59 Buchten- Reich

Die Küste als slow-motion-Film

Langsam gleitet die Landschaft auf der Backbordseite vorbei. Am Wasser die braunen Strände (die Sonnenschirme sind noch eingeklappt) und dahinter die Berge. Hell leuchten die Felsen der höchsten in der Vormittagssonne, über 1000m sind sie hoch. Die kleinen Kaps fallen nicht auf, aber ihre Namen sind schön: Capo Comino, Punta di Saint Lucia, Punta la Batteria, Punta Ottiolo und Capo Coda Cavallo. Schon aus 30 Meilen Entfernung fällt der mächtige Bergriegel der Isola Tavolara im Dunst auf. Bis zum Ende ist er die Ansteuerungsmarke.

Mal treibt uns der Wind voran, mal nehmen wir den Motor zur Hilfe. Aber nicht lange und ein achterlicher Wind treibt uns voran, bis zum Ziel. Der Automat steuert und wir lesen, reden, trinken Kaffee. Immer mehr Schiffe begegnen uns. Soll das das Ende der leeren Buchten und freien Hafenplätzen andeuten?  Die Bucht hinter Capo Coda Cavallo, die wir ansteuern ist gut besucht.

Wissen Sie, was ein Supportboat ist?

Eine schöne Gegend vor Olbia. Umgeben von Inseln, beherrscht von der mächtigen, wie ein Riegel ins Meer ragende, felsigen Insel Tavolara. Dann der lange, enge Schlauch zum Hafen von Olbia. An der engsten Stelle begegnet uns ein ausfahrendes Riesenkreuzfahrtsschiff. Wir müssen den Hals arg biegen um auf Deck zu sehen. Lega Navale ist leider belegt, so weichen wir an den städtischen Kai aus.

Da liegt ein supermodernes futuristisches Schiffsgebilde.  SEA AXE 6711 ist sein Name.

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Außerordentlich schlank und hoch, als müsste es sofort umfallen. Grau, eine Brücke wie ein Bugsierschiff, mit Sicht rundum. Drei große Antennenhüllen deuten auf Wichtigkeit hin.  Auf Deck liegen einige Arten von Booten und Spaßrasern. Am Heck ein Hubschrauber- Landeplatz.

Google weiß alles und hilft weiter: Eine neue Art von Verwendung. Gebaut bei der DAMENWERFT in den Niederlanden. Für Megajachten, die keinen Platz mehr haben für ihre notwendigen Spaßgebilde! Sie lassen sich diese Ausrüstung durch das „Supportschiff“, das ist der offizielle Name, bringen und auch Gäste. Das Schiff begleitet also die eigentliche Jacht des Eigners und liefert oder unterstützt wenn notwendig. So sagt es der Chef der Damen-Werft

Auf der Treppe eines Hauses in Olbia saß eine alte Frau und hielt uns den Pappbecher entgegen.

Welch eine Spanne zu leben! Aber auch dieses Schiffsunikum  ernährte Familien beim Bau und tut es jetzt beim Unterhalt. Es regt zum Nachdenken an.

Zum Abendessen gibt’s Pizza von der Pizzeria, danach verlegen wir an den luftigeren Ankerplatz neben der nahen roten Leuchtboje.

Am Abend in Olbia am Anker (800x533)

Ausfahrt aus Olbia

Eine schnurgerade gebaggerte Fahrrinne führt aus dem Hafen, gut gekennzeichnet durch Kegel und Rechteck- Seezeichen. Es ist einiges los an der Pier. Alle Plätze sind mit Fähren belegt. Neben der Fahrrinne schwimmen hunderte von bunten Bojen. Jede trägt ein Seil an dem die Muscheln wachsen.

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Der Leuchtturm mit dem Haus darunter (das nun nicht mehr genutzt wird, das Feuer dreht selbsttätig) verabschiedet uns. Wir steuern Kurs 30° auf Kap Figari zu.

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57 Von Siziliens Küste weiter nach Norden, Sardinien!

Ein schöner Platz

Von Cagliari nach Villasimius sind es etwas über 20 Seemeilen. Auf dem Weg dahin bricht die Tasche einer Segellatte. Etwas knifflig war das Bergen der Latte an Saling, Wanten und Fallen vorbei. Auch ohne diese Latte war EOS schnell. Am Ankerplatz dann türkis farbenes Wasser und bester Sandgrund. Wir befestigen EOS an einer der dort schwimmenden Ankerbojen. Draußen an Land das lebhafte Treiben der Badegäste. Eine Dünung macht das Liegen schauklig. Wir haben eingekauft und möchten Grillen, ohne dass das Meer uns das Fleisch wegnimmt. Es gelingt. Abends wird es still am Strand. Die Sonnenschirme sind eingeklappt, nur noch wenige Gäste schlendern am Strand. Wieder geht die Sonne am roten Himmel unter. Ich schlafe auf der Luftmatratze im Freien.

Der Wind neckt uns

Am anderen Tag starten wir bei bestem Rückenwind. EOS fliegt nur so dahin. Aber Kaps haben manchmal ihre Tücken. Von einem Moment auf den anderen bleibt der Wind weg und die weißen Schaumkronen enden 200 m hinter uns. Jetzt sorgt der Volvo für Vortrieb. Mit einem Mal sind die Schaumkronen nur mehr 50m hinter uns. Motor stopp. Tatsächlich holen uns die ersten Windböen ein und füllen die Genua. Aber nur für ein paar Minuten, dann sehen wir die Schaumkronen wieder hinter uns. Wir warten, bis uns der Wind wieder einholt. Das tut er auch, aber wiederum nur für ein paar Minuten.  Dann ist endgültig Motorzeit für einige Meilen. Schließlich bietet sich der Wind doch wieder an. Die Augsburger setzen Groß und Genua. Das machen sie gut. Und so geht’s bis vor den Hafen von Corallo. Ein ruhiger Ort, weit weg von  der Stadt.

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Arbatax und weiter

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Wieder bei bis zu 5 Bft hart am Wind. Fast alle Segel stehen und EOS pflügt stundenlang durchs Wasser. Bestes Segeln. Gischt spritzt am Bug aber wir in der Plicht sitzen im Trockenen und lassen den Automaten(Autopilot) arbeiten. Er macht seine Sache gut und hält eisern Kurs. Seine Mahlzeiten bestehen aus Strom von der Solarzelle am Heck.

Arbatax, der Hafen, der funktioniert. Ein Anruf auf VhF 9, kein Warten, ok, no problem. Einweisung und Hilfe vom Ponton aus, die 2 Moorings sauber und nicht voller Schmutz und Muscheln. Ausgabe von Müllsäcken für die verschiedenen Fraktionen, Großzügiger Sanitärbereich, alles funktioniert. Brauch- und Trinkwasser getrennt und Waschmaschinen und Trockner stehen zur Verfügung. Alles für 36 Euro, hier der preisgünstigste Hafen. Respekt! Wäsche  ab in die Waschmaschine und in den Trockner.

Aus dem Trockner. Noch nicht ganz trocken
… Wäsche musste noch etwas nachtrocknen…

An Arbatax schließt sich eine eindrucksvolle Steilküste an. Felsnadeln, 100 m hohe senkrechte Steinwände unmittelbar aus dem Wasser. Zahlreiche Gäste in Schlauchbooten und Ausflugsschiffen bestaunen diese Küste .

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Ab Capo die Monte Santu queren wir den Golfo di Orosei. Das Land weicht zurück und wir setzen Segel. Segeln können wir bis Punta Neru, ein flaches Kap, davor ein langer Sandstrand.  Bester Ankersand.

Nacht an offener Küste

Ein wenig Dünung ist an so einem freien Ort immer da. Aber die stört wenig. Keine Gefahr für das Grillgut. Sonderbare Kohlen sind das, die ich in der Bilge finde. Sie lassen sich kaum entfachen. Nach viel hin und her nehmen sie doch Glut an. Und jetzt entwickeln sie eine schöne Hitze und halten diese stundenlang. Unser Grillmeister zaubert saftiges Fleisch und der Mann in der Kombüse gute Pellkartoffeln.

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Dazu gibt’s noch gemischten Salat. Dann verschwindet die Sonne hinter den westlichen Bergen und die ersten Sterne zeigen sich.

Heute ist Wunschkonzert via Smartphone.

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Jeder wünscht sich ein Musikstück und das hören wir dann auf YouTube. So geht das reihum. Die Nacht wird mild, der Wind bläst angenehm vom Land und ich schlafe wieder draußen unter dem klaren Sternenzelt. Eine wunderbare Nacht.

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Und hier der Standort der EOS: https://www.google.com/maps/@40.84072,9.7199184,17z

56 Spaziergang in Cagliari

Von Capo Carbonara bis Cagliari sind es 20 Seemeilen. Günter navigiert, Rainer steuert. In Cagliari ergattern wir wieder einen Liegeplatz am Steg der Lega Navale. Für den nächsten Tag sagt Lamma, unser Wetterbericht ungünstige Winde auf der Fahrt und am vorgesehenen Bojenplatz voraus. Wir bleiben noch einen Tag. Die Basilika sendet vor jeder Stunde ihr Glockenspiel zu uns.

Der Straßenkünstler

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Er schwingt seine Keulen während die Ampel für die Autofahrer Rot zeigt. An den Ampeln verkaufen die einen Sonnenblenden, Sonnenbrillen oder reinigen die Scheiben. Aber Keulenschwingen, das überrascht doch. Vor der Grünphase verbeugt sich der Künstler galant und läuft mit dem Sammelhut die Reihen der Autos ab. Ich habe den Eindruck man gibt.

Auf der Zitadelle

Cagliari breitet sich auf einem Hügel auf. Wir könnten auch zu Fuß hoch laufen, aber ein Aufzug erlaubt eine Sicht die sich in wenigen Sekunden ausweitet.  Er hebt und senkt sich im Freien. Die Basilika ganz oben spricht meine Sinne nicht an. Viel zu wuchtig die Säulen im Inneren, mehr Macht als Glaube vermittelnd. Ganz oben auf dem Hügel der Turm. Auf 3 Seiten Mauern, die 4. Seite gewährt freie Sicht über die Stadt. Wir zahlen und steigen hoch. Auf der 2. Plattform überwältigt mich die Höhenangst. Die Augsburger steigen weiter. Ich: Umkehren? Ich steige noch eine Plattform hoch, dann noch ein paar bis oben der Himmel zu sehen ist. Dann stehe ich doch auf der obersten Plattform. Jetzt schweift der Blick über das ganze Rund der Stadt, die Häuser, den großen Hafen, die Lagune mit den Salzpfannen.

Sicht von der Zitadelle (800x533)

Abwärts wählen wir die engen Gassen auf der anderen Seite zum Hafen und unterbrechen den Spaziergang für einen Kaffee und Weißbier und dann nochmals in der wohl besten Gelateria am Ort.

Pause (800x675)

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55 Letzte Station und Inselwechsel

Immer noch Sizilien!

Noch 20 Seemeilen bis Trapani. 19.Juli

Kein Wind, da muss der Volvo helfen. Die Stadt schiebt sich auf einer flachen Landzunge ins Meer. Wir tanken Kraftstoff und suchen Lega Navale. Auf einem Schlauchboot ruft man uns zu „Canale 8“. Ich melde mich mit dem Funkgerät und ersuche um einen Liegeplatz. Ein Mitarbeiter winkt uns am Steg, weist uns ein und hilft beim Anlegen.  Wieder können wir kostenfrei bleiben., dank unsres Jahresbeitrags als Mitglied im ital.Segelverein.

Ein schöner Berg überragt die Stadt auf der Landzunge. Man könnte mit einer Seilbahn hochfahren. Draußen schwimmen die Egidischen Inseln. Wir fühlen uns in der Stadt wohl und der Wetterbericht sagt für morgen noch günstigen Wind für den Schlag nach Sardinien voraus.

Inselwechsel

Hart am Wind (800x533)
Unter der großen Genua (seit Palermo!) hart am Wind nach Nordwesten

Trapani wird achteraus  kleiner. Inseln liegen links unseres Kurses. Marettimo, der letzte Außenposten Siziliens, reizt zu einem Besuch, aber der Wind ist günstig und wir segeln vorbei. Am späten Nachmittag verschwindet Sizilien im Dunst. Marettimo löst sich erst nachts auf. Ab 22 Uhr wechseln wir uns mit der Wache ab. (Zum ersten Mal steht nicht Gerdi an der Pinne in der Nachtschicht:-)

Der Mond zieht als volle Scheibe am samtschwarzen Himmel seine Bahn. Kaum ein Schiff zeigt sich durch seine Lichter. Dann kommt meine Schicht: Ab 4:30 deutet sich ganz schwach die Dämmerung an. Die Kimm färbt sich langsam dunkelrot, die Schwärze der Nacht verschwindet. Um 6:10 steigt die Sonne aus dem Meer. Eine Weile hält sich noch der Wind, dann schläft er ein. EOS verfolgt als roter Pfeil auf dem Smartphone den Leitstrahl zum Kap Carbonara. Wie flüssiges Blei schwappt das Meer. Die Hitze wird fast unangenehm. Schon am Vormittag taucht Sardinien im Dunst auf, kommt aber unendlich langsam näher. Am Abend wieder das gewaltige Schauspiel des Sonnenuntegangs. Die Berge liegen wie ein Scherenschnitt vor dem roten Horizont.

Sardinien im Abendlicht (800x533)
Land in Sicht… Sardinien!

Die Leuchttürme am Kap senden ihre Lichtblitze. Im Handbuch wird auf das neue Naturschutzgebiet hier hingewiesen. Ankern sei nicht mehr erlaubt, es lägen aber Bojen aus( Das kennen wir schon von Ustica 2011! Prima f.d.Natur). Es wird Nacht. Langsam tasten wir uns um die Untiefen herum. Ganz schwach sehe ich im Fernglas den Umriss eines Schiffes. Noch ein Kap umfahren, dann erkennen wir die Bojen. Um 23:30 sind wir am Ziel. 39 Stunden hat die Überfahrt gedauert.

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54 Palermo und weiter westwärts

Abschied von Palermo, nach 1 Woche

Palermo, die quirlige Millionenstadt. Wir wechseln den Liegeplatz vom Steg der  Lega Navale Palermo Centrale zu Sitimarina, weil wir die Gastfreundschaft „unseres“ neuen Vereins nicht überstrapazieren möchten. Danke für den Liegeplatz!. In Sitimarina liegen wir unter der mächtigen Silhouette zweier Verladebagger, deren Funktion nicht mehr benötigt wird.

Mächtige Liegeplatzkulisse (800x533)

Gemütlich durchstreifen wir die Altstadt, nicht um Zeugen der Vergangenheit zu ergründen, sondern um das Leben in dieser Stadt in uns aufzunehmen. Die kühlen Temperaturen erleichtern das.

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Am nächsten Tag arbeiten wir uns mit Motor zum Kap Gallo hoch und können dann mit allen Segeln (und der neu gesetzten Genua) hart am Wind bis San Vito Cabo segeln. Ein angenehmer Segeltag. Eine Dünung am Anker stört wenig. Grillen gelingt und der rote Sonnenuntergang beschert uns einen schönen Übergang in die Nacht.

Ankerabend (800x533)

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53 In Palermo

Busausflug

Gerdi ist abgereist, die Augsburger sind noch nicht da. Monreale würde sich lohnen, sagt man mir. So nehme ich den Linienbus dorthin. Eine eigene Stadt am Hang. Die wuchtige normannische Kathedrale und der große Platz mit 4 hohen Palmen beherrschen die Stadt.

Die Palmen von Monreale (800x533)

Ein Besuch der Kirche schreckt ab. Besucher schieben sich durch den rechten Torflügel ins Innere und andere kommen durch den linken wieder heraus. Unwürdig für ein Gotteshaus. Ein paar Schritte weiter bietet sich ein überwältigender Blick von dieser Aussichtskanzel auf Palermo. Das Häusermeer liegt in einer flachen Landbucht umgeben von Bergen unter mir.

Die Sicht nach Palermo (800x533)

Rückfahrt: Der Bus kommt nur im Schleichtempo wieder zurück nach Palermo. Busfahrer sind geduldige Künstler, wie sie sich durch die zugeparkten, engen Straßen schieben und mit der Hupe auf sich aufmerksam machen, wenn wieder ein Autofahrer wegen einer schnellen Besorgung sein Auto auf Straßenmitte anhält.

Die Augsburger kommen

Die Augsburger kommen auf die Minute pünktlich (800x533)

Großes Fest heute zu Ehren der Stadtheiligen Santa Rosalia. Fast die gesamte Innenstadt gehört den Fußgängern und quillt von ihnen über. Es raucht von den Grills. Jeder Stand und jede Taverne hat Hochbetrieb. Der Zug von Rom fährt auf die Minute pünktlich um 23:00 Uhr in Palermo Centrale ein, mit den Augsburgern an Bord. Unser Taxi fährt einen mächtigen Umweg und kann uns nur in die Nähe der EOS bringen. Dann: Weißwurst, Brezen und Paulaner Weißbier aus der Heimat.  Eine herrliche Abwechslung!

Weißwurst um Mitternacht (800x533)

Draußen Musik aus allen Richtungen. Ganz Palermo scheint hier zu sein, zu flanieren, an der Uferkante zu sitzen. Um 1 Uhr nachts dann das Feuerwerk. Farben explodieren am Himmel oder regnen auf die Erde, bis zum Ende, als ein Feuerball in den anderen übergeht. Erst um ½ 2 Uhr schweigen die Kracher und verschaffen den Musikanten wieder Gehör. Aber das Fest ist noch lange nicht zu Ende

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Warten

Lamma sagt bis Ende Samstag 7 Bft voraus. Es pfeift in den Wanten und EOS legt sich an ihrer Muring schräg. Der Freitag ist einer Prozession vor der Kathedrale vorbehalten. Musikanten in feinen Anzügen, verschiedene klerikale Gruppen in ihren besonderen Trachten mit wertvollen bestickten Fahnen und Würdenträger in ihren schwarzen Soutanen nehmen Aufstellung.  Kirchenmusik beschallt die Straßen.  Zuschauer drängen sich an den Straßen und Plätzen. Die heilige Rosalia wäre stolz auf ihre Bürger.

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52 Palermo musiziert und flaniert

Nach Mitternacht: Eos liegt erste Reihe, Sicht auf den Corso der Fußgänger. Der Lärm der Ausfallstraße verliert gegen die Kraft der Musik. Musik? Von rechts die immer gleiche Bass-Dreitonfolge. Ab und zu brüllt eine Sängerin oder ein Sänger mit (oder dagegen?).  Von links die wunderbaren Töne eines Saxofons und eine Schlagzeugs. Der Drummer vom anderen Hafenufer hat dagegen keine Chance. Und EOS mitten drinnen.

Langsam ebbt der Strom der Spaziergänger ab. Man flaniert , unterhält sich, nimmt auf den marmornen, kunstvoll geglätteten Steinsitzen Platz. Man genießt den Abend, ist froh, der nachmittäglichen Hitze entkommen zu sein. Ein Seelantraining, dieser Spaziergang am Ufer.

Und wir? Einen Steinwurf entfernt an einem Ponton, geschützt durch eine verschlossene Türe und ein kaum umsteigbares Gitter. Der freundliche Herr von Lega Navale gibt uns den Schlüssel zum „Gefängnis“, wie er sagt. Zaungast bin ich momentan, ganz schön, aber doch einsam ausgeschlossen

Diesmal ohne Bilder

PS: Tags trinkt der Käpt’n gern einen Ananas-Smoothie im Chiosco…vorerst  allein…

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Zu starker Wind aus Nord… die EOS bleibt noch in Palermo! 6 Tage lang…

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