20. (3) Letzter Tag in der Türkei und dann nach Griechenland

Nochmal einen Döner im Lieblings-Döner-Salonu, ein Spaziergang über den Markt in nächtlicher Auflösung. Wir geben die letzten türkischen Lire aus. Bei den Behörden waren wir gestern schon.

Ein letzter Döner im Lieblings-Döner-Salonu
Anderntags stehen wir früh auf, verlassen den feinen Hafen und uns empfängt gleich wieder der Meltimi mit Kraft. Bei den letzten türkischen Inseln reffen wir kräftig und dann liegen die kahlen Berge Griechenlands vor uns mit den Klöstern als Einsprengsel. Keine Bäume mehr.

Der Kontrast, wir sind in Griechenland
In Kalimnos legen wir mit dem Heck zum Kai an. Wir machen das nicht gerne. Der Wind bläst nicht mehr so zügig durchs Schiff und als niederes Boot sieht uns jeder vom Nachbarschiff und vom Kai auf die Teller. Ein Taxi bringt uns zu einem Kloster hoch oben am Berg über der Stadt. Ein wunderbarer Blick bietet sich und statt den Moscheen, die wir doch scheuen zu betreten, stehen die Türen der Kirchen offen und zeigen ihre etwas schwermütig schönen Gemälde auf denen keine Person ein Lächeln zeigt. Auf der Strasse kommen wir langsam wieder auf Niveau Null.

Kalimnos
Kalimnos ist eine laute, lärmende Stadt, jeder scheint hier Auto oder Moped zu fahren. Die Fußgänger quetschen sich an die Häuser und parkenden Autos. Ununterbrochen fließt der Verkehr. Stadtbusse sind mir nicht aufgefallen. Wir beschaffen eine türkische SIM- Karte. Die Installation nimmt eine gute Stunde und die Nerven des Verkäufers in Anspruch. Als wir anderntags ablegen und der Lärm hinter uns zurück bleibt sind wir froh, aber draußen warten schon die ersten Schaumkronen. Nur mit kleinem Vorsegel laufen wir über 6 Kn. Die Hälfte der Strecke geht mit Motor gegenan. Der Wind singt in den Wanten in den heftigen Böen. Erst als wir zwischen den hohen Felsen nach Vathi einfahren glättet sich das Meer. Etwas tricky gehen wir längseits an den Kai und später legt sich noch ein großer Segler mit Polen längseits an uns, benutzt uns kleines Zwergenschiff als Fender. Auch am Kaispitz ein gr. Charterboot mit jungen Polen. Viel Wind die ganze Nacht.

Nacht im Hafen
enger Naturhafen zw. Felsen: VATHI

Als sich abends die Hitze legt machen wir noch einen Spaziergang im Dorf. Da umfängt uns wieder die Ruhe. Die schmale Strasse ist eingefasst von blühenden Mauerblumen. Immer wieder zeigt sich eine der blau-weiß gestrichenen kleinen Kirchlein, im Gegensatz zu früher, geschlossen.
Am anderen Morgen, als ich gerade um 6 im Naturbecken neben uns schwimme, zieht ein vollkommen mit Menschen überladenes, kleines Fischerboot ein teilweise geplatztes Schlauchboot in den Hafen. Flüchtlinge nach einer wilden Überfahrt von der Türkei, etwa 40 junge Leute, Männer, Frauen, Kinder. Da sind sie nun in Europa. Niemand kommt, keiner begrüßt sie, nur Brot und Melone bringt die Wirtin (sie ist aus Neuseeland…) Die Flüchtlinge trocknen Ihre Kleidung an der Mauer. Stunden später, als uns ein Bauer mit seinem Auto mitnimmt, begegnen wir ihnen. Sie fragen nach dem Weg zur Polizei. Die 4 Kilometer nach Kalimnos nehmen sie zu Fuß.
Der Bauer fährt uns zu seinem Acker und beschenkt uns überreichlich mit Gemüse. Gutes und schlechtes liegt so nahe beieinander.

Die Flüchtlinge sind angekommen
Früh kamen Boote mit Flüchtlingen… 100…auch kleine Kinder…sie marschierten 4 km über die landstraße zur Stadt/Polizei in Kalymnos.
Er beschenkt und überreichlich mit Gemüse
Reich mit Gemüse beschenkt: Aubergine, Zucchini, Tomaten, Paprika, Zwiebeln…

Hier ist unsere Segelroute: Klick

Hier sind mehrere Bilder Klick

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