110 Zambesi und Mauritius.. in St.Jean-de-Losne

Wir hatten 4 Tage kein Internet zum Blog bearbeiten. Hier am  8.Okt. in Dôle 5. Versuch:-)

Verdun sue le Doubs, 3-Flüsse-Stadt. 4.Oktober.

Eiskalt schrillt mir wieder der Nordwind ins Gesicht. Vroni schreibt in der SMS aus Korsika: „Hier ist immer noch Sommerwärme!“ Manuel u. Juliza rufen an: Sie sind am Ziel und lassen ihr Boot 20 km nördlich von St.Jean-de-Losne,. Er muß die B.Cool nun winterfest machen. Nach 3 J. auf See geht’s aufs Festland nach Basel:-).

Erika feiert ihren Geburtstag… wie so oft sind wir auf See oder weg…

RÜCKBLICK

Seurre sur Saône

img 2343
Herbstliches Seurre…

Am Abend des 5.Oktobers spazierten wir mit Schal und Kopftuch, Anorak und Fleecepulli in der kleinen Stadt Seurre, wo wir die ersten Fachwerkhäuser entdeckten: mit roten Ziegelsteinen ausgemauerte Gefache, sehr einfache „Muster“, Andreaskreuze und richtige Y und kopfstehende Ypsilon aus braunen Balken.

img 2335
img 2335
img 2336
img 2336
img 2337
img 2337
img 2340
Glasfenster-Farbenpracht

img_2329

Beim Vorbeifahren, mit der EOS bewunderte ich schon die große Steinrosette an der Front der Kirche. Grad als wir zum Seiteneingang liefen, drehte die Küsterin den großen Schlüssel im Schloß und sperrte die Kirche zu, 18 Uhr. „Pardon, s’il vous plait: Deux minutes, Madame, voulez-vous ouvrir pour nous? Nous sommes des Allemands, au bâteau à voile!…!??“ -„Ah, mais oui, d’accord! Entrez;-)! Deux minutes!!“ Dankbar treten wir ein, stehen bewundernd hinter den farbenprächtigen Glasfenstern! Ein tiefes Purpur-Rot wie bei den Gemälden in Florenz oder bei Dürer!! Leider kann ich die Rosette nur als Schattenbild dank der Abendsonne sehen, denn das herrliche Maßwerk ist durch eine gotische Orgel völlig zugestellt… An einer Schule ist am Dach ein Glöckner, eine Figur, die mit dem Hammer auf die Glocke der großen Uhr die Stundenzahl schlägt.

img 2342
img 2342
img 2341
img 2341

Durchgepustet vom Nordwind koche ich einen Pott Gemüse wie daheim und es bleibt nur 1 Teller übrig.

img 2344
img 2344

Donnerstag, den 6. Oktober: Seurre-St.Jean-de-Losne

img_2321

img_2348

img_2347

img_2346img_2352

img_2350
Bändel häkeln an 42 J. alte Skimütze, damit sie über den Ohren bleibt

Frostig kalt war es wieder bei der Fahrt nach St. Jean-de-Losne, wo wir den ersten Volvo-Service für den neuen Motor durchführen lassen wollen. Immer wieder kommen uns nun Mietboote entgegen, aber die Schiffsführer stehen windgeschützt und warm hinter Glas und unter Dach. Da uns aber der bissige Nordwind voll ins Gesicht pustet, hab ich die Idee, die Sprayhood mal hochzuziehen als Windschutz. In den „Ellenbogen“ bindet Gh. sie mit Leine hoch und legt diese über den Mast. Eine Wohltat, aber man hat natürlich nicht mehr so gute Sicht durch das Plastikscheibe.

Um 12 rufe ich wieder eine Schleuse an, Nr. 17 schon. „Deux minutes, Madame!“ Nicht weit dahinter kommt der Kirchturm von St.Jean.de-Losne in Sicht, sehr vorsichtig biege ich nach rechts ab und es hat nur noch 2,1 m Wassertiefe. Dann folgt die erste enge nicht-automatische Schleuse. Gerhard klettert an der senkrechte Leiter hoch und bedient mit einem Handrad die Tore. Als er auch vorne zu Gange ist, kommt ein bärtiger Schleusenwärter: Monsieur, regarde! Fermé/closed 12 a 13 h. Aha … Mittagspause… Als wollten sie uns den Eifer heimzahlen, läßt einer der 2 Schleusenmänner vorn an den Toren urplötzlich 10x so viel Wasser in die Kammer rauschen als in den ersten 5 Minuten. Eos saust mit der Rollrefftrommel am Mastfuß an die Mauer, ich kann sie nicht weghalten… Dabei muß ich ja ständig die Vorleine nachführen. Gerhard lief weg, fotografieren. In letzter Minute kommt der Bärtige zu Hilfe, packt die Heckleine und zerrt die Eos, die schon fast quer liegt, wieder an die Schleusenmauer. Einer allein kann eben nicht Vor- und Heckleinen nachführen…. Nach diesem Abenteuer tasten wir uns bei geringer Wassertiefe an die rechte Hafenmauer, vor der Werkstatt. Voll ist es hier, viele Motor-Boote warten aufs Herausheben. Wir machen an einem Frachter mit großem Kran drauf fest, Gh. klettert über diesen und mit einem Sprung an Land. Der Service kann schon heute statt morgen sein, aber wir müssen in einen allerletzten ganz engen Platz am Kai, knifflig anzulegen,weil der Mast vorn und hinten fast die senkrechten Wimpel oder Persenningstützen der Schiffe vor und hinter uns touchiert… Nur schräg klappt es… Von 2 bis halbfünf windet sich der junge Mechatroniker im Motorraum, säubert Filter, Deckel, Schrauben, ölt sie sorgfältig, nur sein Englisch ist mäßig… Im Dieseltank sei Schmutz, oder Algen, oder Rost. Hm, nach 42 J. kein Wunder… Keiner weiß, wie man den Tank säubern könnte, er ist innen nicht glatt sondern hat Streben und Schwellbremsen.img_2354

img_2356

img_2357

Amüsiert lese ich die diversen Schiffsnamen:

Zambesi– ein Frachter direkt an der Schleuse, Mauritius– am andren Ufer, Tante Hanni und Schwalbe gegenüber der Eos

Ein Stadtrundgang zeigt uns eine sonderbare Kirche, wie ein Wehrturm(für die Bürger) und an der Seite 2 himmelhohe bleistift-dünne Türme wie Minarette. Ein italienischer Laden zieht uns mit seinen Leckereien an: sie sind aus Palermo und haben Köstlichkeiten aus Sizilien. Mein Italienisch erfreut die beiden und schon schneidet die Frau Mortadella sottile,sottile (fein), bringt hausgemachte Amaretti, schenkt uns 1 kg Muskateller Trauben und noch blaue dazu, Pesto und Nudeln… Uns kommen die siedend heißen Tage in Palermo ins Gedächtnis…img_2363

img_2361

img_2362
An der Uferstraße sind alle Alleebäume bestrickt und behäkelt, jeder Poller hat Mütze und Schal

img_2360

Morgen verlassen wir die Saône und fahren ein in den „Canal du Rhône au Rhin“!! Unser Ziel ist Dôle. Die Kanäle sind nur in der Mitte mit 2,5 m tief genug, man muß exakt steuern, um nicht ans Schilfufer zu kommen. Viele Radfahrer genießen diese ebenen wunderschönen Natur-Radwege.

106 Letzte Rhône-Kilometer und Baukunst

Vorbei an den lieblichen Weinhängen. Hier wächst der „Cote du Rhone) nach Lyon.

Bilder und ein kurzer Bericht:Klick

weinernte-2-800x533

 

Hier in Lyon mündet die Saône in die Rhone. Den Flussfahrer begrüßt hier ein eben gelandetes Ufo.

Wie sich das alte, ungenutzte Hafengelände in einen überaus modernen  Stadtteil verwandelt. Ungewöhnliche Bilder siehst Du mit dem Klick

das-auge-800x533

99 Das ging schief…

img_1982img_1983Flusskilometer 145, Cruas; in diesem schönen Hafen hatten wir früher einmal angelegt.

Vor der Einfahrt steht eine Strömung und mit äußerster Vorsicht steuere ich EOS schräg gegen die Strömung der Hafeneinfahrt zu. Wassertiefe gut ausreichend. Von jetzt auf gleich Wassertiefe „O“ und schon steckt EOS im Schlick. Eigentlich ist das nicht kritisch, aber falls unser Schiff jetzt freikäme, würde es breitseits gegen die Untiefe getrieben. Dann würde der Fluss die Regie übernehmen und wir hätten keine Möglich keit mehr, selbst frei zu kommen.

Also ist die erste Maßnahme, EOS am Ort gegen Abtreiben zu sichern. Ich schwimme ans nahe Ufer flussauf und bringe ein Tau an einem Seezeichen an Land an. Auch mit voller Motorkraft -Rückwärts bewegt sich EOS nicht. Nun versuchen wir das Schiff mit dem Tau und durch kräftiges Spannen mit der Winsch flussauf in Richtung Seezeichen zu bringen. Dort ist das Wasser etwas tiefer.  Ganz langsam bewegt sich EOS, der Bug wendet sich nach stb. Mittlerweile versammeln sich schaulustige Freizeit-Kapitäne und geben Ratschläge. Nach etwa einer halben Stunde steht das Schiff senkrecht gegen den Strom.Dadurch sitzt aber das Heck mit dem Ruder im Schlick fest.

Irgendwie müssen wir EOS schräg aufwärts wieder in Richtung Strom bringen. Wir sitzen mit dem Heck ja noch immer fest im Schlick. Ich schlage nun die Landverbindung auf der gegenüberliegenden Winsch an. Mit aller Kraft spannen Gerdi und ich das Seil mit der Winsch. Und tatsächlich, mit aller Motorkraft und Seilspannung wendet sich EOS dem tieferen Flusswasser zu. Auf einmal ist sie frei! Die Schaulustigen schalten schnell und werfen das Seil über das Seezeichen, damit wir es einholen können.

Noch ein sehr kritischer Augenblick: Kommen wir rasch flussauf ins tiefe Wasser oder treiben wir doch noch gegen die Untiefe?? Die Schaulustigen stehen starr. Wir schaffen es und sind nach einer Stunde endgültig im tiefen Wasser. Noch flattern die Nerven. So ganz beruhigen sie sich erst, als wir weiter flussauf einen herrlichen, sicheren und ruhigen Ankerplatz neben dem Fahrwasser finden. Wieder verabschiedet sich die Sonne mit roter Farbe hinter den Bergen, der Wind schläft ein und hinterlässt einen spiegelglatten Fluss. Gerdi bereitet Pilze zu und auch das Bier schmeckt wie das Essen, bestens.


Hier noch eine Nachlese zu den vergangenen Tagen: Flickir-Album mit Fotos und vorneweg Text!

Wir ankern das letzte mal auf dem Meer

Wir bereiten EOS für die Flussfahrt vor

Die erste Strecke bis Avignon

Ein ganz besonderer Platz zum Übernachten

 

86 Îles du Frioul, Marseille und Herrn Hoches Reich?

Die kleine Inselgruppe Iles du Frioul *(link anclicken u. lesen über den Quarantäne-Hafen aus dem 17.Jh.) mit ihrem ruhigen, großen Hafen besteht fast nur auch etwas Land zwischen den vielen Buchten. Wir bleiben gern- und wandern. Das Expressschiff bringt uns in 15 Minuten nach Marseille, wo das Leben pulsiert.

Und nicht zu vergessen das gute Stäbchen-Abendessen mit Glasnudeln, Rindersteak-Fleisch und Paprika-Gemüse. Anneli und Marc waren auch hier. Diesmal ohne Feuer-Flucht.

Auf der Insel steht auch der „Pavillon HOCHE“, errichtet vielleicht von einem Vorfahren des allseits bekannten Eriskirchner Bürgers…unsres Nachbarn?

pavillion-hoche

Die Reisestrecke von Cassis bis hier her. Klick

Die folgenden Fotos sind sehenswert, auch der Felsenweg zum Leuchtturm mit Sonnenuntergang im Meer:

http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157673486711796

Zum Schluss noch alle Bilder dieser Insel. Klick

83 Der Waldbrand vor uns: Calanques/Cassis

Port Miou bei Cassis windet sich als Schluchtschlauch, umgeben von hohen Felswänden einen Kilometer  ins Land hinein.

dsc04496-800x533

Wir sind bei Anneli und Marcauf ihrem Katamaran  Sirocco zu Besuch. Brandgeruch lässt uns noch nicht gleich Besonderes ahnen. Aber man wird wachsam…Am westlichen Himmel zeigen sich graue bräunliche Wolken. Rasch verstärken sie sich. Bald scheint die Sonne wie bei ihrem täglichen Untergang rot durch die Rauchschwaden, gespenstisch…. Sie spiegelt sich als roter Schein auf den Wellen. Der Geruch ist nicht unangenehm, harzig wie bei einem Spaziergang im Kiefernwald. Wir erkennen: Das ist keine Kleinigkeit.  WALDBRAND!!! Die Gegend ist Naturschutzgebiet und unbewohnt. Aber die armen Tiere. ..  Die flinken können wohl flüchten, aber die Langsamen, die Kleinen? Wir sind bedrückt…

dsc04506-800x533

Wir verabschieden uns. Uns ist nicht wohl. Der Rauch kommt näher. Ich versorge unser Beiboot an Deck. Die Mitarbeiter der Capitanerie fahren die Boote an und fordern uns auf, u.U. den Hafen zu verlassen. Sie würden uns dann auf VHF-Kanal 09 verständigen. Das geschieht kurz darauf. Für uns  sieht es nicht bedrohlich aus. Aber wer weiß, der Wind weht stürmisch in unsere Richtung. Schließlich entschließen wir uns auch, den schönen Hafen zu verlassen. Die Capetanerie empfiehlt den Skippern, sofort den nahen Hafen von Cassis. Man böte uns da Platz…Wir kennen ihn als sehr engen Hafen und gestern war er überfüllt. Bei Böen in Sturmstärke scheint mir das Manöverieren auch mit den anderen „Flüchtlingen“ zu gefährlich. So ziehen wir einen Ankerplatz im Schutz einer nahen Bucht mit genügend Raum vor. Im griffigen Sandboden hält unser Anker einwandfrei, auch wenn die Böen unsere EOS hart treffen. Der Wetterbericht (Lamma) sagt für die zweite Nachthälfte eine rasche Beruhigung voraus.

Löschflugzeuge tauchen immer wieder in den Rauchschwaden ein.  Aber bei fortgeschrittener Dunkelheit stellen Sie ihre Arbeit ein. Zahllose Blaulicht-Feuerwehrautos fahren hinauf und hinab. .900 Feuerwehrleute seien im Einsatz, um das Naturschutzgebiet zu schützen, und die Stadt Cassis. Bedrohlich leuchtet der Rauch in der Dunkelheit und die blauen Blinklichter der Löschfahrzeuge vermitteln die gewaltige Anstrengung der Feuerwehrleute aus der großen Region.

auch-nachts-ist-der-brand-noch-nicht-geloscht

Am folgenden Morgen: Der Wind weht nur noch als Lüftchen. Keine Wolke zeigt sich am Himmel. Und der Brandrauch? Keine Spur, als wäre nichts gewesen. Die Feuerwehrleute konnten das Feuer löschen.

http://www.flickr.com/photos/gerhards/sets/72157672420290702

Hier alle Bilder, auch von der Reise entlang der wilden Felsküste: Klick

Ein Zeitungsbericht über das Feuer:Klick

Und zuletzt in Google Map die Reise nach Port Miou: Klick

 

82 Von der Felsenbucht ins schöne La Ciotat

Ankerbucht La Moutte > Hafenstadt La Ciotat

GERDI schreibt:

Nun hat der September begonnen, das war so oft mein Schulbeginn, als Kind und als Hauptschul-Lehrerin;-)… Hier ist spürbar Saisonende, denn Franzosen und Italiener haben oft alle gemeinsam im August Ferien oder ihr Betrieb bleibt 4 Wochen zu. Die Schulkinder laufen mit Rucksack heim, Fastfood und Cola in der Hand, sie haben ja bis spät am Nachmittag Schule! Auch die Temperaturen sind nur noch so um 30°, aber die letzte Nacht vor Anker in der Felsenbucht La Moutte war kalt, bei 19° brauchten wir beide die Decke-und ich auch Wollsocken.

Bei uns an Bord gab’s gesunden griechischen Salat und Tzaziki aus Joghurt und Gurke zu Lammkeule-Scheiben vom Grill.

.Tzatziki +griech.Salat zum Lamm v. Grill

Donnerstag, 1. September: Nach sehr verschaukelter sternklarer Nacht in der starken Dünung am Anker…. begrüßt uns ein wunderschöner Urlaubsmorgen. Zum Schwimmen im nun blauen Meer nehme ich mir Zeit- es ist herrlich kühl und die Wellen wiegen einen beim Schwimmen… Die Wellen stürmen an die senkrechten orange in der Morgensonne aufleuchtenden Felsen. Ein gleichmäßiges Rauschen und Schweigen. Die netten Motoryacht-Nachbarn aus dem Hafen in Bandol fahren in die Bucht herein und fragen, ob alles gut geht mit dem neuen Motor. Gerhard putzt den Wasserrand am Bauch der EOS, der moosigen leicht-grünlichen Bewuchs hatte. Wellness für das Schiff. Nachdem wir wohl wegen der Dünung sicher am Abend alleine sind, beschließen wir, eine 2. Nacht zu bleiben, trotz Schaukelei…Schon mittags koch ich Hörnchennudeln für einen Nudelsalat.

Freitag, 2. September: unser 105. Törn-Tag

Um 9 Uhr brechen wir auf, zum Segeln fehlt heute der Wind. Wolkenlos. Wir freuen uns am Meer und der Küste, grün, viel Wald, mich erinnert es an die Adria, Kroatien, Höhe Peljecac, Hvar, Brac, Orebic, damals mit den Kindern Richtung Kotor… Schon vor 11 Uhr schwenken wir bei den großen Kränen der Werft Charlie Vivra in den weiten fast  runden Hafen von La Ciotat ein, imposant die (romanische?) wuchtige Kirche und der Turm an der Einfahrt, an der Promenade. Wir werden an die modernen Neubauten gelotst, vor den Club-Restaurants Sur les Quais, ähnlich wie in Konstanz „Steg 4“. Der Hafen erinnert an  Nizza, die Schiffe direkt vor den Häusern.

La Ciotat (2)La Ciotat (1)

Wir gehn gleich in die Altstadt zum Einkaufen beim Carrefour. Leider gibt es den Laden für Ghs Mobiltelefon-Aufladung nicht mehr, wir hatschen 2×3 km weit hinaus an den Stadtrand… Staubig, Auspuffabgase… Hier sind die Ladenzentren, Einkaufsmöglichkeiten, die Parkpätze, Kliniken, die Gymnasien, Sportanlagen, der Campingplatz, Mc Donalds, die Wohnsilos und feineren Wohnstraßen. Zurück in der Stadt kaufen wir ein Stück Schweinebraten (Sellerie u.Möhren hatte ich bereits). Dann nehmen wir bei einer jungen Chinesin vorgekochtes mit: Glasnudeln mit Mu-Err-Pilzen und scharfe Rindfleischpfanne mit Bambus und Gemüse. An Bord koche ich Basmatireis dazu.

 

La Ciotat (4)La Ciotat (5)

Die Schwüle ließ nach, so machen wir uns auf zu einem Altstadtbummel. In den engen Gassen ist es menschenleer, die schwarzen Müllbeutel liegen ordentlich zur Abholung vor den schmalen Türen. Sehr sauber auch hier, keiner wirft mutwillig oder gedankenlos was weg. Täglich hört man ab 5 die Müllautos und die Kehrmaschinen. Die Bewohner sind oft Migranten, alle Arten. Manche sitzen mit Küchenstühlen vor derEin- oder Zwei-Raum-Wohnung, mit Baby und Oma, Rollator und Rollstuhl, Kinderwagen und Laufrädle. Die heruntergelassenen Rolläden (Stahl-Jalousien, einbruchsicher)vor den Geschäften sind mit realistischen Bildern bemalt oder gesprayt, uns gefällt’s!

29355214581_4120de1927_z

Gh. hat einige Fotos  der Gemälde im Album, anschaun:-)am Artikelende!

Wir fühlen uns erinnert an die ähnlich engen Wohngassen in Venedig, Nizza, Palermo. Die Bewohner sind freundlich, einer der Maler will fotografiert werden vor seinem Werk. Bei den Kirchen öffnen sich schräge Ebenen, Plätze zum Versammeln, bei der großen Basilika wundere ich mich, daß an der Front neben dem Portal ein riesengroßes Kruzifix außen an der Fassade hängt!! Der Gekreuzigte Jesus vor der Kirche. An der andren Seite ist über dem Seiteneingang eine Madonna mit Kind, auch außen. Sonst ist die Kirche schmucklos, wie eine Trutzburg. Man sieht aber, auch nachts, daß es bunte Glasfenster sind. Inzwischen sind die Bars an der Hafenpromenade gut besetzt, man trinkt Roséwein, Longdrinks, Bière blonde. Beim MAMARA gibt’s Döner , alle 200 m raucht ein Holzofen: Pizza Au feu de  Bois, bei den Eisdielen Gelati alla Italia.

IMG_1632Wir trotten zurück zum Boot, duschen den Straßenstaub weg und dann folgt wie angeschrieben auf dem Restaurant-Schild : Café, Concert, Spectacle! Spectacle, ja…laute Musik non-stop… Hip-Hop, ausschließlich in französischer Sprache!!! Die ganze Nacht bis früh um 3 Uhr.. Vollbesetzt alle Stühle, man amüsiert sich, auch nur in reinstem Französisch, es gibt wohl keine anders-sprachigen Touristen mehr im September. Angenehm aber die Temperatur: nicht über 25°.

Samstag, 3. September 2. Tag in La Ciotat

rôti de porc

Nach gemütlichem Frühstück mit inzw. schon gewohntem frischem Baguette beginne ich, den Schweinsbraten zu zu bereiten. Zwiebel, Sellerie, Möhren, Majoran, Zimt, Senf,Pfeffer,  Paprika, 1 Tl Kümmel, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Lorbeer, Nelken, Knoblauch…Es duftet sooo lecker. Wir entschließen uns, die 2.Nacht hier zu bleiben. Und morgen vielleicht nach Cassis oder in die schmale Bucht Port-Miou, ein Wasserarm wie ein Fjord. Aber der Meteo kündigt Windstärke 6+ für Montag an… Abwägen!

Samstag: Wir blieben da, fanden um 6 abends noch einen Tunesier aus Djerba, der in seinem Obstladen Kartoffeln verkauft, tranken ein Schweppes und ein Achtele Wein in einer Eck-Bar, speisten Schweinsbraten, erkundeten neue Gassen in nächtlicher Beleuchtung. Eindeutig Date-Abend, der Samstag, die Bars vollbesetzt!

29400772006_528fa30614_z

Wir steigen die Treppen zum Quai-Restaurant oben hoch und Gh. fotografiert die EOS von oben und die Eisschlecker, deren Bank zum Hafen gedreht ist, nett. Beim Denkmal für die Stahlarbeiter der großen Werft stell ich mich dazu. Neben unsrem Schiff erstrahlt auch heute der große Kran in rot und blau im Wechsel, ein Spektakel, aber stumm. Im Club gibt es heute Salsa und Samba, durch die Scheiben kann ich dem braunen Tänzer zusehen, einfach schön…

29146211940_330656cfec_z

http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157673276213086

Hier die Fotos aus Ghs Flickr-Album: Klick

81 Weiter mit gutem Motorklang

Der Motorfachmann von Mecabateaux in Bandol hat gute Arbeit geleistet. Mit gesundem Klang verlassen wir den Hafen, setzen Segel und bergen sie erst wieder kurz vor Baie de la Moutte.

EOS (2) (800x533)

Wieder ein Abend und eine Nacht, wie sie nicht schöner sein könnten. Die Lammscheiben vom Grill zart und gut (gegart nach System Schnierle in der Folie), Satziki ebenfalls, süffiges Bier und Brot von heute. Wir liegen in der Bucht. Sie ist gebogen wie ein Hufeisen. Steile, hohe Felswände, üppige Kiefernwälder um uns und nur ein Haus oben.

Felsen-Springer!
genau mittig steht ein Springer in blauer Bermuda,sprangen auch von links oben!..

Farbe des Meeres

Buben nutzen einen hohen Felsen um ihren Mut durch einen 10m Sprung (oder höher?) zu beweisen. Tagesgäste kommen mit ihren Motorbooten und ab Abend genießen wir die Bucht ganz alleine.

Das schöne Haus (800x533)

Und dann die Nacht! Sie macht die Sterne nach und nach leuchtend. Mars verschiebt sich immer weiter zwischen Saturn und Antares nach hinten, als würde er in einem Wettrennen schwächeln. Vega steht fast senkrecht über uns, ein treuer Begleiter unserer Reise, ganz oben am Firmament. Großer Wagen, Schwan, Scorpion, Kasiopeia wandern langsam gen Westen. Die  Sichel des zunehmenden Mondes wandert noch unter dem Horizont. Gut so, sie überstrahlt nicht die zarten Sternbilder.

50m höher gewährt ein Blick durch eine Baumlücke den Blick auf die beleuchteten Fenster der vorbeihuschenden Züge. Laut rattern die Nahverkehrszüge und dezent leise die TGW‘s. Der Wind schläft ein, sanft schaukelt EOS, leise rauscht die Brandung am Ufer. Ich werde jetzt mein Lager draußen in der Plicht aufschlagen.

Die wunderbare Natur umgibt uns und wir bleiben noch einen Tag hier. Bordwand putzen, Unterwasser fotografieren, lesen, essen. War keine so gute Idee, die ganze Nacht kräftige Dünung und damit schaukelt EOS lustig und sehr kräftig in alle Richtungen. Die Sterne fliegen nur so hin, her, vor und zurück.

Felsufer 2 (800x533)

Hier alle Bilder (und Unterwasseraufnahmen) dieser schönen Bucht: Klick

Zum Schluss noch die Reisestrecke bis hier her: Klick