Unter gerefften Segeln über den Bodden, bis Greifswald, 14.9.19

Aquarell am Abendhimmel, noch in Thiessow (2) (Copy)Aquarell am Abendhimmel, noch in Thiessow (3) (Copy)Abend in Thiessow, Gischt v. Sturm (Copy)

Nach der 25 Std.-Überfahrt Schweden-Sassnitz und dem stürmischen Tag im Hafen freuen wir uns auf ein schönes Segeln bis Greifswald. Um 10 Uhr Leinen los in Thiessow, der Hafen ist voller Gischt vom stürmischen Meer. Wieder tasten wir uns hinaus zwischen engen Pricken und müssen draußen gleich 2 Reffs einbinden in Groß und Focksegel. Dann aber segeln wir mit kräftigem Schub am Wind zur Ansteuerungstonne Greifswald.

Bodden-Segelüberfahrt n. Greifswald (Copy)

Beim Einbiegen kommt die blaue SY „Happy our“ der netten Leipziger vor uns.Die Happy our (Copy)

Alle Boote müssen in den Fluß Ryck einfahren, bis zur Hebebrücke mit dem Hochwasserschutzbollwerk des Fischerdorfs Wiek. Wir fühlen uns fast wie auf der Donau 2014, da fuhren wir 80 Tage im Fluß-bis ins Schwarze Meer….

Vor uns das Hochwasser Sperrwerk des ryck (Copy)

Nach 1 Stunde Motorfahrt zwischen Schilfufern finden wir gegenüber dem himmelhohen alten (eingefallenden) Speicher mit dem großen Greif auf dem Ziegelmauerwerk einen freien Liegeplatz am rechten Ufer, am Innensteg. Ein Graureiher wartet nach unsrer Anmeldung beim Hafenmeister direkt am Steg vor der EOS!

Am Boot ein Graureiher!

Mich erfreuen bunte schmale Giebelhäuser in langer Reihe, fast wie die Grachtenhäuser in Amsterdam. Vor unsrem Boot entdecken wir „slubes“, winzige Betonwohnröhren, mit Stockbett, 2 ÜN f. 2 Pers. für 135 €…seltsam. Ohne WC oder Kochmöglichkeit.

 

 

 

 

 

 

GOTTESDIENST DOM NICOLAI (1) (Copy)

Beim Gottesdienst in der großen Domkirche St. Nikolai danken wir am Sonntag für die Bewahrung auf unsrer langen Seereise. Es findet eine Taufe statt und wir alle tragen ein Fläschchen Taufwasser zum Taufbecken und gießen es ins Taufbecken,auf dem alle Taufkinder-Namen eingraviert waren. Ein schöner Brauch.

 

 

 

Die Altstadt wurde nach der Wende wunderbar wieder hergestellt, auch Plattenbauten rückgebaut. Ein Schmuckstück! Man bemühte sich beim Wiederaufbau, die Eigenart der Stadthäuser zu bewahren, mit Fensterart, alten Türen, Gaupen am Dach, mit Lagerflächen im 3. Stockwerk, mit den hohen Parterres (mit Einfahrt f.d. Pferdekutschen und Lastenfahrzeuge mit Waren, die erst im Hinterhof entladen und an Kranhaken ins Dach gezogen wurden. Die Läden klein und abwechslungsreich, keine C&A-Riesen oder Mc Donalds-Einheiten…

 

 

 

Ein Augenschmaus sind die 45 historischen Museumsschiffe am Ufer der Ryck, meist renoviert und gepflegt, viele noch im Einsatz als Fischerkutter oder als große Gaffelsegler. Die Geschichten sind aufregend, gekentert, versenkt, gefunden, von Minen getroffen, von Fischern gehoben und wieder zum Fischen benutzt. Auch in der alten Werft floh der Besitzer 1953… aber als VEB ging’s weiter und heute werden hier die schönen alten Holzschiffe renoviert und auch neue gebaut.

 

 

 

 

 

 

Beim Stadtrundgang besuchten wir auch die Kirche mit dem dicken Turm mit 4 m-dicken Mauern, genannt „dicke Marie“, die Marienkirche. Ein Wal war vor 500 J. gestrandet, verirrt im Ryck. Den malten die Bewohner an die Kirchenwand.

St. Marien, Greifswald, Backsteingotik (Copy)

 

 

Eine köstliche Matjessemmel oder warmgeräucherter Lachs mit knusprigen Bratkartoffeln im Fischkutter „Schwalbe II“ ersetzte uns täglich das Mittagessen. Dann fegte stürmischer Wind über die Stadt, es hagelte und regnete… Schwere Sturmböen meldete der NDR, Bahnverkehr teilweise lahmgelegt… wir werden 3 Tage hier ausharren und erst Freitag weiter segeln können…

Am Mittwoch werden wir eine Stadtführung mitmachen und ein Orgelkonzert mit Bach und Rheinberger in der Marienkirche besuchen. Ihr gotischer Altar besteht aus 60 verschiedenen Hölzern, deshalb bleibt sie unbeheizt, auch im Winter. Wunderschön die Wandbemalung in frischen Farben, spielerisch, romantisch, ähnlich der Kirche in Überlingen.

Ein Kommentar zu „Unter gerefften Segeln über den Bodden, bis Greifswald, 14.9.19

  1. Heut hab ich eure Blogmails von den letzten Etappen gelesen.
    Und irgendwie spüre ich Freude und Erleichterung in mir, daß ihr diese lange Reise bis hierhin
    gut und gesund gemeistert habt. Ihr könnt mächtig stolz auf euch sein! Hut ab!
    lb. Gr. Vroni

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