

Gh konnte früher nichts bloggen, kein Internet auf hoher See:-)


Gh konnte früher nichts bloggen, kein Internet auf hoher See:-)
Immer noch Sizilien!
Noch 20 Seemeilen bis Trapani. 19.Juli
Kein Wind, da muss der Volvo helfen. Die Stadt schiebt sich auf einer flachen Landzunge ins Meer. Wir tanken Kraftstoff und suchen Lega Navale. Auf einem Schlauchboot ruft man uns zu „Canale 8“. Ich melde mich mit dem Funkgerät und ersuche um einen Liegeplatz. Ein Mitarbeiter winkt uns am Steg, weist uns ein und hilft beim Anlegen. Wieder können wir kostenfrei bleiben., dank unsres Jahresbeitrags als Mitglied im ital.Segelverein.
Ein schöner Berg überragt die Stadt auf der Landzunge. Man könnte mit einer Seilbahn hochfahren. Draußen schwimmen die Egidischen Inseln. Wir fühlen uns in der Stadt wohl und der Wetterbericht sagt für morgen noch günstigen Wind für den Schlag nach Sardinien voraus.
Inselwechsel

Trapani wird achteraus kleiner. Inseln liegen links unseres Kurses. Marettimo, der letzte Außenposten Siziliens, reizt zu einem Besuch, aber der Wind ist günstig und wir segeln vorbei. Am späten Nachmittag verschwindet Sizilien im Dunst. Marettimo löst sich erst nachts auf. Ab 22 Uhr wechseln wir uns mit der Wache ab. (Zum ersten Mal steht nicht Gerdi an der Pinne in der Nachtschicht:-)
Der Mond zieht als volle Scheibe am samtschwarzen Himmel seine Bahn. Kaum ein Schiff zeigt sich durch seine Lichter. Dann kommt meine Schicht: Ab 4:30 deutet sich ganz schwach die Dämmerung an. Die Kimm färbt sich langsam dunkelrot, die Schwärze der Nacht verschwindet. Um 6:10 steigt die Sonne aus dem Meer. Eine Weile hält sich noch der Wind, dann schläft er ein. EOS verfolgt als roter Pfeil auf dem Smartphone den Leitstrahl zum Kap Carbonara. Wie flüssiges Blei schwappt das Meer. Die Hitze wird fast unangenehm. Schon am Vormittag taucht Sardinien im Dunst auf, kommt aber unendlich langsam näher. Am Abend wieder das gewaltige Schauspiel des Sonnenuntegangs. Die Berge liegen wie ein Scherenschnitt vor dem roten Horizont.

Die Leuchttürme am Kap senden ihre Lichtblitze. Im Handbuch wird auf das neue Naturschutzgebiet hier hingewiesen. Ankern sei nicht mehr erlaubt, es lägen aber Bojen aus( Das kennen wir schon von Ustica 2011! Prima f.d.Natur). Es wird Nacht. Langsam tasten wir uns um die Untiefen herum. Ganz schwach sehe ich im Fernglas den Umriss eines Schiffes. Noch ein Kap umfahren, dann erkennen wir die Bojen. Um 23:30 sind wir am Ziel. 39 Stunden hat die Überfahrt gedauert.
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Abschied von Palermo, nach 1 Woche
Palermo, die quirlige Millionenstadt. Wir wechseln den Liegeplatz vom Steg der Lega Navale Palermo Centrale zu Sitimarina, weil wir die Gastfreundschaft „unseres“ neuen Vereins nicht überstrapazieren möchten. Danke für den Liegeplatz!. In Sitimarina liegen wir unter der mächtigen Silhouette zweier Verladebagger, deren Funktion nicht mehr benötigt wird.

Gemütlich durchstreifen wir die Altstadt, nicht um Zeugen der Vergangenheit zu ergründen, sondern um das Leben in dieser Stadt in uns aufzunehmen. Die kühlen Temperaturen erleichtern das.

Am nächsten Tag arbeiten wir uns mit Motor zum Kap Gallo hoch und können dann mit allen Segeln (und der neu gesetzten Genua) hart am Wind bis San Vito Cabo segeln. Ein angenehmer Segeltag. Eine Dünung am Anker stört wenig. Grillen gelingt und der rote Sonnenuntergang beschert uns einen schönen Übergang in die Nacht.

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Mittwoch, den 20.Juli 2016, von Gerdi
Fast Mitternacht- ein Hangout vom Meer
1 Std vor Landfall, nach der Nachtfahrt
Herzlichen Glückwunsch !
Nun ist die Crew bald angekommen auf Sardinien. Nach 38 Stunden auf offnem Meer.
Start am Dienstag 10 Uhr Sizilien-Nord, Trapani
Ziel Mittwoch, 23 Uhr. Capo Carbonara, Sardinien -Südspitze
Hier der Google map Link zum letzten Standort: gesandt von Skipper Gerhard um 22 Uhr beim 1. Netzempfang am Smartphone nach der Meeresstrecke bei Vollmond und Sternenmeer.
Auf den Link klicken und ansehn wo sie um 22 Uhr waren.
Das „Schinken-Kap“ 🙂 an der Südspitze der großen Insel Sardinien!! Capo Carbonara
Endlich wieder mal eine Insel für die EOS !(rechts Foto EOS in Albanien)
Buano notte!
Bona nox, bist a rechta Ochs. Buona notte, liebe Lotte, bon nuit, pfui, pfui, good night, good night, heut müaß mer no weit, gute Nacht, gute Nacht, es wird höchste Zeit, gute Nacht.— Schlaf fei gsund und werd sche kuglrund. W.A. Mozart.
Ein Kanon!!!
Donnerstag, 21. Juli, 09:30 Mail von Gerhard auf Sardinien:
Um 23.30 haben wir in der Bucht bei Villasimius geankert, wo wir vor ein paar Jahren auch angekommen sind. Da liegen jetzt Ankerbojen aus. Am ersten Tag und der Nacht konnten wir flott hart am Wind segeln, aber am 2. Tag lag das Meer bleiern da. Bei Sonnenuntergang lagen die Inseln im roten Licht wie ein Scherenschnitt vor uns und die beiden Leuchttürme sandten schon ihre Lichtfinger aus Momentan steuert Blabbe nach Cagliari.
Busausflug
Gerdi ist abgereist, die Augsburger sind noch nicht da. Monreale würde sich lohnen, sagt man mir. So nehme ich den Linienbus dorthin. Eine eigene Stadt am Hang. Die wuchtige normannische Kathedrale und der große Platz mit 4 hohen Palmen beherrschen die Stadt.

Ein Besuch der Kirche schreckt ab. Besucher schieben sich durch den rechten Torflügel ins Innere und andere kommen durch den linken wieder heraus. Unwürdig für ein Gotteshaus. Ein paar Schritte weiter bietet sich ein überwältigender Blick von dieser Aussichtskanzel auf Palermo. Das Häusermeer liegt in einer flachen Landbucht umgeben von Bergen unter mir.

Rückfahrt: Der Bus kommt nur im Schleichtempo wieder zurück nach Palermo. Busfahrer sind geduldige Künstler, wie sie sich durch die zugeparkten, engen Straßen schieben und mit der Hupe auf sich aufmerksam machen, wenn wieder ein Autofahrer wegen einer schnellen Besorgung sein Auto auf Straßenmitte anhält.
Die Augsburger kommen

Großes Fest heute zu Ehren der Stadtheiligen Santa Rosalia. Fast die gesamte Innenstadt gehört den Fußgängern und quillt von ihnen über. Es raucht von den Grills. Jeder Stand und jede Taverne hat Hochbetrieb. Der Zug von Rom fährt auf die Minute pünktlich um 23:00 Uhr in Palermo Centrale ein, mit den Augsburgern an Bord. Unser Taxi fährt einen mächtigen Umweg und kann uns nur in die Nähe der EOS bringen. Dann: Weißwurst, Brezen und Paulaner Weißbier aus der Heimat. Eine herrliche Abwechslung!

Draußen Musik aus allen Richtungen. Ganz Palermo scheint hier zu sein, zu flanieren, an der Uferkante zu sitzen. Um 1 Uhr nachts dann das Feuerwerk. Farben explodieren am Himmel oder regnen auf die Erde, bis zum Ende, als ein Feuerball in den anderen übergeht. Erst um ½ 2 Uhr schweigen die Kracher und verschaffen den Musikanten wieder Gehör. Aber das Fest ist noch lange nicht zu Ende

Warten
Lamma sagt bis Ende Samstag 7 Bft voraus. Es pfeift in den Wanten und EOS legt sich an ihrer Muring schräg. Der Freitag ist einer Prozession vor der Kathedrale vorbehalten. Musikanten in feinen Anzügen, verschiedene klerikale Gruppen in ihren besonderen Trachten mit wertvollen bestickten Fahnen und Würdenträger in ihren schwarzen Soutanen nehmen Aufstellung. Kirchenmusik beschallt die Straßen. Zuschauer drängen sich an den Straßen und Plätzen. Die heilige Rosalia wäre stolz auf ihre Bürger.
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Nach Mitternacht: Eos liegt erste Reihe, Sicht auf den Corso der Fußgänger. Der Lärm der Ausfallstraße verliert gegen die Kraft der Musik. Musik? Von rechts die immer gleiche Bass-Dreitonfolge. Ab und zu brüllt eine Sängerin oder ein Sänger mit (oder dagegen?). Von links die wunderbaren Töne eines Saxofons und eine Schlagzeugs. Der Drummer vom anderen Hafenufer hat dagegen keine Chance. Und EOS mitten drinnen.
Langsam ebbt der Strom der Spaziergänger ab. Man flaniert , unterhält sich, nimmt auf den marmornen, kunstvoll geglätteten Steinsitzen Platz. Man genießt den Abend, ist froh, der nachmittäglichen Hitze entkommen zu sein. Ein Seelantraining, dieser Spaziergang am Ufer.
Und wir? Einen Steinwurf entfernt an einem Ponton, geschützt durch eine verschlossene Türe und ein kaum umsteigbares Gitter. Der freundliche Herr von Lega Navale gibt uns den Schlüssel zum „Gefängnis“, wie er sagt. Zaungast bin ich momentan, ganz schön, aber doch einsam ausgeschlossen
Diesmal ohne Bilder
PS: Tags trinkt der Käpt’n gern einen Ananas-Smoothie im Chiosco…vorerst allein…

Zu starker Wind aus Nord… die EOS bleibt noch in Palermo! 6 Tage lang…

Die Bilder: Klick