116 Neun Stunden anstrengende Steuerarbeit in der seichten Fahrrinne + 10 Schleusen

Gerdi schreibt, müde, am Freitag, 14.Oktober, nachts

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Alle Schifflesfahrer mußten 1 Tag abwarten, bis ein Fachmann die defekte Schleuse repariert hatte. Dann kam die Erfolgsmeldung der Éclusière-Dame: Vous pouvez aller!

Da wir am Abend von den andren Flußfahrern gehört hatten, daß der Hafen, in dem die EOS 2009 und 2011 noch rasten konnte, nicht mehr anzufahren sei wegen Versandung, hieß das. aufstehen um 7! Frühstück im Halbschlaf und Start um 9. Ablegen von der Tasco, dem edlen großen Motorboot der Schweizer aus der Nähe von Basel! Statt 14 km mußten wir 32 km schaffen, was durch die so langsame Fahrerei wegen der seichten schmalen Fahrrinne und und der je 20 minütige Schleuserei einfach unheimlich lange dauert.

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Gerhard steuert im Fluß.. abenteuerlich glotzen mich die bemoosten Steine knapp unter Wasser an, umspielt von meterlangen im Wasser schaukelnden Schlingpflanzen, Seerosen und umgefallenen Laubbäumen. Wie schön,mal eine andre lebendeKreatur zu sehen am Ufer außer bedrohlichen Felsen im Wasser: Gänse, Kühe, Eisvogel, Graureiher…

Furchterregend zeigt das Echolot die geringe Wasser-Tiefe unterm Kiel an: 0,6…0,5..0,4 Sofort Rückwärtsgeben… Gang raus, neue Möglichkeiten austesten. Es ist nervig… Es strengt an… Dann die nächste rote Ampel der Schleuse vor uns im wolkenverhangenen Ausblick… Fernsteuergerät raus und beten, daß es das Signal auch sendet… Oft muß man auf 40 m ranfahren, wo dann kaum Schiffsbreite herrscht beim ca. 8-10 minütigen Warten auf viel zu geringer Wassertiefe. Erlösend, wenn dann das rot+grün+Blinklicht erscheint und ich bald im Schneckentempo einfahren kann, nachdem sich gemächlich die 2 riesigen Stahltore geöffnet haben. Mittags rühre ich Quark mit Zitrone, Ruccola+Knoblauch zu einem leckeren Aufstrich… das Brot ist frisch vom Bäcker, (der um 8 zum Campingplatz kommt!)

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Gib eine Beschriftung ein
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Dramatisch nahe der Doubs mit dem Wasserfall neben der Schleuse
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Leine am Bug belegen…
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…und Pinne extrem einschlagen.. Vorwärts, die ganze Schleusendauer lang…

Wir haben eine professionelle Art des Schleusens gelernt: Schiff nur an 1 Leine vorn am Bug fixieren (da muß Gh. nicht die glitschige Leiter hochklettern und ganz oben in 4 m Höhe Seil an die Poller legen u. ich muß nicht mühselig ständig die Seillänge nachjustieren. Dann Gas geben: vorwärts fahren und dabei die Pinne maximal einschlagen „Bug weg von der Schleusenmauer“. Ein großes Dankeschön an Hilde, die Amsterdamerin von dem wirklich kleinen niedrigen Motorboot „Amsterdam“. Famos, wie die mit ihrem fröhlichen Engländer diese ganze Tour ab Amsterdam meisterte!!! Und nun zurück, einfach eine abenteuerliche Weise, 4 Monate am Fluß zu leben (Wohnungen vermietet, von der Miete den Törn finanzieren) Kompliment.

Eine Schleuse nach der andren… Einmal schleusen wir zu dritt, 1x und nie wieder, die EOS machte Sprünge im einschießenden strudeligen Wasser….!!! Interessant die Schleusen-Namen: Baumes. les Dames…Hyère-Magny, Haux de Clerval…Clerval…Île sur le Doubs…Mühsam ist die andauernde Konzentration, kaum einen Moment kann man auf die Landschaft blicken. Wolken hängen tief, es regnet, also Ölzeug, Gummistiefel, Handschuhe, Mütze, …und naß alles im Cockpit. Wäre nicht der Hafen Clerval versandet, könnten wir um 13 dasein. Aber so dauert es bis um 18 Uhr, 9 lange Stunden da draußen im Regen…Erst kurz vor der Dunkelheit legen wir am Kai in Îsle sur le Doubs an, oder fast, auch hier sumpft der Kiel unten im Schlamm… Aber Gh. kann eine Leitung legen und wir haben Strom für den Heizlüfter. Da kocht schon meine Hühnersuppe, denn ich begann zwischen den 2 letzten Schleusen Gemüse zu schnippeln. Dann brauch ich un-be-dingt eine heiße Wärmflasche unter den Eisfüßen. Gh. bereitet liebevoll den Nachtisch vor: sonnengereifte Mandarinen aus Spanien… Romantisch sieht’s heute nicht aus im Salon: überall hängen unsre nassen Klamotten zum Dörren…

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Ein voller Autozug bringt doppelstöckig die Autos aus der Renault-Fabrik zu den Autohäusern…

img_2505img_2508 Während ich hier um 22.30 Uhr den Blog in mein surface-Notebook tippe, sinkt der arme müde Kopf des Käptns aufs Buch. Gute Nacht.

 

 

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