Wind, Wind, Wind

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Syros im Abendlicht
Syros ist die zentrale Insel der Zykladen und die Hauptstadt Hermeopolos, Hermes-stadt = Ermoupolis das Tor nach Piräus und zu vielen Inseln. Tag und Nacht legen Fähren an, die Stadt pulsiert besonders nach des Tages Hitze ab 20 Uhr. Mehrere Tage sind wir dort „Gefangene des Windes“. Immerfort bläst der Mistral. Jeden Morgen informiert mich der Hafenkapitän: 7 Bft, locally 8. Die Wellen und der Fährverkehr wirken sich auch im Hafen auf unseren Liegeplatz aus. Die EOS schaukelt ständig im Schwell, wir haben 2 Heckanker ausgebracht und mit 4 Meter Abstand zum Ufer 3 Leinen festgemacht. „Fähre zum Land“ ist unser Beiboot micro EOS. Wir streichen die Kajütaufbauten außen mit Mahagoniklarlack, UV-beständig und erledigen andere Bordarbeiten, durchwandern die Stadt, die sich an zwei Hügeln erstreckt, oben jeweils mit einer katholischen und einer orthodoxen Kirche gekrönt und gehen gelegentlich hervorragend zum Essen.Nach sechs Nächten sind wir des Schaukelns müde und legen ab. Wie erwartet, erfasst uns draußen der Wind. Ölzeug, Lifebelt. Mit maximal gerefftem Groß, und winziger Fock schiebt uns der Wind ostwärts, 5 Stunden, der kleinen Insel Rineia entgegen.

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Vor Anker und Landleine in Rineia
Die Südbucht verzweigt sich an ihrem Ende, wir ankern im Scheitel und bringen zusätzlich noch eine Landleine aus um den Anker zu entlasten. Es weht mächtig, aber wir liegen sehr geschützt. Rineia ist eine kahle Insel vielleicht 70 Meter hoch mit vielen Buchten. Da und dort stehen ein paar Hütten, einige Schafe weiden. Wie alle Inseln hier ist sie auch braun, kein Grün, kein Baum, alles trocken um diese Jahreszeit. Es ist eine eigenartige Schönheit, die von dieser Insel ausgeht. Das türkisblaue Wasser der Bucht steht im Kontrast zu der braunen Insel. Vor Sonnenuntergang steigen wir auf einen Hügel und überblicken die ganze Umgebung beim Sonnenuntergang. Im Meer die weißen Schaumkämme auf dem Wasser, weiter drüben die Insel Delos und dahinter Mykonos mit den weißen Häusern. Ein paar Segler suchen auch das ruhige Wasser dieser Bucht. Aber weiter draußen weht der Wind nach wie vor mit voller Kraft. 2 Nächte genießen wir den Ort, dann sagt www.windfinder.de für den nächsten Tag „nur“ Bft 5-6 voraus.Tatsächlich flaut der Wind am Morgen stark ab und wir brechen auf. Draußen brist es sofort wieder auf und nur unter Standardbesegelung (2-fach gerefftes Groß) passieren wir die Nordseite der Insel Naxos. Hier haben die Wellen freie Bahn. Keine Insel hemmt ihre Kraft. Sie bilden Täler und Hügel und die EOS tanzt auf und ab. Wir muten die Steuerarbeit nicht dem Autopiloten zu. Zum einen möchten wir ihm diesen Kraftakt ersparen, er soll uns noch länger dienen, zum anderen verbrauchen die häufigen Steuerbewegungen Strom, die unsere Solarzelle nicht leisten kann. Schon seit fast 2 Wochen liefert die elektrische Energie ausschließlich die Sonne! Jetzt, wo die Wellen achterlich kommen, können wir endlich unser Ölzeug ablegen.Die kleine Insel Donoysa=Dendro verspricht eine geschützte Südbucht. Zwar stünde auch ein Hafen zur Verfügung, der erscheint mir aber bei dieser Windrichtung unsicher. Die Bucht ist wirklich geschützt. Das türkisfarbene Wasser säumt ein feiner Sandstrand. Draußen stehen Iglu-Zelte. Sogar Nudisten sonnen sich hier. Die absolute Ausnahme hier in diesem Land. Die Bucht hat aber eine Schwachstelle, ihren höchsten Berg Ormos Papas: Die Böen pfeifen nur so vom Berg herab aufs Wasser. Ich bringe zur Sicherheit noch einen zweiten Anker aus. Trotzdem erzittert das ganze Schiff in den Böen. Zum Sonnenuntergang rudere ich mit micro EOS an Land und steige eine Anhöhe hoch. Dort treffe ich einen Japaner, der von Tokio extra hierher auf diese kleine Insel gekommen ist um hier zu zelten. Weil es so ruhig ist, sagt er mir. Auf dieser Anhöhe steht eine Kapelle mit einem Grab. Ich beachte das Grab nicht besonders . Ein einheimisches Ehepaar informiert mich aber, dass in dieser Bucht ein deutsches Kriegsschiff von einem englischen Flugzeug versenkt wurde und die gefallenen Soldaten in diesem Grab beerdigt sind.Nachts lässt der Wind nicht nach, ja, er verstärkt sich noch gegen 3. Laut windfinder.de soll er ab Mittag für 2 Tage schwächeln. Ich bin gespannt, ob der Wettercomputer richtig liegt!Gerhard

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