Noch einmal „Segeln-satt“ und Ankern am See: FN-Hard-Lindau-Hagnau-Bodman-FN

Lest unsre beiden Blog-Beiträge 🙂 Click auf:

http://gerdi-geschichten-daily.com/2014/06/03/noch-einmal-segeln-am-bodensee-die-donau-ruft-und-das-meer/

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Am Heck der kleinste aller Außenborder! Fürs Schlauchboot.

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Frühstück im Cockpit mit Morgensonne,Bodman Ried, 9°C, Wasser 14°C

LED-Glaslampe+ÖDP-Windrädle
LED-Glaslampe+ÖDP-Windrädle

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Die EOS im SMCF-Hafen
Die EOS im SMCF-Hafen

Noch 8 Tage…. dann kommt die EOS an den Kran und „landet“ auf dem Tieflader!! Mit gelegtem Mast… ab auf die Straße. Nachtfahrt 12.6. bis Kelheim. Dann ab in die DONAU! Der Skpipper reist im Zug an. Die 2-Freunde-Crew kommt im Auto. Crew-Wechsel nach 850 km in Budapest, dahin fahre ich im Zug…Ab da sind wir zu zweit allein auf den nächsten 1600 km reiner Motorfahrt. Bei Einbruch der Dämmerung muß man ankern im Strom. Nachtfahrt verboten, nur die vielen Flußkreuzfahrt-Schiffe dürfen dann noch fahren.

Die Eos trainiert am Bodensee

Palmsonntag:

3 Tages-Törn zu zweit: 12.-14.April. Schon 17 Tage waren wir mit dem Schiff draußen im jungen Jahr 2014.  Diesmal haben wir 2x vor Anker übernachtet. Der See hat 9 °C, die Luft ca. 12°-15°. Wir segelten hinter die Mainau. Friedlich, keine Touristen, wenig Segler. Nach ruhiger Nacht kreuzten wir rüber zum Schweizer Ufer, auffrischender Wind… in Arbon fällt der Anker. Ich bediente zum 1. Mal die elektrische Ankerwinsch!

Am Montagmorgen sahen wir schon beim Frühstück im schaukelnden Schiff: alle Ufer blinken orange! Starkwindwarnung. Wir gingen um 10 Uhr unter Segeln Anker auf und mit 2 Reffs preschte unsere fast 40 Jahre alte Lady über den ganzen See. Mit 12 kmh erreichten wir um 11 das andre Ufer. .. flotte Fahrt…Ganz meerig mit weißen Gischtkämmen auf den Wellen.

Am Abend treffen wir uns mit 4 Freunden im „Schwanen“ zum Salvator, eine Tradition in der Fastenzeit :-): 1x zum Starkbier! alle fragen: Wann geht’s los??

Noch wenige Wochen… am 12. Juni kommt der Tieflader und holt die EOS ab. Auf nach Kelheim …auf zur Rhein-Main-Donau-Schifffahrtsstraße… Das Schwarze Meer ruft. Noch ist kein Krieg da unten…

24.April 2014: Heute trafen die 8 National-Gastflaggen ein. Auch die blau-gelbe für die Ukraine… An der Grenze sind 40.000 russische Streitkräfte aufmarschiert, Panzer, Hubschrauber, Kriegsschiffe… Drohgebärden auf beiden Seiten. Manöver?? Oder Taktik?

Das Baumreff
Das Topreff im waagrechten Baum
Die neue elektr.Ankerwinsch am Bug
Die neue elektr.Ankerwinsch am Bug
So schön ist sie nach der "Kur" in der Werft
So schön ist sie nach der „Kur“ in der Werft
Der Spinnakerbaum ist nun vorm Mast, oben der Radar-Reflektor
Der Spinnakerbaum ist nun vorm Mast, oben der Radar-Reflektor
Stille hinter der Mainau. Kein andres Schiff im April :-)
Stille hinter der Mainau. Kein andres Schiff im April 🙂
Neuschnee am Säntis. Arboner Bucht
Neuschnee am Säntis. Arboner Bucht

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Abendlieder im Cockpit in Arbon
Abendlieder im Cockpit in Arbon
Wellen wie am Mittelmeer
Krängung wie am Mittelmeer
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Wechsel an der Pinne: der Skipper
Gerefft, hart am Wind
Gerefft, hart am Wind

 

Die Reisestrecke auf der Donau

 Die Donau

Wir möchten unsere EOS mit dem LKW vom Bodensee nach Kelheim an der Donau transportieren lassen. Von dort bis zur Mündung werden wir ca 2400 Kilometer mit Maschinenkraft zurücklegen. Wir vertrauen uns ganz unserem Motor an, einemVolvo 3 Zylinder . Der Mast liegt festgezurrt waagerecht über Deck, bis die letzte Brücke nach 1600 km unterfahren ist. Gummireifen und Fender schützen die Bordwand in Schleusen und an Ufern beim Übernachten, Man darf nur bei Tageslicht fahren! Bis Budapest (ca.800 km) gehören 2 Freunde zur Crew, dann kommt Gerdi mit dem Zug nach und löst sie ab. Auf den restlichen 1600 km sind wir nur zu zweit an Bord, eine große Verantwortung.

Die Handbücher informieren über Stromgeschwindigkeiten bis zu 7 km/Std. im Oberlauf. Nicht wenig. Ein Clubfreund hat diese Strecke mal mit seiner 10m-‚Bavaria‘ befahren. Ich bin gespannt, was er uns berichtet. Nach dem Eisernen Tor soll das Wasser gemächlicher fließen. Damit die Spannung erhalten bleibt, werden wir uns aber ab dort mit unübersichtlicher Breite und zahlreichen Inseln beschäftigen müssen. Der gesamte Verlauf sei ordentlich gekennzeichnet.

Gut, dass die Donau mittlerweile fast durchgehend auf EU- Gebiet verläuft. Da rechnen wir mit weniger Aufwand beim Einklarieren und hoffen auf einen lockeren Wechsel von einem Staatsgebiet in ein anderes am gegenüberliegenden Ufer. Serbien macht da eine Ausnahme. Aber andere Donau- Blogger hatten da auch keine Probleme. Ganz anders wird die Ukraine beschrieben. Im Donaudelta kann man auch den nördlichen Arm in Richtung Odessa befahren. Den benutzen auch Kreuzfahrtschiffe. Allerdings braucht man beim Einklarieren viele Papiere und Geduld. Probleme können aus dem Nichts auftauchen. Wenn alles gar zu unübersichtlich wird,  können wir immer noch den mittleren Delta-Arm nach Sulina benutzen, der durch Rumänien führt.

Die inzwischen kritische politische Lage in der Ukraine und auf der Krim machen unsere Planung ab Februar 2014 un-sicher… Täglich neue Eskalation… Wollen wir hoffen, dass es nicht zum Krieg kommt. Am Freitag begann das russische Militär ein Manöver im Mittelmeer. Die russische Flotte und Luftwaffe zeigt ihre Stärke im Schwarzen Meer….Rumänische und bulgarische Marinestreitkräfte sind an den US-Manövern vor der Krim bereits beteiligt.In Polen finden Luftwaffenmanöver statt, an denen die USA ebenfalls beteiligt sind.

Was machen wir nach Ankunft der EOS im Schwarzen Meer? Das hängt ganz von den Umständen ab. Sind Schiff und Besatzung in Ordnung?Herrscht Frieden…?

Ein Bibelwort aus dem Buch Esther 8:21:
Dort am Ahawa-Kanal. Alle sollten sich vor unserem Gott beugen und ihn um eine glückliche Reise für uns und unsere Familie(n) und unser Eigentum anflehen.

Gerdis Leitspruch für den Segel-Törn(ein Choral vom Kirchenchor):

Meine Hoffnung und meine Freude,
 meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht mich nicht!

Noch einmal ans Mittelmeer: auf der Donau runter

 

Gerdi und ich, wir beschließen eine weitere Reise ans Mittelmeer zu unternehmen. Diesmal planen wir von Kelheim bei Regensburg die Donau abwärts bis ins Schwarze Meer zu fahren, mit gelegtem Mast und Motorkraft. Was wir im Schwarzen Meer unternehmen, hängt von den Einreisemöglichkeiten in die Ukraine ab. Jedenfalls möchten wir von dort durch den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen in die Ägäis reisen. Und dann sehen wir weiter.

Einige Holzarbeiten sind an der EOS notwendig. An manchen Stellen in der Plicht und an der Kajüte mussten Holzteile ersetzt werden. Das Rollreff am Vorstag,  einige Wanten und das Vorsegel sind neu. Das Rollreff hat wieder Topreff geliefert. Eine elektrische Ankerwinde erleichtert das Bergen des Ankers und der Anker wurde auch schwerer, 25 statt 15 kg. Ein Motor fürs Beiboot wartet beim Händler bis wir ihn abholen.

Die Abgasanlage lasse ich von einer Fachperson prüfen (Ein Wasserrückfluss in den Motor wäre fatal). Seekarten vom östlichen Schwarzen Meer fehlen noch und ich suche einen fixen IT-ler, der mir Flusskarten der Donau herunterladen kann.

Unterwasserschiff, frisch mit Bewuchshemmer VC17 extra aufgerolltNeue Ankerwinde und neuer Anker, neues RollreffHolz eingesetzt Cokpit BBDie Michelsen- Werft von obenDie Kajüte, 6 mal grundiert. 2 Endschichten fehlen noch. Van Höveling Lacköl EOS schläft nach der Reparatur

aprilsegeln

Aprilsegeln 7Unsere EOS hat eine neu genähte GENUA der Segelmacherei Pfeiffer in Meersburg. Auch das Rollgroßsegel ließen wir am Unterliek um 1 m verlängern. Nun reicht es bis ins Masttopp und wir können wieder recht schnell segeln, müssen aber auch früher reffen bei Wind ab 4-5 bft. 4 Ausfahrten sind es schon bis 5. April, aber die Temperaturen sind recht frostig, ohne Daunenjacke geht nix. Eine heiße Suppe an Bord wirkt aber Wunder, und vor Anker vor Immenstaad war das richtig „meerig“ im Seegang.

April, Eos Genua.4.4.segeln6

Mehr Fotos und ein Video gibt’s auf meinem Blog beim 1. und 5. April:

http://gerdi-geschichten-daily.com/

…und auf Gerhards Album:

http://www.flickr.com/photos/gerhards/

EOS auf dem Bodensee

Unsere EOS segelt wieder im Süßwasser des Bodensees. Die Strecken sind kürzer, es fehlt die Weite des Meeres. Die Berge und Hügel der nahen, heimatlichen Umgebung sind der Ersatz und natürlich die Freunde hier.

Wir haben EOS „aufgehübscht“. 4 Monate stand sie nach dem strapaziösen Mittelmeer-Törn in der Werft Landoldt in Seemoos: Sie glänzt in neuer Kajüten-Dach-Lackierung und auch der Mast wurde mehrfach weiß lackiert. Das am Vorliek etwas zu „kurze“  Großsegel hat Segelmacher Pfeiffer in Meersburg vergrößert und ich habe den Rollreff- Baum 50 cm nach unten versetzt. Eine neue Genua ist gerade bei dieser Firma in Arbeit Die UV-Strahlen hatten Fäden und Tuch fast zerstört… Fa. Bacher in Stockach hat nach meinem maßstabgetreuen Karton-Modell einen neuen, größeren Fäkalientank aus nichtrostendem Blech gefertigt. Ich habe ihn im Bug der EOS eingebaut und mit neuen Leitungsrohren versehen.

Die Solarzelle hat sich bewährt. Nie mussten die Batterien mit Landstrom geladen werden.

Den Winter über liegt EOS als einziges Segelschiff im Hinteren Hafen. Die große Kälte ist in den letzten Tagen  Anfang März einer warmen Frühlingsluft gewichen und Gerdi und ich freuen uns auf schöne Segeltage.

Hier einige Bilder vom Wintersegeln:(auf die Zeile clicken)

Ein Sonnentag im Winter

Hier noch einige Fotos von Gerdi: 29.Dez.2012

Absegeln 2012

Ansegeln 2013

Der Herbst kündigt sich an

63. und Schluss: Gehe zurück auf "Start".

Eine letzte Schleuse (insgesamt waren es ca. 125) und noch 2 km, dann mache ich EOS an der Werft auf der Illes Napoleon fest, direkt am Trockendock für große Flußschiffe. Doch der große gelbe Kran ist defekt. Heute noch soll der Fachmann zur Reparatur kommen. 
Sicherheitshalber nehme ich schon mal Kontakt mit dem Hafen in Breisach auf und fotografiere mir die Flusskarten der Kanalstrecke bis dort hin. Ist aber nicht notwendig. Der Kran wurde inzwischen  repariert und die EOS wird anderntags ohne Probleme auf den Sattelschlepper verladen.

 

Erstaunlich: Der Unterwasseranstrich( wird alljährlich von mir aufgebracht) hat auf Eos‘ Bauch die Algenbildung nahezu vollständig verhindert.

 

Reinigung

 

 Jetzt reist EOS über Land! 
Sie übernachtet auf dem Parkplatz der Birnau und kommt anderntags pünktlich um 10 Uhr zu Landolts Werft in Seemoos bei Friedrichshafen. Salzwasser, 40° Hitze und starke UV-Sonneneinstrahlung setzten den lackierten Holzteilen stark zu  und so verbringt unsere fast 40 Jahre alte, rüstige EOS die nächste Zeit in der Werfthalle. Kajütenseiten( Mahagoni) und das Dach( weiß lackierte Oberflächen) werden ausgebessert, die Bordwand soll wieder in weiß strahlen und der Mast ebenfalls. Für kühle Tage  baue ich eine neue Heizung ein.

 

Wieder_in_seemoos

 

Etwa 1600 Kilometer waren wir auf Flüssen und Kanälen unterwegs und ca. 7000 Seemeilen auf dem Meer. Echte Stürme nahmen andere Wege, sie sind auch in den Sommermonaten in den besegelten Gebieten selten. Starkwinde haben wir mit gerefften Segeln überstanden oder wir zogen uns in Buchten oder Häfen zurück.
 Ein großer Vorteil ist das neue Baumreff, das ich im Frühjahr in Griechenland angebaut habe. Schnell ist das Groß- Segel gesetzt und noch schneller gerefft oder eingeholt, alles vom Cockpit aus. Technische Probleme haben sich auf 2 Segelrisse in der Fock beschränkt( bei Starkwind vor Sardiniens Westküste). Es gab 2011 keine Unfälle oder Verletzungen!
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Der Petroleum- Druckgaskocher hat bei Törn2009 und ’10 leider ein rußendes Eigenleben entwickelt. Viel zu spät war mit neuen Brennern und einem neuen Tank diese „Höllenmaschine“ gebändigt. Zuverlässig diente er uns am 3. Törn.
Der gute Volvo-Bootsmotor hat ohne die geringste Störung gearbeitet.

 

Natürlich gab es manchmal, selten,  zwischen Gerdi und mir kleine Spannungen, aber am anderen Tag war dann alles wieder vorbei. Gerdi war mir eine sehr gute Partnerin. Enger Raum führt also nicht zwangsläufig zu größeren zwischenmenschlichen Problemen. Wir sind ein zuverlässiges, eingearbeitetes Segler-Team.  Zwar lassen Wetter und Strecke nicht immer einen geregelten Tagesablauf zu. Dennoch sind gewisse Fixpunkte angenehm : gemeinsames Frühstück, Captain’s hour= der kleine 11- Uhr- Schnaps, Kaffee am Nachmittag,  Abendessen- meist selbst gekocht, die Stunde unterm Sternenhimmel im Cockpit . Nachtwachen sind eingespielt und gerecht verteilt.

 

Auf Flüssen und Kanälen im Oktober hatte ich mit meinen Freunden eine angenehme und lustige Zeit. Gerade in den Schleusen sind 2 oder 3 Personen eine große Erleichterung. Besonders beim HOCH- schleusen oder hinter einem Berufsschiff treten ganz erhebliche Wasserkräfte auf. In den Fahrwassern konnte ich mich auf sie verlassen. Nicht ein einziges Mal haben sie die EOS beim Pinnesteuern auf Grund gesetzt.

 

 EOS ist auf dem Bodensee zu Hause und sollte ursprünglich nur für 2 Jahre ans Mittelmeer. Als alles so gut klappte, entschieden wir uns im Sommer 2010  für den 3. Törn. Zweimal stand sie ein Halbjahr in Griechenland im Winterlager an Land.

 

Im großen und ganzen waren wir richtig ausgerüstet. Dennoch würde ich bei einer weiteren ähnlichen Segel-Reise doch einiges verbessern:

 

Dies wären aus heutiger Sicht die Änderungen:
  • Das Beiboot hätte einen kleinen Außenbord- Motor,  um den Aktionsradius zu vergrößern und bei hohen Wellen (nach dem Großeinkauf im Dorf…) gegenan wieder zum Schiff zurück zu kommen
  • Die Ankerwinsch hätte einen elektrischen Antrieb. Das Einholen der Kette strengt dann nicht so an und geht schneller.
  • Aktuelle Hafenhandbücher  sollten an Bord sein. Es hat sich in den letzten Jahren doch einiges geändert.
  • Für Italien und Griechenland sind keine detaillierten Seekarten nötig, sondern großformatige Kartenbücher, die für unsere Zwecke ausreichend sind.
  • Zu gang zu Internet über Handy oder Stick sollte organisiert sein. Man erhält damit sehr ausführliche aktuelle Wetterkarten.

 

Anmerkung zum Schluß:

 

Unser Törn-Tagebuch =eosblog wurde mehr als 11000 mal angeclickt.…So oft!

 

Jetzt sind wir wieder am Startpunkt angelangt. Unsere Reise wurde von einer unbekannten Macht unsichtbar gelenkt und gut begleitet. Ihre schützende Hand war ständig über uns und hat uns von allen Gefahren des Meeres und auch vor anderem Ungemach verschont. Gerdi und ich, wir beide sind sehr sehr dankbar.