119 Mulhouse, am Ziel einer langen Reise

Gerdi am 19. und 20.Okt.:

Wir sind am Ziel angekommen. Eine lange Reise hat ihr Ende (fast) gefunden.

153. Tag seit Korfu im Mai. 28. Flußtag…

Wir sind sehr dankbar, erfüllt von Erinnerungen, Abenteuern, traumhaften schönen Tagen, unbeschreiblichen sternklaren Nächten auf dem Meer, herrliche Ankerbuchten, viel Wind- wochenlang- bis Messina, tropenheiße Zeiten, das unterschiedliche Leben und Essen der Regionen,… die Ruhe im Fluß, der Wandel der Jahreszeiten…

Wir werden erst daheim alles verarbeiten in Herz, Kopf und Seele, all die fremden Stationen wie Albanien,  die so vom starken Wind beherrschten Strecken zwischen Ericousa und Apulien, das viele eindringende Salzwasser im Schiff, die leckeren Spezialitäten in Kalabrien, die täglich über 40° kletternden Temperaturen, Palermo mit seinen Gegensätzen, die 4 Wochen Segeln mit der Männercrew bis Nizza. Meine Rückkehr dorthin mit der erneuten Segelfreude, all die Küstenorte der Côte d’Azur…Der meuternde altersschwache Volvo, der bläuliche Rauch am Auspuff, der ganz neue Motor in Bandol, Marseille, Mastlegen mit dem Kran in St.Louis …und dann die 90 Tage am Fluß und im Kanal, das Aufsitzen auf den Felsen am Doubs, die konzentrierte Steuerarbeit genau nach Karte… Die schönen schon herbstlichen Städte der Provence! Das überraschende Lyon, Dôle,die immer engeren Kanäle… auch hier nur 0,5 m WT unterm Kiel… und auch weniger. Wir durften so viele nette Menschen kennen lernen. Edle Motoryachten, auf denen Schweizer monatelang mit jedem Komfort leben wie Dusche, Heizung, Tk-Truhe, Pedelec, aber auch eine winzige kleine Holzyacht aus Amsterdam… Immer wieder gab man sich wertvolle Tipps… Zuletzt begleiteten uns VNF-Mitarbeiter- und einer erinnerte mich so sehr an  meinen Großvater Paul Schaaf…Das Gesicht, die Sprache,…

 

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Heute sind wir nach fast 15 Schleusen glücklich in Mulhouse angekommen.

Gott sei Dank für alle Bewahrung… Ich danke auch meinem Mann, daß er mir immer genug zutraute, mir Mut machte, wenn ich am Verzagen war, wenn die EOS auf Grund fest saß… Er hatte immer Ideen, sie frei zu bekommen, mit Ankerwinsch und Muskelkraft im Beiboot, wenn ich betend im Cockpit saß und um ihn bangte.

Es hat geregnet am letzten Tag, alles im Ölzeug, mit Gummistiefeln und Wollmütze, wie richtige Fährleute eben. Ich füge nun die Bilder an von den letzten Kilometern, wo uns auch wieder der farbenprächtige türkis leuchtende Eisvogel begleitete und so viele Graureiher vor uns aufflogen… Wunder der Natur.

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Am Abend suchten wir noch einen Waschsalon auf und wuschen und trockneten die Wäsche. In einem urgemütlichen Alt-Elsässer Lokal (Vinstub Henriette) ließen wir uns ur-deutsche Gerichte wie bei der Großmutter schmecken, ich ein Schäufele gepökelt, Gerhard eine Art Maultaschen mit Bratkartoffeln.

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Heute am Donnerstag fuhr uns ein Taxi die ca. 9 km zu dem Ort, wo der Kran die EOS am Montg aus dem Wasser heben wird. Auch besichtigten wir  die Anlegestelle, hinter unserer letzten Schleuse Nr. 41 ( Nr. 42 Niffer führt nur noch in den Rhein), um am Sonntagnachmittag alles vorzufinden, auch Strom für den Heizlüfter ließen wir uns am Kai reservieren.  Montagmorgen 8.30 Kranen und Aufladen auf den Sattelschlepper , wir mit dem Zug heim via Basel nach Friedrichshafen.

Zu Fuß liefen wir fast 2 Stunden zurück nach Mulhouse, wo ich eine deftige Reissuppe in Hühnerbrühe kochte, denn es war kalt, als Gh. m it einem kräftigen Helfer den schweren Mast tiefer legte, indem er die beiden gekreuzten Maststützen  absägte und für den Sattelschlepper anpasste. In der Stadt entdeckten wir einen entzückenden Kinder-Laden. Endlich bekam ich für EMIL zwei bunte Rumba-Rasseln. Die warme Kuscheldecke aus dem nahen Geschäft ist mein Souvenir dieses Törns:

Am Abend gab’s Bratkartoffeln mit Elsässer Mettwurst….zum Schnurren des Heizlüfters, der hier „Chauffage Souffleur“ heißt:-)

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