20. (2)Turgut Reis Marina – unser letzter türkischer Hafen

Gerdi schreibt über 2.+3.+4.Juli 2015

Turgut Reis-Marina :  d.h. Mooring, warme Duschen, Kunstobjekte

2. Juli: Nachdem es nachts am „wilden“ Ankerplatz vor dem feinen rasenbegrünten Apparthotel ein heftiges Gewitter gab, wurde EOS von Süßwasserschauern gespült, die Tropfen schossen aufs Deck wie Hagel, die Blitze zuckten und erhellten das Schiffsinnere wie ein Foto-Blitzlicht. Es donnerte, als wäre jemand erzürnt ob unseres hoffnungsvollen Ankerns trotz Starkwind und Dünung…. Wenig Wasser kommt rein, das Kombüsenfenster geht nicht mehr so gut zu… Das Schiff reißt knarrend an der Ankerkette…. Der Anker hält… neben uns wie ein schwarzes Dreieck der Kegelberg, der Vollmond scheint hinter den Regenwolken…
Nach kurzer Nachtruhe stehn wir um 6.30 auf, ein Nescafé und raus aus der Bucht, bevor der angekündigte Wind mit 19 kmh und 4-5 bft anrückt. Noch hat es Dünung, wir motoren um das kap. Die „Grabsteinhügel“, wie ich respektlos diese gleichförmigen, weißen Feriendörfer nenne, kommen in Sicht. Kurz nach 8 früh laufen wir ein in den schützenden, letzten türkischen Hafen, zwischen 2 mächtigen richtigen Leucht-Türmen: Marina TURGUT REIS, benannt nach dem berühmtesten General.
Tanken. Warme Dusche im feinen Hygieneblock. Hibiscusblüten, Oleander, Bougainvillea… Einkaufen beim Migros. Gerhard klappert mit mir viele Schlosserbedarfsläden ab, um einen „Stechbeitel“ zum Herauskratzen der undichten Holzdeck-Fugen im stb-Deck zu kaufen. Vergeblich. Dann muß es ein 3mm-Schraubenzieher halt schaffen…! Dann weihe ich den in Marmaris erstandenen neuen Haar-Schneide-Apparat ein, Gerhard sieht fesch aus. Die vielen Barbiere werden nicht reich mit uns…
Am Abend suchen wir über 1 Stunde nach dem Fischlokal, bei dem man im Fischgeschäft daneben seinen Fisch auswählen kann. Nach einigen Wander-Runden führt mich meine Intuition doch noch hin. Gh ßt diese 40 cm langen 3cm dünnen „Bleistift-Fische“, die uns in Griechenland auffielen neben der Eos, ich lasse mir einen Fisch filetieren und in der Pfanne braten. Auberginensalat dazu, Seegras sauer angemacht, der Hummus aus Kichererbsenmus enttäuscht, keine Säure, keine Würze. Ramadan, andre essen noch nicht. Erst als zum offiziellen Sonnenuntergang ein Kanonenschlag ertönt, bringen die kellner wieder Chai, Ayran(salzige Joghurt-Wasser-Mischung) und Kebab, Fisch und Köfte… Die tags fastenden Bürger wirken matt, wenn sie vor ihren kundenlosen Läden kauern. 3.Juli, ruhige Nacht, herrlich das Duschen! Gerhard startet gleich früh das Auskratzen der Fugen, wo wohl Wasser eindringt, über meiner Koje, im Kleiderschrank. Primer, Sikaflex… Draußen wieder 4-5 Windstärken, es heult, es pfeift in Masten und Wanten.
KUNST IM PARK

alles Flaschendeckele
alles Flaschendeckele
rote Schraubdeckel und Bierflaschen-Glasscherben
rote Schraubdeckel und Bierflaschen-Glasscherben
Treibgut wird zum Fisch
Treibgut wird zum Fisch
blaue Verschlkußdeckel, Kronenkorken,Trinkhallme
blaue Verschlkußdeckel, Kronenkorken,Trinkhallme

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Gleich hinter der Marina mit ihren Bars und feinen Restaurants hat man mit Müll Kunstobjekte geschaffen. Aus Treibgut wurde ein 6m langer und 2 m hoher Fisch geformt. Aus unzähligen leeren Pet-Wasserflaschen, ineineandergeschoben, entstanden zwei Fisch-Torsos, nachts blau von innen beleuchtet. Ein Profilporträt wurde gefügt aus lauter blauen Flaschen-Schraubdeckeln, ein lachendes Gesicht entstand aus roten Flaschenverschlüssen, Kronenkorken und braunen Bierflaschen-Scherben. Die Palmen am Weg sind umringt von blauen und weißen nachts leuchtenden Reifen. Sie erinnern an Martins erstem labbinaer-„Blaue-Nacht“-Kunstobjekt in Nürnberg, der mobile Leuchter aus LED-Licht-Reifen.
Nachmittags gibt’s wieder gekühlte Wassermelone und kalte Kirschen, ganze Ladeflächen voll werden angeliefert vor den Marktständen. Weiter windig. Morgen werden wir ausklarieren. In Griechenland geht das Wechselgeld aus, es fehlen inzwischen kleine Scheine, alle wedeln mit 50ern. Die Rentner bilden Schlangen vor den Banken -mit Warte-Nummern über 100… E-Karten werden auch von Touristen nicht mehr

genommen, alle wollen Bargeld. Die Geld-Automaten sind kaum mehr zu bestücken…

Am Stadtstrand: Sunset
Am Stadtstrand: Sunset
Döner Lammkebeb in Pide, Ayran.
Döner :Lammkebab in Pide, Ayran.

Sonnenuntergang bei nachlassendem Wind, Rottöne am Himmel. Jupiter nun rechts von der hellen Venus. Wir suchen eine kleine Kneipe auf, deren Wirtin mir früh mit ihrem fröhlichen Lachen schon auffiel vor ihrem blitzsauberen Kebab-Lokal. Lamm-Kebab, in Pide.Ayran+Chai, es gibt keinen Alkohol. Dann machen wir noch einen langen Spaziergang am Strand hoch, wohl gepflegt. In einem feinen Spa-Wellness-Hotel mit kreisrundem Pool führt eine Tänzerin mit wehenden Röcken einen turbulenten Bauchtanz vor. Ein Tässchen türkischen Kaffee, eine Kugel Eis im selbstgebackenen Waffelhörnchen… Der wilde Lärm vom TERMINATOR-Film im Openair-Kino verebbt …
Ruhige, fast kühle Nacht, dank Moskitonetzen diesmal keine Schnaken. In Dtld. Ist es heißer als hier, wir haben 30-33°, in Bayern hat’s 37-38°, Erika ist im Schnee in den hohen Bergen im Zillertal(mit Bergstiefeln). Martin+L. machen einen Käsekurs im Allgäu .

20. (1)Sportliches Segeln via Knidos bis vor Turgut Reis. 30.6.-2.Juli

17. Sportliches Segeln bei viel Wind- bis Turgut Reis Marina
Di+Mi, 30.Juni+1.Juli 2015
Gerdi schreibt:
Ganz still war die Nacht- ab 22 Uhr hörte der Wind auf… Jupiter hat bald die Venus erreicht am Ster-nenhimmel. Eulenruf, der Esel stößt seinen jammervollen Ruf aus, einsam der Kiesstrand. Früh um 6.30 Uhr steht Gerhard auf, Frühstück,bald Anker auf. Leichte Dünung, 4 bft angekündigt. Waldreiche Küste, dunstig. Gulets träumen noch in den Buchten, stolz die 2 weißen Masten in den Himmel gereckt, die Leute schlafen noch. Wir verwerfen die angepeilte Ankerbucht und setzen die Segel, reffen gegen Mittag.

Seekarte Bozburun-Datca-Knidos-Turgut Reis
Seekarte Bozburun-Datca-Knidos-Turgut Reis

Schon bald kommt das antike KNIDOS in Sicht, ein markanter steiler Kegelberg mit fast senkrechten Felsflanken. Wir runden das Kap und sofort prescht der Wind mit den heftigen Wellen voll gegenan. MMM- Mare molto mosso. 2. Reff. Fast wild werfen die Wellen die Eos hin und her, der Bug platscht in die tiefen Wellentäler, das Spritzwasser steigt 3 m hoch, steigt bis ins cockpit. Lifebelt, Schwimmweste… Luken dicht, alles fixieren. (Erst am Ankerplatz entdecken wir daß Seewasser am Bug eindringt! „Durchs neue Deck“…
9 Stunden wird unser sportlicher Segeltag, nicht wie geplant 3-4. Ich steuere mit Muskelkraft Welle für Welle aus, Gerhard prüft am GPS unsere zrückgelegte Strecke, das Ziel.

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Nach 17 Uhr versuchen wir zu ankern, um dem schäumenden Meer auszuweichen. Die „Wildschweinbucht“ kennen wir vom Gulet-Urlaub 2013 (da ließen zu alten Zeiten Griechen mal Schweine frei) lockt- aber am Felsgrund greift unser Anker nicht richtig, zu gefährlich bei dem starken Wind. Anker auf, mit Motor in die große Bucht Baglar Koyu – mit dem feinen „Club Med“ ,der edlen Appartementsiedlung am Hang. Eine ca. 30 m lange stolze Segelyacht ankert frei, blaue Strahler beleuchten am Bootsrumpf das Meer… Gerhard kocht spaghetti, bei viel Seegang eine Kunst, reibt Parmesan… erst ab 22 Uhr weniger Schaukelei. Schlafen möglich…
Mittwoch, 1. Juli: Wettervorhersage 5 bft
Baden im Meer, erstaunlich kalt mit knapee 21°C. Griechenlands „deadline“Banken nur noch Schalter geöffnet – für Rentenbarauszahlungen max.120€ – Touristen dürfen am Bankomat noch Geld abheben…
9.30, gleich gereffte Genua und Reff ins Groß. Es wird erneut lebhafte Segelei, ich steuere die 3 ½ Std. an der Pinne, Gischt auf den Wellen, die griechische Insel Kos kommt in Sicht. In der ersten Ankerbucht gibt’s nur eine kleine Honigmelonen-Pause, der Anker faßt nur hinter einem Stein, nix wie weg bei dem Wind. Raus, und rüber in die nächste Bucht. Es fegt, es bläst, 6 bft? Gut, daß wir einen stärkeren Anker erworben haben (für die Donaureise)… Viel Kraft und Rüttelei an der Ankerkette, Erinnerungen an Foca (Fodscha)…vor 1 Jahr. Am Ufer eine gepflegte palmenbewachsene Oase mit Appartements, grünen weichen Rasenflächen, anurudern, Laser-Segeln, Surfen- nur Mutige wagen sich raus, kentern, richten das Boot immer wieder auf durch „ auf-den-Kiel-legen“…
Fallböen von den steil aufragenden Bergen neben uns.
Ich mach Salat mit viel Maydanos, Petersilie. Dazu Spaghetti in Chili+Knoblauch-Öl.
Dreimal dreht der aggressive Wind um 180°, nun also auflandig. Wir ankern im Stockfinstern bei stürmischem Wind… Kaum in der Koje, blitzt und donnert es: GEWITTER. Es regnet und trommelt auf unser Deck… Beim Kombüsefenster regnet’s rein, obwohl 4 Drehknöpfe es verschließen.
Gegen 5 legt sich der Wind… Gemeldet aber erneut 4-6, also früh los.Ziel Marina Turgut Reis, Und ausklarieren aus der Türkei!
Um halbsechs ein zauberhaft rosa-goldner erster Morgenschimmer, und der Vollmond fast orange und riesengroß… Die Bergrücken der griechischen Insel KOS leuchten fast rot auf, die Superfast-Fähre auch… Wir motoren um die Felsen herum und erreichen um 8.30 Uhr früh die Hafeneinfahrt mit den 2 mächtigen Leuchttürmen – nur der Tankwart ist schon da, sonst Ruhe. Schon erwacht der Wind… wir nehmen dankbar die Mooringleine und vertäuen die EOS wieder mal „richtig“ an einem Steg. Müde sind wir… Aber ich schrieb tapfer diesen Blogbericht. Bisher fast 300 sm, gesegelt 163 sm.

Rokkosalat+Sardinen, Feta. Bauernsalat-Segeln macht hungrig :-)
Rokkosalat+Sardinen, Feta. Bauernsalat-Segeln macht hungrig 🙂

Hier noch ein paar Bilder: Klick

…und hier der Track auf Google Earth: Klick

10. Bozburun. Ankerzeit, kleine Reparaturen mit Nadel und Faden

Bozburun-Bodrum-Dalaman
So herrliche Buchten gibt es hier im Südwesten!! Unten Mitte ist Bozburun, im Westen die griech.Insel Kos, neben uns gleich die grch. Insel Simi. Im Osten käme bald Antalya…

Die Motor-Reparatur dauerte nun doch länger als gedacht, seit 3 Wochen üben wir uns in der orientalischen Kunst der Geduld. Während der geruhsamen Zeit vor Anker erblicken die wachsamen Augen der Bordfrau Dinge, die repariert oder verbessert werden könnten. Hier eine kleine zerschlissene Stelle am Salon-Vorhang( „Killer“=ewiger Sonnenschein!), dort der vom Salzwasser klebrig aufgelöste Gummi am Bikinihöle, länger als 3 Jahre hält dieses mit angenähte zarte Gummiband nämlich nicht. So trennte ich ein Stück ab, säumte mit 100 kleinen Stichen neu um und zog ein dünnes Gummiband ein. Denn das Oberteil ist ja noch schön. Zu Hause würde man schnell einen neuen im Kaufhaus kaufen.

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Süßer Duft des Oleander, immer so schön beim Morgenspaziergang
Süßer Duft des Oleander, immer so schön beim Morgenspaziergang
Maulbeeren
Nilüfer bot uns frische Maulbeeren aus ihrem Garten an!

Der  irische Reisesegen klebt nun als tägliches Morgengebet im winzigen 60cm-Raum zwischen Salon und Bugschlafkoje, also bei morgendlichem Waschschüsselplatz, WC, Schrank. Ähnlich wie in einem Wohnmobil. Gestern fand ich beim Souvenirladen ein lachsfarbenes Tüchlein mit vielen kleinen bunten Holzperlen. Das ziert nun wie ein luftiges Röcklein unsere Lampe für den abendlichen Schmaus im Cockpit draußen. Heute hle ich zum 2. Mal unsere frisch gewaschene Wäsche bei der Laundry-Frau vom Lokal Akvaryum. Am Abend gibt es aus dem Kochtopf den Rest der Lammkeule, die der Metzger gestern mit Sachverstand und einem scharfen Messer in 8 kleine Steaks für den Grill schnitt, indem er ganz vorsichtig Schmetterlingsteile abtrennte und sie aufklappte, um sie schließlich zwischen Folie zart flach zu klopfen wie ein dünnes Wiener Kalbsschnitzel…

scschnitt und aufklappte, um sie schließlich zwischen Folie zart flach zu klopfen. zauberte. Unglaublich.

10. Ankerzeit-Zeit für kleine Nebensachen

Bozburun-Bodrum-Dalaman
So herrliche Buchten gibt es hier im Südwesten!! Unten Mitte ist Bozburun, im Westen die griech.Insel Kos, neben uns gleich die grch. Insel Simi. Im Osten käme bald Antalya…

Die Motor-Reparatur dauerte nun doch länger als gedacht, seit 3 Wochen üben wir uns in der orientalischen Kunst der Geduld. Während der geruhsamen Zeit vor Anker erblicken die wachsamen Augen der Bordfrau Dinge, die repariert oder verbessert werden könnten. Hier eine kleine zerschlissene Stelle am Salon-Vorhang( „Killer“=ewiger Sonnenschein!), dort der vom Salzwasser klebrig aufgelöste Gummi am Bikinihöle, länger als 3 Jahre hält dieses mit angenähte zarte Gummiband nämlich nicht. So trennte ich ein Stück ab, säumte mit 100 kleinen Stichen neu um und zog ein dünnes Gummiband ein. Denn das Oberteil ist ja noch schön. Zu Hause würde man schnell einen neuen im Kaufhaus kaufen.

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Bikini Reparatur Gummi.

Süßer Duft des Oleander, immer so schön beim Morgenspaziergang
Süßer Duft des Oleander, immer so schön beim Morgenspaziergang
Maulbeeren
Nilüfer bot uns frische Maulbeeren aus ihrem Garten an!

Der  irische Reisesegen klebt nun als tägliches Morgengebet im winzigen 60cm-Raum zwischen Salon und Bugschlafkoje, also bei morgendlichem Waschschüsselplatz, WC, Schrank. Ähnlich wie in einem Wohnmobil. Gestern fand ich beim Souvenirladen ein lachsfarbenes Tüchlein mit vielen kleinen bunten Holzperlen. Das ziert nun wie ein luftiges Röcklein unsere Lampe für den abendlichen Schmaus im Cockpit draußen.

Lampenschirm f.CockpitHeute hle ich zum 2. Mal unsere frisch gewaschene Wäsche bei der Laundry-Frau vom Lokal Akvaryum. Am Abend gibt es aus dem Kochtopf den Rest der Lammkeule, die der Metzger gestern mit Sachverstand und einem scharfen Messer in 8 kleine Steaks für den Grill schnitt, indem er ganz vorsichtig Schmetterlingsteile abtrennte und sie aufklappte, um sie schließlich zwischen Folie zart flach zu klopfen wie ein dünnes Wiener Kalbsschnitzel…

scschnitt und aufklappte, um sie schließlich zwischen Folie zart flach zu klopfen. zauberte. Unglaublich.

18.Mai Start

Gerdi schreibt: Meine am Schweizer Skischlepplift gebrochene Schulter (16.3.) heilt wunderbar. Die manuelle Physiotherapie hilft viel. So wagen wir es, an den 2. Teil unsres großen Segeltörns zu denken. EOS wartet auf uns, im fernen Süden der Türkei. Das Winterlager für Nov. 2015 in Korfu ist bestellt.Meinen 67.Geburtstag werden wir am 21. Mai schon am schwankenden Boot feiern… Das Kap von  Bozburun, die Grau-Nase, werden wir  dann umrundet haben… Kurs Südküste Türkei, Juni+Juli die Ägäische Inselwelt Griechenlands, der Kanal von Korinth..die Jonischen Inseln im Oktober…Hoffentlich ist das neue Teakdeck auch dicht…!!!

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Am Bug
Am Bug

Aber jetzt ist Gerhard. noch 1 Woche mit dem Rucksack auf Wandertour auf der vorletzten Etappe seiner Fern-Wanderstrecke auf 18° Nord  zwischen Eriskirch und Insel Rügen! Täglich 30 – 40 km laufen. Hoffentlich findet er in dem dünn besiedelten Raum zwischen Mecklenburger Seenplatte und Vorpommern auch täglich ein Bett für die Nacht.

http://18gradnord.wordpress.com/

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Vorletzte Arbeiten am Schiff

Die Dichtungsstreifen in der Bilge müssen noch eine Woche trocknen, bevor sie bereit zum Abschleifen sind. Dann werden noch einige Schrauben nachgezogen. Der Baum ist auf dem Schiff, die Holz-Gangway habe ich verbessert (mit Querleisten)  und eine neue Auflage für diese gebaut. Morgen putze ich die EOS innen noch und mache sie segelklar. Strom abschalten, Kühlschrank aus und offen, alles mit der Plane abdecken gegen den Staub der Werft..
Mit Nail habe ich vereinbart, dass er mit der Yard das Aus- der- Halle- ziehen, Kran holen und Einwassern terminlich abstimmt. Ziel: Wir kommen im Mai  am Morgen an, stellen den Mast und wassern ein. Dann müssen wir hier nicht mehr auf dem Trockenen nächtigen sondern vor Anker im Meer.
Strb- Koje, Verkleidung 1      Strb- Koje, Verkleidung 2

Hier ein Foto von der nun mit Holz verkleideten Bordwand in der Stb-Koje, die 40 Jahre lang eine schwedisch-hellblaue Cord-Verkleidung trug, die beim Törn naß wurde und nun entfernt wurde… Als Wiedergutmachung für die „Himmellöcher“ wegen zu langer Schrauben:-)….

Das vorhergesagte schlechte Wetter zog in Form von Wolken und 5 1/2 Regentropfen vorbei. Jetzt glänzt der Himmel wieder.

EOS mit neuem Salon-Himmel

Ghs Email:

Tiefer Winter hier, aber bei uns würde man sagen: Schöner Sommertag. 16°C Luft, 21°C Wasser. Es heißt, das sei der Winter hier. Also nur wesentlich kälter als im drückend heißen Sommer. Die glasklare Luft und das tiefblaue Meer könnten nicht schöner sein, aber kein Gast (außer mir) schätzt das. Nicht ein Sportboot, das ankert oder im Hafen liegt. Die meisten Restaurants haben geschlossen und die Geschäfte auch. Schade dass EOS nicht schwimmt.

Die Löcher der zu langen Schrauben sind nun abgedeckt m.d.Platte
Die Löcher der zu langen Schrauben sind nun abgedeckt m.d.Platte
Eos Salon mit korrigierender neuer Verkleidung am Himmel
Eos Salon mit korrigierender neuer Verkleidung am Himmel

Heute haben die Bootsbauer den neuen Himmel unterzogen. Er sieht gut aus An den Rändern sind lackierte Leisten. Es ist schon eigenartig. Die Leute haben nicht das Empfinden für sehr saubere Arbeit. Sie sehen die Notwendigkeit nicht. So muss ich immer wieder sagen, wie man das und dies macht und wie ich es auf keinen Fall haben möchte. EOS sieht jetzt sehr gut aus. Heute sollte lackiert werden, aber es bläst ein so starker Nordwind, dass die Oberfläche staubig würde.

Das neue Teakdeck macht sich sehr gut und die Plicht soll übermorgen fertig sein. Die Beschläge sitzen wieder an Ort und Stelle.
Dennoch kostet diese Arbeit starke Nerven. Die beiden Bootsbauer arbeiten fleißig …aber unglaublich schludrig. Ihr Werkzeug liegt überall rum. Die Muttern und Scheiben, die sich im Inneren gelöst haben, bleiben mit allem Dreck liegen, wo sie hinfallen. Natürlich haben sie jetzt viel Zeit mit Suchen verbracht und ich muss immer hinterher sein, dass kein verzinkter oder unpassender Ersatz verbaut wird. Die viel zu kurzen Schrauben für die schwere Ankerwinde am Schiffsbug vorn haben nur 2 Windungen in der Mutter gefasst. So werden manche Arbeiten zweimal ausgeführt-aber nur, weil mein wachsamer Kontrollblick die Fehler entdeckt…. Bei ihrem sehr günstigen Angebot haben sie nicht mit deutscher Pingeligkeit gerechnet. Wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes kommt, dann hat sich die Arbeit hier aber schon gelohnt, zumindest finanziell  (1/3 v. deutschen Preis) und das Boot ist fertig im Mai ’15 zum Weitersegeln!! 

Wäre ich nicht vor Ort,  hätte uns im Frühjahr wohl eine böse Überraschung erwartet. Das ist nix für Leute, die nach 4 Wochen Ferien wieder zur Arbeit müssen.
Dennoch bin ich gerne hier, die Leute sind fröhlich und angenehm und ich tauche in eine andere Welt der traditionellen Holzbootsbauer ein. Da entstehen in Hinterhöfen 30m lange Gulets, Spanten werden zu eleganten Bögen geformt und 6cm dicke Balken legen sich in vollendeter Passform darüber. Die Luft ist erfüllt von Hobelsirren, schweren Hammerschlägen und lärmenden Kettensägen. EOS wirkt etwas filigran in dieser Umgebung. Neben der EOS entsteht gerade eine über 40m lange Gulet. Ich habe hier noch nie jemanden mit einem Plan gesehen. Irgendwie geht alles nach Augenmaß. An einer anderen Gulet fehlt plötzlich die hintere Hälfte. Sie wird verlängert. Gut dass ein Teil der Leute Englisch spricht. So erfahre ich viel über diese kleine aber doch bedeutende Gemeinschaft in deren Mitte ich sein darf.
Ich habe jetzt 3 spannende Zeiten erlebt: Die Donaureise, dann das weite Schwarze Meer und die Segelwochen an der schönen Türkeiküste entlang und jetzt die Zeit hier in der Werft in Bozburun. Nur abends ist’s einsam.  Der Ort ist 3 km entfernt. Kein Geräusch erfüllt die Werft und mein Internet- Guthaben ist erschöpft. So mach ich mir etwas Gutes zum Essen, süffle Rotwein und lese oder höre ein Hörbuch.