Von der Insel Elba zur Traumbucht vor Südspitze Korsikas in 28 Stunden

Samstag, 13. Juni. Vor Anker vor Städtchen Marciana Marina, Insel Elba NordseiteFrüh um 5.10 lichtet der Skipper den Anker. Südkurs! Wind 1-2 Südwestwest, Traumwetter. Lichtgeglitzer auf dem blauen Meer. Sonne, sanfte Schräglage, wir segeln ins Nichts… Lesen am Bug, Gerhard den fetten Böllband, der Sohn Martin beim Waveboarden – zu Fuß die Küste Portugals entlang, ohne Zelt – begleitete, ich einen 2008 erschienenen historischen Roman über Indien, „Der Himmel über Darjeeling“.Um 17 Uhr nur 55 Seemeilen gesegelt, das ist halbes Walkingtempo daheim im Wald 🙂 Wir haben endlos Zeit!!Abends gibt es Spaghetti mit Pesto Gemüse und frisch gehobeltem Grana. Gestärkt beginnen wir so die Nachtfahrt, mäßiger raumer Wind. Um 22:30 geht Gerhard nach sauberer Kartenarbeit in die Koje. Der Nachthimmel offenbart ein unbeschreibliches Sternenmeer, Eos‘ Mastspitze wedelt zwischen dem großen Wagen und einem mir neuen Sternbild, wie Krebs oder Skorpion Aber die Sternbilder der Heimat im Norden wandern immer mehr Richtung Heck aus, denn unser Kurs heißt Süden…Um Mitternacht wecke ich den Käptn: Ein grandioses Schauspiel am Horizont! Blutrot steigt der Halbmond wie ein Croissant aus dem tiefschwarzen Meer und zaubert eine orange-rote Lichtstraße bis zur EOS aufs bewegte Wasseer. Nur ich seh ihn, mir begegneten nur 2 Segelyachten. Dann im Einerlei der Nachtfahrt ein Fanal: der Blink des Leuchtturms vor Porto Vecchio!Um 2 Uhr Wachablösung. Kaum ist Gerhard am Ruder, frischt der Wind auf. Groß und Genua, ohne Reff. Um 5 Uhr unser Etmal: 100 Seemeilen! Noch vor 7 Uhr sind die Felsen der Inselgruppe des Naturreservats Iles de Lavezzi in Sicht und wir steuern eine kleine Bucht an. Sagenhaft türkisblau strahlt und leuchtet das Meer hier, weißer Grund, zahllose große Fische, orangene transparente Quallen.Hinter uns liegen 28 Std. Seefahrt seit Elba, 106 Meilen. 9 Uhr: Anker ab + Leine an Land.Ein Idyll, traumhaft schön diese Farben von Blau über Türkis bis smaragdgrün. Wie Bilder von den Malediven. An Land riesige rundgeschliffene Granitblöcke, oft atemberaubend übereinander geschlichtet wie Riesenspielzeug! Möven. Naturschützer mit Rechen und großen Säcken an Land, aufräumen. Ich flöte die Marseillaise und alle singen mit, mit Text. Als Danke singen sie überschwänglich „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!!!“ Oktoberfest? Oder Bayernbesucher? Als ich die Europahymne anstimme, Freude schöner Götterfunken, erschallt sie zweisprachig. Wunderbar, nach der Europawahl…Draußen frischt der Wind auf, gischtweiß die Wellenkämme. Alle auf unsre Ankerbucht zu. Kein zweiter Segler steuert die Bucht an. Cala di Greco gehört uns allein! Erst früh kommen wieder die Passagierschiffe und spucken die Touristenladungen aus, viele Italiener, viele sonnenrote Badehungrige an den kleinen weißen Sandstränden, nur auf kleinen Pfaden darf man hier wandern. Am Morgen erkunden wir nach herrlichem Bad im Meer die paradiesische Insel, von Bucht zu Bucht, Segelmasten geistern hinter den Felsen, immer wieder eine neue tief türkisblaue Traumbucht. SMS von Tochter Erika im Allgäu: „Hier seit Tagen Lern-Wetter vorm Examen, es regnet und es ist kalt. Genießt den Süden“

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