45 Der Acheloos, ein schöner Platz

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Flüsse haben es uns angetan. Schließlich befuhren wir  2014schon die ganze schiffbare Donau. Bei Winden aus dem nördlichen Sektor schützt das flache Land um die Mündung gut. 1500 Motorumdrehungen rückwärts versichern uns: Der Anker hält. Im Norden flaches Marschland um den Acheloos. So hieß der geschätzte Flussgott in der Mythologie, Sohn der Oceanos. Und jetzt besuchen Spenglers diesen besonderen Ort! Der Wind weht mit 5 bis 6 Bft und sorgt für eine unangenehme Dünung, die unsre EOS schaukeln lässt. Bis weit nach Mitternacht hält der Wind an. Ich klappe die Sprayhood zurück und lege mich in der Plicht zum Schlafen. Zum Schlafen zu schade. Kaum Lichter stören den gewaltigen Sternenhimmel. Die Milchstrasse zieht als Band über den Mast und der zunehmende Mond versinkt rechtzeitig um nicht durch sein Licht zu stören. Am Morgen ist’s, als würde ein Stern nach dem anderen ausgeknipst, bis der rote Osten den neuen Tag grandios ankündigt. Noch einen zweiten Tag bleiben wir, um mit dem Beiboot den Fluss zu befahren. Die Mündung ist ganz flach und wir verfahren uns zuerst. Als Ersatz schließt sich ein Spaziergang über diese Naturlandschaft an. Dann nehme ich das GPS zu Hilfe und mit ihm finden wir über die flache Barre den grünen, breiten Fluss, umgeben von Büschen, Binsen  und hohem Schilf. Roter Oleander sorgt für Farbtupfer. Wir tuckern flussauf und lassen die MICRO EOS an einer Sandrampe. Sumpfgras, Schilf und salzresistente Büsche prägen die Landschaft hinter der Sandnehrung. Eine Qualmwolke macht uns aufmerksam.  Ein Grill wird angeheizt. Ein kleines Gasthaus, ganz einfach. Wir wollen 2 Fische. Auf den Tisch unter Wellblech und Schilf kommen dann 5 Fische, ein Griechischer Salat, eine Traube und viele frisch geprlückte Feigen und 3 Bier. Es kostet dann statt 10 zwar 20 Euro, ist aber immer noch günstig. Der Wirt versteht sein Geschäft und grillt hervorragend. 2 Fische nehmen wir mit zum Schiff. Das Abendessen 🙂 unter rotgoldnem Himmel:

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Mittlerweile ist es rabenschwarz, wir werden noch etwas Wein trinken und dann schaukelt uns die Dünung in einen hoffentlich friedlichen Schlaf und über uns die ganze Größe des Alls.

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41. Drei Pulvermühlen und drei Klöster

Die Wanderung beginnt beim Water Power Museum. Immer an den Wasserrinnen entlang inmitten einer grünen Pracht führt der Weg abwärts.

Abstieg neben der Levada (1024x683)

Immer wieder tauchen die Reste einer Pulvermühle auf. Oben im Museum ist eine wieder erstanden und in Betrieb (ohne Pulver). Die Mühlen belieferten im Unabhängigkeitskrieg Anfang des 19. Jahrhunderts die Schützen. Auch wenn man sich vom geführten Wasser trennt, klingt das Rauschen des Baches tief unten in der Schlucht. Der Weg führt wieter immer hart an der Schluchtkante zum Kloster Filosofiou. Ungefragt weist mir der Mönch gleich den Weg weiter. Möchte er sich die Gastgaben Kaffee und Süßes sparen? Ich erinnere mich gerne an die alte Sitte, dem Wanderer Wasser, Kaffee und etwas Süßes zu reichen. Mein Freund Manfred und ich haben es als Studenten in Griechenland immer erlebt. Jetzt aber kommen die Gäste im Auto bis fast vor die Klostertüre und es sind viel mehr. Echte Wanderer sind selten und so verliert sich auch diese Sitte. Die Mönche hätten ja fast nichts anderes zu tun als Kaffee zu kochen. Also steige ich zum zweiten Mal bis zum Fluss ab, der sich eng zwischen Felsen durchschlängelt. Dann wieder hoch zum Kloster Prodomou, das haben Gerdi und ich schon gestern besucht.

Noch einmal im Kloster Prodromou 3 (1024x683)

Es hängt ja in der Felswand. Weiter oben packe ich eine kleine Brotzeit aus. Bestes Wasser spendet der Brunnen nebenan.
Eine fröhliche Großfamilie erläutert die derzeitigen  politischenWirren und fragt nach dem Zustand in meinem Heimatland. Dann zweige ich auf den Wanderweg nach Stemnitsa ab. Steil aufwärts, vorbei an alten Mauern und längst aufgelassenen Feldern arbeite ich mich hoch. Es regnet stark und bald bin ich durchnässt. Oben an der Straße „nach Hause“ klart es auf und ich habe 6 km nach Dimitsana vor mir. Ich möchte aber von der Straße weg. Der Weg führt abwärts und durch das dritte Kloster Emialon. Das Tor ist aber verschlossen und zwischen 13 und 17 Uhr besucht man kein Kloster. So wage ich auch nicht zu läuten und steige wieder hoch zur Straße. Bald habe ich 20km bergauf, bergab hinter mir und die Beine werden schwer. Da hält ein junges Pärchen und nimmt mich bis fast zum Hotel mit. Leider nur einen halben Kilometer. Wären sie früher gekommen, wär’s mir auch recht gewesen.

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38 Zu den Klöstern an der Felswand

Wir fühlen uns im Hotel über der Schlucht wohl.
Am Morgen nehmen wir den falschen Weg mit dem C1. Steil führt die Straße abwärts, schmal, in vielen Kehren und mit tiefen Schlaglöchern.

Nicht die beste Straße (1024x683)der schmale Weg (1024x683)

Gerdi umfährt sie gekonnt, gelegentlich mit meiner Lotsenhilfe. Wir wollen den neuen Mietwagen nicht ruinieren. So tasten wir uns bis zur schmalen Brücke über das kleine Flüsschen Lousios. Dann wieder hoch bis zum neuen Philosophen- Kloster. Kühn steht es auf einer Felsrippe.

Das Kloster über dem Hang (1024x683)

Sehr gepflegt, sogar mit eigenem VW- Bus. Es wird wohl Einkehrtage oder ähnliches anbieten. Nicht ganz einen Kilometer weit führt ein ausgesetzter Steig zum alten Philosophen- Kloster. unglaublich, wie es an der senkrechten Felswand klebt. Links die Felswand und rechts eine 10m hohe Mauer.

Das Kloster in der Felswand (1024x683)

Ganz oben ein kleines Kirchlein. Die Erbauer müssen schwindelfrei gewesen sein. Es soll eine geheime christliche Schule während der ottomanischen Herrschaft gewesen sein. Seit langem ist es unbewohnt. Erhabene Orte in einer erhabenen Landschaft. Wir fahren weiter, immer aufwärts. Die Strasse wird mittlerweile besser. In Zatouna legen wir eine Rast ein und speisen Joghurt mit Honig und ein Omlett mit Schafskäse drinnen. Leider verbietet sich das Bier bei den kurvenreichen Straßen.

Unsere mittagsrast

Im Koustenis Village, unserer Unterkunft gibts als erstes einen Espresso. Heute Abend erwarten uns gefüllte Zucchini- Blüten. Mal sehen wie das schmeckt.

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… und wen auch die Tagesstrecke in Googel Earth interessiert: Klick

Trizonia, eine eigenartige Insel

Trizonia: eine hügelige, eigenartige Insel mit Marina.

Trizonia (1024x683)

Der Bau wurde allerdings schon vor vielen Jahren eingestellt. Mauern und Kays sind fertig. Alles andere verfällt wieder. Langzeitsegler nutzen diesen Platz kostenlos. So manches Schiff wurde aufgegeben und verkommt.

Verfall 3 (1024x683)

Zwei Wasserhähne spenden gutes Wasser und vor allem man liegt hier sicher. Auch an Land wills nicht so recht klappen: Fahrzeuge und Baumaschinen werden „endgültig“ abgestellt.

Verfall 2 (1024x683)

Mülltonnen sind übervoll.
200 m weiter in dem kleinen Dorf auf der anderen Seite mit den vielen Tavernen herrscht reges Touristenleben. Dabei hat der Ort nur einen winzigen Strand. Trizonia ist eine Insel und die kleine Fähre schafft ununterbrochen Leute heran und fort. Die altersschwache Oma betreibt den winzigen Laden. Es gibt alles, was man braucht, aber nicht mehr. Brot bestellt man am Tag zuvor.
Und dann der „E4“. Kein Wanderweg, der die Insel mit der weiten Welt verbindet, sondern einer, der um einen Hügel führt. Hinweisschilder sind nagelneu. E – vielleicht weil er von der EU gefördert wurde.
Hichts besonderes hier und doch angenehm, gerade recht um ein paar Tage zu bleiben

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30. Insel Aegina mit 39°C

Ritsche, ratsche, eins, zwei, drei,
riß das Fisherhemd entzwei,
was des Skippers liebstes Stück,
doch ich flick’s- er kriegt’s zurück.

Pastorenhemd 2 Pastoren-Hemd

Durch die Sonne, das Schwitzen, das viele Arbeiten im Lieblingshemd, dem gestreiften Finkenwerder Fischerhemd, riß es heute entzwei, als Gerhard sein „bestes Stück“ über den Kopf ausziehn wollte.
Ich flickte einen Streifen schwarzes Band drauf, vermißte meine Nähmaschine und den mitten durchgewetzten Stehkragen versah ich ebenfalls mit einem Band, wie bei einem Pastor, aber ohne Bäffchen.
Guckt mal, wie schön dunkelblau das Hemd ursprünglich vor Jahren mal war.
Am andren Bild seht ihr, wie ein Chromputzmittel heute die EOS wieder zum Glänzen brachte!!!! Wir schafften am Weg von Poros zur Insel Aegina beide 2 Std. lang mit Schwamm, Süßwasser und starbrite-Gel fleißig.

2 Std. Chromputzen, ...
2 Std. Chromputzen, …
Alles glänzt wieder...!
Alles glänzt wieder…!

Die Inselstadt Aegina emfpng uns mit tropischer Hitze, erst 36°, später 41°.

Kein Entrinnen, Wir haben in der Kajüte kein Oberlicht oder Lüftungsloch, die Schwüle bleibt gefangen wie im Keller… Also muß man sehen, wie man die heiße lange Zeit von 8 bis 8 rumkriegt, keine Rolläden, kein Ventilator, kein kühler Hof… An Schlafen da unten ist nicht zu denken, also pack ich eine der Bugmatratzen und leg sie ins Cockpit, leider habe ich eifrigen Schnakenbesuch ab 2 Uhr. Die Musik aus den Tavernen ist schlagartig um 3 Uhr still. Der Kellner unsrer nahen Segelclub-Taverne rollt seinen Einkaufswagen noch 3x mit Leergut und Müll den langen Kai entlang, dann weiterschlafen.Mit Autan und Citronella auf Kissen und Zudecke…

Ab 7 früh wieder heiß. Auf den Straßen ist es tagsüber fast still-Frauen am Motorroller zum Einkaufen, einige handwerker mit Werkzeugkisten… Männer mit kaltem Frappée im To-go-Becher…bis am Abend nach 18 Uhr. Dann wieder Kinderlachen, Autolärm, Corso- Spazierengehen im ersten Abendlicht, der Vollmond silberweiß, die Sonne wie eine Mandarine so blutrot… Jetzt sind alle Tavernen voll besetzt. Uns ist auch nicht zum „Kochen“ zumute (gestern noch hab ich Couscous-Taboulésalat gemacht…) und wir setzten uns in die Seglerkneipe und lassen uns im Halbdunkel ein kaltes Bier und einen Fischteller mit zartem Octopus, Kalamari, Sardinen und kleinen Sscampi (fritiert leider) schmecken. Vor 1 ist keine Freude am Boot… zu heiß.

Von unsrem Abendbummel hab ich einige Fotos ausgewählt:

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…aber es läuft noch!
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Die Fiaker! Wie vor 28 Jahren mit Martin+Jojo!
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Ayos Nikolaos. Zeit für ein Gebet für M.

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Hier weitere Bilder von Gerhard: Klick

…und hier noch die Strecke, die wir gefahren sind: Klick

27.(2) Kithnos + letzte Fotos v. Chora Serifos

Noch ein Nachtrag, weil grad das Internet mal funktioniert…das ist sooo selten:

einfach einige Fotos vom Abendbummel auf der CHORA in Serifos und ein 2. von Kithnos.

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GepäckTRANSP=RT
GepäckTRANSP=RT

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Am Ende Fotos, die uns an Bord an unsere Kinder erinnern.

Schönen Abend euch daheim- bei uns ist er golden, die Schnaken fehlen noch und die Sternenpracht zum Halbmond oben ist die Disco, die sicher ab 23 Uhr bis um 3 dröhnt, draußen grüne Bewaldung, die Pinien, ein laues Lüftchen und das Schwojen vor Anker… was könnte heut noch schöner sein, ich werde Lieder mit der Flöte spielen, und aus lauter guter Laune sogar Tangos!! Oh Donna Klara, Komm, schwarzer Zigeuner,….und Abendlieder