Bitte den vorherigen Artikel nachträglich lesen, denn wir haben erst heute Internet! Schöne Bilder von der Segelüberfahrt von Holmsund und von der Bucht am Steg Norrbyskär!

Gerdi schreibt:
Wir motoren im Regen rüber zum Anleger Stubuskuskajen vor der historischen Sägewerksiedlung. 1856-1952 war sie die Heimat für hergeholte Arbeiter mit Familien, die hier vom Besitzer stattliche Wohnhäuser aus Backstein, auf Sockeln aus mächtigen Granitplatten, erhielten. Alle waren mit Strom und Wasser und boten davor ein Kartoffelfeld und einen Garten.
Große Besuchergruppen besichtigen die an einer Straßenseite gelegenen Häuser, immer mit 2 Eingängen mit Treppen davor, mit großen Gaupen und Sprossenfenstern. Die 2. Straße führt zur Schule (Grund- u. Hauptschule) und zur Kirche. Margeriten meterhoch auf großen Flächen, duftender Flieder in weiß und blau(das sind hier die typischen Sonnwend-Blütenbäume!), Pfingstrosen, Türkenbund und Iris, Thymian und Erdbeerbeete, hinten im Garten immer ein rotweißes Holzhäuschen wie der Tischlerschuppen beim Michel von Lönneberga 🙂 – heute als Ferienhäuser für Touristenfamilien genutzt.
Wir wandern hinaus auf die eiszeitlich gerundeten glattgeschliffenen Granitbuckel, dazwischen faszinierend viele Schattierungen von Grün und eine Vielfalt an Moosen und blaugrauen Flechten zwischen leuchtend weißen Birkenstämmen. Nett auch ein Mobile aus lauter alten Löffeln, als Karussell aufgehängt an einem Kiefernast.

















Im Museumshop fällt mein Blick auf eine handgearbeitete lederne Fliegenklatsche, so hübsch von Hand aufgezeichnet eine Schnake beim Stechen, mit spitzendem Blutfleck am Stachel… Mein Souvenir von diesem Nordlandtörn. Bezahlen geht nicht mit Münzen! Man muß auch für kleine Beträge die bargeldlose Mastercard zücken!! Im Restaurant sind die Tische für eine Hochzeit dekoriert, originell wie bei -Erika: Schleierkraut in weiß und rosa, in kleinen Glasflaschen, teils auch mit grünem Farn. Die Hochzeitstische haben aber Maiglöckchen, wie auch später die Braut und ihre lachsfarben gekleideten Jungfern. Vorm Museum steht ein Bähnle, der Love-train bereit, geschmückt mit frischem Birkengün.
Am Pier legt gerade eine (riesige) Halberg-Rassy 48 an… und vor der EOS liegt die „Happy our“ (nettes Wortspiel)aus Hamburg. Gut daß wir wieder zurück zu unsrem schmalen Steg am Wald fahren, es kommt schon ein 4. Schiff an.
Die Fotos sind der Geschichte des Arbeiterdorfes gemäß mehr als sonst. Ganz besonders gefallen mir die Moosbilder…











…an Boje und Holzsteg. Regen. 2. Tag geblieben.
Donnerstag, 4. Juli: Gerdi schreibt:

Aber es gab auch 5 bft Wind dort…und zum ersten Mal Regenwolken, dass es dunkel wurde:
Ruhetag, Duschen mit 38°-Warmwasser und Haarewaschen im feinen tipptopp-sauberen Clubhaus, warm der Fußboden in Dusche und WC (wie überall mit kleinem Duschschlauch an der Wand neben dem Waschbecken, mit dem diese Zelle hygienisch rein zu putzen ist, auch sonst in den öffentl.Clos und Fähr-WCs so 🙂 , eine Waschmaschine und ein „Wärmeschrank“ für die Wäsche daneben. Seekarte am Tisch, Nautic-Bücher, 100 Spiele-Karton. Eine Küchenzeile mit Herd und Backofen, Kaffeemaschine, Spülmittel und Besteckkorb, Spülmaschine, Kühlschrank, Microwelle, Flachbild-TV, Und nix ist ramponiert oder defekt,
Am Freitag machen wir nochmal einen Spaziergang zur Stadt, neue Wege, neue Perspektiven. Schulen, Innenhöfe mit Batterie-Ladesäulen an jedem Stellplatz für die Autos im Winter. Eine Dame erzählt uns, es hat dann -30°Kälte, das Meer sei bis zu 30 cm dick mit Eis bedeckt, man kann darauf mit Traktor und Auto fahren und es ist nicht nur immer dunkel, sondern sehr kalt in Vaasa. Heute ist es richtig warm mit 18-19° und wir laufen mit Pulli herum, junge Leute mit Bermudas. Im Bahnhof ein blitzblankes duftendes glänzendes WC, aber es kostet 1 €, ja, gerne- bei der Sauberkeit! Alleen bieten Platz für sauber in Gestellen abgestellte Fahrräder, alle einfach, ohne Gangschaltung und kein einziges E-Bike. Man fährt aber ohne Helm, nur kleine Kinder tragen welche. Nun kosten wir auch unser erstes finnisches Sahneeis! Lecker, ja, so fein wie das italienische Gelato.
Selbst gekocht und lecker wie im feinen Hotel: Lachs als Schmetterlingsteak gebraten, dazu frische Erbsen vom Markt( geduldig von Gh aus den grünen Schoten gepuhlt), in Butter mit etwas Zucker karamelisiert und Zwiebel und Bohnenkraut gedünstet, Crème fraîche mit Zitrone, Meerrettich und viel Dill. Als Dessert eine saftige Apfelsine.