In Preveza, wieder bei unserer EOS

Große Reisen bedürfen der Vorbereitung.

Das 4m lange und 40 kg schwere Paket kommt wie vereinbart am Montag den 11. Mai in Preveza an. Aus dem Kokon schlüpft ein neuer Großbaum mit Segel zum Einrollen. Jetzt brauche ich mich zum Reffen bei viel Wind nicht mehr zum Mast begeben, um mit viel Mühe und Gefahr das Segel zu bändigen. Ein paar Mal an 2 Leinen ziehen und – schwupp – ist das Segel kleiner(„gerefft“) oder ganz eingerollt. So soll es sein.

Das_rollbare_segel



Auch eine neue Schot zum Bedienen des Segels steigert den optischen Eindruck. Sie ist neuerdings rot!

Nach beendeter Arbeit war als Belohnung eine Dose MYTHOS, „the best beer of greece“,(steht auf der Dose) fällig

Der_neue_grobaum_mit_dem_segel

Auch wenn wir das Schiff im letzten Herbst sauber verlassen haben, stehen doch immer einige Arbeiten für die neue Saison an, z.B. Abdeckplane waschen und verstauen, Sonnendach aufstellen, Bordwand und Kajütaufbau waschen, polieren und einwachsen und noch einiges mehr. Morgen will ich das Unterwasserschiff mit bewuchshemmender Farbe streichen.

Und jetzt werde ich ins Restaurant der Marina gehen und zu Abend essen. Die letzten Tage habe ich fast ausschließlich von Spagetti, Pesto, Thunfisch und Zwiebackresten  vom letzten Jahr gelebt. Die Stadt Preveza ist zwar nur einen Kilometer weg, aber dazwischen ist ein Meeresarm. Man ist auf das Shuttle der Marina angewiesen. Es fährt um 10 durch den Untermeerestunnel und um 12 zurück.

In den nächsten Tagen fliege ich wieder nach Deutschland und dann, am 7. Mai geht´s für Gerdi und mich wieder weiter. Die EOS soll durchs westliche Mittelmeer und die Flüsse und Kanäle Frankreichs wieder heim an den Bodensee kommen.

…und die Kosten der Reise?

So ein langer Urlaub muß ja teuer sein…. haben wir gelegentlich gehört.
Ich bin dem nachgegangen und habe die Kosten pro Reisetag ermittelt. Vorerst aber einige Informationen:

  • Wir waren 177 Tage in Griechenland und der Türkei unterwegs.
  • Wir haben unterwegs in „Supermärkten“ und „Minimärkten“ eingekauft. Große Märkte wären zwar billiger, sind aber meist außerhalb.
  • Etwa alle 6 bis 7 Tage genossen wir den Service einer landesüblichen Taverne.

Pro Reisetag haben wir für 2 Personen 56 Euro ausgegeben.
In diesen Kosten stecken: An und Abreise, Lebensmittel und Getränke, Weiteres für den täglichen Bedarf, Hafengebühren, Dieselkosten, übliche Wartung und Pflege des Schiffes. Der größte Brocken war der für Überwinterung der EOS (8 Euro, umgerechnet auf den Reisetag) Nicht eingeschlossen in diesen Kosten: Den üblichen Rahmen überschreitende Anschaffungen, wie neue Sprayhood, Bimini, Fenster, Transport der EOS mit Lkw Bodensee < > Rhein- Rhone Kanal.

Sieht man von den Kosten für das Schiff  und den Schiffstransport ab, kam uns dieser Langzeiturlaub nicht teurer, ja sogar billiger als das Leben zu Hause. Woran liegt das? Die Hälfte der Zeit lagen wir in Buchten vor unbewohnten Inseln oder kleinen Dörfern, wo es nichts oder nur das Notwendigste zu kaufen gab. Es gab keine Wochenendausflüge, keine Kraftstoffkosten für unser Auto, keine Kosten für kulturelle Ereignisse (die gab´s kaum). Die Preise dürften allgemein etwa 15% unter den unseren liegen. Die EOS ist mit ca 10 Metern Länge klein, das wirkt sich stark auf die meisten schiffsbezogenen Kosten aus.

42. Abschied von unserer EOS und Heimreise

Abschied_von_eos

Die Abschlu??arbeiten liegen hinter uns, EOS wird durch eine gro??e Plane gesch??tzt.
Die Ankerkette, Ihr seht sie links von Gerdi, liegt auf einer Palette am Boden, damit der Ankerkasten gut austrocknen kann. Das schwarze Unterwasserschiff ist glattgeschliffen und wartet auf den Anstrich mit Antifouling zu Beginn unserer n??chsten Reise im kommenden Fr??hling. Die Leiter ist entfernt und bald f??hrt uns der Marinabus nach Preveza.
Von Preveza aus bringt uns der Bus in 5 Stunden nach Athen und entl????t uns dort in die ungewohnte n??chtliche Hektik des Feierabendverkehrs einer Hauptstadt.

In_athens_straenschlucht

??Eine ??bernachtung im Hotel Triton in Pir??us und anderntags fliegen wir nach M??nchen. Nochmal 6 Stunden Zugfahrt mit Warten auf Bahnh??fen und kurz nach Mitternacht schlie??en wir unsere Wohnung in Eriskirch auf.
Die wunderbare Reise ist zu Ende.

41. PREVEZA – Vorbereitung aufs Winterlager, Sonnentage!

41. PREVEZA AM SCHIFFSYARD:  „EOS“ im Sonnenschein

Segeln ist für dieses Jahr zu Ende:

 

GERDI

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Die letzte Woche geht zu Ende, nach 3 Tagen Regen folgten 5 Tage Sonnenschein! Wir erledigen etliche Arbeiten an Bord, die Bilge – unter den Bodenbrettern – weiß lackieren, den Wassertank (ein Kunststoff-Blase für 50 l Trinkwasser) gründlich reinigen, alle Chromteile polieren, 2x Wäsche waschen und an Deck 3 m über dem Boden nachtrocknen…
 

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Wir gönnen uns aber auch Pausen für gutes Essen oder Kaffee mit den für die jonischen Inseln typischen Zimt-Nelke-Kringeln und Gewürzzöpfchen mit Sesam drauf. Mmmmh. Abends gibt’s Retzina und Pistazien, dicke Wälzer werden fertig gelesen…
Am vorletzten Abend duftet die EOS nach der köstlichen Lammkeule, die nach 30 Minuten im 40 Jahre alten Fissler-Schnellkochtopf gar ist!

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Als die Nachmittagssonne am Allerheiligentag heute, 1.11., warm schien, wanderten wir im feinen Sand direkt am Strand hoch bis zum kleinen Leuchtfeuer…Ein Fischerkahn tuckert zu den Muschel-Stäben in Ufernähe… Unser Blick geht hinüber zum andren Teil des Ambrakischen Golfs, wo die Farben so herbstlich klar und kräftig sind, grün das frische Gras und die üppigen Binsen, dahinter kobaltblau das Meer vom Golf, weiße Reiher erheben sich schwerfällig und ziehen ihre Bahn über ihr ungestörtes Revier…

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Am Abend sind die 2 Rucksäcke fertig gepackt. Morgen wird noch die große grüne Winterplane über die gesamte Oberfläche der EOS gespannt. Und die Kleidung werden wir wieder auf Bügeln an einem Seil quer durch den Salon hängen…
Dann heißt es „Auf Wiedersehen, EOS. Mach’s gut. Ruh dich aus am Land. Im Mai kommen wir wieder. Für den Törn Richtung Westen und nach Norden…Marseille, die Kanäle, und zu guter Letzt an den Bodensee“.


Schön war’s. Und wir haben keinen Tag bereut, so lange auf Segelreise gewesen zu sein! 5000km in 5,5 Monaten…auf 10 Meter ewig schwankendem Schiff…Zu zweit allein…in unbeschreiblichen, wechselnden Landschaften…Die Route kan man extra anclicken und ansehen…


Im Bus geht es morgen nach Athen, 5 Stunden. 1 Nacht in einer Pension. Am Mittwoch fliegt uns „Aegaen Airlines“ nach München…

HEIMAT. Nach 6 Monaten voller Erlebnisse am Meer….

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Die Bilder als Show

40. EOS steht auf festem Boden

Auf unserer letzten Seestrecke von Nidri auf der Insel Lefkas begleitet uns Sonne. Noch einmal wird es richtig warm. Wir durchfahren den Kanal von Lefkas mit seiner Hubbrücke, der einzigen Verbindung zum Festland (nein, es ist keine „Brücke“ sondern sowas wie ein Schiff, die Brücke ist in der Kanalmitte befestigt und hat rechts und links Brückenteile zum Anheben für die Durchfahrt. Dadurch wird die Brücke zu einem „Schiff“, Lefkas bleibt also weiterhin eine Insel und genießt dadurch steuerliche Vorteile). Noch einmal motoren wir eine Seestrecke und schwenken in die gebaggerte Einfahrt zum Ambrakischen Golf. Preveza Marine wird das Winterlager für EOS. Wir legen dort an und kurz darauf erreicht uns auch die DUNAREA mit Vroni und Michael. Auch Ihr Schiff wird hier winters stehen.

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Kräftiges Morgenrot: Vorboten von schlechtem Wetter

Anderntags steigt die Sonne mit kräftigem Morgenrot über den Horizont. Schlechtes Wetter kündigt sich an. Für den 60 000kg- Kran ist die EOS Fliegengewicht.

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Die kleine EOS im großen Lift

Problemlos verläßt sie das Wasser, wird mit Druckwasser im Unterwasserbereich gereinigt und steht bald in stabilem Gestell an Land.
 

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Wir decken EOS mit ihrer Winterplane ab und noch vor Sonnenaufgang anderntags erreicht uns die Regenfront mit kräftigen Böen, Wolkenbruch, Blitz und Donner. 3 Tage wechseln sich Regen und Nichtregen ab.

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Die Unterwasserfarbe hat den Erwartungen nicht entsprochen. Muscheln und Kalkfäden überziehen das Unterwasserschiff. Ich spachtle und schleife sie ab. Dann ist EOS wieder glatt wie kaum ein anderes Schiff hier. Der Motor wird nach Anleitung eingewintert, das dauert auch einen halben Tag. Ein „Wundermittel“ hat aus der vergilbten Außenhaut in  wenigen Minuten ein schönes Weiß gezaubert. Was die Chemie so alles fertig bringt! Jetzt muß ich nur noch polieren.

Gerdi zaubert am Abend für uns und die DUNAREA- Besatzung ein super chinesisches Essen im Wok und anderntags einen schönen Schweinebraten mit Nudeln. Das hat Nerven gekostet, weil mittendrin das Petroleum im Kocher ausging und er in letzter Zeit zum Rußen neigt. Trotz allem: Hat gut geschmeckt!

Am 2. November werden wir nach Athen fahren, dort einen Tag bleiben und anderntags nach München fliegen. Dann werden wir mit Wehmut an die schöne lange Reise zurückdenken und uns aber auch auf Familie und Freunde freuen und die Annehmlichkeiten einer Wohnung genießen.

Gerhard

Jetzt noch alle Bilder: