43. Ein Festtagsschmaus mit Lamm am Spieß

Schon früh um 8 Rauchgeruch. Am großen Grill unten im Hof lodern rote Flammen, Holz knackt. Aha, heute gibt es ein Lamm vom Dreh-Spieß! Auch in der Küche geschäftiges Treiben, Zucchini werden geholbelt, Kartoffeln gekocht. Es duftet nach Origano und Grillbraten…

Am stillen Nachmittag klopft es an der Zimmertüre. „Kommen Sie! Lamm. Essen!“

Wir gehen runter in den Wintergarten, helfen den Tisch für 8 Leute decken, dann trägt die Chefin Georgia die kleinen Platten mit Vorspeisen auf: halbierte Bratwurststücke, Zucchiniküchlein (salzig), Kartoffelsalat mit Gurken und Tomaten. Bier. Yammas, alle stoßen an, es wird sofort nachgeschenkt.

Der Grillmeister

Vorzüglich!
Vorzüglich!
Üblich ist zw. 3 und 4 zu essen, mit den Angestellten am Tisch (Bona re.)
Üblich ist zw. 3 und 4 zu essen, mit den Angestellten am Tisch (Bona re.)

Ein Festsonntag

Und dann kommen die großen Platten mit dem zerteilten Lamm-Braten. Das Lammfleisch bleibt allein am Teller, man hilft beim Essen mit den Fingern, Rippen, knusprige rotbraune Haut… ständig bekommt man nachgelegt. Auch im Freien sind wohl 15 Gäste am Futtern. Dann kommen auch die Helfer des Hotels an unsren Tisch, unsre nette Bona(aus Albanien :-), der Zimmermann, der „Grillmeister“,der Chef selber( er bäckt auch das Brot selber!), die Chefin. Efcharisto, KomplimenEs schmecktte…

Zum Nachtisch gibt es Eis, ein Pfirsichsorbet und Kaimaki,das Mastixeis.Und Nero krio-kaltes Wasser.

Die Krönung ist eine Schwarzwälder Kirschtorte (mit den eingelegten Kirschen aus dem Garten)- eine Dame hat Namenstag zu feiern. Gäste am Nebentisch mit einem kleinen Jungen , eine reizende hübsche alte Dame mit Sohn und Schwiegertochter.aus der Nachbarschaft. Man kauderwelscht, übersetzt, wir werden also als Segler vorgestellt. Eine fröhliche Stimmung. Noch ein Espresso.

Kato sto jalo, kato sto perijali,

Kato sto jalo kondi,

nerantzula fundoti.

Plenan chiotisses, plenan papdhopules, …nerantzula fundoti.

Plenan ki aplonan ke me tin amo pesan, …narantzula fundoti!

Zum Dank singe ich auf griechisch das Lied vom Zitronenbäumchen am Meeresstrand- und die Dame und ihr Sohn singen beide mit. Was für ein schöner Festtag…

DANKE! Das war ein unverhofftes großes Erlebnis.

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42. Kaffee im Kloster + Einladung zum Essen bei griech.Familie

Heute sind wir  zum Kloster Emilaion gewandert. Auch hier wurde aus einer ursprünglich in einer Höhle versteckten Einsiedelei ein Kloster.

Klostercafè (1) Klostercafè (2)

Ich sang wieder in der orthodoxen kleinen Klosterkirche, bei der durch ein buntes fast waagrechtes grünes Glasfenster neben dem Felsendach Sonnenlicht hereinströmte- ein fast himmlischer Moment… Kürzlich sei National Geographic da gewesen für eine Reportage! Wir entzündeten 3 Wachskerzlein, man bot uns einen griechischen Kaffee in feinen Porzellan-Tässlein auf einem zierlichen Biedermeiertischlein an…Für Luci hab ich ein Armband mit einem Silberkreuzle erworben, zur Geburt!

Beim nächsten Dorf, Vloggo, das wir mit dem Auto anfuhren, erklang aus einem Hof hinter der Kirche griechische Folkloremusik. Eine muntere Witwe in Schwarz lud Gerhard ein, zu ihr zu kommen.  „Ah, Deutsche, komm!“ Sie war in einer Spinnerei bei Köln und fuhr 20 Jahre lang immer mit Mann und  Auto den langen Weg heim. Jetzt mit 80 lebt sie in Athen. Im Haus boten sie uns fettgebsckenes Klein-Gebäck und Limonade an, ein herzliches Kauderwelsch, Fotos, unser Schiff, die Reiseroute auf einem Kartenausschnitt aus dem Geldbeutel- immer dabei…, die Donaufahrt, die griechischen Inselnamen. Staunen.

Nach unserem Rundgang im Dorf trafen wir sie neben ihrem großen Mercedes erneut, und wir konnten die Einladung zum Essen nicht ablehnen. Welch eine Freude, auch für die Schwester und 2 Brüder. Alle zitieren sofort „Angela Merkel, Schäuble!!

Als ich im Hof zu den griechischen Folkloretänzen aus dem 12x12cm kleinen Transistorradio tanzte, waren alle begeistert und klatschten den Takt. Die Schritte kenne ich aus einigen VHS-Kursen mit griechischen Tänzen und von der Insel Samotraki 2010. Dass ich 5 Lieder in griechischer Sprache singen kann, erfreute auch.

Nach dem Mahl zu acht auf der Terrasse -mit Salat, Feta, Nudeln mit Rindfleisch, Dolmadakia (Hack+Reis in Weinblättern) und meiner gesungenen griechischen Hymne  zum Abschied- gönnten wir uns mit 2 Feigen eine Pause mit jenem grandiosen Panorama  oben bei der Kapelle unter der einzelnen Glocke.

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Feigen aus dem Garten des Hotels

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In Stemitsa parkten viele viele Autos, die Dorfmitte war geschmückt vor der Kirche, man klappte Tische für wohl 300 Gäste auf, stellte Stühle. Mariä Himmelfahrt- ein Hochfest und wohl ein Tag, an dem sich die Großfamilie trifft. Am Abend sei Musik und Tanz auf dem Kirchplatz. Nachts um halbzwölf sahen wir noch das Feuerwerk.

Moussaka

Die Hausgäste aßen bis spät in die Nacht, es duftete nach hausgemachter Pizza aus dem Steinbackofen, nach Moussaka, nach Schweinebraten. Ich bekam ein Spezial-Eis (der Hotelbesitzer ist Eigentümer einer griech.Eisfabrik Koustenis) mit Mastixgeschmack und mit in Sherry eingelegten Kirschen aus dem Garten, ähnlich unsrem deutschen Rumtopf: „Nun kenne ich auch „KAIMAKI ME VICINO „( ‚vi-sino auf die 1. Silbe betont, Kai- ‚ma-ki auf die 2.Silbe betont). Sehr süß, wie alle griech. Eissorten…

Ein geruhsamer letzter „Urlaubstag vom Schiff“ in den über 1000 m hohen Bergen des waldreichen Zentrums des Peloponnes. Wund-der-schön…Fast 400 km sind wir über Stock und Stein gefahren, eine Erkundung eines grünen Paradieses.

..
PS: Am Samstag-Abend bot uns die Chefin Georgia an, eine 7. Nacht kostenfrei im Hause zu bleiben! Am Sonntagmorgen bestätigte die Autoverleih-Firma AVIS die Verlängerung um 12 Stunden bis 20 Uhr, Montagabend in Patras:-). Im Fernsehen wird stundenlang ein pompöser Festgottesdienst aus Keffalonia übertragen. Georgia war früher Kirchenmalerin, sie erzählte, daß in dieser Kirche alles aus purem Gold ist.

Die Bilder dieses Tages: Klick

41. Drei Pulvermühlen und drei Klöster

Die Wanderung beginnt beim Water Power Museum. Immer an den Wasserrinnen entlang inmitten einer grünen Pracht führt der Weg abwärts.

Abstieg neben der Levada (1024x683)

Immer wieder tauchen die Reste einer Pulvermühle auf. Oben im Museum ist eine wieder erstanden und in Betrieb (ohne Pulver). Die Mühlen belieferten im Unabhängigkeitskrieg Anfang des 19. Jahrhunderts die Schützen. Auch wenn man sich vom geführten Wasser trennt, klingt das Rauschen des Baches tief unten in der Schlucht. Der Weg führt wieter immer hart an der Schluchtkante zum Kloster Filosofiou. Ungefragt weist mir der Mönch gleich den Weg weiter. Möchte er sich die Gastgaben Kaffee und Süßes sparen? Ich erinnere mich gerne an die alte Sitte, dem Wanderer Wasser, Kaffee und etwas Süßes zu reichen. Mein Freund Manfred und ich haben es als Studenten in Griechenland immer erlebt. Jetzt aber kommen die Gäste im Auto bis fast vor die Klostertüre und es sind viel mehr. Echte Wanderer sind selten und so verliert sich auch diese Sitte. Die Mönche hätten ja fast nichts anderes zu tun als Kaffee zu kochen. Also steige ich zum zweiten Mal bis zum Fluss ab, der sich eng zwischen Felsen durchschlängelt. Dann wieder hoch zum Kloster Prodomou, das haben Gerdi und ich schon gestern besucht.

Noch einmal im Kloster Prodromou 3 (1024x683)

Es hängt ja in der Felswand. Weiter oben packe ich eine kleine Brotzeit aus. Bestes Wasser spendet der Brunnen nebenan.
Eine fröhliche Großfamilie erläutert die derzeitigen  politischenWirren und fragt nach dem Zustand in meinem Heimatland. Dann zweige ich auf den Wanderweg nach Stemnitsa ab. Steil aufwärts, vorbei an alten Mauern und längst aufgelassenen Feldern arbeite ich mich hoch. Es regnet stark und bald bin ich durchnässt. Oben an der Straße „nach Hause“ klart es auf und ich habe 6 km nach Dimitsana vor mir. Ich möchte aber von der Straße weg. Der Weg führt abwärts und durch das dritte Kloster Emialon. Das Tor ist aber verschlossen und zwischen 13 und 17 Uhr besucht man kein Kloster. So wage ich auch nicht zu läuten und steige wieder hoch zur Straße. Bald habe ich 20km bergauf, bergab hinter mir und die Beine werden schwer. Da hält ein junges Pärchen und nimmt mich bis fast zum Hotel mit. Leider nur einen halben Kilometer. Wären sie früher gekommen, wär’s mir auch recht gewesen.

Wer Bilder sehen will, klick hier

Hier der Track meiner Wanderung: Klick

Walnuss-Kuchen mit Honig nach der Klosterwanderung

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Warm, saftig, köstlich…

Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl der Atemzüge,
sondern an den Orten und Momenten,
die uns den Atem rauben.

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Einsiedler-Mönchsleben

Das Kloster im Fels 2 (1280x853)

Keusch und züchtig
Keusch und züchtig
Schöpfkelle im Klosterhof
Schöpfkelle im Klosterhof
Stillzeit!
Stillzeit!
Werkzeug
Werkzeug

Komm mit und schau;so schön ist unsere Welt!
Dem, der mit offenen Augen reist, schenkt sie ihren Zauber.
Ihm öffnet sie den Horizont, ihn lässt sie im Kleinen
das Große entdecken, im Fremden das Bekannte,
im Alltäglichen das Wunder.
Komm mit und schau!

Stillen ist das Beste!
Stillen ist das Beste!
Abstieg, mit Oleanderstab
Abstieg, mit Oleanderstab
mit Rucksack, Salbei und guter Laune!
mit Rucksack, Stab und guter Laune
nur mit Rock und Schultertuch!
nur mit Rock und Schultertuch!
Das 2.Kloster,ca. 1 km hinterm Hotel
Das 2.Kloster,ca. 1 km hinterm Hotel- wir kamen nach 2- zu spät: da ist es zu bis um 5 Uhr.

Hier noch ein Foto von vorgestern. Heute gibt es mit Reis+Hackfleisch gefüllte Krautwickel…Kohlrouladen.

Mit Reis gefüllte Zucchiniblüten +Paprika
Mit Reis gefüllte Zucchiniblüten +Paprika

40. Mönche in steiler Felswand

Kloster Joanou Prodromou:

Das Kloster im Fels 1 (1280x853)

13. August, 2015
Weit oben am Berg führt die Straße von Dimitsana nach Stemniza und weiter nach Tripoli. Rechts zweigt eine schmale Passstraße ab, wie die wildesten Bergstraßen nur ohne jede Leitplanke.

Straßen, wilder als bei uns (1280x853)

Vielleicht 500m weiter unten zweigt der Fußweg zum Kloster ab. Die letzten paar 100 Meter klebt er am Fels und dann, hebt man den Kopf, zieht sich direkt darüber das Kloster entlang, in den Fels gehauen und auf Holzstützen vor den überhängenden Fels gebaut.

Das Kloster im Fels 2 (1280x853)

Unglaublich, was Menschen für ihren Glauben auf sich nehmen. Man ist willkommen. Cerete, der alte griechische Gruß, seit vielen Jahren höre ich ihn zum ersten Mal wieder.Griechischer Kaffee in kleinen Tässchen und Süßes steht auf dem Tisch. So wie früher immer üblich in Klöstern. Drei Mönche bewohnen das Kloster mit einigen Helfern. Mit einem der Helfer kommen wir ins Gespräch. Mit seinem Wort Moto können wir erst nichts anfangen, aber dann klärt es sich Sein Motto: SEI DU SELBST. Das hätte er aus Deutschland mitgebracht. Eine ganz dunkle kleine Kirche ist das Zentrum.Gerdi singt 3 Taizékanons. Auf dem Freigang vor den Räumen der Bewohner fühle ich mich nicht wohl. Unter mir ist Luft, weit runter. Seitlich neben dem Kloster bleibt Platz für einige schmale, schräge Felder. Zwei Maultier braucht man für den Transport.
Mit den beiden anderen Klöstern, dem verfallenen alten Filosofou (nur wenn man genau hinschaut ist es grau in grauer Wand mittig zu sehen.

Das alte Philosophenkloster in der Wand auf der anderen Talseite (1280x853)

Es klebt noch abenteuerlicher im Fels) und dem bewohnten neuen Kloster Filosofou waren es während der ottomanischen Zeit geheime Orte, um verbotenerweise in christlicher Weise zu leben und zu schulen.
Es fällt uns schwer, uns von diesem eindrücklichen Ort zu trennen und mit unserem roten Floh nehmen wir die Serpentinen wieder aufwärts unter die Räder

TIPP zu den Bildern: Gleich nach dem Aufrufen des Albums erscheint der Bildtext wenn Du mit dem Curser ohne klicken auf das Foto wanderst. Die Bilderschau in Großformat erscheint, leider ohne die Bildunterschriften wenn Du das kleine Rechteck mit dem Pfeil drinnen ganz oben rechts über dem großen Titel anklickst.

Hier die Bilder: Klick

39. Gerdis Impressionen vom „Landurlaub“

Wunderbar die kühlen Temperaturen…

Zauberhaft die Bergkulisse. Aber erneut aufregend und abenteuerlich die tiefen Furchen, Schlaglöcher, tiefgründige Regenpfützen  und Canyons in den kleinen Bergwegen… mit Mut meisterte der kleine Mietwagen alle..- es fehlt das Geld, die kleinen Bergwege für Autos passierbar zu erhalten…

Andächtige Augenblicke im Kloster…Ich singe Taizé-Kanons… eine halbe Stunde liege ich im Schatten auf der Bank neben dem Klosterbrunnen, den Blick in den Nußbaum und die 4 Glocken… Unvergeßlich.

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Warten auf Gerhard,der zum Philosophoskloster abstieg…

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Im Bergdorf machen wir Halt auf einen Frappée und ich muß über das Verkehrsschild schmunzeln, auf dem für Rücksicht auf die Schulkinder geworben wird: das Mädel mit Zöpfen!

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Die Zucchiniblüten essen wir gefüllt zu Abend!
Die Zucchiniblüten essen wir gefüllt zu Abend!

Zuchiniblüten+Paprika m.Reis gefüllt

38 Zu den Klöstern an der Felswand

Wir fühlen uns im Hotel über der Schlucht wohl.
Am Morgen nehmen wir den falschen Weg mit dem C1. Steil führt die Straße abwärts, schmal, in vielen Kehren und mit tiefen Schlaglöchern.

Nicht die beste Straße (1024x683)der schmale Weg (1024x683)

Gerdi umfährt sie gekonnt, gelegentlich mit meiner Lotsenhilfe. Wir wollen den neuen Mietwagen nicht ruinieren. So tasten wir uns bis zur schmalen Brücke über das kleine Flüsschen Lousios. Dann wieder hoch bis zum neuen Philosophen- Kloster. Kühn steht es auf einer Felsrippe.

Das Kloster über dem Hang (1024x683)

Sehr gepflegt, sogar mit eigenem VW- Bus. Es wird wohl Einkehrtage oder ähnliches anbieten. Nicht ganz einen Kilometer weit führt ein ausgesetzter Steig zum alten Philosophen- Kloster. unglaublich, wie es an der senkrechten Felswand klebt. Links die Felswand und rechts eine 10m hohe Mauer.

Das Kloster in der Felswand (1024x683)

Ganz oben ein kleines Kirchlein. Die Erbauer müssen schwindelfrei gewesen sein. Es soll eine geheime christliche Schule während der ottomanischen Herrschaft gewesen sein. Seit langem ist es unbewohnt. Erhabene Orte in einer erhabenen Landschaft. Wir fahren weiter, immer aufwärts. Die Strasse wird mittlerweile besser. In Zatouna legen wir eine Rast ein und speisen Joghurt mit Honig und ein Omlett mit Schafskäse drinnen. Leider verbietet sich das Bier bei den kurvenreichen Straßen.

Unsere mittagsrast

Im Koustenis Village, unserer Unterkunft gibts als erstes einen Espresso. Heute Abend erwarten uns gefüllte Zucchini- Blüten. Mal sehen wie das schmeckt.

Wer noch mehr Bilder sehen will: Klick

… und wen auch die Tagesstrecke in Googel Earth interessiert: Klick