31. Die Fischer in Kilini

Gestern Nacht haben wir in Kilini, einem Fährhafen in der Nordostecke des Peloponnes angelegt, nach ca 100 km Seestrecke und 12 Stunden auf See.

Abends, etwa gegen 19 Uhr kommen die Fischkutter zurück, übergeben ihren Fang an Kühlautos und machen sich klar zur nächsten Ausfahrt, unabhängig von Wind und Wetter. Wir kommen zufällig dazu und  erleben die Zeit kurz vor der Ausfahrt mit

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Auf dem Schiff wird gearbeitet, Angehörige und Freunde stehen an Land und leisten Gesellschaft.
Der alte Kapitän steht vor der Brücke und fordert uns auf, sein Schiff mit dem Namen zu fotografieren. Der Herr ist 71 Jahre alt und hat das Kommando an seinen Sohn übergeben. Seile werden gespleißt, Netze klargelegt und dicke Trossen auf Trommeln aufgespult. Neben Ihrer Arbeit bleibt immer noch Zeit für ein Schwätzchen untereinander oder mit uns an Land. Es sind fröhliche Menschen, viele Ägypter darunter. Warum gerade Ägypter? Wir stellen uns die Frage in mehreren Fischerhäfen. 

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 Es ist 22 Uhr, die Petros Maria legt wieder ab in die Nacht. Es wird eine Nacht voller Regen, Gewitter und Wind.

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Gerhard am 13. Oktober 2010

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30. Kalamata-Pylos, zur Peleponnes -Westküste

GERDI am 8.Okt.2010, auf See rund um unser letztes Kap von Griechenland
„KURIOSES “

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Steak „Kalamata KAKA“

 

Unseren 2. Abend in der Hauptstadt von Messenien, Kalamata, wollen wir mit einem guten Essen beschließen. Ich bereite einen schönen kleinen Blumenkohl und Salzkartoffeln vor. Gerhard kauft inzwischen im Regen und bei inzwischen 16° „Kälte“ 2 riesige Rindersteaks, blutrot und 20×10 cm groß. Die Dicke variiert von 1-2,5 cm , ein deutscher Metzger hätte das nicht als Steak verkauft. Mir „schwant“ Böses für die Bratzeit. Nach nur 4 Minuten ist der köstliche Blumenkohl im Drucktopf gar und die Butter-Zitronen-Soße mit Estragon duftet himmlisch.
Stoßgebet! Pfanne heiß! Öl rein! Mal zur Probe nur 1 Steak in 2 Hälften rein. dann beginnt der „Höllentanz“! Ein Spektakel auf meiner 1 qm-Pantry im Schein der Petroleumlampe: Es spritzt höllisch und siedend heiß jagen die Tröpfchen aus der Pfanne und in alle Richtungen. Das Fleisch explodiert geradezu. Auch das aufgelegte Spritzschutzsieb rettet wenig. Die Köchin wird gleich mit-frittiert. Mit bösem Blick auf das wild brutzelnde „Steak“ meutere ich: „Naja, Bio-Fleisch ist das keins! Und gut abgehangen auch nicht!“ Die letzten 2 Steaks dieses Törns, aus der Lende, auf der Halbinsel Chalkidike (Nähe Thessaloniki) Anfang Juni, waren nach 8 Minuten fertig und butterzart und saftig.

Als ich diese 2 kleinen Teufelsbraten nach 9 Minuten Gerhard zum Testen auf den Teller gebe, lehnt er ab:“Noch blutig, …!“ Es wandert zurück in die lärmende Pfanne, ich fühl mich wie in der Sauna, nur fettiger. Nochmals 8 Minuten. „Die werden zäh wie Leder!“ brumme ich. Der Blumenkohl und die Petersilienkartoffeln sind nur noch lauwarm im Topf. Wir speisen. Ich hab mehr Wut im Bauch als Appetit!
„Kaka! Sch….-Steaks!“ Über sowas vergesse ich schon mal meine gute Erziehung

 

Das Gemüse ist bißfest und lecker. Aber was tun mit dem 2. Riesensteak? Es starrt mich an, der ganze Edelstahlherd total verspritzt, die Geschirrschranktüren dahinter, die Lampe, der Teppichboden, sogar der Haltegriff am Niedergang zum Cockpit, in Kopfhöhe – alles fettig.
„Gib’s dem HUND!“ sag ich mit feurigem Blick, als sich das blutige Schauspiel nach 12 Minuten Bratzeit beim „Test“ wiederholt. Gerhard, der Geduldige, bleibt ruhig, läßt das Vieh erneut in die heiße Pfanne gleiten zu seinem Geschwisterchen, der 4.Hälfte Steak. Er weiß, daß mein aufbrausendes Temperament schnell abebbt. Wir essen wortlos in aller Stille Teil 2 des Mahls. Es bleibt ein kotelett-großes Stück Steak übrig. Ich lass es eiligst in einer Dose verschwinden! Ab in den Kühlschrank damit: „Mir aus den Augen, du Kaka-Steak!“

 

Das Wischen und Waschen des völlig verspritzten, ehemals spiegelblanken Herds und der ganzen Umgebung samt Abspülen vertilgt eine halbe Stunde, Stunde, 1/2 Rolle Papiertücher und 1 Eßlöffel Haka-Neutralseife. Das Festmenü mutierte zum Teufelsbraten samt Spülfest. Gerhard trocknet geduldig alles ab, die Ruhe selbst. Gerhard gönnt sich noch 1 Glas Messenien-Wein unter dichten Regenwolken im Cockpit.

Samstag, 8.Oktober 2010, auf See, vor METHONI, Peloponnes-Westküste

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Der_partysalat_aus_dem_rest_vom_kaka-_kalamata-steak

PARTYSALAT AUF SEE

Wir starten früh um 9. Windstärke 4-6 am Kap gemeldet, wohl auch hohe Wellen, nach 1/2 Stunde packen uns Seegang und Wind. „Kap-Effekt“ nennt das der Segler. Im Nu stecke ich in Ölhose, Öljacke, Südwester, Gummistiefeln, Schwimmweste und klinke mich mit dem Lifebelt fest am Schiff. EOS krängt heftig, 45° nach backbord, 45° nach steuerbord. Gerhard dreht ein Reff ein. Ich drehe ein Video, es sieht wie so oft „harmloser“ aus als der wirkliche erlebte Seegang. Das Geschirr in den Schränken rasselt, die Gläser klingeln, die Teller lärmen, obwohl alles gut verstaut ist in zum Geschirr passend angebrachten Holzfächern. Ich stopfe Tücher und Bierdeckel zwischen Krüge und Tassen, Servietten um die Trinkgläser. Eos wirft sich von einer Seite auf die andere. Bei normaler Segelei und Krängung (= Schräglage nach 1 Seite) hört man gar nichts von Flaschen, Tellern & Co! Wir runden das Kap am äußersten „Finger“ der Halbinsel Peleponnes, südlich von Koroni im Osten und Methoni im Westen. Höchste Aufmerksamkeit gilt den Felsinseln „Venetiko“, Shiza, Sapientia. Auch gefühlsmäßig ein Stück Abschiednehmen: das letzte Kap von Griechenland! Nun geht es nach Norden! Und aufs Ende unsres 6-monatigen Segeltörns zu. Es regnet. Es stürmt. Aber vor Methoni läßt der Wind nach, die kabbeligen hohen Wellen werden „machbar“ unter Vorsegel. Ich tauche ab in den Salon, beginne in der Ölzeughose und Gummistiefeln das restliche Rindfleisch zu schnippeln, 1/2 grüne Gurke, die restliche Kartoffel, 1/2 rote Spitzpaprika, rühre Mayonnaise (ein Geschenk von heimreisenden Charterseglern auf Santorini), Olivenlake, Balsamico-Essig, Worcestersauce, Pfeffer aus der Mühle an. Der „PARTYSALAT“ schmeckt auch um 2 am feucht-windigen Nachmittag im Cockpit gut.

AUF NACH PYLOS, Höhe von Syrakus, Algier, Tunis, Tanger/ Gibraltar, Zypern, Beirut 

Wir beschließen, nicht mehr in die geplante Ankerbucht an der Ostseite der Insel Sapienza zu gehn für die Nacht, sondern gleich weiter zur großen Bucht von PYLOS zu segeln. Es naht ein Tief mit 2-3 Tagen Starkwind 6-7. Da wäre uns ein Hafenkai lieber. Vielleicht ein Landausflug wär mal wieder nett. Mit dem Zug nach Olympia? Da war ich 1971 zuletzt, von Loutraki aus.Grün sind die Hänge, wo die Kalamata-Oliven reifen.

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Vorbei an bizarren Felsen mit Toren, durch die man auf die Gischtwellen des Meers dahinter sehen kann, dunstig ist es, die kleinen Fischerboote muss man vorsichtig ausmachen. Dann nähern wir uns Pylos, runden behutsam um das Leuchtfeuer des maroden halbfertigen Hafens von PYLOS. 40 Seemeilen, rund 80 km ist die Eos wieder mal gefahren, teils mit Motorunterstützung: Lob dem braven VOLVO! Schade daß die Sonne fehlt. Alle Liegemöglichkeiten an der Kaimauer, längsseits, belegt. Keine Moorings, gammelige Festmachemöglichkeiten, Rost, marode Seilreste, Stahlseilfragmente, Scherben, kein Wasser und Strom, der angeblich „immediately“ per Funk Kanal 12 anzurufende Hafenmeister „tot“, kein Mensch kommt. Wir machen unter sehr reparaturbedürftigen an Land harrenden Khaiken fest.

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Ein_regentief_ist_im_anmarsch

Gerhard spürt am Außenkai die deutsche DUNAREA auf, die wir von Monemvassia kennen. Der Skipper musste wegen Mittelohrentzündung per rent-a-car-Auto zur Klinik in Kalamata. (Er erlebte sie ebenso freundlich und problemlos, ohne Papierkrieg, hilfsbereit und schnell – wie wir mit Gerhard damals ca. 1999.) Im Dunkeln wirft Gerhard um halbacht den Grill an, die 4 Spieße gelingen, der griechische Salat mit den großen dunklen Kalamata-Oliven erfrischt.

Die Kinder der französischen Nachbarcrew springen mit Winter-Parkas, Stiefeln, Schal und dicken Wollmützen zwischen großen Pfützen am Leuchtfeuer herum. Kaum Licht am Hafen, ein einziger Scheinwerfer lässt die Masten schimmern. Kühl ist es abends. Duschen am Heck draußen? Nein danke.
Herbst. Bald lange Hosen und keine Sandalen mehr. Wir müssen „umschalten“ bei der Kleidung. Wo hängen eigentlich die langen Jeans? Was ist ein „Pullover“?

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Am nächsten Tag machen wir mit dem Regenschirm einen Spaziergang und staunen, wie üppig die Alpenveilchen blühen und aus den ehemals
sandig-staubigen Plätzen alles grün sprießt und blüht!

Nachtrag und Empfehlung: Ich habe gerade das 2. Buch in englischer Sprache von Khaled Hosseini über Schicksale in Afghanistan gelesen und fand es sprachlich wunderbar , wenn auch aufrüttelnd:

1. The Kite Runner

2. A Thousand Splendid Suns

…darus ein so schönes Zitat aus einer Ode an Kabul vor der Zerstörung durch russische Invasion und Taliban, Afghan poetry:

 

„One could not count the moons that shimmer on her roofs,
or the thousand splendid suns hide behind her walls.“

 

Wer beginnt, Hosseinis Buch zu lesen, kann nicht mehr aufhören. „Impossible to resist!“ „Afghanistan has last found a voice“, „deeply moving“

 

Jetzt die Bilder als Show:

 

Segeln: Wenn’s einer genau wissen will

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erz??hlen. Und wenn einer mit dem Reisen gar nicht mehr aufh??rt, dann erst recht. Im Gespr??ch mit Tim Pritlove berichtet Jens-Uwe Mager vom Leben auf einem Boot und dem damit verbundenen Spa?? an Technik, Logistik.“

Zweist??ndige Sendung zum Download beim ChaosComputerClub. Wirklich empfehlenswert!

http://chaosradio.ccc.de/cre166.html

29 Monemvasia

29.MONEMVASIA

Gerhard, 2./3.Okt

Nächtlicher Landfall

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Sich nachts einem Land zu nähern ist immer spannend. Wir haben die Insel Milos am Mittag des vergangenen Tages verlassen und mittlerweile stehen wir kurz vor Monemvasia. Es ist 2 Uhr nachts. Den Hafen können wir nicht direkt ansteuern. Ein starkes Leuchtfeuer und ein elektronischer Wegpunkt leiten uns jedoch bis eine Seemeile vor den Hafen. Der Mond verbirgt sich hinter einer kleinen Wolkenbank. Kaum erkennbar hebt sich die Halbinsel, auf der die antike Stadt Monemvasia steht, vom Firmamant ab. Wir ändern den Kurs, als das Leuchtfeuer hinter dem Felsen verschwindet und gehen auf 270 Grad. Den Hafen können wir noch nicht ausmachen. Das Hafenhandbuch vermerkt den Kommentar: „Der Hafen ist nachts schwer zu finden“. Wir fahren mit Motor und langsamer Fahrt an den gelblichen Lichtern dieser alten Stadt am Hang entlang, erkennen die angeleuchteten Natursteinhäuser hinter den Zinnen der Stadtmauer – unser Blick wechselt ständig zwischen dem elektronischen Kompass, dem Tiefenmesser und der faszinierenden nächtlichen Landschaft. Das rote Blinklicht der Hafeneinfahrt erscheint. Dieses Licht ist nun unser Ziel. Was verbirgt sich hinter diesem nächtlichen Nichts? Es ist immer wieder ein Erlebnis, auf einen Ort zuzusteuern, den man nicht sieht. Wir umrunden das rote Hafenlicht und suchen einen Platz für den Rest der Nacht. Es ist 3 Uhr morgens. Alle Kaiflächen sind belegt, also binden wir uns vorsichtig und lautlos mit zwei Leinen an einem französischem Segler längseits fest.

Ruhe umfängt uns, nachdem der Motor schweigt. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Die Stadt schläft noch. Der erste Blick am Morgen wird uns mit dem Ort, den wir „blind“ umfahren haben, bekannt machen. Vorerst aber öffnen wir eine Dose Mythos Bier und legen uns dann schlafen. 4 Uhr.

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MONEMVASIA

Gerdi, Tip zum romantischen Einstimmen und Selber-Nachlesen, einfach anklicken 

http://de.wikipedia.org/wiki/Monemvasia

Nachdem wir ankernd vor der Kulisse der Inselstadt auf Milos nur die Ruhe der Nachsaison genossen und keinen Landausflug zur weißen Hügelstadt Plaka gemacht hatten, bleiben wir nun auf Monemvasia zwei Tage, um diese zauberhafte kleine Idylle, dieses mittelalterliche, liebevoll renovierte Kleinod eines einmaligen uralten Natursteindorfs aus dem 9.Jh. ausgiebig zu „erwandern“.

Vom Hafen aus laufen wir durch das „moderne“ Dorf rüber zu der einzigen Straße, die zu der 300 m hoch aus dem Meer aufragenden Felsen-Insel führt. In alten Zeiten war hier eine Brücke mit Steingewölben und in der Mitte eine Zugbrücke, die Feinde abhalten sollte. Hügelan wandern wir ca. 2 km und „tauchen“ ein in das große Tor, rechtwinklig durch die Felsgänge. Nur Naturstein, auch der gepflasterte Boden der engen Gassen zwischen den kleinen Häusern.

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Ab 1980 renoviert man detailgetreu die alten Mauern, Türen, Sprossenfenster, Keller mit Zisternen. Laternen an den Hausecken, steile Treppchen, oft nur hüftbreit und verwinkelt. Nicht selten ein Schild mit *****Hotel über einer unscheinbaren Holzpforte, drinnen kerzenerleuchtet eine niedliche Rezeption. Üppige Oleanderblüten an den Bäumchen in Pflanzkübeln, Bougainvilea, die sich in cyklamviolett und weiß wie ein Wasserfall über die uralten Mauern ergießt. Abseits der „Souvenir-Meile“ wandelt man ganz alleine durch die Gassen, einige Katzen, Stille. Mal ein Brunnen, eine alte Zisterne, unzählige kleine Kirchen, überhängende Gärtlein als winzige Café-Terrassen.

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Ich kann mich nicht losreißen von dem Anblick dieser alten Stadt, teils wie ein Zwergendorf, teils wie Rothenburg-Dinkelsbühl-Nördlingen, nur viel niedriger die Häuschen. Ich fotografiere, stumm sollen die Bilder nun Zeugen meiner Begeisterung sein. Gerhard stieg den steilen Bergpfad hoch zur Zitadelle mit der Kirche.. Hoch über dem Meer. Jana, die reizende Segelclub-Chefin, erzählt, dass sie im ähnlich schönen Nördlingen lebte, in Deutschland Architektur studierte, das halbe Jahr hier ein Häusle bewohnt – wie so viele (reichere) Leute und Romantiker aus Athen das zu tun pflegen.

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Während unsere Erika Tasmanien mit Bergstiefeln, Regenjacke, Zelt und Kamera erkundet, segeln wir an ihrem Geburtstag am 4.Okt. mit der „Dunarea“ und Michael und Vroni weiter nach Westen. So bekommen wir mal aktuelle Fotos von unsrer EOS unter Segeln in voller Fahrt. Beim Einlaufen in die Sandbucht auf der Insel ELAFONISOS begrüßt uns eine türkisblau leuchtende unglaublich kristall-klare weite Paradiesbucht SIMOS, zweigeteilt durch eine Nehrung, dahinter Sanddünen.

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Ein Traum. Wir wandern am 5.Okt. 5,5 km zum Ort und auch wieder zurück, kein Auto nahm uns mit. Die frittierten „small fish“ und Gerhards Moussaka aber waren fein. Gerhard trug mittels eines Stockes über der Schulter 5 kg frisch geerntete rote Äpfel zur Bucht, und ich die 2 Brote. In diesen drei Stunden hat der Wind gedreht, auflandig – und wir müssen die EOS flugs verlegen. Wir motoren in die geschütztere 2.Bucht, baden in dem traumhaften Wasser. Nachts schaukelt es aber gewaltig und ich schlafe wieder mal quer im Vorschiff, damit ich nicht nur hin und her rolle.

Früh nach 8 segeln wir los. Mittags frischt der Wind auf 6 auf. Zweimal hält der Anker kurz vor dem Kap Matapan am Ende des 2. Fingers des Peloponnes nicht. Erst vor 4 fällt er in der Bucht vor Punto Kaio, steile Felswände, heftige Fallböen schütteln Schiff und Crew. 6 Segler mit uns ankern hier. Wir erkennen die Taverne wieder und den Leuchtturm, wo wir 1994 von unsrer kleinen Ferienwohnung in Chrani aus einen Landausflug mit dem Auto gemacht hatten. Trutzige grausteinerne Wohntürme, die Festungen der verfeindeten Familien früherer Zeiten auf der Halbinsel MANI stehen drohend am Berghang.

Ich koche feine Tomaten-Gemüse-Soße zu Spaghetti, reibe Parmesan. Um halbzwölf ist unsre „Nacht“ rum, der Ankerwarner piept – 2,5 m Wassertiefe! Auflandig inzwischen der stürmisch aufbrisende Wind, hinter uns die Felsen. Gischt leuchtet auf im schwachen Schein der Salingleuchte. Raus mit dem Anker und nix wie weg. Gerhard will einen andren Ankerplatz suchen, ich fürchte dass er nicht hält und wir im Stockfinstern mehrmals ankern werden. So schlage ich vor, doch gleich rauszufahren. Statt früh um 4 gleich jetzt um Mitternacht. Der Bug arbeitet sich zwischen der Meerenge durch, Kap-Effekt: starke Böen, hohe Wellen. Ich schlüpfe in lange Hosen, Socken, Pulli, in Ölhose und -jacke, Hut über die Locken und raus! Bis um 4 Uhr verrichte ich meine „Nachtwache“ am Ruder im schaukeligen Cockpit, Blitze erhellen ringsum den Himmel, einige Kreuzfahrschiffe überholen mich. Gerhard findet auf seiner schaukeligen Koje auch keinen Schlaf drinnen, er macht Navigation, setzt das Großsegel. In seiner Morgenwache regnet es, Gewitterwolken verdichten sich, verdecken den wunderbaren Sternenhimmel.

Nach 7 fällt Sonne auf die uns von Landurlauben vertraute Mani-Küste, Dimitrios, Stupa, Pirgos, Kardamili Und am Gegenufer Chrani, Koroni. Gegen Mittag, um 13 Uhr, erreichen wir nach 51 Seemeilen (rund 100 km in 13 Stunden) die Stadt Kalamata, bekannt durch das Erdbeben vor ca. 20 Jahren. Ein gewaltiger Gewitterregen setzt alles unter Wasser, auch unsre Pantry, als das Fenster offen und wir in der Laundry der Marina waren.

Hier noch die Bilder als Show: