82 Von der Felsenbucht ins schöne La Ciotat

Ankerbucht La Moutte > Hafenstadt La Ciotat

GERDI schreibt:

Nun hat der September begonnen, das war so oft mein Schulbeginn, als Kind und als Hauptschul-Lehrerin;-)… Hier ist spürbar Saisonende, denn Franzosen und Italiener haben oft alle gemeinsam im August Ferien oder ihr Betrieb bleibt 4 Wochen zu. Die Schulkinder laufen mit Rucksack heim, Fastfood und Cola in der Hand, sie haben ja bis spät am Nachmittag Schule! Auch die Temperaturen sind nur noch so um 30°, aber die letzte Nacht vor Anker in der Felsenbucht La Moutte war kalt, bei 19° brauchten wir beide die Decke-und ich auch Wollsocken.

Bei uns an Bord gab’s gesunden griechischen Salat und Tzaziki aus Joghurt und Gurke zu Lammkeule-Scheiben vom Grill.

.Tzatziki +griech.Salat zum Lamm v. Grill

Donnerstag, 1. September: Nach sehr verschaukelter sternklarer Nacht in der starken Dünung am Anker…. begrüßt uns ein wunderschöner Urlaubsmorgen. Zum Schwimmen im nun blauen Meer nehme ich mir Zeit- es ist herrlich kühl und die Wellen wiegen einen beim Schwimmen… Die Wellen stürmen an die senkrechten orange in der Morgensonne aufleuchtenden Felsen. Ein gleichmäßiges Rauschen und Schweigen. Die netten Motoryacht-Nachbarn aus dem Hafen in Bandol fahren in die Bucht herein und fragen, ob alles gut geht mit dem neuen Motor. Gerhard putzt den Wasserrand am Bauch der EOS, der moosigen leicht-grünlichen Bewuchs hatte. Wellness für das Schiff. Nachdem wir wohl wegen der Dünung sicher am Abend alleine sind, beschließen wir, eine 2. Nacht zu bleiben, trotz Schaukelei…Schon mittags koch ich Hörnchennudeln für einen Nudelsalat.

Freitag, 2. September: unser 105. Törn-Tag

Um 9 Uhr brechen wir auf, zum Segeln fehlt heute der Wind. Wolkenlos. Wir freuen uns am Meer und der Küste, grün, viel Wald, mich erinnert es an die Adria, Kroatien, Höhe Peljecac, Hvar, Brac, Orebic, damals mit den Kindern Richtung Kotor… Schon vor 11 Uhr schwenken wir bei den großen Kränen der Werft Charlie Vivra in den weiten fast  runden Hafen von La Ciotat ein, imposant die (romanische?) wuchtige Kirche und der Turm an der Einfahrt, an der Promenade. Wir werden an die modernen Neubauten gelotst, vor den Club-Restaurants Sur les Quais, ähnlich wie in Konstanz „Steg 4“. Der Hafen erinnert an  Nizza, die Schiffe direkt vor den Häusern.

La Ciotat (2)La Ciotat (1)

Wir gehn gleich in die Altstadt zum Einkaufen beim Carrefour. Leider gibt es den Laden für Ghs Mobiltelefon-Aufladung nicht mehr, wir hatschen 2×3 km weit hinaus an den Stadtrand… Staubig, Auspuffabgase… Hier sind die Ladenzentren, Einkaufsmöglichkeiten, die Parkpätze, Kliniken, die Gymnasien, Sportanlagen, der Campingplatz, Mc Donalds, die Wohnsilos und feineren Wohnstraßen. Zurück in der Stadt kaufen wir ein Stück Schweinebraten (Sellerie u.Möhren hatte ich bereits). Dann nehmen wir bei einer jungen Chinesin vorgekochtes mit: Glasnudeln mit Mu-Err-Pilzen und scharfe Rindfleischpfanne mit Bambus und Gemüse. An Bord koche ich Basmatireis dazu.

 

La Ciotat (4)La Ciotat (5)

Die Schwüle ließ nach, so machen wir uns auf zu einem Altstadtbummel. In den engen Gassen ist es menschenleer, die schwarzen Müllbeutel liegen ordentlich zur Abholung vor den schmalen Türen. Sehr sauber auch hier, keiner wirft mutwillig oder gedankenlos was weg. Täglich hört man ab 5 die Müllautos und die Kehrmaschinen. Die Bewohner sind oft Migranten, alle Arten. Manche sitzen mit Küchenstühlen vor derEin- oder Zwei-Raum-Wohnung, mit Baby und Oma, Rollator und Rollstuhl, Kinderwagen und Laufrädle. Die heruntergelassenen Rolläden (Stahl-Jalousien, einbruchsicher)vor den Geschäften sind mit realistischen Bildern bemalt oder gesprayt, uns gefällt’s!

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Gh. hat einige Fotos  der Gemälde im Album, anschaun:-)am Artikelende!

Wir fühlen uns erinnert an die ähnlich engen Wohngassen in Venedig, Nizza, Palermo. Die Bewohner sind freundlich, einer der Maler will fotografiert werden vor seinem Werk. Bei den Kirchen öffnen sich schräge Ebenen, Plätze zum Versammeln, bei der großen Basilika wundere ich mich, daß an der Front neben dem Portal ein riesengroßes Kruzifix außen an der Fassade hängt!! Der Gekreuzigte Jesus vor der Kirche. An der andren Seite ist über dem Seiteneingang eine Madonna mit Kind, auch außen. Sonst ist die Kirche schmucklos, wie eine Trutzburg. Man sieht aber, auch nachts, daß es bunte Glasfenster sind. Inzwischen sind die Bars an der Hafenpromenade gut besetzt, man trinkt Roséwein, Longdrinks, Bière blonde. Beim MAMARA gibt’s Döner , alle 200 m raucht ein Holzofen: Pizza Au feu de  Bois, bei den Eisdielen Gelati alla Italia.

IMG_1632Wir trotten zurück zum Boot, duschen den Straßenstaub weg und dann folgt wie angeschrieben auf dem Restaurant-Schild : Café, Concert, Spectacle! Spectacle, ja…laute Musik non-stop… Hip-Hop, ausschließlich in französischer Sprache!!! Die ganze Nacht bis früh um 3 Uhr.. Vollbesetzt alle Stühle, man amüsiert sich, auch nur in reinstem Französisch, es gibt wohl keine anders-sprachigen Touristen mehr im September. Angenehm aber die Temperatur: nicht über 25°.

Samstag, 3. September 2. Tag in La Ciotat

rôti de porc

Nach gemütlichem Frühstück mit inzw. schon gewohntem frischem Baguette beginne ich, den Schweinsbraten zu zu bereiten. Zwiebel, Sellerie, Möhren, Majoran, Zimt, Senf,Pfeffer,  Paprika, 1 Tl Kümmel, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Lorbeer, Nelken, Knoblauch…Es duftet sooo lecker. Wir entschließen uns, die 2.Nacht hier zu bleiben. Und morgen vielleicht nach Cassis oder in die schmale Bucht Port-Miou, ein Wasserarm wie ein Fjord. Aber der Meteo kündigt Windstärke 6+ für Montag an… Abwägen!

Samstag: Wir blieben da, fanden um 6 abends noch einen Tunesier aus Djerba, der in seinem Obstladen Kartoffeln verkauft, tranken ein Schweppes und ein Achtele Wein in einer Eck-Bar, speisten Schweinsbraten, erkundeten neue Gassen in nächtlicher Beleuchtung. Eindeutig Date-Abend, der Samstag, die Bars vollbesetzt!

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Wir steigen die Treppen zum Quai-Restaurant oben hoch und Gh. fotografiert die EOS von oben und die Eisschlecker, deren Bank zum Hafen gedreht ist, nett. Beim Denkmal für die Stahlarbeiter der großen Werft stell ich mich dazu. Neben unsrem Schiff erstrahlt auch heute der große Kran in rot und blau im Wechsel, ein Spektakel, aber stumm. Im Club gibt es heute Salsa und Samba, durch die Scheiben kann ich dem braunen Tänzer zusehen, einfach schön…

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http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157673276213086

Hier die Fotos aus Ghs Flickr-Album: Klick

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