Aus dem grünen Birkenwald in 4 Std. bis Reposaari

Himmelblau, überm Festland schneeweiße Cumuluswölkchen wie gemalt… Geruhsame Segelei zwischen roten und grünen Pfosten im Meer. Die Einfahrt zwischen den Steindämmen der Marina zeigt am Echolot nur 0,8 m unterm Kiel an… Wir fassen mit unsrem neuen S-förmigen Bojenhaken die Boje und machen an der Hafenmauer fest.

Am Kiosk gibt es eine Waschmaschine und einen Trockner. Nach 10 min. wirbelt unsre Wäsche in der Trommel, aber es dauert 1,5+1 Stunde.

Ein Laden im Dorf hat Sonntags geöffnet. Ich kaufe Rindsgulasch, Bandnudeln, frische Erbsen und Erdbeeren ( und Sirup aus schwarzen Johannisbeeren wie damals im schwedischen Blekinge). Kochen an Bord. Ein leckeres Abendessen.

DSC_1296DSC_1297

Leider gelingt es niemandem, uns Internet aufs Smartphone zu bringen trotz Code und Bemühens…  Also wieder kein Senden unsres fertig geschriebnen Blogs nebst Fotos möglich.

Es sind im höheren Norden nun fast keine Segler mehr unterwegs, aber viele kleinere Motorboote. Eine finnische Yacht kennen wir von Uusikaupunki, dann kommt noch die Vindö LILO mit den Allgäuern, die 15 Std. von Uusikaupunkti nonstop hergesegelt sind. Die flachen grünen Wäldchen sind nun überm Horizont die einzige Abwechslung. Im Dorf Naturwiesen, blaue Platterbse, meterhohe lila Disteln wie in Buffalo Bay in Griechenland im Mai…. Natur pur, Schwalben verjagen eine Dohle im Sturzflug, Bachstelzen spazieren wie Diven am Kai…keinerlei Touristen, aber zur Blaubeerernte kommen viele Thais zum Pflücken!

Ab 21 Uhr wird es immer kalt! Die Finnen ziehen lange Hosen, Wolltroyer und Mütze an und kommen mit dicken Anoraks und einer Tasse heißem Tee aus der Sauna zum Boot..  2 Std. vorher baden sie noch im Meer …auch wir ahmen das nun nach. Im Hafen schwamm ich um 5 bei 18’C kaltem Wasser, jetzt um halbelf läuft der Heizlüfter. Es soll 11′ nachts und morgen 14’C am Tag in der Region PORI geben.

DSC_1299

Das ist der Hafen um Mitternacht….

Wieder 6 Stunden nach Norden

Immer an den Baken entlang, alles unter Segeln! Aufpassen, denn neben der “ Spur“ sind es nur 3 m Wassertiefe…und Felsen!!

Westlich von Hyviluoto, nördl.v. Pirskeri biegen wir ab und steuern zum Insele Kinnaskeri: kleiner feiner Club mit 6 Bojen am Steg in Ryöväskeri. Im Clubhaus sind sommers bis zu 60 Kinder und Teenies zum Segelunterricht. Opti, Jollen, Kajak. Schulbänke und Tische, Flipchart, Stockbetten, Edelstahlküche. Dahinter grüner Märchenwald mit Moosen, dichten Flechten auf turmhohen Birken, Naturwiesen mit mannshohen Gräsern und einer unbeschreiblich vielfältigen Blumenpracht und saftigen Brennnesseln. In Uusikaupunki machem sie Kuchen wie Quiche daraus. Bachstelzen und bunte Singvögel zwitschern, braune Schmetterlinge umschwirren die pinkrosa Lichtnelken und blauen Ehrenpreisblüten …zauberhafte Wildnis. Auf dem gepflasterten Hubschrauberlandeplatz ist Raum für unsren Quickstep😉☺

DSC_1293 DSC_1294 Gerhard baut die aufsteckbare Bugleiter über dem neuen Anker um, mit der man vom Schiff auf den 1 Meter tiefer liegenden Steg klettern kann.

So lange der Wind bläst, kommen die Schnaken noch nicht raus😕. Wenn Gh wieder Internet hat folgen seine Fotos von der Waldwanderung!

Samstag,22. Juni. Stürmisch die ganze Nacht. Unruhig der Schlaf bei Seegang und Windgeheul…14’C hat es nur noch… In Dtld 40′.
Wir dürfen noch 1 Nacht bleiben im priv. Clubhafen,inzw. 8 Boote. Wieder waren wir auf dem Helkopterlandeplatz Tanzfiguren üben😉. Vorher lud man uns auf 2 überm Gasfeuer gebacknen Pfannkuchen ein, wir schenkten 1 Fl. Weißwein, der hier 20€ kosten würde. Alle können Englisch, die älteren bissle weniger, aber genug zum Fragen u. Antw. Der Wind mäßigt sich grad auf 3-4, aber er “ spricht“ noch energisch. Windige Nordgrüße bei 15’C. Gerdi
Kennt ihr Wachtelweizen? Hier ist der lichte Birkenwald voll davon!

DSC_1294

8 Std. sportliches Segeln bis Rauma

DSC_1287.JPG…erst im 3. Mini-Clubhafen Kuskaari kommen wir rein, sooo flach.😕🤔🙄😒   da aber ganz romantisch vor Fels und Holzsteg an Boje, nur ein Anlegesteg, kein Hafen…dafür aber ganz alleine mit Seeschwalben. Wolkenhimmel. Beim Baden 19’C im Meer! Die wilde trommelverstärkte Sonnwendfeier- Discomusik kommt abgeschwächt über den Schätenbuckel. Wir nützen die Holzterrasse vor dem Clubhaus zum Üben unsrer Tanzfiguren.  😉  Ruhiger Abend vor Sommeranfang.

15610630673611561063079695

Ålandinseln…bis Uusikaupunki

7 Sunden Segeln mit Rundumsicht auf Wälder und flache Schären…bis Uusikaupunki.☺ Hafen.

Ein toller Name, heißt “ Neustadt“ Nystad. Unglaublich fremd die finnische Sprache…

DSC_1282

_20190619_215239 Beten und Singen in den beiden Kirchen. Am Abend genießen wir allerfeinsten Lachs, kaltgeraucht, geräuchert, und Matjessillfillet und Gurke. Mmmmmh. Morgen nach Rauma.

Traumreise zwischen Felsen und Wald. Ankern in Buchten

Gerdi, 16. und 17.Juni

Wir segelten am 16.6.  fünf Stunden durch die zahllosen grün bewaldeten Schären. Bis Lillandet. Am Abend kochte ich in der Ankerbucht im Wok Hühnchen-Curry mit Gemüse und Basmatireis, was wir stilvoll mit Stäbchen verspeisten. (Gh ruderte erstmals das Schlauchboot ans Ufer und erstieg den Felsen.)

IMG_4931

 

Am Montag, 17.Juni, segelten wir acht  Stunden im Sonnenschein, wir sind so dankbar für das sommerliche Wetter. Ich putze nach 3 Stunden am Ruder das Innenschiff gründlich mit Neutralseife, Zahnbürste, Wildleder…, die Noppen am Lederpolster sind gemein verstaubt… Alle Fenster erstrahlen… Zur Belohnung der konzentrierten Pricken-Reise  fanden wir erneut einen schönen Ankerplatz, östlich der Insel Langstet. Unbeschreiblich diese Stille…. Nur Seeschwalben und ein Taubenpaar hört man….. Es gab meinen orientalisch gewürzten Linsen-Eintopf, vegetarisch… Beim Baden ist’s mit 16° noch recht kalt…

In 4 Tagen ist Juhannu, Sonnwendfest.DSC_1268

 

Nebel, Sonne, Ankerglück

Gerdi, am Samstag, 15. Juni 2019, im Nebel….

Als ich um 7 aufwache und zum Bugfenster rausschaue… seh ich gar nichts. Alles ist grau. Nebel, so dicht, dass ich nicht mal die Hafeneinfahrt erkennen kann. Keiner läuft aus. Gerhard fährt mit einem Leihrad in die Stadt und will den doch nicht für den Optimus-Kocher geeigneten Brennstoff (10 Liter) im Malerladen zurückgeben. Der hat zu… Ein Lidl lockt mit frischen Croissants, Brezen, Ciabatta… und es gibt sogar Nürnberger Rostbratwürstle.

Ich laufe zum Duschen, eine Deutsche von der 12m-Yacht Lucy berichtet, dass sie den ganzen gestrigen Nebeltag von Helsinki hoch nur nach GPS und mit Radar ohne Sicht nach Hanku gefunden hatten. Nie so dichten Nebel erlebt, auch nicht am Weg hoch zu den Lofoten…

Sollen wir bleiben oder doch raus?

An der Tankstelle fragt Gh. erneut nach Petroleum, und, o Wunder, ja, das hat er immer da…! Für die Schiffsheizungen und Kocher… Schon sonderbar, dass das bislang keiner in Finnland wusste. Der große 10 l-Kanister mit der rosa Flüssigkeit wird noch mit uns an den Bodensee zurückreisen:-)

Mittags um 12 sehen wir ein Boot nach dem andern im Nebel durch die enge Einfahrt zwischen den Felsen kurven, in S-Kurven eng um die Pricken… Da lösen auch wir unsere Festmacher vom Steg und laufen aus, die Vindö Lilo vor uns. Vorsichtig um die Stäbe rum…Draußen kaum Sicht, fast beängstigend, wie mal hier mal da kleine Inseln oder runde Felsrücken aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden. Wind NW 1… Keine Gefahr…Da links kommen uns 2 Segelyachten entgegen, rechts ein Motorboot. Kein Laut, der Nebel verschluckt alles…. Exakt nach der von Gh. programmierten blauen Linie auf dem kleinen Smartphone (fixiert auf dem biegbaren Dreifuß/Klammeraffe eines Kameraständers) steuere ich die EOS mit Motor an dieser Lebenslinie entlang. Beide Augenpaare blicken hoch konzentriert in das weiße Nichts… Pricke rechts, Pricke links lassen, da vorn müßte eine schwarzgelbe kommen, pass auf, siehst du schon eine rote?

Um 13.30 T querab, Fock und Groß gesetzt. …um 14 Uhr O querab, Der Nebel ist weg!!! Wie ein Wunder: zum ersten Mal blaues Meer wie in der Ägäis…!!!! Raus aus dem Ölzeug!

Klar präsentieren sich die pittoresken rosabraunen Schäreninseln im Meer…. ein Traum! Wechsel an der Pinne, Gh. löst mich ab. Voller Glück saugen wir diese herrliche Ansicht in uns auf- unter weißen Segeln zieht die EOS ihre Bahn, nun ist sie voll in ihrem Element. Ich kredenze Kaffee mit Buttercroissants. 16.20 Arngrünnan querab, Bft 1-2 W. Wunderschön…- sprachlos begeistert. Nach 25 sm steuern wir eine flachere Bucht zum Ankern an. Rundum dichter Wald aus Fichten vorn Kiefern und fast bis zum Schilfrand weißleuchtende Birken, ein Weißkopfadler kreist über uns und breitet seine riesigen schwarzen Schwingen aus, ein zweiter kommt, 2 Seeschwalben attackieren sie im Flug… Anker ab nach 5 ½ Std. Fahrt, Stille. Noch 2 sm dann hat die EOS 1000 Seemeilen gemeistert.

Die Sonne scheint warm, 22 °C…ich messe sofort die Meerestemperatur: 15 °C. Raus aus den Kleidern, rein ins Wasser an der Badeleiter. Herrlich! Erfrischend! Klar wie Quellwasser, kaum salzig, aber zum Schwimmen zu kalt. Wir lassen uns in der Sonne trocknen…Gh heizt den Grill am Heck an für die Bratwürstle, ich bereite Gurkensalat mit viel frischem Dill und Griechischen Salat mit roten Zwiebeln, Paprika,Tomaten und Gurke zu. Blumen am Tisch, richtig festlich. Wir beten und danken, dass Luci wieder von der Klinik heim durfte (Norovirus).

Im Cockpit flöte ich noch eine halbe Stunde Volkslieder aus dem bayerischen Liederbuch… Abendstille. Ein riesiger Vollmond steht gegenüber der Sonne, die um 22.30 in die Baumspitzen taucht. Es ist auch jetzt um 23 Uhr richtig hell… Das Vollmondbild ist um 00.20 fotografiert!

Und hier kommt die Foto-Galerie von Gerhard!

Zum Schluß die Bucht im Sonnenschein, ganze Nacht.