel werden lassen. Die Steinmauern lösen sich auf, die entsteinten Felder werden nicht mehr bestellt und die Terrassen, die sich weit den Berg hochziehen ebenso.

Aufgegebene Felder

Was muss das früher für ein Leben gewesen sein. Jetzt stehen von den Häusern nur noch die Mauern. Auch der Pfad durch das enge Tal abwärts trug einst viele Bauern zu ihrer Arbeitsstelle. Die Steine glänzen im Sonnenlicht. Die vielen Füße haben sie abgeschliffen.

Der alte pfad

Jetzt bin ich wohl einer der ganz wenigen, die diesen Pfad hoch über dem Meer nutzen. Der moderne türkische Bauer hier knattert mit dem Roller die neue und unbefestigte Straße hoch, seine Frau als Sozia im Damensitz. Aber viele Familien ernährt dieses weite steinige und bergige Land nicht mehr.
Jetzt wieder im Dorf ist die frühmorgendliche Stille einer gelassenen Geschäftigkeit gewichen. Auf mein Schnalzen winkt Gerdi vom Schiff. Ich kehre mit der MICRO EOS zurück. Ein feines Frühstück wartet.

Und nachher das Frühstück Die EOS bei Botburun

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