43. Wo Geld schwimmt

GERHARDS Betrachtungen, am 4.Sept.2011
 An der Boje im Nationalpark La Maddalena

Wer wie wir, vom östlichen Mittelmeer her kommt, bemerkt, dass sich die Schiffe, denen man begegnet, verändern. Sie werden größer. Dieses Phänomen erreicht hier an der Nordostküste Sardiniens seinen Höhepunkt. „Costa Smeralda“ heißt die Gegend mit den mächtigen Villen in gärtner-betreuten, grasgrünen Inseln inmitten felsiger und sommerlich dürrer Landschaft. Wir begegnen eleganten, 4 oder 5-stöckigen Motorjachten, 30, 50 Meter lang oder noch länger, 3-4stöckig. Und ebenso hochglanzgepflegte Segeljachten mit Masten, höher als die mächtigsten Tannen bei uns zu Hause. Die Farbe Weiß ist nicht mehr aktuell. Blau schon eher, dunkles Anthrazit, Schwarz, Silber oder gar Gold ist angesagt. Die Mannschaften folgen diesem Trend und hüllen sich in sportlich- legere Einheitskleidung, abgestimmt auf den Farbton Ihres Schiffes. Sieht man genau hin, entdeckt man Eigner, Gäste oder sonst wen wohlbeschattet auf dem Sonnendeck sitzend oder ruhend. Sie suchen ihresgleichen auch an den Ankerplätzen.
Wer ist die längste? Wer hat die meisten Salinge? Wen zieren die meisten und größten kugeligen TV-Empfangsantennen?

Nachts vor Anker wirken diese Schiffe wie kleine Dörfer und die angestrahlten Salinge an den Masten erinnern an beleuchtete Weihnachtsbäume. Die Segelyachten nutzen ihre Segel selten. Auch bei gutem Wind ziehen sie Motorkraft vor.

Uns fehlt der Einblick in diese Eignerkreise und ich konnte auch noch kein Mannschaftsmitglied sprechen. Die Kaufpreise werden im höheren zweistelligen Millionenbereich liegen. Eine Nacht Liegegebühr schlägt mit ca. 1500 Euro zu Buche und die Mannschaft, mindestens 2 oder aber auch 5, 6 und noch mehr Personen wollen auch bezahlt sein. Kapitalanlage? Kann ich mir bei diesen Unterhaltskosten nicht vorstellen. Eher das Hobby, das Geltungsbedürfnis: Gesehen werden, Eindruck hinterlassen. Vielleicht gerade darum das gesammelte Auftreten hier und entlang der französischen Südküste. Kann man die schwimmenden Paläste gar steuerlich geltend machen?

Es ist mir egal. Jeder hat hier seinen Platz, es ist genug Wasser da und schön anzusehen sind sie allemal. Es gelten die gleichen Wegerechte für unsere EOS mit ihren 10 Metern und die 5 mal längere ANDROMEDA. Man kommt sich auch kaum in die Quere, Die Riesen fahren  mit einigen Seemeilen Entfernung zur Küste.

Die „kleineren großen“ Motoryachten ärgern gelegentlich. Sie ziehen mit voller Geschwindigkeit teilweise rücksichtslos nahe an uns vorbei, mächtige Wellen hinterlassend. Das schaukelt die EOS arg und man sollte vorher den Tisch leerräumen, um Scherben zu vermeiden.  Blicklos, grußlos, aber nicht lautlos verschwinden sie in einigen Minuten, Stärke zeigend… Vom Büro auf Ihr Fahrdeck mitgenommen? Ich vermisse die griechischen Fischer, die aus ihrer Kajüte winken und lachen.

Die Bilder der Riesen:

42. Archipel La Maddalena – zauberhafte Felsinseln im Nationalpark

GERDI.
31. August bis 3.September

Jeden Tag ankern wir nun in einer neuen türkisblauen Bucht:

Nach_einer_ruhigen_ankernacht
Liscia delle Saline, Marinelli, Isola Rosso, – alle haben hübsche Namen. Der Wind meint es gut mit uns, der Motor hat Pause, wir segeln meist 5-6 Stunden, jede neue Bucht hat ihren Reiz. Am Ufer oft sehr feine Ferienparks, geschorener feiner grüner Rasen den Hang hoch, waagrechte Ruheplätze, kleine Privatstrände mit Liegen.

Mit 2-5 Windstärken zeigt unsre EOS was sie kann, wir sind ganz schön schnell und manch ein Skipper mit seiner 40-Fuß-Yacht staunt. Immer mal kommt einer ran, fragt nach, ob das eine Hallberg-Rassy ist, „Eine der ersten? Wunderschön!“

 

Gebirge ringsum, Granitfelsen, die aussehen, als hätten Riesen-Kinder mit feuchtem Lehm gr. Kugeln geformt und aufeinander geschlichtet. Eine aufgelassene amerikanische Kaserne, davor Badestrand. Wir ankern, bleiben am Abend ganz alleine. Wunderschön. Sternklar. Hell der gelbe Jupiter. Sonnenuntergang um 8. Um 9 abends geht die orangene zarte zunehmende Mondsichel unter. Wie lange kann ich wohl noch mein Lieblingssternbild, den „Skorpion“ sehen?

Erika, kaum zu Haus von Norwegen, bestieg den höchsten Gipfel im Allgäu, den Krottenkopf. www.gipfel@allg  , kalt sei es da oben…
Ihre Abruzzen-Bergwoche fällt aus:-( – aber wenn es einen preiswerten Flug gibt, kommt sie zu uns zum Mitsegeln Sardinien-Korsika 🙂 ! (Zum 3.Mal , ‚09,10,11 🙂

1.September 2011: La Maddalena, das Urlauber-Paradies

Taunaß ist früh das ganze Boot, mit 20°C echt „kalt“ beim Schwimmen im Meer. Wir fahren rüber zum Stadthafen von La Maddalena, wo wir schon vor 31 Jahren mit der SY“Gipsy“ nach der Korsika-Umrundung mal kurz waren..Schwülheiß. Wolkenhimmel.

Die 40 € p.Nacht ärgern uns, die 2.Marina hätte nur 25 € gekostet, und das inkl. Dusche. Der SPAR-Supermarkt ist gut, ich bekomme Rucola, Birnen, frischen Basilikum, Mortadella, Campari…. und Rinderlende beim Metzger für ein Wok-Gericht am Abend.
Gelato_artigianale_handgemachtes_eis_sooo_lecker

Das „Gelato artigianale“ nebenan schmeckt wie frische Melone und Limone, wie frisch gemahlene Haselnüsse, einfach köstlich.
Die EOS wird mit Süßwasser abgespritzt, leider erwischt es wieder mal unser 2. Binocchio vom Juli 2009, das Fernglas im Cockpit, trotz der schützenden Abdeckung..:-( Doch einem Ingeniör ist nichts zu schwör: Gh zerlegt das Fernglas und kriegt es wieder trocken!
Abends erneut ein Versuch mit dem Hafen-Internet. Viel zu langsam, die 4 Briefe gehen gar nicht „durch“, dieser blog auch nicht…Doch sind wir froh, daß wir wieder eine Verbindung hingekriegt haben. 1 Sorge weniger. Aber die Aussicht auf den Hafen der Stadt im gelben Lampenlicht und die Pizza diavola war ein schöner Abschluß, bald sind wir in Korsika…
 

Pizza_diavola
2.September: 
 PARCO NAZIONALE Arcipelago di La Maddalena  

Wir segeln mit kräftigem Wind aus Ost unter geschlossener Wolkendecke weiter nach Norden. Die Ausflugsschiffe sind immer noch gut gefüllt, 2 stöckig. Die Bayern und Württemberger haben ihre letzte Ferienwoche.Das Insel-Paradies ruft! Viele Fotos preisen vor den Ausflugsdampfern die türkisleuchtenden Buchten an: „Le Piscine naturali“- wahrhaft die beste Beschreibung dieses glasklaren Wassers und der Swimming-pool-artigen Farben.Prall die Genua, stolz gebläht das Großsegel, zieht die EOS flott und sportlich gekrängt durchs Meer, ein Hochgenuß für mich, sie von Hand -an der Pinne, ohne „Automat“ – zu steuern!
Die große rundliche Insel „Spargi“ lassen wir links liegen und kreuzen nach Nordwesten zum Paradies aus Blau und Felsriffen: Isola Razzoli, Isola Santa Maria, Isola Budelli. In der Mitte tasten wir uns zwischen Felsnadeln und spitzigen Riffen hindurch und fassen eine der Bojen, die nicht „privato“ ist.

Granitfiguren

„Porto Madonna“ heißt die Bucht… Naturschutz-Areal.
Kein Restaurant, keine Animationsmusik, keine rasenden Motorflitzer, keine Wasserskifahrer, keine hohen Wellen der ständigen Unruhe, nur ein „Eis-Mann“ besucht mit seinem Schlauchboot die Yachten in der blaugrünen Bucht. Wir paddeln ans Ufer, wandern auf einem kleinen, sandigen Pfad zwischen Naturstein-Mäuerchen hinüber zur windigen Sand-Bucht und zurück.Der Kassier von der Behörde des Nationalparks holt sich bei der EOS die 15 € für die Boje und meldet für übermorgen REGEN…
6

Am Abend zaubere ich ein chinesisches Wok-Gericht:
Ich massiere Mondamin-Stärkemehl in 2 mm dünn geschnittene Scheibchen der Rinderlende, fritiere sie einzeln im Wok, bereite aus Knoblauch und Soja- u. Teryaki-Sauce eine Marinade dazu und mache aus roten Zwiebeln, Zucchini und Paprika ein rühr-gebratenes deftiges Gemüse, gewürzt mit Knoblauch, Zucker, Balsamico-Essig, Wein, Kurkuma, Thaicurry, Nelke, Am Schluß gesellt sich das Fleisch samt Marinade dazu. Ich streue Kokosflocken und gerösteten Sesam drüber.Dazu gibt es „Riso della Sardegna“.H und kalte Wassermelone als Dessert. Heiße Kocherei und aufwendig,  aber lecker. Wir dinieren unter freiem Himmel, mit Tischdecke, Porzellan und echtem Glas. ..

Ein_traditionssegler

3. Sept.: Ruhetag   im „parco nazionale“.
Auskurieren der Erkältung.
Teppichreinigen. Holzflächen reinigen.
Blog-Schreiben.
Gerhard macht den großen Motor-Check.
Er putzt und reinigt den Petroleum-Kocher im Cockpit gründlich. DANKE.
Das Paddel des Schlauchboots „dreht durch“ an der Haltestange, er repariert es.
Dann rudert er raus, mit dem Foto diesmal …Totale Stille über der Bucht. Keine Luxus-Motoryacht röhrt  heute 8 Stunden lang mit ihrem Motor wie gestern eine beim feinen Bord-Dinner mit Bedienungen in Livrée…!! (Ich hasse Privilegien!)

Im_naturschutzgebiet_archipelago_di_maddalena

 *Foto von Land aus, Meer u. Eos

GEWITTER IN DER NACHT

Als ich am Abend unter dunklen, grauen Wolken und erstem Donnergrollen aus dem Rindersteak, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch in 20 min eine Gulaschsuppe koche, bricht ein gewaltiges Gewitter über die Bucht herein, Die verbliebenen 6 Yachten reißen im Starkwind mächtig an den Bojen…!! Rasch baut sich hoher Seegang mit schnellen Wellen auf, voll landwärts zu den Felsen. Wir starten den Motor im Dunkel der Nacht, fahren leicht vorwärts, um den hohen Druck aufs Bojentau am Bug zu mildern. Ein 2. Tau sichert die EOS zusätzlich. Der starke Wind schiebt kräftig …Der Regen peitscht aufs Deck. Alle Luken dicht! Das Schlauchboot füllt sich 5 cm hoch mit köstlichem Süßwasser. Die sandgelben Fenster und die Sprayhood ( vom Scirokko, dem wüstensandigen Südwind) werden gewaschen…
Staub_von_der_sahara
(Das ist ein Teil des sandigen Mastes der EOS)

Mit Getöse schlagen die Fallen an den Mast, peitschen klappernd und schnalzend gegen die hohle „Röhre“. Lärm und Gerassel, Poltern des Donners, grelle bizarre, zuckende Blitze über dan ganzen hohen Himmel überm Meer…Unser letztes Gewitter war hinter dem albanischen Oricum, Nähe Vlores!

Die EOS zerrt an der Boje, es blitzt taghell, das Meer leuchtet im Stockfinstern kurz türkis auf, man kann bis auf den felsigen Grund sehen. Schaumweiß jagen die Wellen an uns vorbei, mit Stirnlampen befreien sich die Nachbarn mit der 41er Segelyacht vom wild schaukelnden Schlauchboot aus von der Boje und heben ihren Anker. Jede Hand ist n
un wichtig. Ein Getümmel im bewegten Meer. An Deck rennen die Männer, besorgt. Sichern, prüfen. Alle Yachten haben ihre grünen und roten Positionslichter an, geisterhaft huschen bläulich-weiße Lichtkegel der LED-Stirnlampen umher, ein gespenstischer „Film“ über dem aufgewühlten, nachtschwarzen Meer.
Naturgewalten spielen Theater…

Wir lassen meine Gulaschsuppe halb gegessen stehen, es regnet, stürmt, blitzt, es donnert und grollt. Mystisch der Anblick der vom Blitz grell beleuchteten  Felsnadeln und Riffe im Wasser…Fischer schwanken wild auf ihrem Kahn, die Lampen der 2 Männer im Boot tanzen im Seegang heftig auf und nieder. Sie halten sich von den Felsen frei, volle Motorkraft.

Nach 1 Stunde läßt der heftige Wind etwas nach, wir stoppen den Motor…Noch jagen gewaltige wundervolle Blitze vom Himmel ins Meer…Die EOS hielt sich tapfer, 3 italienische Segler tuckern im Konvoi zwischen den Felsriffen raus aus der nachtschwarzen Bucht, alle Fender draußen, bereit für den schützenden Hafen. Mit Plotter sehen die Skipper auf dem Bildschirm jeden Fels, sogar unter Wasser.
Zeit für die Suppe. Ein Glas Rotwein. Der Seegang beruhigt sich. Unser wüstensand -gelbes Deck dürfte nach dem Regen nun wieder weiß sein 🙂

PS: Erika’s sms: „Zelten am Gipfel des „Besler“, Gewitter zieht auf…Kalt hier.“

Wettervorschau Nordsardinien/Korsika: „Thunderstorm, Mistral 6-7″…Wir bleiben wohl noch eine 2.Nacht an der Boje im Paradies der „Madonna“-Bucht vor BUDELLI  und SANTA MARIA-zwischen den Felsinselchen..

NACHTRAG
Am 5. Sept. segelten wir mit heftigem 6 bft-Wind und gischtigen Wellen gegenan nach Maddalena. Im Ölzeug. Nass…21°C hatte es am Morgen nach 10 Std. Dauerregen.
Im Gemeindehafen kostet der qm Schiff nur 90 c, also 20€ für die EOS. Gerhard hat bösen Schnupfen, 7.Tag, ich hab nun auch 38°C , Fieber, Rachenhalsweh. Verflixt…
Übrigens haben die Italiener von Mitte Juni bis Mitte Sept. Schulferien. Uuuunglaublich.

41. Der Wind treibt uns nach Norden

41. VON CARLOFORTE AN DER BUCHTENREICHEN OSTKÜSTE HOCH

Segel-Freuden mit gutem Wind

Gerdi, Logbuch-Rückschau am 30.August 2011, Sardinien hinter Olbia

Der letzte blog-Bericht stammt vom 20. August: die schöne Zugfahrt ins Landesinnere, die Berge, die Wälder, weg vom Meer. Wir hatten keine Internet-Möglichkeit mehr zum Senden…

10 Tage ist das schon her? Und morgen ist bereits der letzte Tag des Sommermonats August. Die Italiener und Franzosen beendeten ihre landesweit einheitlichen  Betriebs- und Schulferien. In Deutschland haben nur noch die „Südländer“ Bayern und Baden-Württemberg schulfrei. Auch mein Segeltörn geht nur noch 4 Wochen lang….Crew-Wechsel für die Flußfahrt ab Marseille….Die EOS bekam die Heim-Hol-Bestätigung vom LKW-Transporteur ab Mulhouse im  Elsaß….Im Kalender steht nun lesbar Ende September „Herbstanfang“ und „27.9.Heimflug Gerdi Nizza“…

Hier ist seit Tagen bissiger Mistral, Nordwind, es kühlte ab auf 24°, Meer 22°, wir haben am Abend Finkenwerder Fischerhemd und Sweatshirt und auch mal lange Hose an….Die Italiener frieren, mit Anorak und Kapuze überm Kopf sitzen sie im Schlauchboot, die Damen mit Pullover. Strickjacke und Woll-Stola…in den Restaurants ist die Gaststube innen voll besetzt.

Am Morgen des 21. August, unsrem Start in ARBATAX, hatten wir noch gr. Probleme mit dem Internet. Es wollte an keinem Ort funktionieren, den Blog zu senden, die Fotos hochzuladen…ÄRGER! Auch Gerhards gute Foto-Kamera  verweigerte ab da ihre Dienste, schaaade, keine hochaufgelösten Photos mehr im blog. „Nur“ die von meiner kleinen „Canon digital IXUS 8015…“

BILDERBUCHSEGELN zu traumhaft schönen, türkisblau leuchtenden Ankerbuchten belohnen uns, noch buntes vielfältiges Urlauber-Leben und Strandfreuden am Sandstrand überall.

Wir steuerten Punta Nera vor La Caletta an, ankerten vor den rundgeschliffenen riesigen Granitfelsen, die aussehen, wie Riesenspielzeug. Viele Segler um uns, gute Musik nachts vom Land…

Gerefft_in_frischer_brise_2

Am 23. August segelten wir mit herrlichem Wind 4-5 aus Südost nur mit der GENUA flott nach Norden, das GPS leitete uns, östlich Punta Pietra Bianca ankerten wir nach 4 Stunden. Der Wegstreckenzähler zeigte nun 1700 Seemeilen an für diesen Törn 2011, das sind ca. 3000 km. Wir legten 1 Ruhetag ein.

 Am 25.8. erreichten wir nach 4 Stunden die Bucht Liscia della Saline. Immer noch Südostwind. Da hätten wir eigentlich ja doch die offene Westküste hochsegeln können :-)!….Aber nun meldete der Meteo den starken MISTRALE, den heftigen Nordwind aus Nord-Ost mit Stärke 8. Also lieber in einen geschützteren Hafen segeln, OLBIA bietet kostenlose Längsseitsplätze am Kai.

26.8.2011: 
Wir steuerten durch die mit dicken Bojen markierte“Wasser-Straße“ zwischen den roten und grünen hohen Seezeichen, viel Verkehr, schrecklich die hohen Wellen hinter den ital. ge. Motoryachten! Wenn gar eine große Fähre nahe kommt, drückt sie das Wasser weg und die Eos schaukelt wüst in den hohen Wellen…Ich band  den Glasschirm unsrer Petroleumlampe fest im Salon, es klingelte im Kühlschrank…Schnell die Luken dicht und das offne Fenster schließen über der Pantry, schwupp, schon schwappte das Meer über Deck…Die Passagiere johlten und fotografierten die hin- und her geworfene EOS von ganz hoch oben an der Reling…

Nach 1 Stunde sind wir da, OLBIA-Hafen. Längsseits am Kai an einem dicken, riesigen Kran-Reifen legen wir an, bringen alle Fender aus. Es soll Mistral 6-7 kommen! Die Steinmauer ist über 1 m höher als die Deckshöhe, ich hab Probleme beim Aussteigen, ohne Helfer geht da gar nix. Siehe Foto!

 

Hoher_kai_in_olbia

OLBIA: Hafentage im Mistral.
Freitag, 26.8. bis Sonntag, 28.8.

Colazione_pane_carasatu_guttiato_della_sardegnaknusperdunn
Touristen-Drehkreuz. Fähren von Korsika.Urlauberboote zu den Traum-Buchten.  Alle 2 Minuten ein Flugzeug. Landen. Starten. Große  Düsenmaschinen. Kleinere italienische Flieger. Hubschrauber. Pausenlos.
Am Kai mit heftig im Starkwind flatternden Röckchen die Urlaube
rinnen beim Spazierengehn, in der Shopping-Meile feine Läden, Markenkleidung, Juweliere, die Damen mit den dicken Geldbeuteln in den Krokotaschen davor, alle in irrsinnig hohen Schuhen, Stilettos oder Kunstwerke aus Korkabsatz und Plateaus. Schrittlänge max. 30 cm. Schmuck an Ohr, Arm und Hals. Sehr kurze Röcke. Schulterfreie ausgefallene Sommerkleider, stilvoll. Schick.
 Die Terrassen der vielen Lokale in der Fußgängerzone gut besetzt, am Abend geht ohne Vorbestellung eines Tisches GAR NICHTS. Je nach Sonnenstand sind die Bars und Eisdielen auf der rechten oder linken Straßenseite der Fußgängerzone voll oder leer. Man trinkt seinen Caffè, espresso, bis um 12 gibt’s auch Cappuccino (… danach wundert sich der italienische Kellner und denkt:“Ah, Ausländer“)
Im Internetcafé klappt der Internetzugang ab der hergestellten Verbindung wieder gar nicht. So  muß  der Zug-blog erneut warten…:-(
Es bläst mit Stärke 7, gut im Hafen vertäut zu sein. Am Abend gehen wir mal wieder zum Essen, leider kein Tisch zu ergattern in dem netten vom SHAOLIN-Käptn empfohlenen Lokal mit „giardino“. Also innen, 35°C, schwül, überarbeitete Kellnerinnen…Die Mies-Muscheln sind lecker, auch das scaloppino al limone( in sämiger gelber Zitronensauce) vorzüglich.
Schnell raus an die frische Nachtluft!
Zwischen zwei stattlichen Residenzen haben Musiker eine Bühne errichtet und ich genieße die hervorragende Live-Musik: Folklore aus Sardinien, Sänger, Sängerin, Laute, Gitarren, Percussion, Geige, Querflöte, Okarina, 3 Maultrommeln, eine Art Schalmei , die näselt wie ein Krummhorn, weil ein Kuh- oder Ziegenhorn vorgesetzt ist. Man steht auf der Piazza, hört zu, genießt. Und vom Wind spürt man zwischen den hohen Häusern fast gar nichts.

*Foto:Innenhof mit Palmen, wunderbarer Schatten unter Laubbäumen, 6 ° kühler als davor in der Sonne
 

Kujoer_innenhof_in_olbia_hinten_ein_altes_vw-kafer-cabriolet
Die Muscheln, auf ital. „cozze“, werden in der großen Bucht vor Olbia gezüchtet! Wie eine Armee von schwarzen, blauen, roten Kegel-Bojen! Hunderte im dichten Feld, ragen sie aus dem Wasser, geerntet wird im Flachwasser oft von Tauchern (mit Flaschen), die Fischerboote sind meterhoch (wie schwarze Berge) angefüllt mit den glänzenden, schwarz-schaligen Muscheln. Aber auch Austern werden hier gezüchtet.
Mit Rucksäcken machen wir uns am 2.Windtag auf zum Supermarkt. Gerhard erwischt eine Tüte ZIEGENMILCH!!! Die trinke ich nun, sogar im Kaffee. Alles Gewohnheit. Das Foto von der Ziege ist einfach hübsch beim Anblick!
 

Ziegen-milch_so_nett_verpackt
Wie schon oft in Sardinien sind die Metzger-Angebote hervorragend und köstlich frisch. Ich hole Rind und mache später Stifado, ein griechisches Goulasch.Die Steaks werden gleich mariniert, die heben wir für den Grill auf, in einer Bucht.
Wir wandern zum öffentlichen Park von Olbia, künstlich bewässert, grüüüün! Danach gelingt es uns, mit Hilfe der Dame im Internetpoint, die geschickt auf unsrem Notebook auf WLan einstellt, doch noch ins Internet zu kommen. So senden wir blog und Fotos, auch die der alten Berichte…
Da wissen wir noch nicht, daß es ab da an Bord ab jetzt gar nicht mehr klappt, auch nicht übers Hy!!)
4 Polizisten jagen uns vom Liegeplatz weg, eine große Yacht käme gleich, 4 Segler müssen weg, aber „subito“. Hans von der „île des pines“ rettet die Situation, als ich ihn resolut um Hilfe rufe. „Hans! Hilf mir mal!“ ruf ich über 200 Meter….Er legt grad selber ab, spurtet aber sofort zu Hilfe!!

Danke nochmal fürs sofortige Einspringen. Hatten wohl doch Respekt vor dem standhaften deutschen Skipper…Gerhard war grad beim Brotkaufen…Zwar hab ich das Schiffsführerpatent, aber ob die in Uniform einer Frau das geglaubt hätten?? Die Männer hätten glatt die EOS ans andre Hafenende verlegt.)

 Wie viel Geld der Eigner der SY „Marietta“ wohl geboten hat, daß 4 Yachten für ihn alleine weg geschickt werden???!!!

Dann erwisch ich Gerhard doch noch am Hy.
Husch, husch, schon sind wir weg mittags um 12.4 Yachten.

*Foto der  Holz-SY Ile des pines Hans + Gabi
 

Ile_des_pines_von_hans_gabi

Mit der schönen, gepflegten Holz-Yacht „Ile des pines“ von Hans und Gabriela aus Freiburg (mit dem edlen jungen Wind-Hund Massimo) segeln wir mit frischem 4er Ostwind in die Bucht im Golf SPURLATTA. Mächtig erheb
t sich der Felsklotz der Insel TAVOLARA, der aussieht wie ein Riesenkarpfen.Wir ankern, baden, und urplötzlich dreht der Wind auf Süd, auflandig, heftig, böig. Schnell gehn alle Segelyachten „Anker auf“ –  und nix wie weg auf die Gegenseite der großen Bucht.

*Foto von Hans? Grillabend auf der EOS

 Porto San Paolo..Unser 2. Ankerplatz heute. Wir laden Hans und Gabi zum Essen an Bord ein, es gibt Rucola-Salat, den ich mit Sesamöl, Aprikosensaft, Birne- u. Apfelstückchen anreichere und mit geröstetem Sesam bestreue, Dann noch eine Schüssel griechischen Salat, das knusperdünne Pane Carasatu Guttiatu( hauchfein, ganz trocken, sieht aus wie Crêpes), Gabi bringt 4 leckere Spieße mit Lende und Zucchini mit und Hans einen eis-kalten Spumante Prosecco, ein FEST! Massimo verkroch sich unter Gabis Pulli, der Wind pustete nordwind-kühl, so daß wir Jacken und Decke überlegen mußten.

Exotisch das Bier: es kommt aus Gotha in Thüringen!

Img_2843

SMS-Gruß von Erika: Sie kam mit einigen Abenteuern noch gut heim aus Oslo von der 8-wöchigen Nordlandreise, Wandern und Kajak. Fjorde und Fjell, Museen und Oslo.

Montag, 29. August,
Mit viel Wind nochmal nach Olbia…Internet-Problem

Bei 5-6 Beaufort Wind segeln wir mit stark gereffter Genua 4 Stunden zurück in die Stadt Olbia. Die Mühen von Gerhard und der viven Dame im I-point waren vergeblich.

* Foto Yachten werden auf den Frachter verladen
 

Yachttransport_auf_dem_wasser

Wir segeln  noch 1 Stunde bei 5-6 bft weiter in die Bucht „Patron Fiasu“
Mein im Hafen schnell vorgekochtes griech. Goulasch schmeckt herzhaft und überwältigend gut. Leider zeigt Gerhard die Anzeichen einer ERKÄLTUNG! Husten, Schnupfen…Hat wohl im vielbesuchten Internetpoint Bazillen aufgegabelt!!
Eine zunächst „ruhige“ Nacht, aber um 3 fegt ein heftig aufbrisender Wind daher, die EOS reißt an ihrer Ankerkette, alles vibriert, „eiskalt“ im Cockpit…

Früh um 10 am 30. August segeln wir los, Südwind. Aber schon nach 1 Stunde 5-6 Windstärken. Wir reffen die Genua auf 1 Drittel, rollen das Groß teils ein, immer noch viel Krängung, Wasser über bis ins Cockpit, nass das Deck.

* FOTO EOS schräg mit Reff
Gerefft_in_frischer_brise_2

 

 Schneidig unser Schiff im Seegang. Ich versuche mal zu fotografieren, schwierig bei dem Gespritze. Mal sehn, ob das kleine Video ein wenig Segelstimmung rüberbringt. Wir kreuzen, immer gegenan, so brauchen wir die 3-fache Strecke. Auch andre Segelyachten heftig schräg gelegt, ein Rahsegler hat alles Tuch gesetzt, an 2 Masten, die oberen Rahsegel gebläht vorm Wind, am Klüver 4 Segel – ein wunderschöner Anblick. Zu weit weg für meine kleine Kamera…

Von 10 bis 16.15 Uhr forsches sportliches Segeln hoch am Wind. Endlich können wir „anliegen“ und steuern die Ferienbucht im Golf von MARINELLI an. Edle Großyachten, hochglanzpoliert, fein, meist britische Flagge, die schmucke „Black wood“ ganz in schwarz, auch die 2 Schlauchboote rabenschwarz.

Wir ankern im dicht belegten Feld, die flitzenden Laserjollen und Surfer müssen um uns rum wenden und halsen, sie üben nach Anweisung des begleitenden jungen Lehrers.
Es gibt meinen schmackhaften Linsen-Eintopf, Gerhards Erkältung wurde wenigstens nicht schlimmer. Der Wind beruhigt sich kaum. Auch jetzt um 23 Uhr bläst er, kalt ist’s.( In Dtld. hat es 12-19°, hier noch 22.)
Morgen geht es weiter nach Norden.  Zu den Inseln des Naturparks La Maddalena vor der  Straße von Bonifatio. Aber nach Korsika segeln wir erst, wenn sich der Mistral von 6 auf 4 beruhigt hat…

Wir können schon die Berge von KORSIKA sehen. Man spricht viel französisch auf den Schlauchbooten und Surfbrettern.
Sterne sehen wir wenige, fast geschlossene Wolkendecke.

40. Mit dem Zug ins Gebirge

EOS bleibt noch einen Tag im Hafen von Arbatax und wir kaufen Fahrkarten für den Zug nach Sadali, mitten in Sardinien. Es ist ein „Grüner Zug“, so eine Art Museumseisenbahn, aber mit 150 km Streckenlänge. Schmalspur 945mm, miteinander verschraubte Schienen. Sieht man dem Schienenstrang entlang, sehe ich: Er verläuft etwas krumm.

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Unser Dieseltriebwagen rattert und holpert sich anfangs durch die Ebene von Arbatrax, vorbei an ausgetrocknetem, braunem Gestrüpp, Büschen, mächtigen Kakteen und bizarren, glatten, ockerbraunen Granitfelsen. Dann beginnt er sich hochzuschrauben, Hafen und Meer ziehen sich im Dunst zurück. Ich habe den Eindruck, das Schienenband besteht nur aus Kurven. Dann der erste Halt. Der einzige Wagen füllt sich – ausschließlich mit italienischen Touristen, vielen Kindern – . Ein lustiges, fröhliches Völkchen. Sieht man über die Köpfe der Reisenden, dann bewegen sie sich alle im Takt der Schienenstöße. Rattatat – rattatat – Rattatat.

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Wir sind schon mitten im Gebirge, unter uns bebautes Land, Wald, getrennt durch breite Brandschneisen. Gelegentlich ein überraschend großer Ort. Welcher Arbeit gehen die Leute dort in dieser abgeschiedenen Region nach? Der Dieseltriebwagen hält zum Tankstop. Wir vertreten uns etwas die Füße. Ein Pfiff vom Signalhorn ruft uns zurück. Größere Straßen, die den Schienenstrang queren, sichern Posten durch eine Kette über die Straße.

Jetzt haben wir den ersten Bergkamm erreicht, 830m Höhe. nur niederes Gestrüpp, magere Rinder und Pferde weiden. Hinter einer Kurve steht eines auf den Schienen. Schnellbremsung, Pfiff. Das Tier flüchtet. Vor einem Tunnel ein Rollerfahrer auf einem engen Pfad neben den Gleisen für die Streckengeher. Eine Abkürzung durch den Tunnel?

Ein Ort auf der anderen Talseite. Unser Zug fährt vorbei, nein, er fährt kilometerlang das Tal auf der Höhenlinie aus, um in den Ort zurückzukehren. Keine ortsansässigen nutzen die Eisenbahn. Zu langsam. Auto und Bus haben sie abgelöst. Vor langer Zeit war diese mühsam gebaute, überaus kurvenreich in die Landschaft geschnittene Strecke, die einzige Verbindung für Menschen und Waren. Schön, dass man sie erhält, wenn auch nur im Sommer für die Gäste der Insel. Ein Halt an einem zur Bar umgebauten Wärterhaus. Ein paar Minuten aussteigen, einen Kaffee trinken, einsteigen.

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Die Gegend wird jetzt wild, vollkommen bewaldet, hohe mächtige Felswände, gelegentlich eine Schotterpiste, tiefe Täler, keine Orte. Ein guter Versteck für böse (Maffia)Buben? Über steinerne Bogenbrücken, durch kurze Tunnels, eine enge Kurve nach der anderen. Alle paar Kilometer ein Streckenhäuschen, jetzt unnötig und dem Verfall preis gegeben. Dann geht das Felsengebirge in eine hügelige Hochebene über. Das wilde Schaukeln geht in ein gleichmäßiges Rattern über.

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Wir sind nach 3 Stunden und etwa 120km am Ziel: Sadali. Ein kleiner Ort, „der seine Identität sucht“ wie auf einer Tafel erklärt wird. An den Häusern hängen Bilder der früheren Bewohner in ihrer Tracht. Liebevoll gestaltete Straßenschilder aus Keramik weisen die Wege. Schöne alte Häuser am Hang. Wasserreich. Ein kleiner Wasserfall stürzt über bemoosten glatten Fels, eine Klamm , in der das Bächlein verschwindet sind die Attraktionen. Ein abgeschiedener Ort, der versucht, seine Schönheiten ins rechte Licht zu rücken. „Des klingt doch deutsch!“ hören wir 2 junge Frauen sagen. Sie sind aus Stuttgart und auf Besuch bei Ihrer Schwester mit ihrem Mann und den 5 Kindern, die die Liebe hierher verschlagen hat. Nette Leute.

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15:40 Uhr Rückfahrt. Die Fahrgäste sind jetzt nicht mehr so lebhaft. Müde, alles an der Strecke schon gesehen, man döst etwas. 38°C im Wagon. Jetzt, talab, legt der Zug noch einen Zahn zu, wildes Geschaukel. Ob er sich noch auf den Schienen hält? Vor mancher Kurve, spränge er jetzt aus den Schienen, ging´s direkt in den Abgrund. Eine dritte Schiene an diesen Kurven würde ihn aber zumindest auf dem Gleisbett halten. Wild schaukeln die Fahrgäste auf ihren Sitzen. Dem Lokführer steht nur ein dünn gepolsterter, kleiner Notsitz zur Verfügung. Kein rückenschonender Arbeitsplatz! Immer wieder nehmen Fahrgäste neben dem Führer Platz, um die Strecke mit seiner Sicht zu sehen. Filmkameras surren. Noch einmal den Fahrtwind am geöffneten Fensterschlitz und die einmalige Landschaft genießen.

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Ein Halt an einer Quelle am Rande der Gleise. Aussteigen, Flaschen
mit kaltem, gutem Wasser füllen. Endlos zieht sich die Fahrt hin, bis endlich weit unten der Hafen am Meer sichtbar wird. Dann noch fast eine Stunde: Dann läuft unser Zug in den Bahnhof von Arbatax auf 3m Meereshöhe ein.

PS: von Gerdi: Ich war begeistert von diesem wundervollen Tagesausflug ins „Cuore di Sardegna“, das Herz von Sardinien – unvergeßlich schön!

39. BILDERBUCH-SEGELN AN DER SÜDKÜSTE SARDINIENS

Gesamte Reise auf See.doc
GERDI
Bucht Porto Pino,
Sanddünen, Sandstrand, 13. August 2011
13. August. Es ist der Abend des 50. Jahrestags des Mauerbaus* in Berlin( *damals war ich 13 und in der kleinen Molkerei, wo Vati Urlaubsvertretung machte, war ein… Fernseher!!!! Wir kauften den 1. nach dem Studium, 1970! Daher kenne ich die Live-Bilder vom Bau an der Bernauer Straße, am Brandenburger Tor: Stein auf Stein, 3 m hoch, die runde Röhre oben drauf und viel Stacheldraht-  und die nicht einschreitenden amerikanischen Panzer…) .
Wir liegen vor Anker. Da ruft jemand von der Nachbarcrew: „EE-OOO-S!!? Mangare con noi??“
Ah, wir sind eingeladen auf dieitalienische Nachbaryacht: „RELAX“, Skipper Roberto. (Liegt sonst auf Insel Tavolare. und sie wohnen am Lago di Garda, wo sie ein zweites Segelschiff haben…) Sie hatten meine Abendlieder auf der Flöte belauscht …und sie lieben die Schiffsform der EOS. Sie kennen uns schon von Carloforte.
Da unser Beiboot schon ohne Luft seefest verpackt an Deck verzurrt ist, schwimmt Gerhard einfach hinüber. Herzlich der Empfang. Roberto holt mich schwungvoll mit dem eignen (motorisierten) Tender ab. Wir haben ein recht munteres Gespräch zu sechst, erst auf Italienisch, (Roberto kann weniger Englisch als die Gattin und die Gäste), dann auf Englisch+ dolmetschen. Es gibt dunklen schweren Rotwein, und einen goldgelben, süßen Dessertwein, einen typischen Sizilianer, dürfen wir auch noch probieren zum Apfelkuchen, himmlisch. Als Dankeschön singe ich noch alle Verse des deutschen Abendliedes von Matthias Claudius vor, denn es paßt soooo gut zum Mondenschein, – und der jüngere Mann an Bord hat mal in Nürtingen/D gearbeitet und versteht durchaus Deutsch.
„Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar…! Seht ihr den Mond dort stehen….so sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen….weil unsre Augen sie nicht sehn…!“ Er erklärt es den Eignern kurz, und er singt sogar mit!….Und das vom deutschen, schwarzen Wald, dem Nebel über den Wiesen und die Fürbitte für den kranken Nachbarn übersetzen wir ins Italienische! …I complimenti…“Mi piace!“
KURSWECHSEL
An jenem Abend beschließen wir, auch nach dem Wetterbericht von ROBERTO, umzukehren und nun doch nicht die Westküste hoch zu segeln, Der Nordwind würde uns oft auf die Nase blasen und wir müßten kreuzen und wohl die doppelte Strecke benötigen…Also „ZURÜCK“  und noch einmal rum ums SÜDKAP, danach die Ostküste hoch, Richtung Arbatax…
Liest man das Bordbuch auf der linken Seite, wo ich die „Stimmungsbilder“ beschreibe, und Gerhard rechts die navigatorischen Tatsachen samt Wind und Uhrzeiten…) liest man nun täglich :
„Türkisblau das Meer, glasklar das Wasser, wunderschön!“ Aber es steht da auch: „Sehr schaukelige Nacht…!“ Das heißt „kaum Schlaf“. Man rollt in der Dünung seitlich heftig nach links und rechts, das Schiff ächzt und reißt, die Ankerkette knarrt, übel diese Schlingerbewegung. Im Mittschiff mag es noch erträglicher sein, aber im Vorschiff!?? Früh ist man dankbar, wenn der Anker hochgezogen wird und die EOS segeln darf…egal, mit welcher Schräglage.
Nordöstlich des Inselchens TUARREDDA ankern wir…ein Zauber, das leuchtend grünblaue Meer….Lesen. Genießen. Abends koche ich im Wok Ratatouille und Klebreis.
Auch am 16.August: WONNESEGELN. Mit Groß und Fock bei halbem Wind und 5 kn Fahrt zeigt sich unser Segelschiff von der besten Seite. Mittags gibt’s kühlschrank-kalte Nektarinen und Honigmelone in eleganten Schnitzen, um 4 dann Kaffee mit den lockerleichten Taralucci-Keksen mit der eingeprägten Mühle und dem Wasserrad 🙂 . Um 6 steuern wir die touristisch so heißgeliebte  Bucht vor dem Hafen von VILLASIMIUS, Bucht Pira, an und ankern auf glasklarem Wasser. Traumparadies für Urlauber. Viele Ankeryachten. Viele französische und spanische Flaggen. Nun auch mal wieder rote englische Fahnen auf großen blitzenden weißen Motoryachten mit blau illuminierten Treppen am Heck und leider oft stundenlang laufenden Motoren, was die Nachtidylle in einer Mondnacht doch stört 😦
ROLLE RÜCKWÄRTS…ins Wasser!
Am Morgen paddeln wir mit unsren Rucksäcken raus zu den runden Felsen, klettern hoch zum Fußweg unter den schmucken Chalèts, laufen rüber zum MARKET. Ein fescher junger „Marktschreier“ ruft mit dem Megafon zwischen den Verkaufsregalen frohgelaunt und wie ein ambitionierter Animateur die Sonderangebote des Tages hinaus. Witzig! Die Einkaufsliste ist heute lang, Melone, Nektarinen, Schweinefilet, Steaks, Birnen, 1 l  Menta-Sirup, Nudeln, Zucchini, Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Milch, Butter, Käse, un eto Parmaschinken( 100 g), Joghurt, Mehl, Eier, 6 Zweiliterflaschen Wasser, 6 Bierdosen, Nüsse,…Gerhard nimmt das ganz schwere, ich schlichte Obst, Gemüse, Fleisch, Eier… stoßfest in den Rucksack und huckle ihn auf. Dann geht’s zurück über die Felsen zum Schlauchboot. Dummerweise geb ich den Rucksack nicht weiter an Gerhard im Boot, sondern laß die wohl 8 kg am Buckel. Schön blöde!! Ich setze den rechten Fuß über den dicken Schlauchbootring außen, halte mich mit der linken Hand am Fels, mit der rechten Hand am Sitzbrett, das klinkt sich aus, ich bin waagrecht im Hangelstand, Gerhard versucht das Schifflein am Fels zu halten, aber es schwingt meerwärts aus..! Ich hänge …will nicht am Ufer loslassen, denn dann wäre sofort der ganze Rucksack im Wasser… er zieht mich bereits nach unten. Verdammt, das wird ne Rolle rückwärts, denke ich noch! Ge
rhard:“Los, schwing dich rüber.“ „Ich…kann nicht…!!!“ Im letzten Moment springt ein Urlauber herzu und hält mich am Arm..ich steige mit dem linken Bein beherzt ins Wasser, finde Grund auf glitschigem Fels, der Rucksack zerrt an den Riemen, bleischwer vom Meerwasser. Außen war nämlich noch ein Frottéehandtuch verpackt, das sich vollgesaugt hat…also nochmal 2 kg…
Wir müssen nun doch lachen! Grazie, molto grazie, und ab geht’s mit Paddelkraft. Ich sitze in einer Meerwasser-Pfütze, die Ledersandalen, der Rucksack, das Kleid – und natürlich die Geldscheine…patschnaß. Ich muß an unsre Hochzeitsreise im Faltboot 1981 denken, schwanger im 5. Monat, 2 Wochen auf der kroatischen Krka, einem Fluß, da bin ich nie „reingefallen“´…Und an Erika und Jojo, die die „Eskimo-Rolle“ im Kajak sicher elegant beherrschen. Mama hat wieder mal die Rolle rückwärts nicht geschafft. Wie am Gymnasium beim Abitur…:-)
Übrigens war nichts kaputt, auch nicht die Eier, die ganz obenauf „lagen“, keine Milch zerdrückt, keine Tomate gequetscht. Ich brauchte aber 1 Stunde, um alles zu „waschen“, den Rucksack zu wässern in Süßwasser und alles unter dem Großbaum in Sonne und Wind zum Trocknen auf zu hängen…
Dann gab’s ein Gläsle Campari. Ich war froh, daß ich mir beim Festhalten nicht die Skischulter nochmal ausgerenkt hatte. Wär just der fast gleiche Ort gewesen wie 2009, als ich in CORALLO die Treppe runter gestolpert war, was Verletzungen und Klinik-Ambulanz in Cagliari zur Folge hatte…
18.August. Ruhige Nacht. Ganzer Tag Wonnesegeln!  3-4 bft stetiger Wind. Ich steuere stundenlang frei von Hand die Pinne! Es ist wie ein Rausch. Wie damals am Chiemsee, 1974, als ich den Sport erlernte. Der Auto-Pilot darf mal Pause machen.
Mittags mariniere ich das halbe Schweinefilet, in 2 mm Scheibchen geschnitten, in asiatischer Teryaki-Sauce, Knoblauch, Thai-Curry. Nachmittags gibt’s zur Kaffeepause weich-zarte in Rauten geschnittene Honig-Lebkuchen mit dünnem Zuckerguß, fast etwas „weihnachtlich“ gewürzt, eine Spezialität Sardiniens; und ich denke laut: “ Gerhard, wenn du Anfang November von der Rhône-Rhein-Kanalfahrt mit der EOS heimkommst, ist gleich St.Martin…Da täten uns diese Lebkuchen grad schmecken:-)“
Nach 8 Stunden fast atemberaubend schöner Segelei vor Küsten, Felsen und kleinen aus dem Meer ragenden Inselchen unter Naturschutz fällt der Anker vor dem Sandstrand des kleinen Hafens von CORALLO. Wir bleiben draußen. Es hat Dünung, Schwell läßt das Schiff schlingern und schwanken. Nachdem 2 Gasflammen brennen, wird es tropisch heiß in der Kajüte.. Trotzdem siegt mein Optimismus: Ich schnippele die Pfefferminze, hobele 1/2 Zucchini, schlage Eier auf und rühre Pfannkuchenteig mit Orangenaroma und Zimtzucker. Backe Küchlein. Schneide Gemüse für das Thai-Curry, brate Zwiebelringe und Knoblauch in Sesamöl,brutzle je 2 Minuten portionsweise die Filet-Streifen braun, danach das Gemüse, inzwischen ist der Basmatireis gar. Es wird ein recht verschaukeltes, pikantes leckeres Abendessen im Cockpit.
Poetisches Zitat aus der „Zeit“ vom 4. August, das wunderbar zu den Nächten in Sardinien paßt:
Der Mond geht auf wie eine orangefarbene Lampe, und man meint einen harmonischen Klang zu hören, einen hellen, weichen, warmen Akkord, der einen versöhnt mit der Hitze des Tages.
Das Meer verliert sein leuchtendes Türkis, wird blau, dann rötlich
5 Uhr früh über der Altstadt von Antalya, die kaum ein All-inklusive-Urlauber besucht:
… der Himmel  in einem sagenhaften Rostrot getönt…Bevor der Tag die Nacht übernimmt, hat diese Stadt ihren zärtlichsten Moment…Ausdruck wohliger Erschöpfung…bevor die unbarmherzige Wärme wieder zuschlagen wird….
Nun ist der 19.August, nach wild verschaukelter Nacht, 1 Std. Schlaf, segelten wir nach ARBATAX. Bis bald!

38. CARLOFORTE und die "Dienstleister"

EPISODEN IN EINER STADT AM SÜDENDE SARDINIENS

Die „Dienstleister“- oder „wer wo wem was hilft!“

Gerdi am Sonntag, 14.August 2011

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Wir liegen gerade für 1 Nacht vor Anker in der Sandstrand-Bucht Porto Pino, südl. v. Carloforte,der Ostwind pfeift und schüttelt die EOS und wirft nervöse Wellen auf die sonst türkisblaugrüne See…Unser Blick geht auf eine ausgedehnte Sanddüne! Traumhaft gestern der Sonnenuntergang, die Rindfleischbrühe (mit Ossobuco, „Beinscheiben“ ganz frisch vom Metzger) und der Aufgang des Vollmondes über dem oberen Saum der rötlich-golden schimmernden Düne war zauberhaft. Bella Sardegna!

1. DIE KUNST ZU LEBEN – auf Sardiniens Süd-Spitze
Früh am Morgen segelten wir zurück zur Stadt CARLOFORTE…
Samstagmorgen. 10 Uhr früh. Der Schuster „Niki“ ist noch nicht fertig mit der Näh-Hand-Arbeit an unserem im Starkwind gerissenen Genua-Vorsegel.
Er braucht 5 neue Nadeln, und nochmals 3 Stunden für die vielen Stiche…Stoff und Faden hat Gerhard schon gestern abend in diversen kleinen Läden gesucht und gefunden:-)

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Zeit zum Bummeln durch die Gassen. Wochenende. Urlaubszeit. Sommerfreude.
Unter 4 ausladenden Gummibäumen plaudern auf der großen Piazza die Einheimischen auf schattigen Rundbänken, 10 Meter Durchmesser im Rund: Muttis mit ihren Babies, stillend, stolze Papas mit Buggies, aber auch ganz betagte, auch Rollstuhl-Leute. Wunderbar, diese Aufnahme in die Gemeinschaft, auch im hohen Alter.

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Auch für uns heißt es mal:Zeit für eine stille Stunde im Café…!
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Wo die Sonne auf die Stühle scheint, sitzt kaum einer. Aber in den Cafés auf der schattigen Seite der Gassen ist kaum ein Platz frei! Menschen jeden Alters genießen unter Bäumen und Schirmen den Morgen, man begrüßt sich mit 3-fachem Wangenkuß, bestellt einen süßen, goldgelben „Vin‘ Santo“, einen „Caffè corretto“(mit einem Schuss Grappa), einen „Caffè ristretto“ (Espresso, besonders stark) oder einen mit schaumiger Milch, den „Caffè macchiato“, meist mit einem warmen braunen Cornetto dazu auf die Hand (Croissant mit Aprikosen-Marmelade).
Die Bedienungen sind gerade am Morgen ausgesprochen liebenswürdig! Ohne sie ginge das gar nicht, dieses Hinsetzen und alles kommt von selbst, dieses kleine Glück am Morgen, vor der Hitze…Grazie …

DIENST-LEISTER“ –  ein so wichtiger Beruf, egal in welcher Branche. Erika hat uns das mal so schön erklärt: „Er muß dem Kunden/Gast jeden Wunsch von den Augen ablesen und immer lächeln, gute Laune machen, der Gast soll sich wohl-fühlen!„…Ich fühle mich auch wohl: bei einem Stand an der Lungomare fand ich ein Kleidchen in froschgrün, reines kühlendes Leinen, mit Häkelpasse am kleinen Ausschnitt, made in Italy. Der Verkäufer war ein ca. 18 jähriger schlanker „ganz schwarzer“ Junge. „Sono Tedesca! E tu?“ Erstaunt guckt er mich an. Wohl selten fragt ihn, den Dienstleister, den einfachen Verkäufer, ein Kunde nach seiner so fernen Heimat.
 „ Io???  Sono di SENEGAL!“ Vom „Bauch“ an der Westküste, im oberen Drittel von Afrika. Im Süden von  Mauretaniens riesigen Wüsten. „Do you feel homesick?“hake ich nach. Ein fast wehmütiges Lächeln huscht über das Gesicht… „Oooh….YES, I do….!“

2. Episode:
Die fesche Servier-Dame im „Due Palmi“

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Schon am Abend wurden wir so reiz-voll bedient von der attraktiven Dame in der Pizzeria „Due Palmi“ am Hafen, unter Palmen. Sie war bezaubernd, südländisch, schlank, sportliche Figur, Kurzhaarschnitt, und mit einem wundervollen sonoren tiefen Timbre in der Stimme, wow! Ich bestellte mir Muscheln, Gerhard eine „Pizza quadro stagioni“, und ich korrigierte die Aussprache schmunzelnd, da es ja sinn-entstellend ist mit „tz“… Da erklärt sie dem Signore äußerst charmant, daß es nicht „stazioni“ mit z (Bahnhaltestelle) heißt sondern Sta-dsch-ioni mit stimmhaften dsch!
Die Muscheln schmeckten köstlich…

3. Episode:
Der singende Schuster und das Segel 

In der Via Napoli fand Gerhard am Vorabend in einer schmalen Gasse jenen Schuster, der „auch Segel flickt“. Er braucht Segeltuch, Faden, Nadeln. Also fragt sich der Skipper durch von Stoffladen zu Handarbeitsgeschäft, zum Heimwerker- u. Haushaltwarenladen…Er bringt dem alten Mann, Niki, alles hin, und der schätzt mal so 8-9 Stunden Handstichelei….Welch markantes Gesicht. Wie Charles AZNAVOUR…Ob er auch so gut singt? Die titel der Oldies und Ohrwürmer auf einer Zeitungskopie an der Wand der Werkstatt deuten es an…

Wir laufen aus und segeln mit gutem Wind hinüber zur Insel Isola Piana, grillen Spieße mit Zwiebeln, roter Paprika u. Schweinefleisch, erleben vor Anker um Mitternacht ein brillantes Feuerwerk am Gegenufer…An Geld mangelte es den Veranstaltern nicht, 30 Minuten vom Feinsten. Auftakt zu der 3-tägigen Fiesta, FERRAGOSTA, Mariä Himmelfahrt. In den Kirchen von Carloforte waren die Altäre mit weißen unzähligen Lilien geschmückt, deren Duft so betörend ist.

Der Flickschuster nähte am Abend  die Nacht, er nähte früh um 10 immer noch…“Quando finito??“

„Mezzogiorno. Dodici + trenta minuti!“
Niki sitzt auf der engen Gasse gegenüber von seiner kleinen Werkstatt, die 12 Meter lange, störrische Genua hat er vor sich als weißen Haufen, und er näht Stich für Stich, erst die gerissene Naht, dann näht er einen meterlangen 15 cm breitenStoffstreifen über das abgerissene Achterliek. Er hat zuerst dieSegeltuchstreifen aufgeklebt, wie ein Verband :-), danach stichelt er mit Vorstichen…. Jetzt tut ihm sicher die Näh-Hand enorm weh!!! Eine anstrengende, einseitige Belastung! In seiner Werkstatt mit den Schuhen hängen an der Wand Zeitungsausschnitte, wo er mit dem Mikrofon in der Hand steht und Canzone singt, teils wohl selbst erdachte, aber auch Ohrwürmer wie „Ramona“, „Marina“, „Amore“, Qu’è sera,sera? Capri u.a. Ich singe einige Lieder an und er „begleitet“ mich mit seiner kraftvollen wundervollen Tenorstimme. Ein Hochgenuß!
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Nach unsrer gemütlichen Café-Pause ist das Segel um 1 fertig! Zu dritt breiten wir das Riesendreieck in ganzer Größe auf der Gasse aus, die Autos müssen kurz warten, legen die 15m-Bahn zu Dritteln in Bahnen und klappen alles wie eine Ziehharmonika zusammen, bis es in den Segelsack 1,20 x 50 passt. „Quanto costa, Signor?“ – Pause. „Aaaah, cento Euro!“ Molto lavoro !!! Dieci ore!“
„Capito! – Va bene!“ Ein Handschlag, eine herzliche Umarmung, bacio, bacio!

4. Episode:

 SCHUH-MACHERIN à la mode: ESPADRILLOS in Handarbeit

In direkter Nachbarschaft zum Schuh-Flicker hat eine ganz junge Schuh-Handwerkerin ihre Werkstatt. Man wählt aus dem Regal die passenden Schuh-Sohlen, geht zu den Bändern, Riemchen, Knöpfen, Schleifen, Blüten und Perlen in allen Farben und wählt nach Laune oder Farbton des Sommerkleides aus. Auch für kleine Signorinas gibt es viele Accessoires.

 Dann reicht man das Gewünschte an die Leder-Bastlerin, und schon beginnt sie die kunstfertige Arbeit. Sie stanzt Löcher oder Schlitze in das cm-dicke naturbelassene Leder, fädelt die Riemen ein, befestigt sie, schmückt sie nun nach Wunsch, setzt Blumen oder Schleifen, Perlen oder Holzstückchen, Korallen oder Knöpfe auf, bunt und fröhlich. Jedes Latschenpaar ein handgefertigtes Unikat aus Leder (biologisch) …

5. Episode: SMUTJE AN BORD

GERDI , DIE  SUPPEN-KÖCHIN 

Wir bummeln durch Carloforte auf der Suche nach einem Metzger. Eng sind die Gäßchen, mal bloß 1 Meter schmal, und düster! Manchmal steckt ein Brief ganz sonderbar senkrecht in einem winzigen Schlitz zwischen Haustür und Mauerwerk! 1x ist erklärt, wie das funktioniert und ich fotografiere es: „Posta“! Einfach in den Schlitz in die Wohnung schieben. Geht aber nur bei einem einfachen Brief und Postkarten. Originelle Idee.

Bei einer versteckten Macelleria kaufe ich 2 Scheiben Ochsenbein, Ossobuco mit Knochen, für eine Rindfleischbrühe. In einem mit Waren vollgestopften, südländischen Negozio finde ich statt Brot die letzten Panini(Brötchen), kleine „Crema caramella“, frischen Salbei, saftige Pfefferminze(die Sardinier machen Pesto damit,  zum Fisch! Ich mach Pfannküchlein)
Ich entdecke versteckten Rosmarin, Zitronen mit Ast und Blättern, Prezz`émolo= Petersilie, das allerletzte Sträußchen heute!…(vor den 3 lande
sweiten nationalen Feiertagen müssen alle Frauen wie bei uns an an Weihnachten für 3-4 Tage und meist ein Festessen mit Verwandten einkaufen. An der Wurst- u. Käsetheke zieht man eine Nummer und stellt sich an, bis man aufgerufen wird. Ruhe, geduldiges Warten. Die Bedienung ist freundlich, die Leute fröhlich. Man plaudert. Ein Nachbarschafts-Treffpunkt.
Draußen Sonnenschein, viele Autos heute, Parkplatzsuche, Roller…Badehandtuch über der Schulter, Wasserflasche leger in der Hand…

 Volle Cafés, Gedränge auf den Boulevards mit den hübsch dekorierten Läden, den Gioielli (Juwellieren) mit der großen Auswahl an Korallenschmuck, den Souvenirshops mit handgeflochtenen sardischen Korbwaren und handbemalter Keramik. Urlauber und Einheimische mischen sich.Wir laufen zum Kai, wo die EOS längsseits schaukelt. Und dann nütze ich den milden Seegang und koche meine (von der ganzen Familie gerühmte typische MAMA-Rindfleisch-Suppe, auch eine Art „Dienstleistung“

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MEIN REZEPT:

Knapp 2 l Wasser
1 Tl Salz, 2 Brühwürfel Biorind oder WELA-paste
1 Tl Zucker
2 mit 3 Nelken gespickte Zwiebeln, geschält, im ganzen
3 Knoblauchzehen
1/2 Zitrone im ganzen
2 gr. Lorbeerblätter
1 Strauß frischen Salbei
8 Basilikum-Blätter
1 Zweig Rosmarin
6 Wacholderkörner
6 Korianderkörner
8 Pfefferkörner, schwarz
1 Msp Chili-Samen
Muskat, gerieben
etwas Kurkuma oder Safran zum Gelbfärben
2 Eßl Worcestersauce
1 Tl Balsamico-Essig
Origano od. Majoran
4 Kirschtomaten, 1/4 rote Paprika(oder Karotten)
1-2 Kartoffeln in Würfeln
Selleriegrün?
1/2 Tasse Olivenöl
1 Tasse  feinen Weißwein

1.Behutsam das Wasser mit den Gewürzen zum Kochen bringen.
2.Vorsichtig die 2 dicken Scheiben Ossobuco vom Rind oder Kalb einlegen.

Im Drucktopf auf Stufe 2 in 35 Min. butterzart und deftig im Geschmack.

Mittags setzen wir Segel und verlassen den Transit-Platz längsseits am Kai. Wir segeln mit gutem Wind und Schräglage flott (mit für die EOS‘ max. 6 kn!) – nur mit Groß und „kleiner“ Fock – wieder Richtung Süden und um die Insel Antioco herum zur großen Sandbucht Porto Pino. Eine helle Düne, türkisblaues Meer.Strandleben. Musik. Motorboote, die fullspeed um uns herumdüsen.
Wir verspeisen die feine Suppe und im Mondschein gibts noch die Karamel-Crème!!!
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Als die Suppe fertig ist, sinkt rot der Sonnenball ins Meer bei der Vogelinsel…und aus der Düne erhebt sich der riesige gelbe Vollmond. Ich muß schon ein wenig resolut sein, damit Gerhard 1/3 der Fleischbrühe auch wirklich übrig läßt 🙂 für den nächsten Tag! Als Dessert gibt es im Mondenschein Crème Caramel! Savoir vivre auf der EOS ! 

Meteo meldet weiterhin Mistral, 4-6, also starke Nordwinde. Da ändern wir unsren Plan: statt der West-Küste nun eben doch die Ost-Küste hoch !

Ab 23 Uhr lebhafte Urlaubsstimmung mit Musik für die Jugend an Land. Bis um 3 früh.

PS: Nachts um 23 Uhr SMS von Erika: „Wow, Oslo.was für eine Stadt! Sonne,18°C noch um 9 abends, Vollmond überm Hafen, junge internationale Menschen, endlos viele Bars. Oslo beeindruckt.“
Das freut uns. Auch wenn die Jotunheimen-Tour wohl mal privat gewandert werden „muß“…

36. VIVA SARDEGNA! Ankunft in CALGHIARI und weiter zum Südkap

GERDI’s Rückblick am 9.August 11

 

Wir bleiben nach der langen Nachtfahrt noch einen Tag vor Anker in der weiten Bucht „Porto Giuneo“, deren türkis-blaues hell leuchtendes Wasser einfach unbeschreiblich ist. Schon 2009 staunten wir über den Farbton in grün und blau, wo sieht sonst nur ein Swimmingpool aus. Allerdings schaukelten die hier ankernden Schiffe enorm… wenig Schlaf in unsrer schönen Schiffschaukel…
Am 4. August genießen wir einen flotten herrlichen Segeltag, von 9 – 16 Uhr…gereffte Genua, 4-5 bft, wunderbar 🙂 !
Dann taucht sie auf, die Schöne:
CAGLIARI, die stolze Stadt am Hügel, mit Festung, Kirchtürmen und der Kuppel der Basilika.
große Wellenbrecher schützen die Stadthäfen, die Hafeneinfahrt ist 400 m breit!

 

Die „Marina del Sol“ kennen wir schon, schlicht, Mooringleinen, derbe Holzbalken als Steg, ein Einkaufswagen für die Mülltüten,nur 28 ?? pro Tag, im Zeltling 1 WC und 2 Mini-Duschen, die Bar unter Zeltplanen, der „Opa“ mit weißem Vollbart, der Tisch voller Bücher(leider nur 3 deutsche, wir bringen nun 12 neue). Es liegen hier mal einige „kleinere“ Yachten wie die EOS!!

 

Man weist uns einen Liegeplatz an, mein Italienisch wird verstanden:-).Blick auf die Stadt und die andren Marinas, die Kreuzfahrtriesen. Alle 3 Minuten röhrt ein Touristen-Flieger hin oder weg. Die Wasserball-Polo-spieler in ihren Kanus, die seelenruhigen Angler mit ihren geduldigen Frauen, daneben das Mofa.
Nachts lauschen wir der hervorragenden Musik aus der nahen Arena: Das Musical „Der Glöckner von Notre Dame“- stimmgewaltig, dramatisch. (3x sind wir Zuhörer ohne Billet!) Es ist fast wie bei den Bregenzer Seebühne…

 

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Auf geht’s mit Rucksäcken zum SUPERMARKET ROMANA, ein „Hatsch“ von ca. 2 km in praller Sonne. Hier gibt es alles! Fein sortiert, liebevoll drapiert. Aprikosen, Birnen, Nektarinen, Melone, Salat aller Sorten, frische Basilikumblätter 🙂 und Tomaten und Mozzarella, Eissalat, Broccoli, Aubergine viola, Salbei und Rosmarin für das frische Huhn! Milch, zu unsrer gr. Freude sogar den geliebten GRIECHISCHEN Joghurt, denn in Italien gibt es fast gar keinen Joghurt naturale, alles nur süß und mit Frucht.
In Bedienung holen wir uns dann leckere Mortadella und Salami :“sottile, sottile“, ganz dünn aufgeschnitten. Man amüsiert sich, daß eine deutsche Signora den Fachausdruck kennt.“Brava, brava!“ freuen sich die Damen.
Amüsiert lese ich auf einer lacchsrosa Tube französischer „Pâté“ mit Kaviar-Creme diesen Satz: „Voulez-vous pâté avec moi?“ Witzige Werbe-Idee in Erinnerung an den Siegersong der 2 kleinen Russinen bei einem Songcontest „“Voulez vous coucher avec moi?“ 

 

Auch die einzige „Lavanderia“ für unsere Wäsche finden wir endlich in einer winzigen Gasse bei einer Kirche. Ein Glücksgriff, gut, daß ich genug Italienisch kann, um durch Befragen einiger Leute dieses Versteck zu finden. Mit Bettzeug und 5-6 Frottées, Shorts und Shirts und Spültüchern ist die 60°-Wäsche nach 3-4 Wochen doch nötig!

 

Wie Esele schleppen wir unsre Schätze heim und laufen erneut los: wir brauchen eine neue Fockschot! Sie kostet mit 3 ?? pro Meter nur halb so viel wie in Palermo, bei 30 m doch ein Vorteil.

 

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Am Abend wandern wir in die (ferne) Stadt und hoch zum Castell. Immer bergan. Bis zur hohen „Burgmauer“ und rüber zum Schloß oder wie man das riesige Bauwerk nennt:  Wuchtige Mauern, große Treppen, eine riesige Piazza mit hohen Palmen und zum Rasten einladenden Bänken, Fare niente am endlich kühleren Abend, auf glänzendem Marmor spielen Kinder Fangen und Ball…Wer die innerstädtische „Bergtour“  🙂 körperlich oder altersbedingt nicht mehr schafft, kann den Lift nehmen!! So können auch in die Jahre gekommene Bürger/innen ihren vom Wind durchlüfteten wunderschönen Lieblingsplatz mit Blick über Stadt und Meer noch lange genießen am Abend über Cagliari…

 

 

 

Fein gekleidete Damen und Herren mit Stola und Jacke stolzieren zum Konzert, Mozart wird gegeben, auch in einer Kirche ertönt nach dem Chor Beifall. Junge Liebespaare turteln auf der umlaufenden Marmor-Sitzbank an der Ballustrade. Im warmen gelben Lichtschein der großen Kandelaber ein wirklich romantischer Abend…

 

 

 

 Ich fotografiere erstmals im „Dunkeln“ mit meiner Canon IXUS 8015 – und bin erstaunt, daß es Fotos gibt!
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Am Rückweg durch die Arkaden mit feinen Läden, vielen Bars, einer Eisdiele, in der wohl 100 Kunden geduldig in Schlange anstehen, ihren Bon kaufen, wieder 10 Minuten anstehen, – und dann das beste Eis der Welt bekomm
en: „Gelato artigianale“ , handwerkliche eigene Eis-Herstellung verheißt das Schild. Manche kaufen den Liter in der Styroporkiste à 16 ??, andere sitzen auf den Holzbänken im Freien und schlecken genüßlich ihr Lieblingseis im „Corno“ (Waffel-Hörnchen) oder „Coppa“ (Becher+Löffele)…Ein Schauspiel. Alle Altersklassen und Gehaltsgruppen friedlich vereint im Genuß! Bella Italia!

 

Freitag, 5.8.: Wir wandern um 9 früh in die Stadt, finden das Internet-Café Underground(wie 2009) in der Via Napoli, senden den blog von der Überfahrt.

 

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Im Kühlschrank sind Tramezzini vorbereitet, diese typisch italienischen in Dreiecke geschnittenen 15×15 cm großen hellen Weißbrotbrotscheiben, die mit gekochtem Ei und Krabben oder Schinken und Majo oder Lachs und Rukkola gefüllt werden.Ein Kommen und Gehen der Internet-Nutzer, Pärchen im Urlaub, die nach Hause schreiben, auch afrikanische tiefschwarze junge Männer mit weißblitzenden Zähnen wie Perlen und einem bezaubernden Lächeln in den schwarzen Augen, hinter denen die ganze Fluchtgeschichte verborgen schlummert…oder „brennt“….

 

( 2. Teil!) gerdi

 

 

 

NOSTALGIE – EIN LADEN, DER SCHÖNES UND ALTES BEWAHREN HILFT

 

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NOSTALGIE –  IN LÄDEN; DIE SCHÖNES UND ALTES  BEWAHREN HELFEN
Wir finden einen Elektroladen mit „antiker“ wunderschöner Einrichtung, mit 4m hohen Holz-Vitrinen mit Glasfronten, einer wohl 100 Jahre alten Trittleiter zum Hochklettern, einem der ersten großen Radios mit „magischem Auge“ und einem Platttenspieler hinter Hochglanzholzfronten.
 Die Auswahl originaler alter Steckdosen und Schalter ist umwerfend, es gibt nostalgische Kabel und Leitungen, die verspielten Lampen mit Glasschirmen entzücken wohl nur Italiener…

 

 

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Nebenan, in vicino, ist die Taverna „LA PIRATA“, davor ein ganz niedriger Oldtimer, ein Unicum von Auto! Es gehört dem Chef der Kneipe, er legt Elvis Presley’s alte schmalzige elegische Schnulzen auf, zum Schmelzen…Und Beatles…Nach dem Espresso tanzen wir ein paar Takte Langsamen Walzer an der Theke….:-)

 

  

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Zurück am Schiff koche ich um 4 trotz der gr. Hitze, 40°…Scirocco! 4-6 bft.

 

HUHN ORIENTAL:

 

1 Zwiebel + 6 Knoblauchzehen
2 große ganze Hühnerschlegel, 6 Std. in Gewürzen mariniert.
2 Zwiebeln, rote, mit 3 ganzen Nelken gespickt
1 rote Paprika in Streifen à 1 cm
1 Zimtstange
3 Stengel frischer Salbei
2 Stengel Rosmarinnadeln
1 Lorbeerblatt
Currypaste hot, 1-2 Tl
5 Pfefferkörner
1 Tl Chili-Kerne
1 Tl Sumac
2 Würfel Hühnerboillion
2 Kartoffeln in Würfeln
1 kl. Glas Wein

 

In heißem Öl die Hühnerschenkel anbräunen, raus nehmen
Zwiebelwürfel und grobe Knoblauchscheibchen in Olivenöl und Zucker karamelisieren.Falls das Fett zu braun wurde, im frischen Öl! Kräuter und Gewürze kurz dazu.
Mit 1 Tasse Wasser und Wein ablöschen, das Huhn zufügen, die gespickte Zwiebel, die Currypaste+ Hühnerbrühe dazu.

 

Drucktopf auf Druck bringen, 20 min auf kl. Flamme garkochen, sofort öffnen.
Es schmeckte himmlisch, auch noch am nächsten Tag…!!!

 

Am Samstag holen wir die frisch gewaschene Wäsche, heiße 39°..

 

Rosa leuchtend fliegen immer mal wieder Geschwader von FLAMINGOS in Formation am Himmel. Sie haben ihr Revier in der Lagune und dem großen See.

 

Flamingos_ber_cagliariFlamingo-formation

 

Am Abend wandern wir erneut von 19 – 24 Uhr, wohl 10 km, Altstadt, Festung, …
Eine Straße, menschenleer, hinter dem Torre Elefantis, sieht aus wie eine Kulisse aus einer italienischen Oper, irre im Schein der Laternen…

 

Nacht-Straße oben am Turm Elefantis

 

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Mezzanotte: Wir genießen 1 Teller HUHN als Mitternachtsmahl an Bord.

 

 

*********NEUER BLOG NACH CAGLIARI*********

 

WONNE-SEGELN  

 

Sonntag, 7.8.: Ein Segeltag wie aus dem Bilderbuch. Wind, blaues Meer, moderate Wellen. Genua gerefft, Großsegel, voll gegenan…An stb die Küste Sardiniens, Berge, grün und oben siena-braun. Wir kreuzen den ganzen Tag auf, 20 Seemeilen auf der Kreuz, herrlich. Mittags gibt’s bei Schräglage frisches Obst, dann nähern wir uns den „torre“, den markanten dicken Türmen und ankern in der Bucht bei Capo Pula beider antiken  Stadt Nora aus der Römerzeit,. Ein Badeparadies. Touristisch. Alles Italiener. Viele Kinder, die viel lachen und oft singen. Urlaubshochsaison. Bei den Yachten nun auch Korsen und Franzosen.

 

Traum-segeltag_gi

 

 

 AUF ZUM SÜD-KAP (Gerdi)

 

Am Montag. 8.8. eine SMS vom Jojo vom Kajak-Urlaub auf den Alandinseln vor Finnland, zw. Turku und Stockholm, zuviel Wind zum Paddeln…Erika meldet, daß sie die erhoffte 3-Wochen-Trekking-Tour via Gletscher und  Jotunheimen/Norwegen nun nicht führen „darf“, sondern eine Tour mit „viel Museen“ leiten „muß“ in Schweden…

 

Nach einem Landbummel, halbgefrorener Limettenlimo (+glücklicherweise gab’s auch Ciabattabrot in der Taverne) machen wir uns um 11 auf zum wilden Capo Spartivento. Sofort aufbrisender kräftiger Wind, 5-6 bft, traumhaftes Aufkreuzen unter gereffter Genua und vollem Groß…Hart am Wind, mal 150°, mal 260 ° Kompaßkurs, viel Ruderdruck. Sportliche Krängung, Wasser über, das ganze Deck salznass…

 

Ich steuere von Hand an der Pinne und es ist ein Traum….Am Kap aber dann doch heftiger, aggressiver Seegang, kabbelige spitze Brecher.
Der Bug bäumt sich steil auf, saust ins Wellental. Ach, es ist wie in Griechenland 2010…Flotte Fahrt gegenan. Mit  6 – 6,5 kn, das ist Eos‘ maximale Geschwindigkeit. Starke Krängung, herrliches Segeln!!! Mistral vom Feinsten, voller Temperament, aber segelbar.

 

„Kiter“ mit einem irren Tempo rasen mit ihrem Brett vor unsrem Bug quer rüber, wenden, zirkusreif, ein Sieg der Physik, ein Wahnsinns-Sport! Nach 4 Stunden bei Windstärke 6 entlasten wir unser doch schon fast 40 J. altes tapfer kämpfendes Schiff, nehmen die Segel im Starkwind herunter ( ein Lob dem neuen Baum-Reff!)  und bitten den Motor um Hilfe. Mit 2000 Umdrehungen gegen den Wind quält sich der Rumpf durch die Kap-Wellen, weiß nur noch die hohe Gischt am Bug, ein uns überholender Motoryachtler zeigt uns mit dem Victory-Zeichen seine gr0ße Anerkennung. Über 2 Stunden in Salzgischt und wilder Bewegung steuern wir in die Ankerbucht …es sind schon viele da.

 

Wilde_see_kap_spartivento

 

 

 

17 Uhr: die Badebucht „Porto Malfatano“, hinter der kl.Insel TUAREDDA: malerisch! 2 Felsenkliffs ragen aus dem umtosten Meer, dahinter fast „still“! Wir ankern, 23 Seemeilen waren es heute.

 

 

 

 2 Norweger sind neben uns, Vater im Alu-Traum-Schiff( wohnen drauf in Neapel mit Adoptivtochter), Sohn in Daddy’s nostalgischer völlig renovierter 30 J. „alten“ GfK-Yacht, die aussieht wie die Eos, nur ohne Mahagony oben.
Ich fotografiere mal das türkisgrüne Meer, senkrcht neben der Bordwand- und es sieht aus wie unsere Seekarte von hier. Irre. 🙂
Nach dem Nachtmahl spiele ein kleines Nachtkonzert auf der Blockflöte, International. Applaus…! 🙂

 

Ganz ruhig die Nacht.Für morgen sind 7-8 Windstärken gemeldet…Mistral….

 

Am Dienstag-Morgen um 9 erhascht er uns. Die wilden Böen zerren an allen Ankern der Yachten, unsrer hält, manch andrer nicht. Ein Teufelstanz in den Böen….Die Schiffe jagen um ihre Anker wie wilde Tiere. Wir bleiben lieber noch 1 Tag. Das nächste Kap zum offnen Westen ist da nicht grad so verlockend zum Umschiffen….

 

 

 

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Ankerbucht_malfatanoUnter_wasser_siehts_aus_wie_di