Strom aus der Solarzelle

Mittelmeerländer sind sonnige Länder. Auf unserem Schiff hat die Solarzelle auf einem Mast am Heck ihren Platz gefunden, drehbar und schwenkbar, sie kann also immer optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Geht man davon aus, dass nahezu immer die Sonne scheint, hat man für diesen Energiespender optimale Bedingungen. Also Wirkungsgrad 30% (50% gehen ab wegen der Nacht, 20 % sind sonstige Verluste, alles angenommen). Nördlichere Länder kommen da auf einen weit geringeren Wirkungsgrad.Unsere Zelle kommt von SUNPOWER, Typ SPR –90.

  • Nennleistung max 95 Watt
  • Spannung 17,5 V
  • Stromstärke 5,45 A
  • Größe: 520 x 1038 mm, auf Alurahmen aufgebaut, nicht biegsam
  • Preis ca. 600 Euro

Das war Anfang Jahr eine der leistungsstärksten Zellen zu einem tragbaren Preis.Unsere Verbraucher sind im wesentlichen

  • Ein kleiner Kühlschrank, auf mäßige Kälte eingestellt, läuft dauernd
  • Der Autopilot, läuft max. 10% (ca. 20 Watt alle 10 sek.)
  • Elektronische Geräte, ca 20 Watt, 50% in Betrieb
  • Laden von Laptop und sonstigen Kleingeräten
  • Lichter am Abend, Rundumlicht (3W in jeder Ankernacht)

Eine gewisse Zeit des Tages lädt der Motor, manchmal 8 Std, manchmal auch nur ½ Stunde, wenn guter Wind weht. Eine genaue Leistungsbetrachtung stelle ich nicht an. Die Erfahrung sagt aber, dass mit der Solarzelle dieser Strombedarf gedeckt werden kann. Die Batterien werden nicht voll entladen.

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Der Navigator
Batterieleistung 2 x 65 Watt = 130 Watt, bei einem Ladestrom von 5 A. würde die Ladung 26 Stunden betragen. Die Batterien werden aber nie voll entladen. Am Morgen nach der Nacht weisen sie immer mindestens 11,6 Volt auf, im laufe des Tages steigt die Spannung durch die Solarzelle auf 12,5Volt etwa. Aber immer bei optimalen Bedingungen!Die Verbindung zwischen Solarzelle und Laderegler (FOX 220 von www.sunware.de) hat einen Querschnitt von 2,5 mm um Leitungsverluste zu vermeiden.Zusammenfassung: Wir sind bei diesen Verhältnissen mit der Einrichtung sehr zufrieden.Gerhard

Vor Insel KEA- grausige Wellen im starken Wind…

GERDI

Ums Herz ist mir’s heute schwer… mein lieber Vati hatte am 3. August, seinem 63. Hochzeitstag, einen Schwächeanfall. Mit 88 Jahren. Klinik. Inge hatte ihren 1. Tag in Pension als Lehrerin, und dann gleich so was.Wir laufen aus, Wetterbericht sagt, 3-4 Bft Wind voraus. Nach einem kleinen Frühstück mit Familienrat heißt es dann doch: Auf geht!s. Erika sagt vergnügt:„KEA will ich aber schon noch sehen. Wenn schon Mykonos und Santorin zu weit weg sind! Und Kap Sounion morgen, o.k.?“ Sie sah es nicht. Denn es kam ganz anders. Wir sahen Gischt, die von Wellengipfeln flog, zerfetzte Streifen auf die bedrohlich hoch auflaufenden langen Wellen warf. Weiß schäumend wälzten sich die Wellen, die von steuerbord vorn auf die Seite prallten und unterm Kiel sich durchgewälzt hatten, auf der Backbordseite wieder heraus. Umtost vom strudeligen Lärm dieser Naturgewalt sitze ich an der Pinne, Lifebelt in der Stahlreling eingeklinkt, Schwimmweste. Die Wellen hoben uns wohl mehr als 2 Meter steil hoch, dann auch 3 Meter, und runter! Wie spitzige Gipfel rollen sie an, gekrönt von Schaum, prallen und schmettern gegen die Bordwand, werfen die tapfere Eos auf die Seite, im Salon knarzt und quietscht die schöne Mahagonieinrichtung, wenn sich die GFK-Schale so gequetscht bewegt.Mini-Fock, 2x gerefft das Großsegel, alles nass im Cockpit, die Brecher walzen das Vorschiff, schleudern das Wasser über die Crew, das Salzwasser brennt höllisch in den Augen, jeder hilft dem andern. Ein im breiten Grätschstand eingefülltes Glas Wasser mit der letzten pfefferminzigen Menta drin weckt die Reserven. Der Blick wird etwas mutloser. Wie lange wird der Seegang noch zunehmen? Hält das 35 J. alte Schiff das aus? Werden wir heute noch ankommen? Ich steuere bis 13 Uhr, dann will Gerhard einen Kreuzschlag machen.Ree! Über die Segel! Geschafft. Wieder gegen Wind und Wellen, die Eos kämpft, aber mit derart kleingerefften Segeln läuft sie keine „Höhe“ – enttäuscht stellen wir fest, dass wir fast auf eigner Kiellinie zurücksegeln und nicht etwas günstiger das Ende der Insel erreichen werden. Nochmal einen Schlag aufs offne Meer würde uns 4 Std. kosten. Der Skipper schaltet, ungewöhnlilch bei derartigem Wind, den Volvo Motor dazu und versucht Höhe zu schinden, gegenan. Nun ist es noch ruppiger, die Wellen laufen aggressiv auf unser Schiff zu, noch 2 Segler in der Nähe, die aber viel größer und schneller sind, wer weiß wie viel PS diese Charteryachten unterm Cockpit haben.Die bergartigen hohen Wellen stoppen uns auf 1,5 bis 2 sm/h. In den Wellentälern läuft die Schraube, aber oben auf den Gipfeln taucht bei der Schräglage der Unterbauch der EOS aus dem Wasser und die Motorschraube unter mir heult in der Luft, ein jaulendes Schreien bis sie wieder eintaucht. Innen läuft der Motor heiß wie ein Kachelofen, in den Porzellanschüsseln in den 2 Schubladen drüber könnte man ein Ei garen! Tosende Ungetüme verdecken längst die Kimm, den Blick auf den Horizont, der sonst eine Horizontale zeigt, wenn auch zackig vom Seegang. Wie damals 1976 vor Malta in der 7,50 m kleinen Delanta. 480 sm von Insel Paxos nach La Valetta. Die EOS rollt, legt sich auf die Seite, Fenster überspült,steht tapfer wieder auf, schüttelt sich, verharrt 2-3 sec auf dem Wellenkamm, um dann erneut abzutauchen, eine Art Achterbahnfahrt. So ab 17 Uhr legen Wellenhöhe und Windstärke stetig zu – ich bekomme nach diesen 9 Wochen auf See zum ersten Mal Angst, ob die Eos auch wirklich immer wieder „auftaucht“- unbeschadet. Und ich bete. Erika vertraut voll „auf den Papa“, ihr seid die Segler, ihr werdet schon wissen, wie man das macht! Aber auch der Papa hat diesen Seegang mit diesem Schiff noch nie erlebt. Und Erika blieb tapfer, keine Klage, keine Seekrankheit, kein „Jetzt langst’s mir“! Sie geht auch kurz an die Pinne, wenn Papa und Mama mit Segelmanövern 4 Hände voll zu tun haben, holt die Schot dicht, winscht die Fock. Es kam bloß ein klein wenig kleinlaut, dass sie das morgen nicht noch mal haben will. Lieber fährt sie mit der Fähre weiter.Gegen 17 Uhr nahmen wir die im Seegang stützenden kleingerefften 2 Segel herunter, wobei Gerhard gefährlich, wenn auch angeleint, am Mast vorne in den überkommenden Seen turnt, was mir immer wieder von Neuem Sorge macht. Fast alle anderen Segler bleiben heutzutage beim Reffen im Cockpit, lassen das Groß locker in den „Lazy Jack“, eine horizontale Stofffalte am Großbaum fallen oder rollen es in den Baum oder vertikal in den Mast ein, ein Kinderspiel.Voll gegenan mit kraftvoll laufendem Motor (Supermaschine!) bei heulendem Wind und schrillem Gepfeife in den Wanten erreichen wir „schon“ gegen 18 Uhr heil die etwas windgeschützte Bucht. Erst schleift der Anker, das Ausbringen der Leinen an Land mit der Maroni wird schnell abgeblasen. Kurzerhand dient uns ein Schlepper als Nachtschutz, wenn er auch mit den schwarzen Autoreifen-Fendern unsere Bordwand beschmutzt und unser Brett, die Gangway, aufscheuert. Wir bringen die nassen Sachen raus, hängen die salzweißen Schwimmwesten in den Wind, geben die durchweichten Küchenrollen vom Stauraum unter den Bodenbrettern in Mülltüten an Deck, Gerhard lenzt etliche Liter Bilgenwasser, holt die Kette, 50 m!, aus dem Bug-Ankerkasten, es ging nichts kaputt, kein Glas, kein Teller, alle Fotos bleiben an den Salonwänden, nur den Glasschirm der Petroleumlampe hatten wir im Bücherfach in Sicherheit gebracht.Nach 12 Minuten steh ich am Petroleumherd, brate rotviolette köstliche Zwieblen und Knoblauchwürfele in Olivenöl, schnippele Tomaten, frische Basilikumblätter, finde Nelke, Lorbeerblatt, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Chili aus der Mühle, Zucker, Worcestersauce, Origano Zitrone gepresst, etwas Rotwein dazu – die Tomatensauce arrabiata ist fertig und gleichzeitig die Spaghetti. Erika will Zatziki als Vorspeise (Schafsjoghurt, Zitrone, gehobelte Gurke, Knoblauch, 1 Tl Zucker, Salz, 1 Tasse Dill). Und Gerhard will griechischen Salat. Kein Problem, schneeweißen Feta-Käse drüber — Köstlich.Draußen geht grad sagenhaft groß der Vollmond auf. Eine Bucht ist was Wunderbares.Wir schlafen alle 3 gut. Es ist vom Nordwind kühl, Erika schläft das einzige Mal in 10 Tagen Urlaub nicht an Deck unter freiem Himmel, sondern innen. Ein Wermutstropfen: Vati wird verlegt, ins Nürnberger Nordklinikum. Wir hoffen, dass sich mal Geriatrie-Ärzte um ihn kümmern.

Von Zakynthos nach Serifos in den Kykladen

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Hausarbeit
In Zakynthos schwebte unsere Erika mit dem Flugzeug ein, vom kühlen Norden ins brütend heiße Mittelmeer. Nach dem ich nach mehreren Gängen erfahren hatte, dass EOS mit einer Länge unter 10 Meter zu den „small craft vessels“ gehört und kein „Transitlog“ benötigt, steht der Weiterreise in Griechenland nichts Behördliches mehr im Wege. Noch am gleichen Tag verlassen wir die Insel, machen einen Halt in Kyllini, einem Fährhafen (mit einem ausgezeichneten Gartenlokal, man spricht deutsch) und fahren nach Mesolongion. Das kennen wir von früheren Reisen. Die Hitze ist drückend und so bleibt unser Aktionskreis auf die Hafenumgebung beschränkt.Auf der nächste Strecke zur Insel Trizonia bläst uns der Wind voll ins Gesicht und das mit 5 Bft. Eine unangenehme Motorfahrt liegt bei Ankunft in der ruhigen Bucht auf dieser Insel hinter uns. Zikadengezirpe, ein Landgang mit Inselerkundung und Abendessen in einer Taverne am Wasser und der Ausklang auf dem Schiff mit Wein und Nüssen runden den Tag ab. Noch ein Stop in Kiato, einer quirligen Stadt auf dem Peloponnes mit gutem, großen Hafen und wir warten auf die Einfahrt in den Kanal von Korinth.

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Im Kanal von Korinth
Die Abfertigung erfolgt in Rudeln, immer eine Gruppe nach Westen, dann eine in die Gegenrichtung. „EOS, come in with maximal speed” tönte es auf Kanal 11. Ok, Vollgas und wir sind im historischen Kanal. Die Fahrrinne ist etwa 15m breit und die Sandsteinwände ziehen sich 80 m in die Höhe. Es ist angenehm kühl hier unten. Eie Brücke wird von Bungeespringern genutzt. Nach einer ¾ Stunde ist das Erlebnis vorbei, noch 119 € zahlen und die Ägäis empfängt uns mit heftigem Rückenwind.Eigentlich sollten wir gestern schon auf Hydra ankommen, aber ein Tankstop hat uns aufgehalten. Poros liegt herrlich an einer schmalen Durchfahrt zwischen der gleichnamigen Insel und dem Peloponnes. Viel zu schade um nur Diesel zu tanken. Leider wirft ein benachbarter Segler seinen Anker über unsere Ankerleine. Trotz vieler Bemühungen kommen wir nicht klar. Schließlich kehren wir zum Ankerplatz zurück, Erika steigt als Helferin aufs Verursacherboot (der Skipper ist alleinig) sie holen ihren Anker noch mal auf und wir können problemlos unseren Anker einholen. Jetzt habe ich nach diesem kräftezehrenden Aktion keine Lust mehr zur Weiterfahrt und so ankern wir in einer benachbarten Bucht. Entschädigt werden wir mit der Sicht auf Poros im Abendlicht und einem orthodoxen Kirchengesang von unglaublicher Schönheit.

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Gasse in Hydra
Anderntags schieb uns ein kräftiger Rückenwind am Morgen nach Südost, Hydra, zu. Der kleine Hafen platzt aus allen Näten, die Touristen schieben sich den Uferweg entlang. Ein Kreuzfahrtschiff entlässt eine große Gruppe Asiaten. Departure 13.55, informiert die Gäste am Schiffsausgang. Schön ist dieses Städtchen auf der kahlen Insel schon.Ich bin gespannt auf den Wind, der uns erwartet. Die Ägäis ist gesprenkelt mit hohen Inseln. Das verursacht zwischen den Inseln eine Zunahme der Windstärken und bei starkem Wind erhebliche Fallböen auf der Leeseite von Inseln. Wie gesagt; Ich bin gespannt!GerhardUnd hier die Bilder:

Von Leuca in Italien nach Zakynthos in Griechenland

Wind und Motor haben uns schneller als gedacht ans Ziel gebracht. Die nächtliche Einfahrt nach Lefkas von Norden ist etwas kompliziert, zumal die Einfahrt derzeit geändert wird. Aber mit starkem Scheinwerfer und langsamem Tempo war das kein Problem. Die Drehbrücke öffnete und wir fanden kurz dahinter einen angenehmen Liegeplatz längseits einer Kaike. Anderntags konnten wir endlich in Lefkas unsere Wäsche waschen lassen und einkaufen. Dann, nach dem breiten Kanal, der das freie Meer nördlich von Lefkas mit de eher geschlossenen Ionischen Inseln verbindet, schlängelten wir uns durch dieses schöne Segelrevier (das wissen andere Segler auch, der Betrieb ist entsprechend). Zwischen der Insel Lefkas und Kephallonia blies der Wind mächtig dagegen und warf Spritzwasser über die EOS. Wir hatten aber keine Lust, dagegen anzukreuzen, so trieb uns der gute Volvo mit 2000 Upm weiter. Die Bucht Polis im Nordosten von Ithaka bot einen ruhigen Ankerplatz. Der Grill bescherte saftige Lammstücke und wir aßen uns in die Nacht, über uns der herrliche Sternenhimmel. Früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang waren wir wieder unterwegs zwischen Ithaka und Kephallonia, Erst die freie Seestrecke zwischen Kephallonia und Zakynthos lieferte uns Wind, diesmal von der Seite und EOS rauschte unter Vorsegel dem Ziel entgegen.Und jetzt liegen wir unangenehm eingeparkt zwischen anderen Schiffen im Hafen von Zakynthos. Wir warten auf Erika, die am Dienstag hier einfliegt.Gerhardund hier die Bilder:

Nix wie weg

Gerhard dichtet früh um 7 den erst eingebauten Kraftstollfilter neu ab. Dann bekommen wir vom Käptn der Nachbaryacht den Wetterberichtr vom Internet: Sonntag Starkwind, 35 kn. Bisher hatten wir „nur“ 17-20 – Nix wie weg. Beide legen wir nach 10 Minuten ab. Zeit gewinnen für Erikas Ankunft am Dienstag.Ziel ist Levkas. Wird gegen 1 oder 2 nachts sein. Da werden wir vor der schwarzen Drehbrücke warten müssen.

Jassu

Jassu efcharisto. Hier in Korfu versteh ich nix mehr.Oichi = neinNe = jaTa’xì = o.k.Kalimera, kali spera, kali nikta = guten Morgen, guten Abend, gute Nachtparaka’lo = bitteGala = milchpro’mi = Brotpsari = Fischne’ro = wasserlogaria’smos = Die Rechnunggramma = Briefpu? = wo?opu? = wohin?simera = heuteavrio = morgenor’ea = schönka’kos = miesistjo’foros = Segelschiffti’fon = SturmSeit vier Wochen such ich vergeblich eine Wäscherei! Für Frottés, Kojenlaken…30 Grad im Salon.