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Autor: Gerhard
1. Preveza Marina
Samstag, 7.Mai 2011: Gerdi
Herzlich willkommen allen unseren Lesern,
den treuen blog-Lesern seit 2009 und 2010,
und den neuen, die unser „Logbuch“ von Mai bis Ende Oktober mitlesen möchten!
Ein Extra-Gruß u. Dankeschön 🙂 an Michael u. Vroni von der DUNAREA!
Dann- so oft mit großem Sicherheitsabstand umsegelt!! – Albanien. Danach Korfu, Paxos, Ambrakischer Golf mit seinen Inselchen, Lefkas, PREVEZA. Viel Wind bewegt das Meer, herrlich. Um 16 Uhr OEZ erreichen wir im Taxi die Marina und die Eos strahlt in weiß und rot, sie glänzt und blitzt zur Begrüßung! Skipper Gerhard hat sie fleißig vorbereitet! Wir klettern die Leiter hoch und endllch sind wir wieder da!! „Daheim“! Der 1. Ouzo an Bord: „Auf einen guten Segeltörn, unfallfrei, und unter Gottes Segen!“
Dann folgen 4 Stunden Einräumen…Es heult, singt, jault und pfeift in den Wanten …Viel Wind hier in der Bucht vor Preveza.
Um halbneun bummeln wir bei 20° in Sandalen aber mit Pulli 😉 zur Taverne und lassen uns eine Moussaka und ein Mythos-Bier und Retzinawein schmecken.
Müüüüde …seit 5 sind wir auf den Beinen.
Erikas sms als Gutenachtgeschichte erfreut: gr.Bergtour auf den Hohen Ifen (mit dem Zelt und dem neuen Objektiv zur Cannon Kamera!!!) Muttertag, 8.Mai 2011 GERDI
Gerhard streicht das Unterwasserschiff mit Antifouling-Spezialfarbe gegen Muschelbewuchs. Fein, der Wind ist mäßig.
Karges Frühstück, erstesTeekochen an Bord: Der alte Optimus-Petroleumkocher funktioniert. Ein Lob dem optimistischen Tüflter und geduldigen Ersatzteileinbauer Gerhard.
Putztag. Skipper außen, Bordfrau innen. Teakdeck, Bordwand, Fenster(gelb vom Saharasand!), alle Schapps, Schubladen, Ledersofas,Boden, Topfschrank, Navigationsecke, WC, Schrank, Betten…
Alles lüften, Ankerkasten reinigen, 50 m Kette einfüllen, Fockschot einziehen, etliches entsorgen, weg mit dem unnötigen Ballast.
Um 1/2 3 ist Kaffeepause mit meinem selbstgebackenen Nusskuchen! Wir beide sind glücklich, alles ist bereit, morgen um 11 wird die EOS im Travellerlift hängen und zu Wasser gelassen.
Und dann geht die Reise auf dem Meer wieder los, zum 3.Mal. Ganz ökologisch: fast nur mit SOLARSTROM UND WINDKRAFT– wohl nur 1/5 der Reise rattert der Motor!
Unser Tempo? 3-6 kn= Seemeilen/Stunde, 6×1,852km= 11 km/h, also so langsam wie ein gemütlicher Radler…
Bis bald!
6.Mai 2011. Vorfreude auf unsere EOS
Bald sind wir wieder am Schiff…Es ist Freitag, der 6.Mai!!! Morgen fliegen wir gen Süden.
Am 9.Mai, unserem 30.Hochzeitstag wird die EOS zu Wasser gelassen….
Der 3.Langzeittörn beginnt!
Grad heute war noch ein Redakteur von der Schwäbischen Zeitung bei uns daheim zum Interview.
Am Samstag, den 7.Mai wird ein halbseitiger Artikel erscheinen. Um 15.30 landen wir in Preveza,GR.
Wer will, kann ja mal im Internet nachsehen..
(schwaebische-zeitung. Friedrichshafen/Lokalteil)
Abenteuer Hin- und Rückreise des Skippers
Abenteuer eines Kurz-Besuchs bei der EOS
In der 2.Aprilwoche reist der Skipper nach Griechenland! Das neue Roll-Reff-Segel, das in den (waagrechten, beweglichen) Baum gerollt werden kann, um es bei Starkwind “kleiner” zu machen, wird geliefert. Noch liegt es in Thessaloniki…Also fährt Gerhard nach Stuttgart, fliegt nach Athen, landet um 1 nachts, wartet bis 5 früh auf den Flieger nach Korfu, erwischt die Fähre ans Festland nach Igoumenitsa, verpaßt wegen der Warterei beim Ticketkauf den(letzten) Bus…braucht eine Taxifahrt für die ca.100 km nach Preveza!…..Beim Auspacken stellt sich heraus, daß wohl der Rucksack “aus großer Höhe” runterfiel, zwei Tupperware-Dosen sind zersprungen, der edlehandgefertigte Messingtank für den Nostalgiekocher ist zerbeult, die Anschlußrohre verbogen….Pech. Schwamm drüber.
Planmäßig trifft das neue Großsegel der Firma “Toppreff” ein, ( übrigens wie die alte Fock genäht von Segelmacher Pfeiffer in Meersburg!), und die präzise Lochbohrerei gelingt (mit dem Handbohrer!! 40 Löcher!!)…Eine neue rote Großschotleine und Falle werden eingezogen und unter der Sprayhood ins Cockpit verlegt. Künftig muß der Käptn nicht mehr bei Windstärke 8 am Mast oben an Deck rumturnen und das große Segel bändigen und mit Schleifchen die Tuchfalten “einbinden”…Es läßt sich nun vom Cockpit aus reffen.
Gründlich wird das Deck und der Kajütaufbau aus Mahagoni gereinigt und der Rumpf poliert. Das Unterwasserschiff wird 1x neu mit Antifouling gestrichen. Das 2.Mal erledigen wir im Mai…
Die Heimreise wird nochmal ein Abenteuer:
Mit dem Bus fährt Gerhard nach Igoumenitsa, von da 600 km mit der Fähre nach Ancona in Süditalien,Ankunft mit 45 Min. Verspätung. So versäumte er leider den Zug nach Zürich. Es gab eine gr. Hilfsaktion mit nächtlicher Internet-Suchenach einem Ersatzzug (danke an Martin in Augsburg)… dann war klar: Konstanz als Ziel geht nachts nicht mehr, aber St.Gallen,St.Margarethen. Um 00.18 Uhr traf der letzte Zug nach Mitternacht in Bregenz ein, von dort kein Anschlußzug mehr. Gut, daß die Ehefrau da schon von der Nürnberg-Zug-Reise zurück war.(Besuch beim Vater, fast 90 J. alt!)…Also einsame Solo-Nachtfahrt nach Österreich und im Auto zu zweit heim nach Eriskirch. Ein Bier um 1 nachhts…
Nach einer kurzen Nacht begrüßte uns ein Wonne-Morgen, Sonne, blauer Himmel, ein zauberhafter Palmsonntag mit üppig blühenden Kirsch-, Birn- und schon ersten rosa-weißen Apfelblüten !!! Der Flieder öffnet seine lila Blütendolden, die Magnolien verblühen, die Kastanien zeigen ihre Kerzen! Nun naht Ostern, erstmals “alleine” – ohne Kinder! Keine 5 Osternester verstecken, den Strauß mit den selbstbemalten Eiern gibt’s trotzdem. Und Lammfleisch vom Biobauern. Und Hefeteig-Häsle und den Osterzopf mit dem roten orthodoxen Ei……Am Karfreitag die „Passion“ mit gr.Chor, Streichern und Orgel in der Schloßkirche…50 km-Radtour ins Hinterland…
Erika wird mit unserem Auto 5 Tage verreisen und im Tessin am Lago Maggiore auf einer Alm mit Ziegen 2 Nächte bei der Sennerin hausen und mit der Studienkollegin Bergtouren machen…Jojo wandert mit S. auch zu einer Hütte. Und Martin u. Luci freuen sich schon auf den Urlaub ab 9.Mai: Insel-hopping in den östlichen Sporaden, den griech.Inseln zwischen SAMOS und KOS.
Wir werden bald mit unsrer EOS das endlich “freie” Albanien “ansteuern”. Gerhard ist schon mal des Nachts mit der Fähre vorbeigefahren…5x sind wir bei unsren früheren Segeltörns(1983-91) mit Sicherheitsabstand von 25 Seemeilen vorbeigesegelt…
Nicht mehr viel Zeit an Land hier. Am 7.Mai geht’s los. Die Haushüter sind bestellt, der Nachsendeauftrag bei der Post wird gestellt…Erika wird in Schweden als Führerin bei Rucksackreisen wandern und Kanu-Fahren…Mal sehn, ob sie uns auf Korsika besucht anschließend…Sie liebt ja das Segeln bei viel Wind …
Die hinterste Ecke der Marina
Das Ufer gegenüber von Preveza ist bewaldet. Allerdings nicht mit Bäumen sondern mit Masten. Drei „Marinas“ beherbergen hunderte von Jachten. Im Winter stehen sie an Land und im späten Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und sich die Winde mäßigen, dann lichtet sich dieser Wald. Wie schwere Käfer wandert ein Schiff nach dem anderen, getragen von Spezialfahrzeugen zum Wasser. Es erinnert auch an junge Schildkröten, die zu bestimmten Zeiten, wenn sie geschlüpft sind, dem Meer zustreben. Nicht alle dieser Yachten beteiligen sich an dieser „Wanderung“. Aus irgendwelchen Gründen bleiben manche Jahr um Jahr an Land, die Zeit nagt an ihnen. Da sie Platz versperren werden sie immer weiter nach hinten verbracht und wenn sie unansehnlich geworden sind, dann sind sie im hintersten Eck der Marina angekommen
Manche ehemals schönen Schiffe schaffen die Rückkehr, jemand erkennt „die inneren Werte“, kauft das Objekt für wenig Geld und wandelt es zur früheren Schönheit zur??ck. Dazu ist viel, viel Mühe notwendig. Die CAROLA aus Duisburg hat das Glück.
Es ist wie mit Alkoholikern, manche schaffen die Rückkehr, manche nicht.
Ein Schiff zu entsorgen ist teuer. Die Besitzer zahlen nicht und sind meist auch nicht mehr aufzufinden. Dem Schiff sind Freundschaft und Zuneigung verloren gegangen. Auch Menschen verkommen, wenn ihnen keine Zuneigung entgegengebracht wird.
Im Laufe der Jahre nimmt die Natur Besitz von ihnen. Zunächst wachsen ringsherum Gras, bunte Blumen und Büsche, dann grünt es in den Ritzen und auf den Planken, Holz modert, Eisen rostet und löst sich auf. Nur nichtrostender Stahl bewahrt seinen matten Glanz inmitten allem Vergänglichen,
Wer weiß, was sich hinter jedem einzelnen dieser Yachten für Schicksale verbergen. Große Freude am Anfang, später Krankheit, Geldmangel, gescheiterte Partnerschaften?
Ich besuche gerne diese Ecken, wie jetzt im Frühjahr, wenn es rund um diese traurigen Objekte grünt und blüht. Verfall und Erneuerung gehen ineinander über. Und dann kehrt man wieder zurück zu den schönen Schiffen und zu den Frauen und Männern, die an ihnen arbeiten und stolz auf IHR Boot sind.
In Preveza, wieder bei unserer EOS
Große Reisen bedürfen der Vorbereitung.
Das 4m lange und 40 kg schwere Paket kommt wie vereinbart am Montag den 11. Mai in Preveza an. Aus dem Kokon schlüpft ein neuer Großbaum mit Segel zum Einrollen. Jetzt brauche ich mich zum Reffen bei viel Wind nicht mehr zum Mast begeben, um mit viel Mühe und Gefahr das Segel zu bändigen. Ein paar Mal an 2 Leinen ziehen und – schwupp – ist das Segel kleiner(„gerefft“) oder ganz eingerollt. So soll es sein.
Auch eine neue Schot zum Bedienen des Segels steigert den optischen Eindruck. Sie ist neuerdings rot!
Nach beendeter Arbeit war als Belohnung eine Dose MYTHOS, „the best beer of greece“,(steht auf der Dose) fällig
Auch wenn wir das Schiff im letzten Herbst sauber verlassen haben, stehen doch immer einige Arbeiten für die neue Saison an, z.B. Abdeckplane waschen und verstauen, Sonnendach aufstellen, Bordwand und Kajütaufbau waschen, polieren und einwachsen und noch einiges mehr. Morgen will ich das Unterwasserschiff mit bewuchshemmender Farbe streichen. Und jetzt werde ich ins Restaurant der Marina gehen und zu Abend essen. Die letzten Tage habe ich fast ausschließlich von Spagetti, Pesto, Thunfisch und Zwiebackresten vom letzten Jahr gelebt. Die Stadt Preveza ist zwar nur einen Kilometer weg, aber dazwischen ist ein Meeresarm. Man ist auf das Shuttle der Marina angewiesen. Es fährt um 10 durch den Untermeerestunnel und um 12 zurück. In den nächsten Tagen fliege ich wieder nach Deutschland und dann, am 7. Mai geht´s für Gerdi und mich wieder weiter. Die EOS soll durchs westliche Mittelmeer und die Flüsse und Kanäle Frankreichs wieder heim an den Bodensee kommen.








