59 …und das Meer leuchtet doch!

Kein Hinweis im Internet, auch sonst nirgends. Wie vor 25 Jahren als wir hier waren, phosporiziert das Meer nachts.

Wir schwimmen nachts, jeder Schwimmzug hat eine grüne Leuchtspur zur Folge. Beim Paddeln mit der MICRO EOS wirft der Bug eine grüne Bugwelle auf. Auch ein Taucher bliebe in dieser Bucht nicht unbemerkt.

Auch sonst ein Erlebnis in der nächtlich dunklen Bucht bei spiegelglattem Wasser zu paddeln.

Leider unmöglich, dieses Ereignis zu fotografieren (auch nicht mit höchstem ISO- Wert.

Amfilochia, eine ganz normale Stadt mit einer schönen, nächtlichen Besonderheit.

58. Lefkas, ein Stückchen Meer und dann der Ambrakische Golf

Sonnenaufgang Lefkas D-Marina, zum Kanal
Sonnenaufgang Lefkas D-Marina, zum Kanal freier Blick
Fast einsam liegt die EOS ganz am letzten Steg-Eck, Blick zum kanal
Fast einsam liegt die EOS ganz am letzten E-Steg-Eck
Hinter uns Mastenwald, viele Charter-Flotillen, Bavarias
Hinter uns Mastenwald, viele Charter-Flotillen, Bavarias

Marinas sind nicht unsere Sache, zu quirlig, zu eng, aber wir haben einen Platz fast alleine ganz außen am Steg und da streicht der Wind durchs Schiff. Und zwischendurch brauchen wir auch mal eine Wäscherei, Strom und Wasser und eine Stadt in der Nähe. Also bleiben wir in der luxuriösen Marina Lefkas 3 (teure) Tage.

Mastenwald (1024x683)
Weiter durch den Kanal von Lefkas. Eine „Fähre“ trennt die Insel vom Festland. Nur dem Gesetz nach ist es eine Fähre: FB Santa Maura. Sie dreht sich um einen Pfahl in der Kanalmitte. Somit wird Lefkas zur Insel und erhält Steuervorteile. Dann segeln wir ein Stück Meer und wieder durch eine gebaggerte Fahrrinne nach Preveza. Ankern hinter der Stadt.
Tags darauf langsames Motoren und herrliches Schmetterling-Segeln mit achterlichen 4-5 Bft bis zum Inselchen Vouvalos.

Die zufriedenen Segler (1024x683)

Einige noch kleinere Sandriffe umgeben unseren Ankerplatz. Nur selten verirrt sich eine Jacht in den hinteren Teil des Golfes, dabei ist er so schön! Etwa so groß wie der Bodensee, aber viel reicher gegliedert. Flussmündungen, Inseln, Buchten, Orte. Unsere Inselchen liegen weit draußen, kein Schiff, kein Ort weit und breit. Außerordentlich schön hier. Abends liefert der Grill 2 Steaks und Gerdi in der Küche einen bunten Salat. Ein wunderbarer Abend. Die feine Mondsichel erscheint am westlichen Horizont und dann das gewaltige Firmament, ungestört durch künstliches Licht. Ich schlafe auf dem Dach der Kajüte und möchte eigentlich nicht schlafen, sondern nach oben sehen. Der Wind streichelt, die Temperatur hat sich auf angenehme Werte gesenkt. Am Morgen das gewaltige Schauspiel Sonnenaufgang. Erst graut der Osten, dann wechselt es ins Rötliche über den Bergen, dann ins Blutrot, schließlich folgt Gelbrot und dann scheint die Sonne über den Horizont.

Die Sonne geht auf (1024x683)
Mit MICRO EOS paddle ich auf die Insel. Ein weiter Kieselstrand, an den Enden Sandkliffs und dahinter eine spiegelglatte Lagune.

Am ruhigen Morgen, die Lagune zwischen den Inseln (1024x683)

Zwischen mir und dem Sonnenaufgang schwimmt unsere EOS auf kleinen Wellen. Gerdi empfängt mich mit Flötenmusik bei der Rückkehr.

Gerdis Fotos: …..und danach der Rest v.Text

Wie der fliegende Hund in
Wie der fliegende Hund in „Unendliche Geschichte“-wie hieß er?
Ankern ist zauberhaft, am Abend wie am Morgen, auch wenn's schaukelt
Ankern ist zauberhaft, am Abend wie am Morgen, auch wenn’s schaukelt
Traumhaft, einsam, wunder-sam der Morgen
Traumhaft, einsam, wunder-sam der Morgen-hinter dem schmalen Sandstreifen das Meer!
erstmals Kotelett statt Halsgrat
erstmals Kotelett statt Halsgrat

IMG_9887

Sonnenaufgang um 7
Sonnenaufgang um 7
IMG_9886
Nein, kein Sonnenaufgang auf See ist „gleich“-immer ein Wunder!

Frühstück auf See, während der Automat die EOS übers leere Meer steuert. Ziel: Amfilochia. Hier waren wir mit den Kindern und MARION vor 25 Jahren. Durch einen unterirdischen Vulkanausbruch phosphorizierte damals das Wasser. Jeder Paddelschlag, jede Fischbewegung hatte eine grün leuchtende Spur zur Folge. Das Wasser in der Pumptoilette leuchtete grün. Ein einmaliges Schauspiel. Wie uns unser Segelnachbar sagt, gibt es dieses Schauspiel nicht mehr. Schade.

(PS:doch. siehe neuerer Blog)

Hier die Reisestrecke auf Google Earth: Klick

Und hier alle Bilder: Klick

55 ZEIT…

Zeit

…ist eigenartig. Jeder hat sie, sie steht immer zur Verfügung, ist so sicher wie Leben und Tod.
„Ich habe keine Zeit“ gibt es nicht. „Mir ist das jetzt nicht so wichtig“ ist besser, hört sich aber nicht so gut an und kann auch beleidigen. Wenn jemand „keine Zeit“ hat, dann erscheint er wichtig weil vielbeschäftigt und gefragt.
In die Zeit wird gepackt, was angenehm zu tun ist oder was das Gesetz erfordert oder wo ein anderer Zwang Ursache ist. Ein Schüler setzt sich unter Druck, er will das Schulziel erreichen. Ein Werktätiger ebenso, sein Auftrag soll ja gelingen.
Und ein Rentner? Rentner haben, was ich nicht verstehe oft keine Zeit. Sie drücken damit aus, dass man sie noch braucht. Das ist aber nicht der Fall, höchstens als Opa oder Oma oder sonst für soziale Hilfsdienste. Rentner haben ihre Zeit während ihres Arbeitslebens für die Gemeinschaft genutzt. Die Zeit danach ist ein Geschenk Gottes, das nicht jedem vergönnt ist. Jeder nutzt sie wie er will und soll sich viel weniger unter Druck setzen lassen wie früher. Junge Leute sind meist zeitnaher ausgebildet und haben Arbeit notwendiger als Ältere und übernehmen sie gerne.
Ob eine Arbeit erledigt oder ob ein Urlaub genossen wird, immer steht das Ende bevor und mindert den Genuss oder steigert den Druck. Und jetzt spreche ich für mich, der lange Zeit reist. Wir können große Strecken mit dem Schiff zurücklegen – wenn wir wollen! Wenn wir nicht wollen, können wir an einem schönen Ort ausharren, lesen, wandern, einen Ort durchstreifen, ein Auto mieten. Letztens waren wir in einer Bucht schon startklar, da haben wir uns entschlossen, zu bleiben. Oder in Patras: Die Hitze am Meer war so drückend, also ändern wir unsere Pläne und fahren eine Woche in die kühlen schönen Berge.
Wer nicht im Arbeitsleben steht, der ist viel Zeitflexibler und soll diese Möglichkeit auch nutzen. Auch das ist ein Geschenk, das nicht allen vergönnt ist und früher oder später endet. Es lohnt sich nachzudenken, was man in das Geschenk „Zeit“ hineinpackt.

Ein ZEIT-Tag in Lefkas, die Bilder: Klick

Der ZEIT-Tag auf dem Wasser, die Strecke: Klick

53. Burning Ship

Der Motor hat keine Kraft mehr. Wenn ich einkupple, dann bleibt er stehen. Wir sind ziemlich nah unter Land gegenüber der Insel Kastos. Ausgerechnet jetzt weht kein, aber auch gar kein Lüftchen. Irgendwie zieht die felsige Küste das Schiff an. Nur noch 50 Meter bis dahin. Ich steige ins Schlauchboot und versuche die 5 Tonnen Schiff vom Land wegzuziehen. Kaum Erfolg. Das geht einige Stunden so. Es wird immer dunkler, dann ist es stockdunkel. Jetzt endlich fühle ich ein schwaches Lüftchen. Meine Pullerei hat ein Ende. Unter Segel schleichen wir auf den Hafen von Kastos zu. Gerdi steuert, aber der Motor lässt mir keine Ruhe. Ich öffne die Bodenbretter und versuche immer wieder zu starten. Plötzlich Wumm und eine Stichflamme. Gerdi springt auf, ruft Feuer! Sie holt die kleine Erika aus der Hundekoje, Joachim und Martin springen mit ihren Schwimmwesten in der Hand durchs Vorluk nach draußen. Ich gebe ein paar Schüsse mit dem Feuerlöscher ab und der Motor ist gelöscht und die Kajüte weiß wie von Schnee. Überall Löschpulver und es riecht nach Bratkartoffeln, Die Kartoffeln haben wir unter dem Tisch und über dem Motor gelagert. Alle treffen sich zitternd und mit großen Augen im Cockpit. Ein skurriles Bild. In den nächsten Tag treibt uns der Wind bis zum Kanal von Levkas. Dort schleppt uns eine freundliche Jacht durch den Kanal. Anderntags besieht sich ein Mechaniker den Motor. Nur der Verteiler hat sich verstellt. Eine Kleinigkeit. Da hätte ich auch draufkommen können. Nach 15 Minuten ist alles erledigt.
Heute, segeln wir an gleicher Stelle und uns geht dieses Ereignis vor 25 Jahren durch den Kopf.

Kastos, hier brannte es in der MARION vor 25 Jahren
Hier in Kastos hätte vor 25 Jahren unsere Segelreise mit den kleinen Kindern und der MARION beinahe ihr Ende gefunden

Die Bilder der Strecke, die uns hier vorbei geführt hat: Klick

Der Track bis Mitika: Klick

51 Auf der Insel cruisen/Auto

47 Das Mirakel von Argostoli

Das rätselhafte Wasserrad

Nahe am Kap Theodoron, wo der Segler scharf nach rechts in die Bucht von Argostoli einbiegt, steht ein Wasserrad. Das Rad wird vom Meerwasser angetrieben, das in einem Kanälchen zufließt. Ein paar Meter hinter dem Rad mündet das Wasser in ein paar Felsbecken. Und das Rad dreht sich ständig in die gleiche Richtung! Das Wasser versickert in den Becken, aber wie kann das sein? Ein Loch im Meer? Es gibt doch hier nichts tieferes als das Meer. Ein Schild informiert: Das Wasser käme 14 Tage später auf der anderen Inselseite beim Ort Sami wieder heraus. Wie so etwas möglich ist, bleibt mir rätselhaft.
In Argostoli kaufen wir mächtig ein und tanken Wasser.

Im Rock Cafe

Dazu ankern wir am Ka, verschwinden abends aber wieder wegen der windlosen drückenden Luft. Außerdem wollen wir grillen und das geht wegen der Nachbarschiffe nicht. Also lassen wir den Anker draußen in der Bucht wieder ab und haben angenehmen Wind

Alle Bilder dieses Reiseabschnittes: Klick

46 Vom Lesen auf langen Reisen

Das Lesen auf langen Reisen mit kleinem Schiff ist so eine Sache. Könnte ich mich mit E-Book anfreunden, wäre das ganz einfach: Eines der vielen gespeicherten Werke abrufen und lesen… .
Momentan sind mir aber Bücher aus Papier lieber. Irgendwann geht aber der üppige Lesestoff in unsrem Bücherregal an Bord zur Neige und ich bin auf der Suche nach Neuem. Meist in Buchläden, aber die haben hier in Griechenland -und vorher in der Türkei – nur selten Werke in deutscher Sprache. Und wenn, dann nur komische Krimis. 2 Ausnahmen: Ein Buchladen in Canakkale/Türkei. Der ist im Keller vollgestopft mit alten Büchern, die riechen so angenehm nach altem Papier. Da sind auch deutsche Werke dabei. Davon greife ich mir einige, leider zu wenig. Dann der Buchladen in Kalávrita, mitten auf dem Peloponnes. Der führt kleine Bücher über die griechische Mythologie in deutscher Sprache. Da nehme ich leider nur eines und das war bald ausgelesen. Auf der Rückreise hat er nur noch eines, „Die Götter des Olymp“. Alle anderen sind verkauft. Schade. Die Götter beschäftigen mich jetzt. Aber dann? Es liegen noch ein Krimi über den Missbrauch des modernen Internets und ein Psycho-Thriller ungelesen im Schiff. Ich habe den Eindruck, seit dem Niedergang der Sowjetunion suchen Schriftsteller verzweifelt nach Themen. Manchmal liegen in den Marinas Bücher zum Tausch auf, aber wir besuchen selten Marinas und dort liegen meist nicht gerade die besten. Ein 600 Seiten starkes Werk über den Trojanischen Krieg, das die Beteiligten die Ereignisse aus ihrer Sicht schildert das hätte ich gerne noch einmal gelesen, aber ich habe es leider letztes Jahr eingetauscht. Dieses Werk lag in einem Marina- Bücherregal auf der Insel Samos…
So bleibt mir jetzt nichts anderes übrig, als jeden Buchladen, den ich sehe, aufzusuchen und jedes Bücherregal, falls wir in eine Marina kommen. Und natürlich benachbarte Segler einen Tausch anzubieten, denn die-  wohl die älteren – müssten das gleiche Problem haben.