3. Unsere Wanderung auf der Insel Ithaka

 

Wir liegen mit der EOS im Hafen von Kioni. Hoch oben, unsichtbar von hier unten liegt das Dorf Anoi. Als unsere beiden Buben noch ganz klein waren, haben wir diesen Ort besucht. Jetzt, nach 25 Jahren wollen wir erneut zu ihm.

Etwas über dem Dorf am Meer weist uns ein Schild den Weg. Beidseitig einer alten Steinmauer schlängelt sich der Pfad sanft hoch, begleitet von einer Piste aus neuerer Zeit. Beide führen zu spärlich mit Olivenbäumen und Weinstöcken bewirtschaftete Terrassen. Dann endet die Autopiste und mit ihm auch die bewirtschafteten Felder.

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Unser Eselspfad windet sich weiter, vorbei an nun aufgelassenen und zerfallenden Terrassen. Mal wandern wir in schattigen Laubwäldern, dann über lichte Flächen, die den Blick auf Meer und Inseln freigeben. 

 

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Eine Blumenpracht fasst die Wegränder ein. Kleine Blüten aller Farben sprenkeln das Gras. Etwa so wie bei uns in den höheren Regionen der Alpen. Unglaublich, diese schlichte Farbenfülle!

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Jetzt wird der Hang steiler und unser Pfad führt in Serpentinen höher. Fachleute vor vielen vielen Jahren haben den Weg Stein auf Stein gefügt, stabil bis in die heutige Zeit. Nur an ganz wenigen Stellen haben sich Steine gelöst. 2 Stunden wandern wir so aufwärts, dann ist der Höhenrücken erreicht und eben geht’s nun weiter. Die Häuser von Anoi tauchen in der Ferne auf. Einen rätselhaften Hubschrauberlandeplatz umgehen wir, dann führt eine ebenso rätselhafte überbreite Straße direkt ins Dorf. Verfallene Häuser, geschlossene Fensterläden, nur zwei Menschen begegnen wir. Als man noch zu Fuß ging und Lasten dem Esel oder dem eigenen Rücken aufbürdete, waren viele Menschen notwendig, um die Felder zu versorgen. Heute, mit Lkw und Vollernter lohnen diese kargen Felder und Terassen nicht mehr. Die Älteren, die nicht mehr im Berufsleben stehen, bleiben, ebenso diejenigen, die unten am Meer mit Feriengästen ihr Auskommen finden. Manche Häuser werden als Ferienhäuser von Städtern vom Festland erhalten. So wandeln sich die Zeit und mit ihr, die Gegend.

Wir treffen einen freundlichen Griechen, sein gutes Englisch hat er sich  selbst angeeignet. Er liebt Bücher, sagt er. Das einzige Kafenion hat geschlossen, er ergänzt unseren Wasservorrat. Fotografieren will er sich aber nicht lassen. So sitzen wir auf einer schattigen Stufe, trinken und nehmen die Stille des Dorfes in uns auf, bevor wir der Rückweg auf gleichem Pfad antreten.

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Alle Bilder hier, wenn Ihr auf den Link klickt:

2. Unser Start in Preveza bis zur Insel Ithaka

Info für neue Leser: wir haben nur selten Internet-Zugang. Daher kommt der von uns verfasste blog-Text nicht „aktuell“ auf „Sendung“.

Unsere EOS wird am 10.Mai um 11 Uhr sanft mit dem großen Travellerlift zu Wasser gelassen und wir queren die Bucht, rüber nach Preveza Stadt. Unser Winterlager liegt „aus der Welt“. Einkaufen war notwendig. Wir suchen die Ruhe und ankern anderntags außerhalb des Hafens in einer Bucht dahinter. Nach einigem Hin und Her lässt sich unser neues Baum- Rollsegel auch problemlos setzen, reffen und bergen. Es gefällt mir.

Nächster Stopp nach windarmer Fahrt: Levkas, die Stadt an der Lagune, per Schiff nur durch 2 Kanäle zu erreichen. Um 13 Uhr durch die Drehbrücke! Den Kai befahren Autos, es lärmt und darum ankern wir auch hier mitten im Hafenbecken. Unsere MICROEOS bringt uns an Land. Nachmittags brist es auf, aber unser Anker hält die Position. Ich bewundere die Kraft eines Ankers. Er gräbt sich nur 20 cm in den Meer-Boden ein, hält aber unser Schiff auch bei „voller Motorkraft rückwärts“.

 

Als wir den Kanal auf der Südseite verlassen, sind wir im schönsten Bereich der Ionischen Inseln. Meganisi, die vielbuchtige Insel steuern wir an – und finden einen guten Ankerplatz in der Abelike Bay. Gerdi senkt den Anker auf 10m Wassertiefe, ich steure rückwärts zum Ufer und bringe 2 Leinen an Land aus. So liegen wir sicher, auch als der Wind nachmittags die EOS seitlich trifft. Gerdi brät 18 Fleischpflanzerl Marke sehr gut. Dazu gibt´s griechisches Mythos Bier. Es regnet die halbe Nacht aber am anderen Morgen ziert keine Wolke den Himmel. Angenehm kühl der Morgen… die Sonne steigt über die Hügel und taucht das kleine Felsufer und den dichten Wald darüber in ein mildes Licht. Wir rudern an Land, wandern 4 Stunden, besuchen zwei kleine Dörfer, kaufen im Hafen vom ägyptischen Fischer ein paar Fische und grillen sie abends am Heckgrill der EOS. Gut, aber grätenreich.

 

Anderntags kreuzen wir den Meganisi Kanal südwärts. Die hohen Berge verstärken den Gegenwind. Erster Test bei 3-4 Windstärken für unser neues Segel: Bestanden. Ums Kap rum und rein in die Poros Bucht. Dort ankern wir auf türkis blauem Wasser vor dem Badestrand.

Einstimmung auf den Törn

GERDI, 14.5.11

Unseren 30.Hochzeitstag verbringen wir also erneut auf See… An der Promenade von Preveza gibt’s statt Sekt einen Frappée, den für Griechenland typischen aufgeschäumten kalten, gesüßten Nescafé mit Eiswürfeln und Strohhalm…“Sweet heart“ steht auf der Portion Zucker, 2 Täubchen daneben, wie damals 1983 auf meinen handgemalten Tischkarten in Lauf bei Nürnberg…

News aus Deutschland gibt’s nur noch per sms:

Erika hat uns mitgeteilt, dass sie an 2 Tagen im Allgäu mit dem Zelt 2 Bergtouren mit 4250 Höhenmetern gemeistert hat. Und die Seminararbeit ist vollendet. Und für Schweden-Norwegen hat sie die Zusage für ihren Sommer-Job als Rucksackreisen-Touren-Leiterin.

Na, da können wir Eltern ganz beruhigt lossegeln. Martin ist inzwischen mit L. auch im Mittelmeer, als Wanderer und „Insel-Hopper“, von Samos, via Patmos, Lipsi, …. bis Kos…Wunderbar in der Vor-Saison!

LEFKAS am 11.5.. Wie oft waren wir da schon!!! 1983 noch ohne Marina und Tavernen! Wir gehen in kleinen Läden einkaufen, grüne Bohnen frisch geerntet, große Zitronen, die Apfelsinen (portokali) sind frisch vom Baum mit grünen Blättern dran, ungespritzt, 1,10€ das Kilo! Köstliche Sesam-Mandel-Gebäck-Dreiecke bei der Pâtisserie, nur 1 Metzger hat offen, aber mir fällt das griechische Wort für Hackfleisch (ki’mas) rechtzeitig ein: 850 g wandern in den Fleischwolf, das ergab dann 18 Frikadellen!! Kräftig gewürzt mit allem, was mein reichhaltiger Vorrat in der Schublade unterm Herd zu bieten hat! ( ….Es bleiben nur 4 Fleischküchle übrig !!!)

Die Nacht mit silbernem Halbmond ist romantisch und ein guter Start…

Am Morgen holt mein kräftiger Ruderer frische Milch, warmes Weißbrot und die ersten Blümle für die Vase am Heck der Eos .

 

Beim Segeln als „Schmetterling“ mit Vor-Wind-Kurs am Donnerstag, 12.5., zieht eine bläuliche anthrazit-graue Wolkenfront über den Bergen auf…Als mittags in einer der Paradiesbuchten von Meganisi der Anker fällt, wage ich ein erstes BAD IM MEER!!! 19°, herrlich. Dann breschen die weiß mit Gischt gekrönten Wellen heran. Wir genießen Petersilien-Butter-Kartoffeln, restliche Fleischbällchen und aromatische grüne Bohnen, erstmals aus dem im April im Rucksack mitgebrachten Drucktopf, Jg. 1990 (der alte war Jg.1970, da gibt’s keinen Dichtungsring mehr für den Deckel L)

Freitag, 13.Mai: Makelloser Morgen, die Sonne geht verträumt orange auf um 6.40 Uhr, kein W??lkchen am blauen Himmel… Meganisi – zauberhaft wie immer! Mit der „Marion“1983 mit den 2 Babies( 3 und 18 Monate jung), 1985, 86 („Sunrise“-Überführung Rhodos-Brindisi im April), 87, 90 zu fünft auf 8,60m Schiff – inzwischen mit Klein-Erika und Schulunterricht an Bord für unsere 2 Buben, 1-+2.Klasse…, damals wegen des Balkankriegs via Ostküste Italien, Gargano, Brindisi, Monopoli, Adriaquerung, Ericousa, Korfu, Lefkas, Meganisi, Kefalonia, …

Wir wandern am Morgen über die Hügel, ein Genuss ohne die sommerlilche brütende Hitze. Es blüht bunt  am Wegrand, duftende Rosen in den Vorgärten der noch verschlossenen Appartements, rote üppige Geranien in Pötten, die Weinstöcke an den Veranden schlagen laubreich aus, bald natürliche Schattenspender, erste Bougainvilea blüht cyclamrot, es duftet intensiv nach den Zitronen- und Orangenblüten, die gleichzeitig mit den reifen leuchtenden Früchten am Baum sind. Frauen kommen den Hügel herab, ganz in schwarz, bauschiger Faltenrock mit Spitze am Saum, gehäkeltes Schultertuch, die alten Frauen mit dem im Stil der jonischen Inseln in die Stirn nach vorn umgeschlagenen?? Kopftuchzipfel, sie kommen von einer Beerdigung…, man hört den Popen singen…

Auf der EOS schwirren emsig Schwalben, zwitschern munter, rasten auf der Mastspitze…

Griechenland, wir sind „angekommen“! Kalimera.

Sonntag, 15.Mai : Wonne-Segeln, Leichtwind. Türkis leuchtet das Meer.

Wir sind auf der Insel Ithaka, erstmals (engl) „stirn-to“, mit Buganker, mit schwieriger Rückwärtsfahrt, Heck am Kai! Noch ungewohnt. Fast alle Ferien-Häuser sind verlassen, unbewohnt, die Fensterläden dicht. Vorsaison. Sonntägliche Stille…Die Tavernen aber stehen bereit für die bald einfallenden Touristen und Crews.

1. Preveza Marina

Samstag, 7.Mai 2011: Gerdi

Herzlich willkommen allen unseren Lesern,
den treuen blog-Lesern seit 2009 und 2010,
und den neuen
, die unser „Logbuch“  von Mai bis Ende Oktober mitlesen möchten!
Ein Extra-Gruß u. Dankeschön 🙂    an Michael u. Vroni von der DUNAREA!

Der Flug war traumhaft schön!!! Die Route München-Lefkas/ GR führte bei bester Sicht über das Schneegebirge, dann an der blau-grünen Küste Kroatiens und all den wunderbaren Inseln entlang, die wir von unseren Törns 1974,75,83,85,86,87 und 88 kennen und lieben vom Segeln mit der guten alten „Marion“(Bj.56,8,60×2,30m) – mit unseren 2 und 3 kleinen Kindern!
Dann- so oft mit großem Sicherheitsabstand umsegelt!! – Albanien. Danach Korfu, Paxos, Ambrakischer Golf mit seinen Inselchen, Lefkas, PREVEZA. Viel Wind bewegt das Meer, herrlich. Um 16 Uhr OEZ erreichen wir im Taxi die Marina und die Eos strahlt in weiß und rot, sie glänzt und blitzt zur Begrüßung! Skipper Gerhard hat sie fleißig vorbereitet! Wir klettern die Leiter hoch und endllch sind wir wieder da!! „Daheim“!

Der 1. Ouzo an Bord: „Auf einen guten Segeltörn, unfallfrei, und unter Gottes Segen!“
Dann folgen 4 Stunden Einräumen…Es heult, singt, jault und pfeift in den Wanten …Viel Wind hier in der Bucht vor Preveza.
Um halbneun bummeln wir bei 20° in Sandalen aber mit Pulli 😉 zur Taverne und lassen uns eine Moussaka und ein Mythos-Bier und Retzinawein schmecken.
 Müüüüde …seit 5 sind wir auf den Beinen.
Erikas sms als Gutenachtgeschichte erfreut: gr.Bergtour auf den Hohen Ifen (mit dem Zelt und dem neuen Objektiv zur Cannon Kamera!!!)

Muttertag, 8.Mai 2011 GERDI
Gerhard streicht das Unterwasserschiff mit Antifouling-Spezialfarbe gegen Muschelbewuchs. Fein, der Wind ist mäßig.
Karges Frühstück, erstesTeekochen an Bord: Der alte Optimus-Petroleumkocher funktioniert. Ein Lob dem optimistischen Tüflter und geduldigen Ersatzteileinbauer Gerhard.
Putztag. Skipper außen, Bordfrau innen. Teakdeck, Bordwand, Fenster(gelb vom Saharasand!), alle Schapps, Schubladen, Ledersofas,Boden, Topfschrank, Navigationsecke, WC, Schrank, Betten…
Alles lüften, Ankerkasten reinigen, 50 m Kette einfüllen, Fockschot einziehen, etliches entsorgen, weg mit dem unnötigen Ballast.
Um 1/2 3 ist Kaffeepause mit meinem selbstgebackenen Nusskuchen!

Wir beide sind glücklich, alles ist bereit, morgen um 11 wird die EOS im Travellerlift hängen und zu Wasser gelassen.
Und dann geht die Reise auf dem Meer wieder los, zum 3.Mal.

Ganz ökologisch: fast nur mit SOLARSTROM UND WINDKRAFT– wohl nur 1/5 der Reise rattert der Motor!
Unser Tempo? 3-6 kn= Seemeilen/Stunde, 6×1,852km= 11 km/h, also so langsam wie ein gemütlicher Radler…
Bis bald!

 

 

6.Mai 2011. Vorfreude auf unsere EOS

Eos

Bald sind wir wieder am Schiff…Es ist Freitag, der 6.Mai!!! Morgen fliegen wir gen Süden.

Am 9.Mai,  unserem 30.Hochzeitstag wird die EOS zu Wasser gelassen….

Der 3.Langzeittörn beginnt!

Grad heute war noch ein Redakteur von der Schwäbischen Zeitung bei uns daheim zum Interview.

Am Samstag, den 7.Mai wird ein halbseitiger Artikel erscheinen. Um 15.30 landen wir in Preveza,GR.

Wer will, kann ja mal im Internet nachsehen..

(schwaebische-zeitung. Friedrichshafen/Lokalteil)

Abenteuer Hin- und Rückreise des Skippers

Abenteuer eines Kurz-Besuchs bei der EOS

Von gerdispengler – Geschrieben am 17.04.2011

In der 2.Aprilwoche reist der Skipper nach Griechenland! Das neue Roll-Reff-Segel, das in den (waagrechten, beweglichen) Baum gerollt werden kann, um es bei Starkwind “kleiner” zu machen, wird geliefert. Noch liegt es in Thessaloniki…Also fährt Gerhard nach Stuttgart, fliegt nach Athen, landet um 1 nachts, wartet bis 5 früh auf den Flieger nach Korfu, erwischt die Fähre ans Festland nach Igoumenitsa, verpaßt wegen der Warterei beim Ticketkauf den(letzten) Bus…braucht eine Taxifahrt für die ca.100 km nach Preveza!…..Beim Auspacken stellt sich heraus, daß wohl der Rucksack “aus großer Höhe” runterfiel, zwei Tupperware-Dosen sind zersprungen, der edlehandgefertigte Messingtank für den Nostalgiekocher ist zerbeult, die Anschlußrohre verbogen….Pech. Schwamm drüber.

Planmäßig trifft das neue Großsegel der Firma  “Toppreff” ein, ( übrigens wie die alte Fock genäht von Segelmacher Pfeiffer in Meersburg!), und die präzise Lochbohrerei gelingt (mit dem Handbohrer!! 40 Löcher!!)…Eine neue rote Großschotleine und Falle werden eingezogen und unter der Sprayhood ins Cockpit verlegt. Künftig muß der Käptn nicht mehr bei Windstärke 8 am Mast oben an Deck rumturnen und das große Segel bändigen und mit Schleifchen die Tuchfalten “einbinden”…Es läßt sich nun vom Cockpit aus reffen.

Gründlich wird das Deck und der Kajütaufbau aus Mahagoni  gereinigt und der Rumpf poliert. Das Unterwasserschiff wird 1x neu mit Antifouling gestrichen. Das 2.Mal erledigen wir im Mai…

Die Heimreise wird nochmal ein Abenteuer:

Mit dem Bus fährt Gerhard nach Igoumenitsa, von da 600 km mit der Fähre nach Ancona in Süditalien,Ankunft mit 45 Min. Verspätung. So versäumte er leider den Zug nach Zürich. Es gab eine gr. Hilfsaktion mit nächtlicher Internet-Suchenach einem Ersatzzug (danke an Martin in Augsburg)… dann war klar: Konstanz als Ziel geht nachts nicht mehr, aber St.Gallen,St.Margarethen. Um 00.18 Uhr traf der letzte Zug nach Mitternacht  in Bregenz ein, von dort kein Anschlußzug mehr. Gut, daß die Ehefrau da schon von der Nürnberg-Zug-Reise zurück war.(Besuch beim Vater, fast 90 J. alt!)…Also einsame  Solo-Nachtfahrt nach Österreich und im Auto zu zweit heim nach Eriskirch. Ein Bier um 1 nachhts…

Nach einer kurzen Nacht begrüßte uns ein Wonne-Morgen, Sonne, blauer Himmel, ein zauberhafter Palmsonntag mit üppig blühenden Kirsch-, Birn- und schon ersten rosa-weißen Apfelblüten !!! Der Flieder öffnet seine lila Blütendolden, die Magnolien verblühen, die Kastanien zeigen ihre Kerzen! Nun naht Ostern, erstmals “alleine” – ohne Kinder! Keine 5 Osternester verstecken, den Strauß mit den selbstbemalten Eiern gibt’s trotzdem. Und Lammfleisch vom Biobauern. Und Hefeteig-Häsle und den Osterzopf mit dem roten orthodoxen Ei……Am Karfreitag die „Passion“ mit gr.Chor, Streichern und Orgel in der Schloßkirche…50 km-Radtour ins Hinterland…

Erika wird mit unserem Auto 5 Tage verreisen und im Tessin am Lago Maggiore auf einer Alm mit Ziegen 2 Nächte bei der Sennerin hausen und mit der Studienkollegin Bergtouren machen…Jojo wandert mit S. auch zu einer Hütte. Und Martin u. Luci freuen sich schon auf den Urlaub ab 9.Mai: Insel-hopping in den östlichen Sporaden, den griech.Inseln zwischen SAMOS und KOS.

Wir werden bald mit unsrer EOS das endlich “freie” Albanien “ansteuern”. Gerhard ist schon mal des Nachts mit der Fähre vorbeigefahren…5x sind wir bei unsren früheren Segeltörns(1983-91) mit Sicherheitsabstand von 25 Seemeilen vorbeigesegelt…

Nicht mehr viel Zeit an Land hier. Am 7.Mai geht’s los. Die Haushüter sind bestellt, der Nachsendeauftrag bei der Post wird gestellt…Erika wird in Schweden als Führerin bei Rucksackreisen wandern und Kanu-Fahren…Mal sehn, ob sie uns auf Korsika besucht anschließend…Sie liebt ja das Segeln bei viel Wind …

Die hinterste Ecke der Marina

Das Ufer gegenüber von Preveza ist bewaldet. Allerdings nicht mit Bäumen sondern mit Masten. Drei „Marinas“ beherbergen hunderte von Jachten. Im Winter stehen sie an Land und im späten Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und sich die Winde mäßigen, dann lichtet sich dieser Wald. Wie schwere Käfer wandert ein Schiff nach dem anderen, getragen von Spezialfahrzeugen zum Wasser. Es erinnert auch an junge Schildkröten, die zu bestimmten Zeiten, wenn sie geschlüpft sind, dem Meer zustreben. Nicht alle dieser Yachten beteiligen sich an dieser „Wanderung“. Aus irgendwelchen Gründen bleiben manche Jahr um Jahr an Land, die Zeit nagt an ihnen. Da sie Platz versperren werden sie immer weiter nach hinten verbracht und wenn sie unansehnlich geworden sind, dann sind sie im hintersten Eck der Marina angekommen

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Manche ehemals schönen Schiffe schaffen die Rückkehr, jemand erkennt „die inneren Werte“, kauft das Objekt für wenig Geld und wandelt es zur früheren Schönheit zur??ck. Dazu ist viel, viel Mühe notwendig. Die CAROLA aus Duisburg hat das Glück.

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Es ist wie mit Alkoholikern, manche schaffen die Rückkehr, manche nicht.

Ein Schiff zu entsorgen ist teuer. Die Besitzer zahlen nicht und sind meist auch nicht mehr aufzufinden. Dem Schiff sind Freundschaft und Zuneigung verloren gegangen. Auch Menschen verkommen, wenn ihnen keine Zuneigung entgegengebracht wird.

Schnellboote

Im Laufe der Jahre nimmt die Natur Besitz von ihnen. Zunächst wachsen ringsherum Gras, bunte Blumen und Büsche, dann grünt es in den Ritzen und auf den Planken, Holz modert, Eisen rostet und löst sich auf. Nur nichtrostender Stahl bewahrt seinen matten Glanz inmitten allem Vergänglichen,

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Wer weiß, was sich hinter jedem einzelnen dieser Yachten für Schicksale verbergen. Große Freude am Anfang, später Krankheit, Geldmangel, gescheiterte Partnerschaften?

Ich besuche gerne diese Ecken, wie jetzt im Frühjahr, wenn es rund um diese traurigen Objekte grünt und blüht. Verfall und Erneuerung gehen ineinander über. Und dann kehrt man wieder zurück zu den schönen Schiffen und zu den Frauen und Männern, die an ihnen arbeiten und stolz auf IHR Boot sind.