99 Das ging schief…

img_1982img_1983Flusskilometer 145, Cruas; in diesem schönen Hafen hatten wir früher einmal angelegt.

Vor der Einfahrt steht eine Strömung und mit äußerster Vorsicht steuere ich EOS schräg gegen die Strömung der Hafeneinfahrt zu. Wassertiefe gut ausreichend. Von jetzt auf gleich Wassertiefe „O“ und schon steckt EOS im Schlick. Eigentlich ist das nicht kritisch, aber falls unser Schiff jetzt freikäme, würde es breitseits gegen die Untiefe getrieben. Dann würde der Fluss die Regie übernehmen und wir hätten keine Möglich keit mehr, selbst frei zu kommen.

Also ist die erste Maßnahme, EOS am Ort gegen Abtreiben zu sichern. Ich schwimme ans nahe Ufer flussauf und bringe ein Tau an einem Seezeichen an Land an. Auch mit voller Motorkraft -Rückwärts bewegt sich EOS nicht. Nun versuchen wir das Schiff mit dem Tau und durch kräftiges Spannen mit der Winsch flussauf in Richtung Seezeichen zu bringen. Dort ist das Wasser etwas tiefer.  Ganz langsam bewegt sich EOS, der Bug wendet sich nach stb. Mittlerweile versammeln sich schaulustige Freizeit-Kapitäne und geben Ratschläge. Nach etwa einer halben Stunde steht das Schiff senkrecht gegen den Strom.Dadurch sitzt aber das Heck mit dem Ruder im Schlick fest.

Irgendwie müssen wir EOS schräg aufwärts wieder in Richtung Strom bringen. Wir sitzen mit dem Heck ja noch immer fest im Schlick. Ich schlage nun die Landverbindung auf der gegenüberliegenden Winsch an. Mit aller Kraft spannen Gerdi und ich das Seil mit der Winsch. Und tatsächlich, mit aller Motorkraft und Seilspannung wendet sich EOS dem tieferen Flusswasser zu. Auf einmal ist sie frei! Die Schaulustigen schalten schnell und werfen das Seil über das Seezeichen, damit wir es einholen können.

Noch ein sehr kritischer Augenblick: Kommen wir rasch flussauf ins tiefe Wasser oder treiben wir doch noch gegen die Untiefe?? Die Schaulustigen stehen starr. Wir schaffen es und sind nach einer Stunde endgültig im tiefen Wasser. Noch flattern die Nerven. So ganz beruhigen sie sich erst, als wir weiter flussauf einen herrlichen, sicheren und ruhigen Ankerplatz neben dem Fahrwasser finden. Wieder verabschiedet sich die Sonne mit roter Farbe hinter den Bergen, der Wind schläft ein und hinterlässt einen spiegelglatten Fluss. Gerdi bereitet Pilze zu und auch das Bier schmeckt wie das Essen, bestens.


Hier noch eine Nachlese zu den vergangenen Tagen: Flickir-Album mit Fotos und vorneweg Text!

Wir ankern das letzte mal auf dem Meer

Wir bereiten EOS für die Flussfahrt vor

Die erste Strecke bis Avignon

Ein ganz besonderer Platz zum Übernachten

 

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