Ein Hafen voller alter Schiffe

Wenn ich unsere EOS mit den Schiffen im Museumshafen von Greifswald vergleiche, ist sie mit 45 Jahren eine „reife Dame“, aber bei weitem noch keine „alte Dame“ wie sie hier in Greifswald am Ufer des Ryck liegen. Sie sind zwischen 60 und 100 Jahren alt, aus Holz oder Stahl. Die meisten dieser Schiffe waren ehemalige Fischerboote. Es ist nicht einfach, diese alten Schiffe zu unterhalten.  Dauernd stehen Arbeiten an: Streichen, Lackieren, Planken oder Spanten erneuern, verschlissene Teile ersetzen. Einige dieser Schiffe gehören (wohlhabenden?) Eignern, andere einem Verein. Auf manchen Schiffen werden Ausfahrten angeboten oder sie dienen sozialpädagogischen Zwecken. Irgendwoher muss Geld für den Unterhalt kommen.

Kaum eines der Schiffe ist noch original. Die meisten wurden irgendwann und öfter den neuen Zwecken angepasst und verändert. Auch die Bootsgeschichte lässt sich durch die Wirren der Zeit oft nicht mehr feststellen.

Die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchungen beschäftigt sich immer wieder mit Unfällen dieser Schiffe. Kein Wunder, es fehlt doch manchmal an Geld und an professionellen Bootsbauern. Darum musste sich vor wenigen Jahren auch diese Art von Schiffen engeren Regeln unterwerfen.

Da liegt z.B. die NORDWIND, ein ehemaliger Haikutter, Baujahr, 1919. Die Werft erstellte ihn damals in 1 ½ Jahren aus Holz. EOS liegt gegenüber bei der Hanse-Werft. Diese erstellt moderne Kunststoffschiffe ähnlicher Größe in 1 ½ Monaten. Oder die stählerne JAN HUYGEN aus den Niederlanden, Baujahr 1908. Eine 35 m lange Tjalk mit Seitenschwertern, für flache Gewässer geeignet. Wir sahen sie in Sassnitz anlegen und der Skipper hat in diesem engen Hafen ein hervorragendes Anlegemanöver hingelegt.

Der Niedergang der Fischerei und dann die politischen Wirren führten zur Schließung auch der letzten Werft in Greifswald. Nachfolgend entstand dann die Museumswerft, eingetragen in die Denkmalliste der Stadt und betrieben von einem Verein. Die Werft stellt Maschinen, Geräte und Flächen zur Verfügung, für die die Eigner der Traditionsschiffe sicher sehr dankbar sind.

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