25. Bilder von Mykonos
Ramadan und das Fest Bayram
RAMADAN und das Fest BAYRAM
Gerdi’s Eindrücke am 10./11. Sept.2010 in Cesme/Türkei Ramadan in der Türkei. Der letzte Tag vom langen Fastenmonat, der in diesem Jahr auf den Jahrestag des Attentats 9/11 auf die Twin-Towers in New York fällt. Zum Tag des Fastenbrechens wird überall ein großes Fest gefeiert: Bayram! Eine junge Verkäuferin im Buchladen der Marina erklärt mir, es sei- wie bei uns Weihnachten- ein hoher Feiertag. Alle haben 3 Tage frei! Die Großfamilien treffen sich, man führt die Oma zum Essen aus, die Enkel alle dabei, man sieht die Brüder und Schwestern, Cousins und Nichten, Onkel und Tanten. Schon um 18 Uhr sind sämtliche Tische in allen Restaurants „reserviert“, die Namen der Besteller Ali, Hussein, Jussuf sind säuberlich auf Täfelchen notiert, es gibt keinen freien Stuhl, fein eingedeckt mit je 3 Gläsern und Besteckarten, auf weißen Tischtüchern, oft Stoffservietten festlich gefaltet. Die Kinder tragen neue Kleidung, Mädchen entzückende oft weiße Kleidchen oder glitzernde T-Shirts, paillettenbestickte Turnschuhe. Keiner der Herren geht heute im T-Shirt! Im Lokal essen viele Fisch vom Grill, die für die Damen flink vom Ober tranchiert wird (Kopf und Schwanzflosse aber dazuserviert!). Eine ovale Porzellan-Platte mit gemischtem grünem Blattsalat wird für alle in der Tischmitte platziert und alle essen aus der gleichen „Schüssel“. Wein. Wasser.Auch Champagner im Eiskühler. Familiengespräche. Zum Nachtisch jommt in Form einer Krone für alle eine Schale mit roter Wassermelone und gelber Honigmelone, im Wechsel attraktiv geschlichtet.Dann ein Cai/ heißer schwarzer Tee. Und eine Zigarette.Der Imam ruft laut zum Gebet. Das tut er von jeglicher Moschee aus aus Lautsprechern über dem „Balkon“ am Minarett fünf mal am Tag, auch in der Nacht so bis um 10. Damit die Muslime wissen, ab wann sie wieder essen dürfen, wird eine Kanone abgeschossen, sehr zum Erschrecken, allein der Widerhall im Gebirge. Der Gesang an sich, der vom Muezzin über eine Stadt schallt, ist aber ein aufrüttelnder Ruf. Fragt sich nur wer noch betet , die sehen alle total „diesseitig“ aus: kein Kopftuch, kein langer Mantel, keine langen Ärmel, und sehr selbstbewußte Mädels, Frauen und Mütter, flotte sexy décolletierte Teenager. Hier merkt man allein am Imamruf , der laut erschallt, daß dies ein muslimisches Land ist. Bei uns daheim sieht das Stadtbild allein durch die vielen Kopftücher aus, als wäre man „in einem andern Land“. Hier absolut gar nicht.
Am Abend gehn wir durch die Stadt: Cesme, unsere letzte Stadt in der Türkei! Man hat künstliche Bäume in der Bazargasse aufgestellt, in deren Zweigen Tausende von LED-Lichtlein wie Blüten farbig erstrahlen, erst rot, pink, blau, grün, gelb, orange. Ein Schauspiel. An den Laternen auch leuchtende Blumen und Kringel. Aber kein Bierzelt, kein Betrunkener, keine Jugendlichen mit Cola, Bierdosen oder gar Schnapsflaschen. Friedlich, fröhlich, und immer „viele“ die zusammen flanieren.
Da die Muslime ja im Ramadan zwischen Sonnenaufgang und -untergang fasten müssen, also nach dem Frühstück vor Sonnenaufgang bis abends ca. 20 Uhr weder trinken noch was essen dürfen (Unvorstellbar bei der Hitze der vergang. Wochen! Nur Kinder, Schwangere, Kranke, Alte sind Ausnahmen) sind die Lokale leer tagsüber, erst am Abend kommen sie mit der ganzen Familie und dann wird von acht bis halbzehn so richtig wild gekocht an Grills und Kochtöpfen, auch die ganzen Beikostsachen sind vorbereitet, scharf gewürzter Reis, Auberginensalat, Octopus in Essig, Pommes, Tomaten-geschält!, gefüllte Paprika, Schüsseln voller geschnittner Zwiebeln, vorbereitete Köfte, kleine Fleischbällchen (wie Frikadellen aber mit Schrot drin und nicht so scharf angebraten, oft auf einer Art Messerklinge gegrillt), Gemüseeintopf, Lammgeschnetzelt als „Kebab“ (Was übersetzt übrigens Hammel heißt), Hühnerbrust in Stücken für den Grill-Spieß oder eine Art heiße Platte, also Pfanne ohne Rand.
Es ist sehr interessant, da mal zuzusehen. Viele Extra-Ober (niemals weibliche) sind engagiert. Sie sprechen kein Wort Englisch. Aber Essen zu bestellen geht mit Hand und Fuß dann doch. Alle Gäste / Muslime haben zur selben Zeit Riesenhunger, und die kriegen auch alle satt. Danach wird wieder „nauf und no“ wie der Franke sagt, auf der Straße flaniert und gezeigt, was man hat: Freundin, Babies. Auch den Bruder im Rollstuhl oder die Oma mit der Gehhilfe, das hier kein Rollator ist, sondern ein ähnliches Gestell ohne Räder, das der Gehbehinderte schrittweise nach vorne heben / stellen muß.
Die Ferien in der Türkei dauern angeblich 4 Monate. Die Schulpflicht ist seit noch nicht allzu langer Zeit auf 8 Jahre erhöht worden. Aber es gehen nicht alle zur Schule! Die Tatsache, daß die türk. Mädchen nur zu 70% zur Schule gehen, und Frau Erdowan durch Programme versucht, mehr Eltern zu bewegen, auch Mädchen künftig in größerer Zahl zur Schule zu senden, ist löblich. Auch gibt es ein Programm „Schneeglöckchen“ (KARDELEN), wo Mädchen einfacher Herkunft Stipendien bekommen und an guten Universitäten in Istanbul studieren können. Deren Mütter aber besuchten nicht oder max. 5 Jahre eine Schule. Hoffen wir, dass das Programm gut angenommen wird und bildungsmäßig und in Sachen Gleichstellung „Kreise zieht“.
ADIEU, TÜRKEI! teshekyr ederim – danke für die große Gastfreundschaft
Wir sind den letzten Abend in CESME, und nehmen nach 8 Wochen Abschied von der Türkei. Vielleicht komm ich nie mehr hierher. Das ist ein komisches Gefühl. Wir haben nach Wochen der Sparsamkeit mit in Flaschen hergeschlepptem Trink- u. Duschwasser (oft von Brunnen oder von kl. Tavernen, die auch nur vom Tankschiff ihr Wasser kriegen!) hier mal den Schlauch draußen und spritzen EOS und Schlauchboot üppig ab. Ringsum gehen die elektrischen Strah
ler an und beleuchten ganz dezent das kleine Marina-Dorf mit den vielen Baustilen und Häuschen, Brücklein, Innenhöfen. Ich mache ganz begeistert noch einige Fotos von der eingefügten orientalischen Pracht, das schmiedeeiserne Portal, die Keramikschüsseln als Waschbecken in dem himmelblauen Dusche-Bau, die bemalten Wände, eine Töpferin, die große Zier-Übertöpfe von Hand bemalt, die luxuriösen Auslagen in den Boutiquen. Wir werden ein farbiges Bild im Herzen bewahren und viele sehr freundliche türkische Menschen!
Eine Überraschung
Wir können tatsächlich unseren Sohn Martin und Luci treffen, die zu 3 Wochen Inselhopping nach Athen fliegen! Wenn wir nun mit der EOS nach Südwesten segeln, mit dem Nord-Meltemi von hinten oder der Seite, ist das gut machbar. Und auf einer Insel in den Kykladen werden wir sie an Bord nehmen und mitsegeln lassen.Gerhard hat ausklariert, letzte türkische Lira ausgegeben, eine deutsche Zeitung ergattert. Nun geht es wieder nach Griechenland: Insel CHIOS.
Gerdis Fotos als Bilder-Show:
Die Überfahrt von Chios zur Insel Tinos
Wir liegen in der begonnenen, aber nicht fertiggestellten Marina von Chios in Nachbarschaft von ausgemusterten Fähren und hinter unseren Segelfreunden Sabine und Hans. Der Wetterbericht sagte 3-4, in Böen 4-5 Bft Nord voraus, also noch gut beherrschbares Wetter für EOS und uns. Das Barometer hat einen Sprung nach oben hinter sich. Bis Andros sind es 70 Seemeilen und wir rechnen mit einer Fahrzeit die Nacht durch bis in den frühen Morgen.
11 Uhr: Leinen los und Kurs zur Südspitze der Insel. Das geht fein mit 2 Reffs und Rückenwind. Um 14 Uhr nähern wir uns der Südspitze, Kap Mastikho. Der Wind schwächelt und wir nehmen den Motor zur Hilfe. Gerdi richtet Brote und Tomaten, dazu „Effes Dark“, würziges türkisches dunkles Bier. Wir ändern den Kurs auf die Nordseite der Insel Andros, Kompasskurs 260°. Leider hält sich der Wind in Stärke und Richtung nicht an die Vorhersagen, wir können den Kurs nicht halten. Bis 14 Uhr legt der Wind noch zu und macht auch 2 Reffs im Vorsegel nötig, dennoch fährt EOS mit 5 Knoten. Ich rechne mit einem Abflauen am Abend. Doch das erfüllt sich nicht. Längst haben wir Ölzeug und Schwimmwesten angelegt und bei der Fahrt gegen Wind besuchen immer wieder Wellen unser Cockpit. Es ist ungemütlich.
19 Uhr. Wind gleiche Richtung, gleiche Stärke. EOS und die Besatzung werden durch das Kreuzen stark gefordert und beschließen ein anderes, südlicheres Ziel, die Insel Tinos. Jetzt mit Wind leicht von hinten wird die Fahrt weniger feucht, aber schaukeliger, Wir nehmen auch noch das Vorsegel ganz weg. Der Steuerautomat arbeitet gewaltig, gelegentlich kann er aber den Kurs nicht halten und macht durch Piepsen aufmerksam. Die Sonne geht im wolkenlosen Himmel hinter einer schäumenden See unter. Nur langsam verschwindet das Himmelsrot und wird durch ein klares Firmament abgelöst. Ich lege mich schlafen. EOS schaukelt und knarrt, ein bewegendes Konzert. Gerdi steuert und richtet den Blick alle paar Minuten nach vorne. Weit und breit kein Schiff. Gegen 22 Uhr kommt das Leuchtfeuer von Andros- Ostseite in Sicht: Ein Blitz alle 10 Sekunden. Unser GPS leitet uns in Richtung 218° zur Bucht Panormou.
22 Uhr: Ich übernehme die Wache und Gerdi legt sich schlafen. Sie hat ihre Sache gut gemacht. Der Wind lässt etwas nach und ich kann die Selbststeueranlage wieder in Betrieb nehmen. Ein kleines „Monstewellchen“ steigt plötzlich ins Cockpit ein und füllt es zu 1/3. Wenn der Wind nachlässt, sich die Wellen aber noch nicht beruhigt haben kommt das vor.
01 Uhr. Wir sind schneller als angenommen. Das Leuchtfeuer am Ziel kommt in Sicht: 2 Blinke in 14 Sekunden. Den Zielpunkt und eine kritische Klippe habe ich vorher ins GPS übertragen. 02 Uhr. Ich wecke Gerdi und wir nehmen die Segel herunter. Der Zielpunkt wird punktgenau angefahren, doch der Kurs in die Bucht bereitet Schwierigkeiten. Es fehlen in der dunklen Nacht Anhaltspunkte. Wir umfahren das unsichtbare Riff und steuern auf eine beleuchtete Pier zu. Anlegen können wir dort nicht, das Wasser ist viel zu bewegt. In 6m Tiefe fällt der Anker und bricht auch bei starker Rückwärtsfahrt nicht aus. So legen wir Ölzeug und Schwimmweste ab, machen eine kleine Brotzeit und beenden unseren Segeltag.
Die Reiseroute in Google Maps:
CHIOS – EINE RUNDFAHRT AUF DER ZAUBERHAFTEN GRIECHISCHEN INSEL
CHIOS – Rundfahrt auf einer zauberhaften Insel
Gerdi’s Betrachtung , am 14.9.10, inzw. Auf Insel Tinos auf der andren Seite der Ägäis
Wolken zogen auf über der ganzen Insel Chios, die gegenüber von Cesme/Türkei liegt. Darunter die gelbliche Sichel des Halbmondes, wie ein knuspriges Croissant. Die Crew vom andren Rassy-Schiff, Hans und Sylvia aus München, laden uns zum Sundowner auf ihre Lady S ein. Regen wird angekündigt, Südwind. Nix für unsere Querung der Ägäis Richtung Andros, Tinos, Mykonos. Wir machen den Vorschlag, uns zu viert ein Auto zu mieten und einen Tag lang diese schöne grüne waldreiche Insel zu erkunden. Sylvia hat einen Reiseführer und ist begeistert, sie will die Mastix-Plantagen besuchen, die mittelalterlichen trutzigen Dörfer und Burgen sehen, die als Schutz gegen die Piraten auf senkrechten Felsen erbaut wurden, und das Dorf Pyrgi, dessen Hausfronten mit grafischen Graffiti-Fassaden einmalig sind auf der Welt.
ZU DEN MASTIX-BÄUMEN
Früh um 9 geht’s los, gleich gibt es mal einen heftigen Regenguss, selten in diesem Urlaub! Hans ist der Chauffeur, Gerhard der Kartenleser, Sylvia die Fremdenführerin, super.
PYRGI
Wir fahren nach Süden zu dem Dorf Pyrgi: „KSISTA“ heißt diese Technik der Wandbemalung: Die Häuserfronten sind in grau und weiß lückenlos bedeckt mit grafischen Ornamenten, Dreiecken, Rhomben, Rechtecken, Kreisen, wie Mandalas. Von mehreren aufgebrachten Farbschichten wird die oberste mit Spachteln wieder abgetragen und gibt die untere frei, eine ein-malige Technik der Fassaden-Ornamentik. Wir würden wohl „Scratch-Technik“ sagen, also Kratzmuster. Auch die Unterseiten der zahlreichen Balkons und Gewölbe sind so verziert. Das Dorf ist gebaut wie eine Wehrburg, sehr enge Gässchen, Häuser ganz nah beieinander, in der Mitte ein wunderschöner Platz vor der Kirche der Hl. Apostel, vom 12. Jh. Ausladende Laubbaumkronen laden ein zum Verweilen, und so lassen wir uns den Frappée schmecken.
MASTIX
Die Mastixbäume sind kleine maximal 1,60 m hohe Bäume, mit den Pistazienbäumen verwandt, mit kugelrunden Baumkronen. An den weißen runden Flecken rund um den Stamm unterm Laubdach, aus „argil“, pudrigem Calciumcarbonat, erkennen wir die Mastix-Plantagen. Dunkelgrüne Baumkronen auf nur 50 cm hohen Stämmen, Blätter fast wie Bux. Erst im 5.Lebensjahr kann der Baum Harz-Tränen liefern. Die kostbaren zu Boden fallenden Tropfen werden von Juli bis Anfang Oktober geerntet. Frauen ritzen 5-10 kleine Schnitte in jeden Ast oder Stamm, alle 4-5 Tage. Das Harz, Rezina, fließt nur langsam in kleinen Tränen aus dem Ritz und fällt auf den sauberen Boden. Nach dem Einsammeln der sehr klebrigen Tropfen werden sie ins Dorf gebracht. Die Säuberung und Verarbeitung in den Familien dauert den ganzen Winter. Die Verwendung ist vielseitig: In der Pharmazie gegen Magenkrebs, in der Zahnmedizin für Zahnpasta, Desinfizierung und Füllungen, In der Kosmetik für ästhetische OP’s und für Cremes und Öle, in der Parfümherstellung, als Duftstoff in der Küche für Süßspeisen. Die Süßigkeit „gum ELMA“ist bekannt als Loukoumia oder türkisch „Lokum“, ein süßer mit dem Harz aromatisierter Geleewürfel, der in Puderzucker gewälzt wurde. Er wird überall als „Turkish delight“ in Geschenkpackungen angeboten. Man stellt Schnaps ähnlich dem Raki in Destillerien her. Als Klebstoff klebt er Glas und Porzellan. Die Maskenbildner können damit Schnurrbärte ankleben, in der Malerei dient Mastix als Schlußfirnis bei Ölgemälden. 60% der Produkte von den jährlich nur 75 Tonnen geht ins ferne Ausland Europa, Mittl.Osten, Amerika, Afrika, Australien, Asien. Weiteres auf Wikipedia.
MESTA
Weiter geht es nach Westen: Mesta. Erstaunlich gut erhalten und ungestört von „Neubauten“, Hotels oder Läden, ist diese vollständig aus Naturstein gemauerte kleine mittelalterliche Stadt, erbaut nach einem Muster, das einmalig in ganz Griechenland ist. Ganz eng stehen die Häuser beieinander, mit Bögen, die über den maximal 2 m schmalen gepflasterten Wegen mit der gemuldeten Rinne in der Mitte. Nur ein Eingang geht in die Mitte des Dorfes, denn es sollte die Piraten abhalten! Ein Labyrinth aus engen Gassen, nur fünf schwere schmiedeeiserne Tore mit Balken aus Walnußbaum gewähren Einlaß, diese Tore wehrhaft und mächtig. Man geht wie in lang vergangenen Zeiten durch dieses düstere Häusermeer, liebevoll mit Blumenpötten dekoriert, teilweise mit Angeboten edler Ferienappartements mit Felssteingewölbe. Die Häuser Kuben, keine Ziegeldächer…Versteckt wie in Kellern ganz reizende kleine Läden mit Kunstgewerbe, einem Webstuhl, handgefertigter Schmuck, Töpferwaren. Dezent. An den Hauswänden und Balkons leuchten rote oft 60 cm lange „Trauben“ aus aufgefädelten kleinen roten Tomaten, mit Draht zusammengebunden, das gibt wohl die Delikatesse der in Olivenöl eingelegten Tomatenvorspeise, die man aus Italien kennt. Wir stärken uns in einer kleinen Taverne unter Bäumen am Rand der Stadtmauer mit köstlichen Souflaki und frischem griechischem Salat mit Feta!
ANAVATOS
Ein fast unheimlicher Ort: wie eine Geisterstadt ragt das verlassene Burg-Dorf auf einem riesigen, natürlichen, fast senkrecht überm Tal aufragenden Felsblock in den Himmel. Nur von einem Punkt aus erreicht man das Dorf, weil es natürlichen Schutz vor den einfallenden Piraten bot, die von der Westküste eindrangen. Das Dorf wurde verwüstet, leere Gemäuer, eingestürzte D
ecken, rutschendes Gestein, verfallende Mauern und Wege. Oben eine Klosterkirche …man begann mit Renovierungen. Der Grundriß ist noch gut erkennbar, eine einmalige Dorfanlage.Eine Künslerin wohnt da, eine Taverne am Parkplatz. Umgeben wird Anavatos von uriger Natur, Felsen, Wald.
NEA MONI
Vor der Dämmerung erreichen wir noch Nea Moni, ein Klosterdorf, dessen acht runde Kuppeln das Dach zieren und innen einmalige Gold-Mosaiken bergen, die die Heiligen und die Apostel zeigen und eine eindrucksvolle Darstellung der Taufe Jesu. Furchtbar das Massaker an 3000 Griechen durch die Türken, 1822. Vergeblich suchten sie Zuflucht in der Kirche.
Durch dichte Pinienwälder führt die Straße über Berge und durch Schluchten, gibt unbeschreibliche Ausblicke frei auf blaue Meeresbuchten. Wir sind dankbar, dass wir die Schönheit dieser bezaubernden Insel erkunden konnten. Der nächste Tag schüttelt uns 16 Stunden heftig durch mit 5-6 bft und 75 Seemeilen voll gegenan in mächtigen tosenden Wellen. Wir kommen um 3 in der finsteren Nacht auf Insel Tinos an und ankern, erschöpft.
Unsere Ankerbucht im ersten Morgenlicht
Hier hielt uns Starkwind 3 Tage fest
Und hier die Bildershow
TEOS
Neben Teos, der antiken Stadt, Dienstag, 07. September 2010
Der Wind ist schon eine eigenartige Sache. Eben machte er sich nur durch leises Säuseln bemerkbar, jetzt wieder durch lautes Brummen. Gott sei Dank nicht durch schrilles Pfeifen. Da könnten wir ein
Sicherheitsproblem bekommen. EOS bewegt sich hin und her, die
Katzenpfoten schlagen gegen den Bug und die angehängte MICRO EOS schmatzt. Wir liegen vor Anker in einer großen Bucht, einen km breit und lang. Keine Jacht liegt nachbarlich in unserer Nähe. Dabei kamen gestern 3 Schiffe rein, einer fragte, wo die Teos-Marina sei. Hier ist sie jedenfalls nicht. Alle sind dann wieder abgezogen. Heute bei Bft 6 hat sich noch kein Schiff blicken lassen. Der späte Meltemi hat noch ein paar Kohlen aufgelegt.
Antik und Neu liegt am Ufer nahe beieinander. Eine Buchtseite „ziert“
ein Ferienhauskomplex:
Gleiche Häuser, gleiche rote Pultdächer, gleiche
Ausrichtung, 110 Häuser. Daneben noch einmal so viele. Schön, sie haben einen „Market“, da gibt`s Brot, Wurst, Bier zu kaufen. Diese Zeichen der Moderne sind so weit vom Ankerplatz entfernt, dass sie nicht aufdringlich wirken. Viel interessanter ist die antike Stadt TEOS. Sie stand vor 2500 Jahren in Blüte, gehörte zu den 11 bedeutendsten im alten Griechenland und beherbergte Dyonisos, den alten Zecher und noch einen bedeutenden Poeten der damaligen Zeit. Seinen Namen habe ich vergessen. Das besondere an dieser antiken Städte ist ihr Zustand. In der alten Agora liegen behauene Steine, 2 Säulen stehen, vom Theater sind ein paar Ecken erhalten und ein Sandwall, der die Größe ahnen lässt.
Die ganze Stadt hat eine Verwandlung durchgemacht. Über ihr, von Erde zugedeckt machen sich Zitronenhaine, Getreide- und Maisfelder breit. Einfach Häuschen ersetzen die Paläste und in diesen einfachen Mauern wurden die alten kräftigen Steine eingebunden, Säulenkapitelle dienen als Tisch und überall liegen steinerne Zeugen. Brunnen, schön
eingefasst, dienen auch jetzt noch als Wasserquelle.
So ist das Alte mit dem Neuen verbunden. Ein paar Studenten und einige Arbeiter sind mit Schaufel und Hacke, mit Schreibblock und
Buchstabenschablonen unterwegs und versuchen den steinernen Zeugen ihr Geheimnis abzulocken. Wenn wir mit MICRO EOS an Land rudern, dann machen wir an einer abgesunkenen ehemaligen Hafenmauer fest. Den Hafen dahinter hat allerdings das Meer mit Sand gefüllt. Es gibt ihn nicht mehr.
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21. Blog: Die Reparatur
Ohne Ruder ist ein Schiff steuerlos. Ein Defekt dieses Teiles und Der Skipper bekommt Alpträume! Das obere Ruderlager von EOS hat sich gelöst. Wie kann das bei einer so ausgereiften Konstruktion geschehen? Das Lager besteht aus 3 verleimten Mahagonischeiben und diese Verleimung hat der Zeit nicht standgehalten. Konstruktionsfehler. Das Ruder wackelt zwar auf der Überfahrt nach Samos, aber EOS bleibt steuerbar.
In Pytagoreon kennen wir einen Laden der alles für’s Boot hat. Wir genießen den Einkauf dort und nehmen 4 M8 Maschinenschrauben, 14 cm lang mit. Ich durchbohre die 3 Holzscheiben, verklebe und dichte sie noch ab, dann wird alles fest verschraubt. Im Schein der Laterne kann ich die Arbeit beenden. Der Klebstoff kann über Nacht trocknen.
Jetzt kann ich dem Ruderlager wieder voll vertrauen. Es ist stabiler als vorher.
Lohn der Arbeit: ein gutes Abendessen von Gerdi und ein ruhiger Schlaf
Hier die Fotoshow mit Bildunterschriften

























