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Autor: Gerhard
49. Palermos Gassen, ein üppiges Abendessen und die Leichenhalle der Fische
Spaziergang am Abend
Erst am Abend lebt die Stadt wieder auf, wenn die Sonne ihre starke Hitzekeule nicht mehr schwingt und die Dämmerung schon beginnt. Palermos Straßen sind voller Autoleben, die kleinen Gassen aber still. Die Leuchten tauchen die Szene in ein warmes Licht.
Schöne alte Palazzi mit anheimelnden Innenhöfen, alte Bürgerhäuser mit kleinen Balkonen auf der Straßenseite, gestützt von kunstvoll geschmiedeten Stützen. Vieles ist bewohnt, aber noch mehr dem Verfall preisgegeben. Eine unendliche Arbeit für die Stadt, die wohl nie endet.
Essen wie die Italiener
Nach 22 Uhr sitzen wir in einem gediegenen Restaurant. Dreigängig speisen, mit Wein. Wie machen das die Italiener? Schon vor dem Hauptgang sind wir satt und können den Fisch nicht mehr so recht genießen. An den Nachbartischen isst man wie wir, aber sie scheinen damit zu Recht zu kommen- mit Nachtisch- auf den wir verzichten. Dabei sind die Leute nicht dick. Ab und zu fährt eine schwache Windböe über den Tisch, ohne die stehende, stickige Luft zu kühlen. Essen kann auch Arbeit sein.
…und ganz früh zur Fischversteigerung

Da liegen sie, die Leichen. Gestern waren sie noch in ihrem nassen Element. Jetzt warten sie auf Podesten und sind nur noch tote Ware. Blutrot die Kiemen, irisierend noch die Augen. Frisch. Zahlen fliegen am Podest laut hin und her,
Der Mann am Schreibpult notiert in ein Buch (an 2 Pulten wird im Laptop notiet)

Der Käufer lässt die Fische auf Palettenwagen abtransportieren. Große 2m lange Schwertfische und alles andere auch, was das Pech hatte, ins Netz zu gehen. Draußen warten die Autos der Wirte und Händler zum Abtransport.
Auf der EOS und aus der Ferne klingt wie ein wortgewaltiger Streit. Um das mit zu erleben, muss man um 4 bis 5 Uhr zur Stelle sein. Um 6 Uhr früh hat sich die Halle geleert, zurück bleiben Fischkisten, rot gefärbtes Wasser auf dem Boden und der Geruch nach frischem Fisch in der Luft. Der Parkplatz vor der Halle ist fast leer, die Bar daneben aber gut besucht (sie öffnet um 4 Uhr früh).
Unser letzter gemeinsamer Abend auf der EOS heute. Gerdi nimmt morgen am 13. Juli den Flieger und ist in knapp 2 Stunden in München.(12°C).2Zwei Freunde aus Augsburg kommen einen Tag später um Mitternacht mit dem Zug(!) von München und segeln mit mir via Sardinien nach Korsika …Sie überbrücken die heißeste Sommerzeit. 2009 waren sie auf der Rhône dabei und 2014 auf der Donau. Dann ist Mitte August wieder Crew-Wechsel und Paarsegeln.
Eine sehr schöne Zeit hatten Gerdi und ich: Im Mai das liebenswerte Griechenland, das abenteuerliche Albanien, die großen windreichen Strecken im Ionischen Meer , die Straße von Messina und als letztes im Juli die gemütlichen, aber heißen Tage an der schönen sizilianischen Nordküste. Wenn die Temperaturen nicht mehr so brutal heiß sind kommt Gerdi wieder, voraussichtlich nach Nizza. Gerdi, danke!

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39. Ankern vor Castell Milazzo und hinterm Kap
Gerdi schreibt über den29.+30.Juni.
Gerhards Aufsatz und Fotos zur Krönung am Schluß: Klick
Es ist einfach herrlich! Seit wir die Straße von Messina hinter uns gelassen haben, ist Wonnesegeln angesagt.
Im Bikini und kleinem Top kann ich an der Pinne sitzen, das blaue Meer hat keine weißen Gischt-Mützen und das Kreuzen macht so richtig Spaß… Wie ein Geschenk, ich bin dankbar, daß es noch richtig sportliche, sonnige, Blau-Meer-Tage gibt, bevor ich beim Crewwechsel aussteige in Palermo. Gestern und heute bin ich im Meer geschwommen, einfach wunderschön….



Insel Volcano als Aussicht
Gestern war so wenig Dünung nach einem köstlichen Segeltag ab Palmi, daß wir gar nicht in den 65€ teuren Hafen mußten, sondern vor der Promenade und mit Blick auf das trutzige Castell von Milazzo den Anker fallen lassen konnten. Sogar was in der Pfanne braten war möglich!!! Der rumänische Bauchspeck, die rosa-violetten Zwiebeln, 4 Eier – und meinen griechischen Bauernsalat. mmmmh.
Die Nacht war ruhig, am Morgen weckte mich blauer Himmel überm Bug-Luk… Schwimmen…!!!!! Die Burg in ihrer ganzen Pracht… Wie ein Geschenk.
Gegen 11 ließen wir die Raffinerie hinter uns und segelten mit schönem 3er Wind zusammen mit den italienischen Opti- und Laser-Kindern die Küste hoch und an der Burg vorbei. Dann wünschte ich mir, nicht zur Insel Volcano zu segeln, sondern einfach „wie am ‚Bodensee‘ zu kreuzen. Eine helle Freude.
Nach einigen Stunden bog ich dann doch um das schmale lange fingerähnliche Kap Milazzo. Die erste Bucht zwischen Felsen gefiel uns nicht, 3 dicke Katamarane ankerten unter einer abgebrannten Steilküste. Aber hinter dem Kap Tono fand sich guter Ankergrund. Ein weiter Strand, wohl 2 km lang, war wenig bevölkert.

Wir labten uns an einer ital. Brotzeit an Bord, dann wieder Schwimmen, Eos putzen, kleine -Reparaturen(der kl. Schalter an der Kanisterdusche war defekt, die 2. Positionsleuchte, diesmal die grüne an Stb. war korrodiert.
Dann machte ich mich mit Freude an das schöne Gemüse, die violette kugelrunde Melinzane Viola, die typische kugelrunde Auberginenart hier, Zucchini, Paprika rot und grün, Tomaten, rosa Zwiebeln, Kinoblauch, Kreuzkümmel, Chili, Zitrone vom Baum… Dazu machte ich rührend ein Risotto mit Safran und Kurkuma.
Es war ein köstliches Abendessen bis zum dramatisch schönen 1. solchen Sonnenuntergang, bisher verschwand die Sonne immer hinter Inseln, Felsen, Häusern- aber heute sank sie ins Meer…







Gerhards Aufsatz und Fotos zur Krönung am Schluß: Klick
36. Mit viel Seegang von Taormina in die Str.v.Messina- Reggio Calabria
Gerdi schreibt am 26. Juni 2016 nur kurz. Ich lass die Fotos sprechen:
Am Abend an der Boje vor dem Postkartenidyll der Felsen vor Taormina gabs köstliche Halsgrat-Steaks vom Grill, Kirschen, Aprikosen, aber den Wein nicht: Gerhard will früh im Morgengrauen los fahren, 8-9 Std. durch die Straße von Messina höher nach Nordosten. Ob wir Messina oder Reggio Calabria erreichen, sird der Wind uns vorschreiben.


Beide konnten wir ab 2 nicht mehr schlafen, Gewell, Dünung.
3 Uhr früh, nachtdunkel.Da höre ich Gerhards forsche Schritte Richtung Bug über mir:
„Du….I fahr los!“ Und dann slipt die Leine aus der Boje, die gegen meinen Bug vorn bollerte…
Gar nicht meine Zeit… ich hab lieber die Nachtwache von 21 bis 3 Uhr. Mein Captain sagt: „Bleib liegen… wenn’s geht!!“. Luke dicht, mit Deckenrollen eingekeilt…Immer heftiger braust der Seegang von vorn aufs Schiff. Ein Lärm, die 2 Reifenfender springen hoch und landen hart an Deck, mehr als 5 bft und kabbelige Wogen klatschen auf die EOS…, die Wellen schlagen Kiel und Bug aggressiv und lassen das blaue Meer über den Bug stürzen, daß es von innen aussieht wie ein Wasserfall. EOS, das Submarine… nur nicht Yellow 🙂 In Strömen läuft die See über die kleinen Kajütfenster. Ich fotografiere nur mal von innen, außen wär die Kamera futsch.















Das Vorschiffluk läßt etwas Seewasser ein, ich lege flugs die griechische Bärenhaut-Folie auf die Kojen. Frühstück entfällt heute, Gerhard mach ich Nescafé, ich malme trockne Cracker…
Dann rauscht ein größerer Mitsegler vorbei, stolz gebläht das Vorsegel. Wir ändern den Kurs und laufen nun Reggio Calabria an, nicht Messina auf Sizilien. Fender raus, Leinen anbinden, nach mehr als 10 Stunden haben wir den uns schon von 2011 bekannten Hafen erreicht. Tanken, 36 l Diesel, daran sieht man, wie der Seegang die Motorleistung fordert…Der kleine Pontonhafen der Lega Navale ist unruhig, es zerrt und rupft an den Moorings und Festmacherleinen. 50 € will man von uns!! Nur 5 € Nachlaß für Lega Navale-Mitglieder. Das ist schade…170€ Clubbeitrag lassen sich da nicht in 6 Wochen abarbeiten. Danach kommt Korsika!
Gerhard erledigt das Lenzen der Bilge, ich wische die salzwassernassen Teppichfliesen mit Neutralseife und Essig…Lüfte die Betten (meins kann ich an 2 Karabinern windsicher aufhängen kann, die ich in an den Bezug genähte Leder-Ösen einhängen kann.
Typisch Sonntag: die Italiener joggen und springen mit Bikini und Badetuch in die vielen kleinen Motorflitzer. Wir machen uns ein Sonntagsfrühstück mit weichen Eiern, Mortadella, Parmaschinken, Quittengelee, Filterkaffee, grünem Tee und Weißbrot von vorgestern.

Über die 2 Kunstfiguren der griechischen Geschichte, die mir der Mann an der Tankstelle übergab, muß ich schmunzeln. Hab grad das Planschefoto vom Enkelchen Emil gesehn, der ist genauso schön.
Bilder und noch ein wenig Text vom Gerhard: Klick
35. Schäumend via Naxos bis Taormina
Nachts dröhnt und brummt wieder mal von 2-4 der kräftige Wind. Man erklärte uns, daß die mächtigen furiosen Fallböen um den Vulkan, 3350 m hoch, herum strömen und dann von beiden Seiten Aufs Meer fallen, gerade der Porto Riposta ist davon betroffen..
Am Morgen besucht uns der Lega Navale-Offizielle Giovanni Musmeci an Bord. Er bringt uns einen blauen Wimpel des italienischen Segelclubs Lega Navale mit, in dem wir gestern endlich erfolgreich Aufnahme fanden. Nun also sind wir Membro della Lega Navale… In manchen ihrer Häfen bekommt man den Liegeplatz günstiger.

Giovanni gibt uns die Adresse zum Erfragen der starken Strömung in der berüchtigten Straße von Messina:
Corrente della strette di Messina:
http://www.correntidellostretto.it

Sollte das extrem langsame Internet der Region mitspielen, werden wir erfahren, in welchen 5 Stunden wir diese und in welchen 3 Std. wir jene Strömung erwarten müssen.Wir bekommen excellente Beratung über die möglichen Lega-Häfen und Namen der Ansprechpartner in Palmi an der Kalabrienküste hinter der Str.v.Messina, gegenüber von Scilla.
Um 12 Mittag verlassen wir den Hafen von Riposto. Anfangs noch behaglicher Seegang, wir setzen sogar kurz Segel, aber wir müßten quer zum Ziel kreuzen. Kaum ist die eisgekühlte Honigmelone verzehrt, geht es wieder los: weiße Schaumberge rollen an, hohe Wellen preschen auf den Bug, die EOS bäumt sich am Bug auf wie ein weißer Lippizaner Hengst in der Wiener Hofreitschule… 1 Stunde stellt sich das Schiff dem Seegang, nur 2-3 Knoten laufen wir noch bei 2000 U/min….Motorleistung.
Wir steuern die Luxus-Küste an:



Gegen 14 Uhr kommt ein Schlauchboot auf uns zu: Do you want a Boje? 30€ for a night, because you are Lega Navale-member! (sonst 50!!!!) Der smarte Engländer und sein Helfer und Kassier hilft uns, im Seegang die beiden Vorleinen an die Boje zu binden. Danke…
Vor uns die pittoreske Kulisse der steilen Felsen des Kaps von Taormina, exclusive große Hotels, auch das braune runde, bei dem wir parkten vorgestern. Um uns etliche Luxusyachten, sofort nach dem Bojenstopp wird mit 100en von Litern Wasser jeder Salzwassertropfen weggespült, alle Scheiben mit großen Wischlippen gewischt, alle Chromteile blank gespült, alle Relingstäbe poliert. Die Damen fotografieren sich in extremen fotogenen „Haltungen“ sexy verenkt am hohen Bug der golden oder anthrazit-farbenen Yachten… Dann rasen mit Höchsttempo diese wahnsitzigen water-dodoos um uns herum, macho-Popos hocken auf den Sitzen und jaulen im Temporausch.

Wir trinken gemächlich unsren Kaffee, essen einen Keks und freuen uns, als ein Papa mit seinen 2 Kindern im Tender herkommt, um sich mit einer Schale Kirschen und Pfirsichen bei uns zu bedanken, daß wir im Seegang sein losgerissenes Schlauchboot aufgefischt, angebunden und ihm zugeführt haben. Auch er ein Lega Navale-Offizieller. Nett, er macht auch Kinderfilme, fürs Fernsehen. Ich dagegen warte auf eine Milderung des scharf-böigen Windes. Gerhard baut am Heck den Grill auf, ich kaufte gestern beim Metztger Halsgratscheiben senso osso-ohne Knochen. Er hatte auch einen Südtiroler Speck, selten an Bord. Ein Stückchen Heimat, wie von Frau Helm, eine 25 cm lange Scheibe…
Gegen 19 Uhr wird das Meer ruhiger, nun kann sich eine Steakscheibe vielleicht „halten“ auf dem Grillrost.





Ein Brief an Erika – Rückblick
Gerdi zum 21.+22.Juni
Aus Mamas Sicht: Segeln von Kalabrien nach Sizilien
Ein himmlischer Segeltag ließ uns wonnig schön von Roccela Jonico bis zu einem Ankerplatz vor einem langen Sandstrand vorm Kap segeln. Cananello: beliebt bei Wohnmobilisten, 20 stehen dort. Wir wollten grillen, aber gleich nach dem „Anker ab“ schaukelte sich die EOS in der Dünung so auf, daß daran gar nicht mehr zu denken war… Mir genügte ein Marmeladebrot, Gerhard gönnte sich sein Selbstmach-Lieblingsgericht: eine Dose Thunfisch mit viel Zwiebeln. Bald waren wir in der Koje, die EOS führte einen wilden Tanz mit mindestens 30-40° Ausschlägen nach beiden Richtungen aus… Als der Wind einschlief, wurde diese Schaukelei nur noch schlimmer. Ich machte zwar „ein Auge zu“- aber geschlafen hab ich nicht. Ich lag inzwischen quer im Vorschiff, später mit dicken Rollen mit Decke und Duschtuch neben dem Körper… keine Chance zu schlafen. Als es vor 4 Uhr sanfter wurde, kündigte Gh. im Schein des Leuchtturms vor uns an: „Ich fahr los!“ Und schon rasselte die Ankerkette. Tatsächlich konnte ich im mit Motor fahrenden nicht so stark schlingernden Schiff etwas schlafen. Um 8 Uhr sah ich gleich die weiße Wellenfront. Gh. unkte: Da kommt was auf uns zu. Jaja, die Straße von Messina, die Ungeheuer Scilla und Charybdis lauern schon!…. Statt Frühstück sprang ich ins Ölzeug, in die Gummistiefel, Südwester, Schwimmweste, Lifebelt-alles Gewohnheit, seit 40 Jahren… Ich wage es nicht zu beschreiben, welche Wellen und welcher Wind uns bis kurz vor 14 Uhr jagten… Gerhard machte ein Erinnerungs-Video, das ungefähr zeigt, was wir 5 Stunden da draußen erlebt haben.Kunstvoll sucht sich das Schiff den besten Weg durch die angreifenden hohen Wellen, die Gischt legt sich in langen Streifen auf die Wellentäler, die Kämme schneeweiß bekrönt…. Es lärmt, es tönt in der Luft wie Pfeifen. Eos rauscht mit 7 sm/h voran, ihre maximale Geschwindigkeit. Das GPS kündet: Noch 3 Stunden…!!!
Schnell legt der Wind zu, die Segel müssen zum 3. Mal verkleinert werden, das Boot krängt stark, rauscht mit der Seite durchs Wasser. Am Polster der Ledersitzbank läuft bereits wieder Salzwasser rein…bräunlich, durchs neue Deck… Beim Reffen muß ich (mit Motorhilfe) die arme EOS mitten in den Wind drehen, ein wahres Kunststück bei den hohen Wellen. Das Rollreff ist doch etwas tückisch, Gerhard kann das inzwischen aber, wenn es mir gelingt, das Boot trotz Wellen mit Hilfe des Motors zum Auf-Kurs-Halten genau im Wind zu halten, Schwerarbeit, Akkuratesse ist gefragt….bald waren beide Segel stark gerefft und die Fenster der Backbordseite blieben dank Reff knapp ÜBER den Seen. Fast chaotisch wühlte sich das Schiff durch die weißgischtige Dünung, wir konnten den erhofften Platz in einer Bucht zum Ankern nicht anlaufen. Also Kurswechsel und weiter an Taormina vorbei. Ich bete, singe in den Wind:
Herr, wir bitten, komm und segne uns,
lege auf uns deinen Frieden.
Schützend breite Hände über uns,
Rühr uns an mit deiner Kraft.
Und Gott hilft!
Vor uns der mächtige Vulkan Ätna… Nun mit achterlichen Seen, teils als Butterfly mit beidseitig ausgestellten verkleinerten Segeln…- wie gehetzt düste die EOS immer noch mit 6 kn voran. Gepeitscht von anrollenden Wogen. Kein reines Vergnügen, immer ist da die Angst, daß etwas zu Bruch geht…aber wir waren stolz auf das Boot und auch auf uns. Gegen 15 Uhr, nach 11 Stunden Segeltag, bog ich um den roten Poller mit dem Leuchtfeuer am Hafen von Riposto dell’Etna. Still das Meer, hinter der hohen Mauer keine Welle zu spüren. Ölzeug aus, ein Boot kommt und hilft uns mit Mooring und Vorleinen. Uff- geschafft. Unser Schiff liegt ausnahmsweise mal mit ähnlich kleinen Geschwistern, 31-35 Fuß(10-12m) am Ponton. Gh. verhandelt erneut für den Beitritt in die Lega Navale. Hoffnung.
Im Hafen liegen ganz große luxuriöse Motoryachten… Blau bescheinen unzählige Unterwasserlichter ihren Liegeplatz, es duftet nach Waschmaschinen und Trocknern. Die Mannschaft hat zu arbeiten, von den edlen Gästen ist nichts zu sehen in den 3-4 Etagen dieser Glanzriesen.
Soweit das Stimmungsbild, Segeln ist nicht immer nur romantisch…
Euch daheim wünsch‘ ich einen bald kommenden schönen Sommer.
Deine Mama
33. Im Eiltempo über die Straße von Messina
Gerhard schreibt zum 22.6.2016
Die Aussicht vom Ankerplatz gefällt. Der Strand, die kleinen Örtchen, ab und an rauscht ein Zug vorbei. Dahinter die Berge aus beigem Sandstein. Leider lässt eine Dünung aus Südost EOS arg schaukeln. Das Grill-Event entfällt, Hunger hält sich eh in Grenzen. EOS knarzt und die Dünung schaukelt uns in einen unruhigen Schlaf.
So richtig wohlig fühle ich mich nicht, deshalb stehe ich um 4 Uhr auf und hole den Anker hoch. Es geht noch 2 Stunden der Küste längs. Der Leuchtturm am Kap Spartivento sendet seine 2 Finger waagerecht in die Luft und lässt 2 Lichtpunkte über die Hügel wandern, in stetem Gleichmaß.


Eine Bucht, eher nur eine Felsnase auf der anderen Seite der Straße von Messina soll unser Ziel sein, ca. 90 km entfernt. Langsam tritt das Land zurück und aus Nordwest wälzen sich immer größere Wellen entgegen. Auweh, das deutet auf kräftigen Wind vor uns hin. Über eine Stunde hüpft EOS über die kurzen, hohen Wogen und schaufelt mächtig Wasser. Dann erreichen wir das Windfeld. Hoch die Segel. Und mit schneller Fahrt fährt das Schiff von Welle zu Welle. Der Volvo hat Pause. Dann wird ein Reff im Vorsegel fällig und kurz darauf eines im Großsegel und dann nochmal beide Segel verkleinern. Unter kleinen Segeln läuft EOS über 7 Knoten. Uns bleibt nur im Schutz der Sprayhood zu sitzen und dem Spiel zuzusehen. Überall weiße Gischtkämme, es heult hell in der Takelage. Man merkt: EOS fühlt sich wohl. Immer mehr dreht der Wind.

Die Felsnase hinter der wir ursprünglich Schutz suchen möchten bietet vermutlich keine ruhige Ankernacht. Noch einmal so ein nächtliches Geschaukel? Wir drehen ab und steuern vor dem Wind den Hafen Riposta an, 10 sm weiter südlich. Er liegt direkt am Hang des Ätna und bietet alles was der moderne Segler glaubt zu brauchen. Die Preise sind entsprechend. Aber EOS liegt sehr sicher und wir können uns morgen ein Auto mieten, um zum Vulkan Ätna zu fahren.
Am Ende des Flickr-Albums kommt ein Video von der kabbeligen Squillage-Überfahrt und einige Fotos der chrom-glänzenden „Schönen(?) der Nacht“: riesige Motoryachten im Hafen Riposta.
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