Tapfer im Fluß: Eos, Volvo-Motor, 3-Männercrew

Von Gerdi, noch daheim:

Dankbar las ich  am Bodensee, dass so manche riskante Untiefe und Stromschnelle gemeistert wurde. Ich dachte an euch, als ich beim Walking war…die Hollerküchle am Fronleichnam-Feiertag hätten euch geschmeckt. Rechts der Blütenteppich an der Kirche.

Vergeßt das Danken nicht- auch ohne Kirche.

Hier ein evangelisches passendes Lied für die Flußreise:

„Meine Hoffnung und meine Freude,
 meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht‘ mich nicht!

 

Regensburg, hinter der Steinernen Brücke: erster Tag auf dem Fluss

Regensburg, hinter der Steinernen Brücke, erster Tag auf dem Fluss

Ruhig hier im südlichen Arm der Donau – nach einer kurzen Passage durch die Steinerne Brücke. Puh, das waren 2 spannende Minuten durch den engen südlichen Bogen. Immer stärker wurde die Strömung vor der Brücke und die Wassertiefe immer weniger. Motor 2000 upm, wir stehen fast, dann schleichen wir uns in den Bogen ein. Maximale Motorkraft, 2500 upm, weiter, Meter für Meter in Schleichfahrt, 0,5m Wassertiefe, 0,3, 0,2 Meter unter dem Kiel, dann sind wir durch, die Strömung mäßigt sich und die Wassertiefe nimmt wieder zu, der Herzschlag sinkt. Der Volvo ist heiß…

Fluss-Handbuch studieren

Eine schöne Reise bis hierher, rote und grüne Tonnen markieren das Fahrwasser bestens. Vor den Schleusen ein Anruf aufs Handy und wir wissen, wann die Einfahrt „grün“ zeigt. In weiten Bögen begleiten uns bewaldete Hügel, durchsetzt mit Felsen (Erika, zum Klettern!). Wir haben es nicht eilig und so verlangen wir dem Motor nur niedere Drehzahlen ab.

5 Stunden sind wir unterwegs und 38 km legen wir zurück. Das reicht für den ersten Tag. Am späten Nachmittag ein Gang durch die lebendige Stadt und dann im Biergarten am Donaukanal mit der besten aller Sulzen und einem kühlen Dunklen……..ein schönes Gleiten in den Abend!

…und hier alle Fotos

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Tonnen in grün und rot markieren die Fahrwasserrinne für Schiffe
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Regensburger Dom
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Viel schneller als die EOS…
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Besuch auf dem gelegten Mast
Warten auf die Einfahrt in die Schleuse(die große blaue Persenning schützt vor Sonne u.Regen)
Mysteriöses Hausschild: Wehe dir, wenn du keine Feinde hast. (Viel Feind viel Ehr???)

 

Am Startpunkt: Saal, Donaukilometer 2410

Wir biegen (bei Saal hinter Kelheim)mit dem Auto in die Marina ein, da steht die EOS noch auf dem LKW. Sie sollte schon schwimmen, aber ein kleiner Defekt am LKW verhindert die Fahrt zum Kran. Keinerlei Transportschäden am Schiff: Sehr gut! Am Nachmittag aber kranen wir und dann beginnt das Aufrüsten. Der Mast muss höher gesetzt werden wegen besserer Sicht und das ist ein Kraftakt. Während wir zu zweien das Mastende nicht heben können, schafft das der junge Mann von der hiesigen Bootsschule mit 2 Händen locker. Da merken wir unser Alter. Gut dass Baywa nebenan liegt. Da kaufen wir noch fehlende Zurr-Gurte und eine Dachlatte, Jetzt am Sonntag Nachmittag sitzt alles, wie wir meinen,fest genug gesichert für einen unruhigen Fluss und Tücken beim Schleusen.

Die Donau ist neu für uns und wir fragen die Leute hier aus: Besonders die Wassertiefen hier interessieren uns. Es herrscht gerade eher Niedrigwasser. Aber man meint, es würde gut reichen, wenn wir im Fahrwasser bleiben.

Ein Berliner hat sein Schiff vom Schwarzen Meer hier hoch gefahren. Respekt! Eine mühselige Sache gegen die starke Strömung. An manchen Stellen sind Spaziergänger am Ufer schneller als ein Schiff. Jetzt präpariert er sein Schiff für die Weiterreise nach Berlin. Noch etwas der Rhein- Main- Kanal aufwärts,dann gehts immer abwärts– bis zur Mündung ins Schwarze Meer.

Sonntägliche Ruhe, na ja, doch nicht ganz. Der Strassenverkehr auf der nahen Brücke und gelegentliches Motorgeknatter stören. Was will man mit einem Wasserflitzer hier schon anderes machen?

Hier alle Bilder

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1.Steuermann bis Budapest, war schon auf der Rhône dabei
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Wenn der Mast noch tief liegen würde, käme man  nur gebückt aus der Kajüte raus
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Mast nun am Heck höher aufgelegt: besser sehen, aufrecht stehen! Hinten Solarzelle+Mini-Außenborder f.Beiboot

EOS auf dem Tieflader-es geht los

Heute kam der uns schon bekannte Transporteur Obst aus Kiel. Eos lag schon verschnürt bereit unterm Kran.Von 3-5 wurde gekrant und verzurrt. Fertig. Ein letztes Bild mit uns. Es ist schwül-heiß, 35°. Er wird gegen 7 losfahren. Ziel Kelheim.

...und jetzt auf den Tieflader!
…und jetzt auf den Tieflader!
Hafenmeister Hubert(war 2009+2011 auf der Rhône dabei!)
Hafenmeister Hubert(war 2009+2011 auf der Rhône dabei!)
...in der Luft!!!
…in der Luft!!!
Noch im Wasser...
Noch im Wasser…
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Schmal und elegant

 

 

 

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ein langes Gespann
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EOS hat nun 2 Nummern: FN f.Bodensee, A für ADAC
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Langkiel
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Ruder und Schiffsschraube
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Eigner-Ehepaar
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Gute Reise, Gerhard …Auf Wiedersehn in Budapest!
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Fußball-WM startet heute: public viewing im SMCF

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Noch einmal „Segeln-satt“ und Ankern am See: FN-Hard-Lindau-Hagnau-Bodman-FN

Lest unsre beiden Blog-Beiträge 🙂 Click auf:

http://gerdi-geschichten-daily.com/2014/06/03/noch-einmal-segeln-am-bodensee-die-donau-ruft-und-das-meer/

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Am Heck der kleinste aller Außenborder! Fürs Schlauchboot.

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Frühstück im Cockpit mit Morgensonne,Bodman Ried, 9°C, Wasser 14°C

LED-Glaslampe+ÖDP-Windrädle
LED-Glaslampe+ÖDP-Windrädle

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Die EOS im SMCF-Hafen
Die EOS im SMCF-Hafen

Noch 8 Tage…. dann kommt die EOS an den Kran und „landet“ auf dem Tieflader!! Mit gelegtem Mast… ab auf die Straße. Nachtfahrt 12.6. bis Kelheim. Dann ab in die DONAU! Der Skpipper reist im Zug an. Die 2-Freunde-Crew kommt im Auto. Crew-Wechsel nach 850 km in Budapest, dahin fahre ich im Zug…Ab da sind wir zu zweit allein auf den nächsten 1600 km reiner Motorfahrt. Bei Einbruch der Dämmerung muß man ankern im Strom. Nachtfahrt verboten, nur die vielen Flußkreuzfahrt-Schiffe dürfen dann noch fahren.

Die Eos trainiert am Bodensee

Palmsonntag:

3 Tages-Törn zu zweit: 12.-14.April. Schon 17 Tage waren wir mit dem Schiff draußen im jungen Jahr 2014.  Diesmal haben wir 2x vor Anker übernachtet. Der See hat 9 °C, die Luft ca. 12°-15°. Wir segelten hinter die Mainau. Friedlich, keine Touristen, wenig Segler. Nach ruhiger Nacht kreuzten wir rüber zum Schweizer Ufer, auffrischender Wind… in Arbon fällt der Anker. Ich bediente zum 1. Mal die elektrische Ankerwinsch!

Am Montagmorgen sahen wir schon beim Frühstück im schaukelnden Schiff: alle Ufer blinken orange! Starkwindwarnung. Wir gingen um 10 Uhr unter Segeln Anker auf und mit 2 Reffs preschte unsere fast 40 Jahre alte Lady über den ganzen See. Mit 12 kmh erreichten wir um 11 das andre Ufer. .. flotte Fahrt…Ganz meerig mit weißen Gischtkämmen auf den Wellen.

Am Abend treffen wir uns mit 4 Freunden im „Schwanen“ zum Salvator, eine Tradition in der Fastenzeit :-): 1x zum Starkbier! alle fragen: Wann geht’s los??

Noch wenige Wochen… am 12. Juni kommt der Tieflader und holt die EOS ab. Auf nach Kelheim …auf zur Rhein-Main-Donau-Schifffahrtsstraße… Das Schwarze Meer ruft. Noch ist kein Krieg da unten…

24.April 2014: Heute trafen die 8 National-Gastflaggen ein. Auch die blau-gelbe für die Ukraine… An der Grenze sind 40.000 russische Streitkräfte aufmarschiert, Panzer, Hubschrauber, Kriegsschiffe… Drohgebärden auf beiden Seiten. Manöver?? Oder Taktik?

Das Baumreff
Das Topreff im waagrechten Baum
Die neue elektr.Ankerwinsch am Bug
Die neue elektr.Ankerwinsch am Bug
So schön ist sie nach der "Kur" in der Werft
So schön ist sie nach der „Kur“ in der Werft
Der Spinnakerbaum ist nun vorm Mast, oben der Radar-Reflektor
Der Spinnakerbaum ist nun vorm Mast, oben der Radar-Reflektor
Stille hinter der Mainau. Kein andres Schiff im April :-)
Stille hinter der Mainau. Kein andres Schiff im April 🙂
Neuschnee am Säntis. Arboner Bucht
Neuschnee am Säntis. Arboner Bucht

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Abendlieder im Cockpit in Arbon
Abendlieder im Cockpit in Arbon
Wellen wie am Mittelmeer
Krängung wie am Mittelmeer
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Wechsel an der Pinne: der Skipper
Gerefft, hart am Wind
Gerefft, hart am Wind

 

Die Reisestrecke auf der Donau

 Die Donau

Wir möchten unsere EOS mit dem LKW vom Bodensee nach Kelheim an der Donau transportieren lassen. Von dort bis zur Mündung werden wir ca 2400 Kilometer mit Maschinenkraft zurücklegen. Wir vertrauen uns ganz unserem Motor an, einemVolvo 3 Zylinder . Der Mast liegt festgezurrt waagerecht über Deck, bis die letzte Brücke nach 1600 km unterfahren ist. Gummireifen und Fender schützen die Bordwand in Schleusen und an Ufern beim Übernachten, Man darf nur bei Tageslicht fahren! Bis Budapest (ca.800 km) gehören 2 Freunde zur Crew, dann kommt Gerdi mit dem Zug nach und löst sie ab. Auf den restlichen 1600 km sind wir nur zu zweit an Bord, eine große Verantwortung.

Die Handbücher informieren über Stromgeschwindigkeiten bis zu 7 km/Std. im Oberlauf. Nicht wenig. Ein Clubfreund hat diese Strecke mal mit seiner 10m-‚Bavaria‘ befahren. Ich bin gespannt, was er uns berichtet. Nach dem Eisernen Tor soll das Wasser gemächlicher fließen. Damit die Spannung erhalten bleibt, werden wir uns aber ab dort mit unübersichtlicher Breite und zahlreichen Inseln beschäftigen müssen. Der gesamte Verlauf sei ordentlich gekennzeichnet.

Gut, dass die Donau mittlerweile fast durchgehend auf EU- Gebiet verläuft. Da rechnen wir mit weniger Aufwand beim Einklarieren und hoffen auf einen lockeren Wechsel von einem Staatsgebiet in ein anderes am gegenüberliegenden Ufer. Serbien macht da eine Ausnahme. Aber andere Donau- Blogger hatten da auch keine Probleme. Ganz anders wird die Ukraine beschrieben. Im Donaudelta kann man auch den nördlichen Arm in Richtung Odessa befahren. Den benutzen auch Kreuzfahrtschiffe. Allerdings braucht man beim Einklarieren viele Papiere und Geduld. Probleme können aus dem Nichts auftauchen. Wenn alles gar zu unübersichtlich wird,  können wir immer noch den mittleren Delta-Arm nach Sulina benutzen, der durch Rumänien führt.

Die inzwischen kritische politische Lage in der Ukraine und auf der Krim machen unsere Planung ab Februar 2014 un-sicher… Täglich neue Eskalation… Wollen wir hoffen, dass es nicht zum Krieg kommt. Am Freitag begann das russische Militär ein Manöver im Mittelmeer. Die russische Flotte und Luftwaffe zeigt ihre Stärke im Schwarzen Meer….Rumänische und bulgarische Marinestreitkräfte sind an den US-Manövern vor der Krim bereits beteiligt.In Polen finden Luftwaffenmanöver statt, an denen die USA ebenfalls beteiligt sind.

Was machen wir nach Ankunft der EOS im Schwarzen Meer? Das hängt ganz von den Umständen ab. Sind Schiff und Besatzung in Ordnung?Herrscht Frieden…?

Ein Bibelwort aus dem Buch Esther 8:21:
Dort am Ahawa-Kanal. Alle sollten sich vor unserem Gott beugen und ihn um eine glückliche Reise für uns und unsere Familie(n) und unser Eigentum anflehen.

Gerdis Leitspruch für den Segel-Törn(ein Choral vom Kirchenchor):

Meine Hoffnung und meine Freude,
 meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht mich nicht!