61. Zum sagen-umwobenen Fluß ACHERON

Heute ist der 18. September. Voller Spannung warten wir auf die Geburt des 1. Enkelkindes… Heute haben wir 30 Seemeilen vor uns. Inzwischen sind wir 2015 1820 km weit gefahren und gesegelt, die Hälfte unter Segeln!

Gerhard startet um 7, Frühstück auf See. Kein Wind. müssen den Volvo -Motor bemühen. Gegen Mittag nähern wir uns den uns schon von 2011 bekannten fast senkrechten Felsen am „Eingang“ zur großen Sandbucht. Ich biege ums Kap und da liegt vor uns die schmale Mündung des in der Odyssee beschriebenen Flusses STYXX, dahinter der Eingang zum Hades!

Mit Sorgfalt taste ich mich in die Flußmitte, 2 m Wassertiefe, Schilf zu beiden Seiten. Wir kennen das schon, es wird am Rand auch mal flacher. An den Fischerbooten tuckern wir vorbei   und sehen 3 Segelmasten zur Linken, ein neuer Ponton mit Edelstahlringen zum Festmachen. Das können nur Deutsche angelegt haben, so ist es auch.:-) Saubere Arbeit, sogar ein Wasseranschluß, 10€ die Nacht, sagt der Feriensiedlungsbesitzer. OK.

Das erste Bad im Süßwasser, bei 17°C ist das ein Erlebnis nach der 40°-Hitze und dem 26° warmem Meer draußen. Aber Festhalten ist wichtig in der Strömung. Man würde schnell abgetrieben im Fluß. Die EOS fängt an abzukühlen, es bildet sich Schwitzwasser im Topffach, an der Bordwand runter läuft es (innen) zum Kiel, der Teppich wird nass. Befremdlich, aber physikalisch logisch. Im Kajütbereich erfrischende 23°, aber schnell die Moskitonetze überall vorspannen, denn die vielen großen Schnaken kennen wir von der Donau 2014.

Wir bummeln zur Mündung und zum roten Sonnenuntergang…

Dann klingelt das Telefon!!! Unser Sohn, tief bewegt…

Das Baby ist da!!!!Emil Tomte.

Hoch soll es leben, Gottes Gnade soll es beschützen, die Eltern sollen ihre Freude bewahren.

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EMIL ist da,18,9,15

Zum Abendessen kehren wir in eine der vielen fast leeren Tavernen ein. Man sieht nur noch Deutsche. Wir lassen uns die zarten kleinen Calamari vom Grill schmecken, Vorspeise gegrillte kleine Paprikaschoten.

Am 19. Sept. fuhren wir mit Außenborder im Schlauchboot den Acheron-Fluß hoch und ich paddelte stromabwärts die 3 km  wieder zurück, mit weißen Reihern, türkisblauen Eisvögeln, einem flinken Biber, elegant kreisenden Greifvögeln, munteren Schwalben, Beutel-Meisen und ihren im Baum hängenden Beutel-Nestern, Libellen, Schmetterlingen, reifen Brombeeren zwischen Schwarzerlen, Weiden, Platanen und sogar Feigenbäumen bis ins Wasser, Totholz, abgestorbene Bäume, Seerosen- eine Mischung aus Schussen, Rednitz und Donau.

Die Fotos bis hierher, Klick

Die Reisestrecke: Klick

und schließlich die Flusstour: Klick

60. Von Amphilochia flott nach Preveza gesegelt!

Amphilochia. Wie 1987. Wir legten längsseits am Kai an, eine Schweizer Mietjacht mit uns. Die Promenade überrascht uns mit saftig grünen Rasenrabatten und Blumen. Wir bekommen in einem Supermarkt köstlichen frischen Feta aus dem Faß zum Probieren, wunderbar!

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Beim Rückweg entdecke ich einen besonders schmalen Kanister, der könnte in die Nische passen neben Hundekoje und Motorblock. Als Sammelcontainer für leere Bierdosen, PET-Flaschen, Milchtüten. Gerhard schnitt den Deckel oben ab-passt!!!

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image3Das Schwimmen im nachtdunklen Meer bescherte uns- nach der großen Schildkröte am Morgen!- noch das Wunder des hellgrünen Leuchtens, am Morgen legen wir aber ab um 9 und wir haben einen wunderschönen Wind ab 12 Uhr mittags!

Bei Seegang gibt's nur Feta+Oliven!
Bei Seegang gibt’s nur Feta+Oliven!
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Die Schweizer Crew mit Beatrice

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Groß und Fock, Schräglage, einfach himmlisch. Die Schweizer Crew segelt mit uns, fast wie eine Ragatta – und ich steuere die EOS von  an der Pinne, segle jede Bö aus- und trotz nachgeschlepptem Schlauchboot ist unser 41 . altes 6 t schweres Schiff bestens unterwegs. Fast überhole ich die graue stolze moderne Yacht. Das war ein Spass! Nach 8 Stunden beenden wir diesen sportlichen Segeltag und werfen in der Bucht vor Preveza den Anker. Ich koche köstlich gewürztes Ungarisches Gulasch mit Kartoffeln, in Butter braun geröstet. Zum Dessert schmausen wir süße griechische Weintrauben. Schöner Ankerabend vor den Lichtern von Preveza, ca. 12 Ankerer mit uns.

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59 …und das Meer leuchtet doch!

Kein Hinweis im Internet, auch sonst nirgends. Wie vor 25 Jahren als wir hier waren, phosporiziert das Meer nachts.

Wir schwimmen nachts, jeder Schwimmzug hat eine grüne Leuchtspur zur Folge. Beim Paddeln mit der MICRO EOS wirft der Bug eine grüne Bugwelle auf. Auch ein Taucher bliebe in dieser Bucht nicht unbemerkt.

Auch sonst ein Erlebnis in der nächtlich dunklen Bucht bei spiegelglattem Wasser zu paddeln.

Leider unmöglich, dieses Ereignis zu fotografieren (auch nicht mit höchstem ISO- Wert.

Amfilochia, eine ganz normale Stadt mit einer schönen, nächtlichen Besonderheit.

58. Lefkas, ein Stückchen Meer und dann der Ambrakische Golf

Sonnenaufgang Lefkas D-Marina, zum Kanal
Sonnenaufgang Lefkas D-Marina, zum Kanal freier Blick
Fast einsam liegt die EOS ganz am letzten Steg-Eck, Blick zum kanal
Fast einsam liegt die EOS ganz am letzten E-Steg-Eck
Hinter uns Mastenwald, viele Charter-Flotillen, Bavarias
Hinter uns Mastenwald, viele Charter-Flotillen, Bavarias

Marinas sind nicht unsere Sache, zu quirlig, zu eng, aber wir haben einen Platz fast alleine ganz außen am Steg und da streicht der Wind durchs Schiff. Und zwischendurch brauchen wir auch mal eine Wäscherei, Strom und Wasser und eine Stadt in der Nähe. Also bleiben wir in der luxuriösen Marina Lefkas 3 (teure) Tage.

Mastenwald (1024x683)
Weiter durch den Kanal von Lefkas. Eine „Fähre“ trennt die Insel vom Festland. Nur dem Gesetz nach ist es eine Fähre: FB Santa Maura. Sie dreht sich um einen Pfahl in der Kanalmitte. Somit wird Lefkas zur Insel und erhält Steuervorteile. Dann segeln wir ein Stück Meer und wieder durch eine gebaggerte Fahrrinne nach Preveza. Ankern hinter der Stadt.
Tags darauf langsames Motoren und herrliches Schmetterling-Segeln mit achterlichen 4-5 Bft bis zum Inselchen Vouvalos.

Die zufriedenen Segler (1024x683)

Einige noch kleinere Sandriffe umgeben unseren Ankerplatz. Nur selten verirrt sich eine Jacht in den hinteren Teil des Golfes, dabei ist er so schön! Etwa so groß wie der Bodensee, aber viel reicher gegliedert. Flussmündungen, Inseln, Buchten, Orte. Unsere Inselchen liegen weit draußen, kein Schiff, kein Ort weit und breit. Außerordentlich schön hier. Abends liefert der Grill 2 Steaks und Gerdi in der Küche einen bunten Salat. Ein wunderbarer Abend. Die feine Mondsichel erscheint am westlichen Horizont und dann das gewaltige Firmament, ungestört durch künstliches Licht. Ich schlafe auf dem Dach der Kajüte und möchte eigentlich nicht schlafen, sondern nach oben sehen. Der Wind streichelt, die Temperatur hat sich auf angenehme Werte gesenkt. Am Morgen das gewaltige Schauspiel Sonnenaufgang. Erst graut der Osten, dann wechselt es ins Rötliche über den Bergen, dann ins Blutrot, schließlich folgt Gelbrot und dann scheint die Sonne über den Horizont.

Die Sonne geht auf (1024x683)
Mit MICRO EOS paddle ich auf die Insel. Ein weiter Kieselstrand, an den Enden Sandkliffs und dahinter eine spiegelglatte Lagune.

Am ruhigen Morgen, die Lagune zwischen den Inseln (1024x683)

Zwischen mir und dem Sonnenaufgang schwimmt unsere EOS auf kleinen Wellen. Gerdi empfängt mich mit Flötenmusik bei der Rückkehr.

Gerdis Fotos: …..und danach der Rest v.Text

Wie der fliegende Hund in
Wie der fliegende Hund in „Unendliche Geschichte“-wie hieß er?
Ankern ist zauberhaft, am Abend wie am Morgen, auch wenn's schaukelt
Ankern ist zauberhaft, am Abend wie am Morgen, auch wenn’s schaukelt
Traumhaft, einsam, wunder-sam der Morgen
Traumhaft, einsam, wunder-sam der Morgen-hinter dem schmalen Sandstreifen das Meer!
erstmals Kotelett statt Halsgrat
erstmals Kotelett statt Halsgrat

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Sonnenaufgang um 7
Sonnenaufgang um 7
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Nein, kein Sonnenaufgang auf See ist „gleich“-immer ein Wunder!

Frühstück auf See, während der Automat die EOS übers leere Meer steuert. Ziel: Amfilochia. Hier waren wir mit den Kindern und MARION vor 25 Jahren. Durch einen unterirdischen Vulkanausbruch phosphorizierte damals das Wasser. Jeder Paddelschlag, jede Fischbewegung hatte eine grün leuchtende Spur zur Folge. Das Wasser in der Pumptoilette leuchtete grün. Ein einmaliges Schauspiel. Wie uns unser Segelnachbar sagt, gibt es dieses Schauspiel nicht mehr. Schade.

(PS:doch. siehe neuerer Blog)

Hier die Reisestrecke auf Google Earth: Klick

Und hier alle Bilder: Klick

57. Von den geschenkten Briefmarken…

Am Samstag wollte ich das neu gekaufte Baby-Hösle verschicken. Aber nirgends konnte ich Briefmarken kaufen, bei keinem Postkartenladen, keiner Buchhandlung, keinem Souvenirshop- und die Post macht erst am Montag um 9 Uhr wieder auf.

Baby-Hösle

Da lag es nun, das Geschenk zur Geburt des 1. Enkelkinds, so nett: mit der ganzen Familie Wal drauf appliziert: mama, Papa, Kind- die Sea-Family… und keine Chance, das Packerl nach Augsburg zu schicken 😦

Ich malte den kleinen Bub im Strampelanzug auf das große Couvert und lief zum Marina-Tower. Die junge Frau im Büro oben gab mir gleich zu verstehen: „We don’t sell stamps, Madam!“

Baby-Post (2)
Baby-Post…ohne Briefmarken
Noch' n Fisch fürs Kind!
Nun mit Briefmarken! und daneben das Täschle

Da legte ich den Umschlag mit dem Bild vor sie auf den Schreibtisch, erklärte, daß ich gerade Oma geworden sei- sofort leuchtete ein Lächeln in ihrem Gesicht, sie zog eine Geldbörse hervor, gab mir für 4,20 € Briefmarken – und nahm kein Geld. Nur den Namen der Segelyacht wollte sie wissen.

Herzlich bedankte ich mich für das doch unerwartete Geschenk.

Ich klebte gerade die 7 Marken auf- da forderte sie mich auf, noch zu warten. Sie würde was von oben holen – für größere Kids. Und dann schenkte sie mir einen kleinen Segeltuchbeutel mit farbenfrohen Fischen drauf.

Hätte ich das Bild nicht auf den Umschlag gemalt – und nur nach Marken gefragt- wäre ich um ein schönes Erlebnis ärmer geblieben.

56. Nach Regen wieder Sonnenschein: Palairos bis Lefkas, Marina

Stürmisch das Meer-vor unsrem Boot, hinter der Hafenmauer
Stürmisch das Meer-vor unsrem Boot, hinter der Hafenmauer
Berge in Wolken- nach 120 Tagen ein Schauspiel!
Berge in Wolken- nach 120 Tagen ein Schauspiel!
Palairos: Wind+Wolken
Palairos: Wind+Wolken
Cumulus!
Cumulus!
Diese Wolken künden den wind an!
Diese Wolken künden den Wind an!

In der Zalanda-Bay (das Dorf heißt Palairos) sah es zeitweilig aus wie in Deutschland am Bodensee: grauer Himmel, weiße Cumuluswolken, Regenschauer, viele Schirme, Leute im Regencape, Anoraks, Strickjacken, die Hungrigen aßen unter den tropfenden Zeltdächern ihr Gyros, wir tranken unseren (köstlichen) ESPRESSO innen in einer Café-Bar, dem Gormè.

Lefkas (3)

Blitze erhellten die Nacht erneut, aber nun fiel kaum Regen, Lefkas war sekundenlang beleuchtet vom himmlischen Licht.

9/11   – ein furchtbarer Tag in unsrer Erinnerung… Die zerstörten Towers in N.Y.- ich bin am Abend froh, dass unser 1. Enkelkind nicht schon heute zur Welt kam, kein schöner Geburtstag…

Um 10.30 Uhr Ankerauf in Palairos, wo wir nun bemerken, daß die herbstliche Nachsaison begann. Viele reisen ab, aber manche starten bewußt erst nach der zu heißen Zeit. Wir segeln mit raumem Wind die Küste hoch unter Wolken, der Wind nimmt zu, als wir schon den Kanaleingang nach Lefkas-Stadt sehen können. Gleich schiebt die EOS kräftig Lage, nur unter der Fock zischt das Boot durch die Wellen. Alle Segler bergen nacheinander die doch so schön prall mit Wind gefüllten Segel: die ersten beiden Bojen der engen Fahrrinne begrüßen uns! Vorsicht ist ratsam, an den Seiten ist nur 1-2 m tiefes Flachwasser!!! Wie eine Lagune, Sand. Ein elegant wie in zeitlupe fliegender grauer Kranich grüßt uns- wie an der Donau vor 1 Jahr !

Südliche Einfahrt in den engen Kanal
Südliche Einfahrt in den engen Kanal
Nordwärts den Lefkas-Kanal hoch
Nordwärts den Lefkas-Kanal hoch

Die D-Marina sahen wir erstmals auf dem Foto der feinen türkischen Didim-Marina in Turgut-Reis! Pontons mit Moorings, Wasser, Strom, mit Toiletten+Duschen, Tavernen, Marine-Läden an Land. Viele Österreicher kommen an mit Koffern und prallen Segeltaschen, viele Briten reisen ab. Meist treffen nun Senioren und ältere Paare ein, die die heißen Temperaturen scheuen…Mit Kleidern, Hut und handtaschen geht man am Abend zum Essen in die Lokale draußen, nun schon mit Wollstola und Merino-Jacke.

Wir probieren zum ersten Mal (!) unsere in Patras erworbene neue Bug-Leiter aus, mit der man, wenn man mit Bug am Ponton anlegt, auch tief runterklettern kann:

Neue Bug-Leiter

Lefkas gefällt uns wie früher, wir kennen es von 1985 bei unsrer 2-Mann-Überführung der SY „Sunrise“ Rhodos-Korinth- Brindisi,1987, 90, mit unsrer „Marion“, 2009 und 2011 mit der EOS, ein lebendiger pulsierender Ort, es gibt noch viele normale Geschäfte, Blumenläden, Zeitschriftenkiosks, moderne Metzgereien, Pâtisserien, Osterias für Einheimische, Schreibwarenläden (voll/ am 14. beginnt die Schule nach 3 Monaten Ferien!!).

In Betrachtung des Sonnenuntergangs

Wir staunen über gut restaurierte Hotels, nach dem Erdbeben 2003 (?) wurde eine ganz neue Promenade und Uferstraße erbaut. Daneben zieht die geschwungene kleine Rialto-Holzbrücke viele Liebespaare und Selfie-Leute an fürs Foto „Sonne zwischen Kuß-Lippen“..:-)!!

Lefkas (1) Lefkas (4)

Wir bummeln durch die Stadt, trinken einen Kaffee, zünden 3 Kerzlein an in einer goldglänzenden griech.orthodoxen Prunk-Kirche, kaufen einen entzückenden blauen Nicki-Strampelanzug fürs Baby und einen Versandumschlag mit Luftblasen ( aber keine Briefmarken dazu…) und einen Kefalonia-Rosé „Brillante“, der meinem empfindlichen Magen mal nicht schadet.

Baby-Hösle

In einer Buchhandlung entdeckt Gerhard den unverzichtbaren englischen Rod Heikell-Band „Italian Waters Pilot“ (Navigation, Häfen, Bucht- u.Hafen-Fotos) und das Taschenbuch über den Trojanischen Krieg- auf deutsch! Nun sind wieder 3 Odyssee-Bände an Bord.

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Unsere inzwischen wieder ca. 12 gelesenen Bücher tauschen wir in einem Community-Raum in der Marina: immer eine Sucherei, meist gibt’s nur Krimis und Frauenschnulzen, aber 10 wählen wir aus zum Tausch…! Für 2016, Korfu-Albanien-Apulien, Kalabrien, Sizilien. In Calighari auf Sardinien gibt’s erneut Büchertausch:-) Lesen ist sehr bedeutsam, ob bei Flaute, beim Segeln über lange Stunden (mit automat. Steuerung), im Hafen, bei Sturm-Stopps oder am Abend vorm Schlafengehn.

Ein Highlight iwar am Abend das Grill-Hendl, das Gerhard an Bord mitbrachte, nachdem ich rasch schön aufgedeckt und einen knackigen Salat gemacht hatte. Tags drauf eine köstliche indische Reissuppe mit 300g Hühnerbrust drin.

Wir haben einen so tollen Platz ganz außen, windig, luftig, keine nachbarn: wir liegen fast wie vor Anker, das Heck offen zum Kanal, auf dem laufend neue Yachten vorbeimotoren(80% Bavaria), entweder zum Stadthafen, oder in die Marina. Abends flötete ich Lieder in die Sternennacht…von Klassik bis „Kein schöner Land“, Greensleeves, Donna Klara und Schuberts „Schlafe, holder,süßer Knabe“ und das Brahms’sche Guten Abend, gut Nacht (die Spieluhr-Melodie des 1. Enkelkinds:-).

Wir beschlossen, noch einen Tag hier zu bleiben… Mußestunden.

PS: Wie ich zu Briefmarken kam fürs Strampelhösle ist im neuen Blog zu lesen;-)

55 ZEIT…

Zeit

…ist eigenartig. Jeder hat sie, sie steht immer zur Verfügung, ist so sicher wie Leben und Tod.
„Ich habe keine Zeit“ gibt es nicht. „Mir ist das jetzt nicht so wichtig“ ist besser, hört sich aber nicht so gut an und kann auch beleidigen. Wenn jemand „keine Zeit“ hat, dann erscheint er wichtig weil vielbeschäftigt und gefragt.
In die Zeit wird gepackt, was angenehm zu tun ist oder was das Gesetz erfordert oder wo ein anderer Zwang Ursache ist. Ein Schüler setzt sich unter Druck, er will das Schulziel erreichen. Ein Werktätiger ebenso, sein Auftrag soll ja gelingen.
Und ein Rentner? Rentner haben, was ich nicht verstehe oft keine Zeit. Sie drücken damit aus, dass man sie noch braucht. Das ist aber nicht der Fall, höchstens als Opa oder Oma oder sonst für soziale Hilfsdienste. Rentner haben ihre Zeit während ihres Arbeitslebens für die Gemeinschaft genutzt. Die Zeit danach ist ein Geschenk Gottes, das nicht jedem vergönnt ist. Jeder nutzt sie wie er will und soll sich viel weniger unter Druck setzen lassen wie früher. Junge Leute sind meist zeitnaher ausgebildet und haben Arbeit notwendiger als Ältere und übernehmen sie gerne.
Ob eine Arbeit erledigt oder ob ein Urlaub genossen wird, immer steht das Ende bevor und mindert den Genuss oder steigert den Druck. Und jetzt spreche ich für mich, der lange Zeit reist. Wir können große Strecken mit dem Schiff zurücklegen – wenn wir wollen! Wenn wir nicht wollen, können wir an einem schönen Ort ausharren, lesen, wandern, einen Ort durchstreifen, ein Auto mieten. Letztens waren wir in einer Bucht schon startklar, da haben wir uns entschlossen, zu bleiben. Oder in Patras: Die Hitze am Meer war so drückend, also ändern wir unsere Pläne und fahren eine Woche in die kühlen schönen Berge.
Wer nicht im Arbeitsleben steht, der ist viel Zeitflexibler und soll diese Möglichkeit auch nutzen. Auch das ist ein Geschenk, das nicht allen vergönnt ist und früher oder später endet. Es lohnt sich nachzudenken, was man in das Geschenk „Zeit“ hineinpackt.

Ein ZEIT-Tag in Lefkas, die Bilder: Klick

Der ZEIT-Tag auf dem Wasser, die Strecke: Klick