Weltkulturerbe Kreideküste Rügen

Weltkulturerbe Ntionalpark Jasmund – Kreideküste Rügen, 11. Sept.2019

Nach der 25-stündigen Überfahrt freuen wir uns auf einen Wandertag. Vorher verlegen wir die EOS vom zu großen Liegeplatz auf einen kleineren, besser vorm Wind geschützten Platz am Schwimmponton. Nach dem pausenlosen Regen holen wir uns beim alten ehemaligen Fischkutter Räucherfisch. Lest mal seine Geschichte! Sooo frisch und lecker, an Bord verzehrt.

 

 

Dann nehmen wir in Sassnitz den (leeren) Linien-Bus zum Königsstuhl.

Kreidefelsen (Copy)

 

 

Das Weltkulturerbe nimmt einen sofort gefangen: das üppige Grün der Wälder und das frisch sprießende Gras, Löwenzahn, Brennnesseln – nach monatelanger Dürre im Osten. Zauberhaft tritt man ein in den Buchenwald mit seinen kirchhohen kerzengeraden glatten Buchenstämmen-wie „heilige Hallen“.. Vor 800 Jahren eroberte die stolze Buche die Halbinsel. 100 Moore, Bäche, Quellen nähren sie. Die Jasmundbuchen, oft 500 Jahre alt und gezüchtet als ast-armes feines Holz für Furniere feiner Möbel und Parkettböden… Nun sind sie unter Naturschutz, keine Buche darf mehr gefällt werden. Fast ehrwürdig wölbt sich das Laubdach hoch oben über den Wanderern auf den Gehwegen im Wald. Wo das Moor zurückweicht, treten Stelzenwurzeln in den Tümpeln zu Tage. Exotisch anmutend. Wir ersteigen eine alte zig-meter hohe Ringwall-Anlage aus der Slawenzeit, die sich vor einem See erhebt. „Wilde unberührte Natur und letzte Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen“- Perlmuttfalter, Sonnentau, Rotbauchunke…. 🙂 aber 1/3 der Besucher sind angeleinte Hunde.

Schließlich der Höhepunkt: die weißen Kreidefelsen vor dem blauen Meer. Wind, Wasser und Brandung halten die Kliff-Küste ständig in Bewegung. Die regelmäßigen Abbrüche lassen die Kante so weiß leuchten. Der Publikumsliebling ist die eintrittspflichtige interaktive Erlebnis-Ausstellung mit Audioguide, Welterbe-Kino u.ä.! Wir verzichten und laufen zum alten Aussichtspunkt Viktoriafelsen. Eine grandiose Aussicht. Sogar unsren riesigen Windflüglerpark sieht man von da oben!Drei ältere Lebewesen (Copy)

Der riesige Windpark (Copy)Versteckt im Wald hat eine aus sicher hier liebenswerter DDR-Zeit stammende kleine Gaststätte überdauert. Eine Matjessemmel, ein Bier. Nett…

Zurück zum Bus 3 km und zur EOS. Am Abend trotten wir im Regen zum Restaurant Kutterfisch.

 

 

Die Fischsuppe, klar und mit Muscheln und Krabben, war köstlich und die in Butter gebackene Scholle mit knusprigen Bratkartoffeln war vorzüglich. Es regnet. Unter unsrer Sprayhood sitzen wir noch und lassen den Abend ausklingen -der Vollmond ist nicht zu sehen.

Überfahrt im Sonnenschein in den Bodden bis Kurort Thiessow, Donn.12.9.

Die Fischer säuberten am Abend ihre Netze, am Morgen zeigt sich im Hafen Sassnitz die Nachsaison. Hier ist es sonst voll von Segelyachten.

 

 

 

 

Hier folgen 2 Videos:

Start zur Überfahrt zum Bodden

8.45 Uhr: Leinen los in Sassnitz, gleich 2 Reffs in Groß und Fock. 5 kn Fahrt… Seegang…

Plötzlich flattert eine junge graue Möwe überm Cockpit. Sie guckt uns an und bittet, ob sie mitfahren darf, ihr ist wohl der Wind zu stark geworden und sie wurde immer weiter abgetrieben. Sie hockt sich auf unsere grüne Persenning und versucht das Gleichgewicht zu halten. Dankbar blickt sie uns an… Wohl eine Stunde sitzt sie am Bimini, 30 cm über unsren Köpfen. Möwe Jonathan?! Wir kreuzen ein Stück raus um dann wieder auf den GPS-Strahl segeln zu können.

Dann müssen wir exakt der Fahrrinne folgen, nehmen die Segel runter und steuern kraftaufwendig an der Pinne entlang des Nationalparks Jasmund. Schutzzone. Heftige Wellen kippen den Bug fast 45° in die Wogen und werfen das Schiff wieder zurück. Seegang klingt zu sanft… Der Motor jault, das Wasser wird vorn aufgeschöpft und saust zum Heck, wo es sprudelnd wie in einer Wanne hin und her schwappt. Lärmend kämpft sich die EOS durch Gegenwind und hohe Wogen.

Von 14 Uhr bis 14.30 dauert die unruhige Partie… Dann fast wieder „zurück“ auf Kurs 62°, um zu der nun ganz schmalen Fahrrinne in den kleinen Fischerhafen im Bodden zu gelangen, sehr langsam tasten wir uns nach den Richtbasen zwischen den Bojen vorwärts… Thiessow, ein Badeort.

14.45 Uhr: Geschafft. Der Hafen bietet 4-5 Schiffen längsseits Platz, wir haben Glück als 4. Schiff und der Hafenmeister hilft beim Leinen-Annehmen. Wir spazieren zum FKK-Campingplatz, an Hunderten von schwarzen Jung-Rindern auf der großen Weide vorbei. Ein Deich zeugt von den Gefahren hier… Viele Ferienwohnungen, Gasthäuser. Ich koche eine deftige Suppe. Radio NDR Kultur! Mal wieder deutscher Rundfunk 🙂

Hier noch Gerdis Fotos: Verzeiht den Tippfehler unter den Galeriefotos… , es muß Thiessow, nicht Thiessen heißen;-(

 

 

Thiessen, Regen+Wind (5)
Links unten ist Greifswald grad versteckt
DSC_1568 (Copy)
Abschied von Sassnitz und Kreideküste

Thiessen, Regen+Wind (2) (Copy) Wunderschöner Spaziergang am Freitag, dem 13. , es hat 6-7 bft und als wir die Sandwege hoch zum kleinen Zicker laufen, breitet sich vor uns das Boddenmeer ganz weiß aus, sturmgepeitscht fliegt die Gischt  in langen Straßen von den hohen Wellenkämmen. Schmuck die Reetdachhäuser, überall Ferienwohnungen. Eine herrliche Landschaft, es soll wieder 10 000 Kegelrobben geben hier. Ein Geschenk an die Natur, dieses große Schutzgebiet.

 

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