32. Letzte Stationen auf dem Festland.

Von Gerhard! 21. Juni 2016

Delphine!

Heute sende ich Gerhards Eindrücke und seine Fotos vom Flickr-Album. Unter seinem Titel auf „mehr“ klicken und lesen:-)

Nach einem prachtvollen Segeltag von Roccela Jonico bis fast an die italienische Fuß-Spitze wirft uns nun die Dünung in unruhigem Seegang hin und her…

Wir schaukeln gerade mächtig mit 70-90° Ausschlag ankernd vor einem langen Sandstrand. Er liegt vor dem letzten Kap, bevor wir hinein fahren in die Straße von Messina! Noch schüttelt uns die hohe Dünung des ganztägigen Scirocco aus Afrika durch. Unser südlichster Punkt der langen Reise. Dann geht’s nach Sizilien, wohl mit dem angekündigten Nordwind morgen, Ziel: Taormina. Da waren wir noch nie.

Hier das Album: Klick

31. Wanderung vor türkisblauem Meer+zur Burg: Roccela Jonico

Gerdi schreibt:

Am Morgen des 20. Juni hören wir im BR Heimat wieder mal die nette Interview-Sendung „Habe die Ehre“. Heute ist Sonnwendtag, der längste Tag im Jahr, Tag- u.Nachtgleiche. Wir haben Vollmond. Was für ein Fest mag das sein in Schweden.

Roccela Jonico,20.6 (2)

Roccela Jonico,20.6 (7)
Heiß, 3km lang, schattenlos….
roccela jonico20 6 6
Azzurro… wie im Schlager! Wenn wir dorthin segeln, kommt Sizilien+die Straße von Messina
roccela jonico20 6 5
Roccela Jonico, Regen gibt’s hier selten…

Roccela Jonico,20.6 (4)

roccela jonico20 6 1

Origineller Briefkasten

Gleich um 11 machen wir uns auf zum Städtle, dazu muß man ca. 3 km eine sehr sonnige Promenade tapfer entlang wandern. Üppige blühende Oleanderbüsche säumen den Weg, Gummibäume, gelbe Wandelröschen, das Meer ist von einem atemberaubenden Blau und Türkis. Der Sandstrand aber ist leer. Nur wenige Autos parken unter den wenigen Schatten spendenden Bäumen. Wir lachen über die Bank mit dem Scraffiti „Kiss the rain„- denn die Armen Deutschen haben sooo viel Regen, 5,50 m Wasserstand hat der Bodensee, sogar im Allgäu grau in grau. Erika sandte ein Foto aus Thun: winterlich schneebedeckte weiße Berge, und Chamonix alles in Wolken bei ihrer Fortbildung.

Am Ortsanfang schlecken wir ein Gelato im Cornetto. Pah, Gallipoli war um Klassen besser. Ein origineller Briefkasten mit einem radelnden Postboten gefällt mir. Wir wenden uns bergwärts und sind um die nahende Mittagsstunde die einzigen Fußgänger am Weg zum Castell.

 

Roccela Jonico,20.6 (12) Roccela Jonico,20.6 (13)

roccela jonico20 6 22
Die 2 Seefahrer auf Landgang am Gipfel
roccela jonico20 6 18
Blick vom Castello: Ganz links liegt im Hafen die  EOS

Roccela Jonico,20.6 (20) Roccela Jonico,20.6 (21)

Roccela Jonico,20.6 (17)
Links die neue Autobahn, mittig unser Hafen

Roccela Jonico,20.6 (10)

Gepflegte Vorgärten erfreuen mit Blumenpracht, auch aufgelassene Grundstücke mit zerfallenden ehemals schmucken Villen haben ihren Charme, denn die wilden Blumen blühen auch ohne Gießkanne, Fleißige Lieschen, Geißblatt, Feigenbäume tragen saftspritzende reife Feigen. Zur Burgruine mit dem runden Krug-Turm führt eine steile Stahltreppe hoch. Oben wird man ganz still bei der azurblauen Meerfläche, der weitreichenden Panorama-Aussicht… Die 2011 noch nicht fertige Autobahn ist inzwischen freigegeben, sie hat sogar 2 Röhren durch den Berg- wie in der Schweiz.

Roccela Jonico,20.6 (25) Reizvoller Zerfall, pittoresk die reifenden Weintrauben vor geschlossenen Häusern…

Roccela Jonico,20.6 (23) Roccela Jonico,20.6 (24)

Roccela Jonico,20.6 (26)
Nur Esel und Touristen sind von 2-5 draußen als Fußgänger…

Roccela Jonico,20.6 (8)

Unten angekommen haben wie üblich um 2 alle Läden geschlossen Siesta, bis um 5.

Das Pfeifen eines Zuges lockt uns zu einer kleinen Bahnhofskneipe. Der luftige Wind kühlt uns wieder ab, die kalte froschgrüne „Aqua Menta“ schmeckt. Der Rückweg läßt mich, so allein wie wir wandern, wieder an den Satz der Griechen denken: „Zwischen 12 und 5 sind nur Esel und Touristen draußen unterwegs!“;-) Aber nun gibt es auch die Esel nicht mehr, nur noch uns zwei. Endlich kann ich ein paar frische Blütenstengel sammeln für unsere Blumenvase im Salon und am Heck (im Cockpit unterm Bimini, am Achterstag). Im Hafenrestaurant bläst auch der Wind durch die Halle davor, der Espresso ist ein guter Aufwecker.

An Bord schnappt sich Gerhard den Wasserschlauch und beginnt, die salzige EOS mit Süßwasser ab zu spritzen. Die Fenster sind wieder durchsichtig:-), auch die verschwitzten Hemden landen in der Wasserfülle der 3 Schüsseln.Der deutsche Nachbar überlässt mir 2 FAZ! Seit 9. Mai haben wir keine deutsche Zeitung mehr gelesen, es gab immer nur britische! Aber von dem afghanischen Talibanüberfall, von der nahenden Brexit-Abstimmung und von derzeit 65 Millionen Menschen auf der Flucht hörten wir via Smartphone als gesprochene Nachrichten. Man vermißt keine Nachrichten, eher die schönen Texte und die Kulturseiten.. Ich möcht‘ so gern mal wieder eine ZEIT lesen!!

Jetzt mach ich die grünen Bohnen aus Crotone, Gerhard leiht sich eins der Hafen-Fahrräder und radelt nochmal nach Roccela Jonico zum Einkaufen. Endlich mal wieder Radfahren-seine sonst tägliche Fortbewegungsvariante;-). Bis er heimkommt, steht das Essen auf dem Tisch. Originell: der rosa Bauchspeck ist importiert aus Romania, Rumänien also. Die 10 cm große violett-rote Zwiebel aber ist „tipico Calabrese“.

 

Die EOS von innen-wie alles funktioniert

Insel Othonoi (7)

Wie kochst du? Was machst du bei Schräglage? Wo ist das Geschirr? Wo sind die Pfannen und Töpfe? Wie schlaft ihr? Wie geht das Clo? Habt ihr einen Kleiderschrank? usw.

Gerdi antwortet

Für unsere neuen Blog-Follower bringe ich heute mal das Innenleben der EOS im Bild.

Gewürz-Schubl. unterm Herd
Meine Gewürze

Das Geschirr ist in Mulden, das Besteck in Schubladen, die Laptops im Navigationstisch.

Die Schnaps- und Weingläser stecken in runden Aussparungen im Mahagonibrett im Barfach, da steht auch, seewasserfest, mein Musikzeug samt Flöte und Mundharmonika.

Musik im Barfach

 

Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje auf backbord kann man die halbierte Lehne senkrecht ein Stück hochziehen um mehr Liegeplatz zu haben…(und notfalls auch waagrecht anbauen Richtung Tisch zum dann einen Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut: man kann ihn an beiden Seiten raffiniert mit Seilen auf- oder abklappen. Ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistopp fixiert.

Küche, Geschirr seefest in Löchern u. zw. Stäben

Küche+Kühlschrank
Die Treppe ist der sog.Niedergang, wenn man sie wegnimmt, kommt man an den Volvo-Motor

Der Herd verbirgt sich unter der geteilten Arbeitsplatte vorm Geschirrfach (mit 2 Schiebetürchen). Die 2 Abdeckplatten kann man herausnehmen, eine Stange schützt die Töpfe vorm Abrutschen, bei starkem Seegang haben wir eine Art Topf-Klemme zum aufmontieren über den 2 Kochstellen. Frühstückseier, Topf festgeklemmtMan muss mit Spiritusflamme vorglühen und dann im genau richtigen Moment die Flamme oben entzünden, dann sieht das aus wie ein Gasherd. Der Optimus-Kocher (kennen wir seit 1980 von unsrer früheren SY Marion) wird mit gereinigtem Petroleum befeuert, es ist immer ein Problem, das am Mittelmeer zu finden, oft eine Odyssee an Lauferei und Fragerei, in der Türkei nannte man den Brennstoff Kerosin!!! Das kennt man in Deutschland als Name für Flugbenzin! Hier in Gallipoli fragte sich Gh. trickreich mit Hilfe eines deutsch sprechenden ehemaligen. Gastarbeiters durch und war erfolgreich bei seiner Suche: 5 Literdosen konnte er ergattern! Für 1 Liter Wasser braucht unser Herd 5 Min. bis es kocht.

Unter dem Herd sind Schubladen für Besteck und Küchengeräte, für ca. 30 Gewürzdosen… Daneben ist hinter zwei Klapptüren eine ca. 1 m lange flache Abstellfläche, auf der 4 Töpfe, Zitronenpresse, 3 gr. Pfannen+Wok, Schüsseln, mein Fissler- Dampfdrucktopf (Jg. 1989) Platz finden. Darüber hat Gh. ein waagr. Netz befestigt, in dem die kleine Pfanne, das Spätzlesieb und eine Keramikschüssel* aus Urzeiten mit  Seil angebunden „schweben“(*aus Ghs 1. Schiff, die LOUISA aus Eichenholz, Baujahr 1919). Ordnung ist das halbe Leben an Bord: auch Parmesanreibe, Pfannenwender für meine Pfannkuchen, die Gemüsereibe, die Schüsseldeckel und der Schöpfer für den Wok stehen senkrecht „angebunden“ neben den gestapelten Pfannen. Die Deckel hängen oben über der Arbeitsfläche –  über der Spüle, auch waagrecht mit einem straffen Gummistropp. Dahinter in einer Nische steht ein Flaschenkorb mit Balsamico-Essig, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Menta-Sirup…Meist klemmt davor eine Blumenvase mit frischen Blumen und davor noch der Obstkorb und die Korkuntersetzer, dann kommt die Spüle 30x30cm, eine quadratische Schüssel, kein Ablauf, muss über Bord gehen. Die Wasserpumpe wird per Fußdruck bedient.Für 1x Spülen, kalt+Neutralseife, genügt 1,5 l. Wassersparen!

Unter dem Tisch ist über der Querstrebe ein Netz, dahinter findet in luftigen Weidenkörbchen frisches Brot  im Baumwollsäckle und Kohlkopf oder Melone Platz.

Im Vorschiff ist das Clo: Handpumpe für Ansaugen von Seewasser und Abpumpen in den Fäkalientank unter meinem Bett, kräftige Handpumpe für Ablassen auf offnem Meer-nur dort!).Eine Dusche gibt’s nicht. Im Heck bei den Fendern ist aber ein 20 Liter-Kanister mit von Gh. eingebauter kl. Pumpe, so daß man sich mal das Salzwasser abduschen kann. Hinter der Toilette ist der kleine 50cm-Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht. seit dem neuen Deckaufbau 2014..),

gegenüber ein kleines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…) Das davor früher mal eingebaute 2. Waschbecken auf der EOS hat Gh. ausgebaut, weil man es am Bodensee nicht braucht. Also mit der Schüssel vorn in der Küche Waschwasser holen und dann kann man sich „ungesehen“ auch im Vorschiff waschen. Eine Schiebetüre trennt die Schlafkoje ab vom Clo, eine KIapptüre trennt es vom Salon.

Navigationsplatz vor Hundekoje
aufklappbarer Navigationstisch, Logbuch, Foto, auf rutsch-hemmenden Matten
Niedergang, innen d.Dieselmotor
Eingang=Ausgang ins Cockpit, Steuermannsplatz, rechts wär die Hundekoje-5. Schlafplatz. Nun Segel, Stauraum, Bücher, Ghs Hygienekiste
Notebooks, ...im Navigationstisch
Navigationstisch, notebooks,…Funkgerät, GPS, smartphone

Salon, steuerbord, Eßtisch, 2-fach aufklappbar

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd ihre guten Fotos. Am Essplatz habe ich die blühenden Allgäuer Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika).

Cockpitleuchte, handgenäht v. mir
Die Abendleuchte f.Cockpit, mit Perlen beschwert gegen Wind

Küche+Kühlschrank Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz.

Der 3. Schlafplatz ist hinter dem Clo, im Vorschiff, eine dreieckige Fläche, die Lücke (unterm Luk) kann man durch Einlegen eines Mahagonibretts nebst dreieckigem Polster drauf schließen. Drüber ist eine waagrechte Luke. Zu beiden Seiten sind kojenlang zwei 15 cm schmale Ablageflächen, „Schwalbennest“ genannt. Das Bettzeug liegt gefaltet auf der Matratze, da das dafür vorgesehen Schrankfach im Bugspitz (hinterm Ankerkasten)leider Wasser reinlässt… da sind unsre 2 Rucksäcke in gr. Plastiktüten…

Gerhard bewahrt seine (wenige) Kleidung, Wäsche im ehem. 2. Frischwassertank unter den Bodenbrettern auf. Trocken!! Seine Bücher, Hygieneartikel, Medikamente sind in großen Obi-Klappkisten, in der nicht benützten Hundekoje unter der Backbord-Cockpitbank, Da sind auch Spinnaker, das 6m-Markisendach, der Windsack(fängt in heißen Häfen den kühlenden Wind am Vorluk und leitet ihn ins Schiff), Stangen, Schläuche,…). Unsere Seekarten für Donau, Schwarzes Meer, Marmarameer-Türkei, Ägäis, Kanal v. Korinth, Jonisches Meer, Adria, Apulien, Kalabrien, Sizilien, Sardinien, Korsika + Frankreichs Südküste + Flußkarten hat Gh. trickreich in ein selbstgebautes 15cm- Mahagonifach geschichtet, senkrecht zwischen Navigationstisch und am Fußende seiner Koje im Salon.

Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje auf Backbord kann man die halbierte Lehne hochziehen (und notfalls auch anbauen Richtung Tisch zum ein Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut, man kann ihn an beiden Seiten auf- oder abklappen, ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistropp fixiert. In einem waagrechten Fach neben dem Herd oben stehen kleine Körbe mit Kochzutaten, Zucker, Salz, Nescafé, grüner Tee, Bohnenkaffee, 2 Isolierkannen aus Stahl, Mehl, Suppenwürze,Grieß,Haferflocken, das Brotkörble. Die Vorräte mit Eßbarem wie Risottoreis, Nudeln, Spaghetti, Fischdosen, Kapern, Linsen, Tomatendosen und leere Tupperdosen sind unter dem Sofa auf der Stb-Seite. Da findet man auch unsere Ersatz-Bettwäsche: 2 Spannlaken, 2 Überzüge+Kopfkissen.und die leichteren Decken.

Im Vorschiff ist das Clo(Handpumpe, Seewasser, Fäkalientank unter meinem Bett), dahinter der kleine Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht…), gegenüber ein kleines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…)

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd die Fotos. Am Eßplatz habe ich die blühenden Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika). Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz. Die schweren Ordner mit all den techn. Unterlagen für Motor, Schiff, Elektrik, Versicherung, Schifffahrtspatente, unsre Impfbücher, Pässe, Anleitungen für Echolot, Solarzelle, GPS, Kamera, Mobiltelefon- all das ist in einem Fach über dem Stb-Sofa.

So funktioniert das Segeln auch bei Schräglage und heftigem Schlagen im Seegang, es ist noch keine Klappe von selber aufgegangen, keine Schublade rausgeflogen, kein Teller ist je zerbrochen.

Unter dem Tisch kann man eine Bodenplatte hochheben, dann sieht man im Kielraum ein schmales tiefes Fach, in dem eine Flaschenkiste unsere Wasserflaschen, Wein, H-Milch und Bierdosen seefest birgt.

Ganz viel Platz haben die Werkzeugkisten!! Sie lagern unter der stb-Cockpitbank. Da sind auch sämtliche chemischen Flüssigkeiten, Petroleum, Spiritus, Pflege für die EOS außen, Chromputzgel, ein gr. Vorrat für alle Unwägbarkeiten. Die Fender sind ganz hinten in der Heckklappe verborgen, auch Schnorchel, Flossen, seeigelfeste Badeschuhe, ein Kanister mit kleiner Pumpe zum Duschen an Deck. Die Festmacherleinen hängen sauber aufgeräumt an großen Haken im Achterschiff- unter der Pinne, einem weiteren Deckelfach. Dort wird auch die automatische Steuerung an der Pinne fixiert. Was ganz Praktisches ist unsere 2fach klappbare Badeleiter, die in den stabilen Heck-Korb integriert ist. Daran hängt noch ein kleiner von Gh. gebauter Sitz, aushängbar, Schön für die Freiwache. als Ausguck. Über dem Cockpit breitet sich unser UV-festes Bimini, ein Sonnendach-klappbar an Stahlgestänge. Und drunter baumelt immer ein frischer Blumenstrauß, in einer Flasche angegürtet am Achterstag.

Na, hat jemand Lust, mit uns zu segeln am Bodensee? 🙂 2017 ist die EOS sicher wasserdicht-mit neuem Teakdeck von der Werft Landoldt…

Die EOS mal von innen

Wie kochst du? Was machst du bei Schräglage?Wo ist das Geschirr? Wo sind die Pfannen und Töpfe? Wie schlaft ihr? Wie geht das Clo? Habt ihr einen Kleiderschrank? usw.

Gerdi antwortet

Für unsere neuen Blog-Follower bringe ich heute mal das Innenleben der EOS im Bild. Das Geschirr ist in Mulden, das Besteck in Schubladen, die Laptops im Navigationstisch. Die Schnaps- und Weingläser stecken in runden Aussparungen im Mahagonibrett im Barfach, da steht auch, seewasserfest, mein Musikzeug samt Flöte und Mundharmonika. Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje auf backbord kann man die halbierte Lehne senkrecht ein Stück hochziehen um mehr Liegeplatz zzu haben…(und notfalls auch waagrecht anbauen Richtung Tisch zum dann einen Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut: man kann ihn an beiden Seiten raffiniert mit Seilen auf- oder abklappen. Ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistropp fixiert.

Der Herd verbirgt sich unter der geteilten Arbeitsplatte vorm Geschirrfach (mit 2Schiebetürchen). Die 2 Abdeckplatten kann man heruasnehmen, eine Stange schützt die Töpfe vorm Abrutschen, bei starkem Seegang haben wir eine Art Topf-Klemme zum aufmontieren über den 2 Kochstellen. Man muß mit Spiritusflamme vorglühen und dann im genau richtigen Moment die Flamme oben entzünden, dann sieht das aus wie ein Gasherd. Der Optimus-Kocher (kennen wir seit 1980 von unsrer früheren SY Marion) wird mit gereinigtem Petroleum befeuert, es ist immer ein Problem, das am Mittelmeer zu finden, oft eine Odyssee an Lauferei und Fragerei, in der Türkei nannte man den Brennstoff Kerosin!!! Das kennt man in Deutschland als Name für Flugbenzin! Hier in Gallipoli fragte sich Gh. trickreich mit Hilfe eines deutschsprechenden ehem. Gastarbeiters durch und war erfolgreich bei seiner Suche: 5 Literdosen konnte er ergattern! Für 1 Liter Wasser braucht unser Herd 5 Min. bis es kocht. Unter dem Herd sind Schubladen für Besteck und Küchengeräte, für ca. 30 Gewürzdosen… Daneben ist hinter zwei Klapptüren eine ca. 1 m lange flache Abstellfläche, auf der 4 Töpfe, 3 gr. Pfannen, Schüsseln, mein Fisslerschnellkochtopf (Jg. 1989) Platz finden. Darüber hat Gh. ein waagr. Netz befestigt, in dem die kleine Pfanne, das Spätzlesieb und eine Keramikschüssel aus Urzeiten mit aus Seil angebunden „schweben“(aus Ghs 1. Schiff, die LOUISA aus Eichenholz, Baujahr 1919). Ordnung ist das halbe Leben an Bord: auch Parmesanreibe, Pfannenwender für meine Pfannkuchen, die Gemüsereibe, die Schüsseldeckel und der Schöpfer für den Wok stehen senkrecht „angebunden“ neben den gestapelten Pfannen. Die Deckel hängen oben über der Arbeitsfläche – unter der Cockpitbankfläche über der Spüle, auch waagrecht mit einem straffen Gummistropp. Dahinter in einer Nische steht ein Flaschenkorb mit Balsamico-Essig, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Menta-Sirup…Meist klemmt davor eine Blumenvase mit frischen Blumen und davor noch der Obstkorb und die Korkuntersetzer, dann kommt die Spüle 30x30cm, eine quadratische Schüssel, kein Ablauf, muß über Bord gehen. Die Wasserpumpe wird per Fußdruck bedient.

Unter dem Tisch ist über der Querstrebe ein Netz, dahinter findet in luftigen Weidenkörbchen frisches Brot und Kohlkopf oder Melone Platz.

Im Vorschiff ist das Clo: Handpumpe für Ansaugen von Seewasser und Abpumpen in den Fäkalientank unter meinem Bett, kräftige Handpumpe für Ablassen auf offnem Meer). Hinter der Toilette ist der kleine 50cm-Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht. seit dem neuen Deckaufbau 2014..), gegenüber ein kleines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…) Das davor früher mal eingebaute 2. Waschbecken auf der EOS hat Gh. ausgebaut, weil man es am Bodensee nicht braucht. Also mit der Schüssel vorn in der Küche Waschwasser holen und dann kann man sich „ungesehen“ auch im Vorschiff waschen. Eine Schiebetüre trennt die Schlafkoje ab vom Clo, eine KIlapptüre trennt es vom Salon.

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd ihre guten Fotos. Am Eßplatz habe ich die blühenden Allgäuer Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika). Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein ihre zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz.

Der 3. Schlafplatz ist hinter dem Clo, im Vorschiff, eine dreieckige Fläche, die Lücke (unterm Luk) kann man durch Einlegen eines Mahagonibretts nebst dreieckigem Polster drauf schließen. Zu beiden Seiten sind kojenlang 2 15 cm schmale Ablageflächen, „Schwalbennest“ genannt. Das Bettzeug liegt gefaltet auf der Matratze, da das dafür vorgesehen Schrankfach im Bugspitz (hinterm Ankerkasten)

leider Wasser reinläßt… da sind unsre 2 Rucksäcke in gr. Plastiktüten…

Gerhard bewahrt seine (wenige) Kleidung, Wäsche im ehem. 2. Frischwassertank unter den Bodenbrettern auf. Trocken;-)!! Seine Bücher, Hygieneartikel, Medikamente sind in großen Obi-Klappkisten, in der nicht benützten Hundekoje unter der Backbord-Cockpitbank, Da sind auch Spinnaker, das 6m-Markisendach, der Windsack(fängt in heißen Häfen den kühlenden Wind am Vorluk und leitet ihn ins Schiff), Stangen, Schläuche,…). Unsere Seekarten für Donau, Schwarzes Meer, Marmarameer-Türkei, Ägäis, Kanal v. Korinth, Jonisches Meer, Adria, Apulien, Kalabrien, Sizilien, Sardinien, Korsika + Frankreichs Südküste + Flußkarten hat Gh. trickreich in ein selbstgebautes 15cm- Mahagonifach geschichtet, senkrecht zwischen Navigationstisch und am Fußende seiner Koje im Salon.

Wie kochst du? Wo ist das Geschirr? Wo sind die Pfannen und Töpfe? Wie schlaft ihr? Wie geht das Clo? Habt ihr einen Kleiderschrank? usw.

Gerdi antwortet

Für unsere neuen Blog-Follower bringe ich heute mal das Innenleben der EOS im Bild. Das Geschirr ist in Mulden, das Besteck in Schubladen, die Laptops im Navigationstisch. Die Schnaps- u. Weingläser stecken in Aussparungen im Mahagonibrett im Barfach, da steht auch, seewasserfest, mein Musikzeug samt Flöte und Mundharmonika. Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje au f backbord kann man die halbierte Lehne hochziehen (und notfalls auch anbauen Richtung Tisch zum ein Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut, man kann ihn an beiden Seiten auf- oder abklappen, ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistropp fixiert. Der Herd verbirgt sich unter der geteilten Arbeitsplatte vorm Geschirr, man muß mit Spiritusflamme vorglühen und er wird mit gereinigtem Petroleum befeuert- sieht dann aus wie ein Gasherd. Für 1 Liter Wasser braucht er 5 Min. zum kochend werden. In einem Fach neben dem Herd oben sind Körbe mit Kochzutaten, Zucker, Salz, Neskafé, grüner Tee, Bohnenkaffee, 2 Isolierkannen aus Stahl, Mehl, Grieß,Haferflocken, das Brotkörble. Die Vorräte mit Eßbarem wie Risottoreis, Nudeln, Spaghetti, Fischdosen, Kapern, Linsen, Tomatendosen und leere Tupperdosen sind unter dem Sofa auf der Stb-Seite. Da findet man auch unsere Ersatz-Bettwäsche: 2 Spannlaken, 2 Überzüge+Kopfkissen.und die leichteren Decken. Unter dem Tisch ist ein Netz, dahinter finden frisches Brot und Kohlkopf oder eine Melone Platz.

Im Vorschiff ist das Clo(Handpumpe, Seewasser, Fäkalientank unter meinem Bett), dahinter der kleine Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht…), gegenüber ein löeines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…)

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd die Fotos. Am Eßplatz habe ich die blühenden Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika). Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz. Die schweren Ordner mit all den techn. Unterlagen für Motor, Schiff, Elektrik, Versicherung, Schifffahrtspatente, unsre Impfbücher, Pässe, Anleitungen für Echolot, Solarzelle, GPS, Kamera, Mobiltelefon- all das ist in einem Fach über dem Stb-Sofa.

So funktioniert das Segeln auch bei Schräglage und heftigem Schlagen im Seegang, es ist noch keine Klappe von selber aufgegangen, keine Schublade rausgeflogen, kein Teller ist je zerbrochen.

Unter dem Tisch kann man eine Bodenplatte hochheben, dann sieht man im Kielraum ein schmales tiefes Fach, in dem eine Flaschenkiste unsere Wasserflaschen und Bierdosen seefest birgt.

Ganz viel Platz haben die Werkzeugkisten!! Sie lagern unter der stb-Cockpitbank. Da sind auch sämtliche chemischen Flüssigkeiten, Petroleum, Spiritus, Pflege für die EOS außen, Chromputzgel, ein gr. Vorrat für alle Unwägbarkeiten. Die Fender sind ganz hinten in der Heckklappe verborgen, auch Schnorchel, Flossen, seeigelfeste Badeschuhe, ein Kanister mit kleiner Pumpe zum Duschen an Deck. Die Festmacherleinen hängen sauber aufgeräumt an großen Haken im Achterschiff- unter der Pinne, einem weiteren Deckelfach. Dort wird auch die automatische Steuerung an der Pinne fixiert. Was ganz Praktisches ist unsere 2fach klappbare Badeleiter, die in den stabilen Heck-Korb integriert ist. Daran hängt noch ein kleiner von Gh. gebauter Sitz, aushängbar, Schön für die Freiwache. als Ausguck. Über dem Cockpit breitet sich unser UV-festes Bimini, ein Sonnendach-klappbar an Stahlgestänge. Und drunter baumelt immer ein frischer Blumenstrauß, in einer Flasche angegürtet am Achterstag.

30. Wir segeln bis Rocella Jonico an der Sohle des Stiefels

Gerdi schreibt am Sonnwendtag, 19. Juni 16

Tiefgrauer Himmel, das Cockpit regennaß. Gerhard schert um 5.30 Uhr die Vorleinen aus und löst die EOS von der Mooring. Der Silbermond ist untergegangen. Die Nacht war lautlos und ganz still das Meer im Hafenbecken. Um 5.40 Uhr verlassen wir Le Castelli, denn es liegen 50 Seemeilen, ca. 10-11 Stunden Seefahrt vor uns. Gleich vor der Mole Blitze und Gewitter, ungemütlicher Seegang, wer hätte das gedacht nach der ruhigen Nacht. Die EOS stampft, senkt sich nach links, nach rechts und wiegt sich wild. Ich bin ein bissele beleidigt, ich hatte eine ruhiger Überfahrt erhofft…. Bis um 8 leg ich mich auf die Steuerbord-Sitzbank, im Bug ist Achterbahn…

Frühstück mini.Seegang! Filter festhalten

 

SegelnachtansichtGerhard bittet den Autopilot zu Hilfe und macht trotz Schaukelei um halbneun Filterkaffee. Ich halte Kanne und Brühfilter fest, er klemmt den Topf nochmal am Herd in die Topfhalterung und kocht 2 Eier. Was für ein lieber Smutje. Wir essen unser kleines Frühstück, rutschfeste Matten am Tisch, altes Weißbrot aus Crotone, die Eier sind noch aus Ayos Stefanos,
Griechenland. Um 9.40 setzen wir das Großsegel noch dazu und hoffen, mit 5 Knoten Tempo in 6 Stunden am Ziel zu sein, die lange langweilige Sandküste entlang bis Rocella Jonico, da waren wir schon 3x. Ungemütlich diese italienische Tour, keine lockenden Ankerbuchten, in denen man träumen, schwimmen, grillen kann, im Cockpit die Sterne beobachten und Flöte spielen, Immer nur diese großen Strecken, diese langen Küstenlinien, der Seegang, der im Handbuch schon so kabbelig beschreiben wird für die Seestrecke zwischen Leuca und Messina. Die Hügel sind inzwischen braun, nur die Weinhänge sind grün. Die Getreidefelder sind geerntet, die großen Strohballen liegen wie Rieseneier auf den leeren Feldern. Wo die Halme noch Ähren tragen, sind die Flächen gelb. Gegen Mittag nähern wir uns dem Kap, und um 15 Uhr schwenke ich ganz vorsichtig ein Richtung türkisblaue, seichte Küste. Eine knifflige Einfahrt mit teils nur 1,2 bis 2,5 m Tiefe. Um 15.15 Leinen Fest an einem kleinen Ponton und da kommt auch schon der böige 5er Wind,der angekündigt war. Schwere graue Regenwolken über den Hügeln. An der hohen Hafenmauer liegen längsseits 2 riesengroße Luxusyachten. die kleinere tankt 6000 Liter Diesel…!!! So viel wiegt unser Schiff.

Aber ich putze unsere lieb kleine  EOS liebevoll, hole die nassen Ordner aus dem Schapp, wasche alle Beutel wieder salzfrei*), räume zurück. Gerhard holt in Kanistern Diesel, ich wasche alle Holzteile innen. Schön ist sie wieder. Neben uns eine neue Halberg-Rassy 310. 1 m höher als wir, alle technischen Hilfen an Bord, der Skipper alleine, er kam heute non stop aus Paxos. Ziel Sardinien. Jedem das seine.

Jetzt gehn wir die Meter-Pizza vorn essen, an die wir uns noch erinnern, die Bohnen gibt’s halt morgen. Man serviert auf einem Meterbrett, das sind 2×4 Portionen, das ‚Besondere ist, daß der Boden total knusprig ist und wir alle aus der Hand essen können.  Ca. 150 Leute sind da um 21 Uhr.


*) Die Werft am Bodensee hat einige Arbeitswochen zu tun mit unsrer schönen Yacht…

Löcher-zu lange Schrauben am Himmel (2) (700x525)
Diese türkischen Bohrlöcher bescheren uns allerorten Nässe, das Meer besucht uns in der Kajüte… So schade.

29. Crotone bis Le Castello -in 5 Std.

Gerdi schreibt zum 18.Juni

CROTONE…Nach 4 Starkwindtagen im Hafen wollen wir endlich weiter.. Um 8 gehn wir noch ein letztes Mal duschen und Haarewaschen bei der Lega Navale. Frühstück. Um 9 will der Volvo nicht, was er soll. Er stößt braundunkle Rauchwolken aus. Der Ingenieur füllt Motoröl nach, man müßte die Dichtungen des Zylinders mal neu einsetzen, aber dazu muß der (schwere) Motor komplett ausgebaut werden. Das muß noch aushalten bis an den Bodensee, auch auf der Rhônefahrt… Wir sind ganz behutsam, dann will er wieder. Eine ganz kleine Rußlache bleibt als Andenken hier…Nach der fast totenstillen Nacht und 5 Tagen Starkwind ist heute zu wenig Wind. Doch die hohe Dünung blieb, vom Scirocco. Am 2. Kap liegt ein gestrandetes havariertes Segelschiff auf den Felsen, die zerfetzte Fock flattert weiß leuchtend am Vorstag… Auf den roten Felsen liegt auch noch ein Motorboot… Um 12 Uhr zähle ich die Windflügler, bei 50 hör ich auf;-). Senkrecht präsentiert sich die senkrechte Sandküste, wie Ericousa, wie das Donau-Ufer in der Dombrudscha und vor Belgrad 2014!

Am Castell entdecken wir griechische Sagenfiguren an der Brüstung, u.a. den Polyphem!

Castello (3)

14 Uhr. Unser Ziel Le Castella kommt in Sicht, ein wuchtiges Kastell überm Meer. Ich steuere langsam in das flache Hafenbecken, 1,2 m zeigt das Echolot. Dann winkt schon einer zum Lega Navale-Anlege-Quai. Der Kalabrier lobt mich fürs exakte Reinsteuern und hilft uns mit Leinen und Mooring. Dusche,Clo,Wasser,Strom für 20€ pro Nacht. Wir lesen, entspannen, machen uns landfein für die Stadt. Als ich vorher noch zum WC gehe und auch von innen absperre, geht die Tür partout nicht mehr auf… O Schreck. Es ist da drin eng, brütend heiß. Ich schreie GERHARD durchs hohe winzige Clofenster… Und Gottlob! Er hört mich und irgendwie kriegt der diese verd…..Tür von außen auf. Der Griff war eh defekt, etwas Klebeband dran…

Fischsuppe-Rezept Calabrese

Kunst am Bau (3)

Kunst am Bau (2)

Dann bummeln wir durch die fast ausgestorbene Wohnstadt. Leider läßt man uns nicht mehr ins Castell, obwohl eigentlich 20 Uhr als Ende auf der Tafel steht… An einem Baum am Dorfkreisel liegen viele reife matschige orangene Aprikosen am Boden. So schade… Vor der Kirche ein Riesen-Menschenauflauf. Aha, der festlichen Abendkleidung nach ist da eine Hochzeit drinnen. Hunderte Schaulustiger warten auf die Braut, eine Blasmusik spielt Dixie „Down by the Riverside“- dann ein Halloooo und man wirft Reis. Die Braut ist dünn wie eine 11 jährige, aber die Frisur ein Traum über Tüll, Pailletten und Perlen. Der rosa Brautstrauß fliegt nach hinten und die Schwester reicht der Schönen einen üppigen Maiglöckchenstrauß. Und nun beginnt das Küssegeben, Bacci, bacci- 15 Minuten lang. ein winziger Fiat 500 fährt in die Menge, blumengeschmückt und dosenbehängt. Die Braut verstaut die 4m Tüll am schmalen Beifahrersitz und der auch sehr schöne Bräutigam fährt mit zärtlichen neckischen Huptönen durch die vielen Applaus spendenden Zuschauer. Dann löst dich das Spektakel auf.

Schöner als die Braut!Traumhochzeit (7)Traumhochzeit (6)Traumhochzeit

Traumhochzeit (5)

Traumhochzeit (4)Traumhochzeit (3)

 

Traumhochzeit (1) Wir spazieren weiter zum Ortsausgang- an kundenlosen Geschäften mit viel Nippes, Souvenirs und Keramik und bleiben vor einem traditionellen Lokal stehen, Wohl eine Taverne für Einheimische. Es ist voll besetzt, aber man hat 1 Tisch für uns- wunderbar. Alle essen die Piatto primo, mit je 3 Muschelschalen und diversen Vorspeisen mit Frutti di mare. Wir studieren die feine Menükarte und wählen die „secondo piatto!“ Der Ober blickt enttäuscht, typisch Touristen, wird er denken.

Pasta; LinguinePasta; Covatelli

Gerhard nimmt Linguine con la crema di scampi (schmale Bandnudeln), ich nehme Covatelli allo sugo locale, /1,5 cm klein, wie eingerollte Nudelhörnchen mit Rillen. Dazu mundet uns 1/2 l Vino bianco a la casa. Ein Espresso zur Krönung-ein Wasser… 28€, geht ja. Vor dem Castello ankern 2 Segler. Wir gehen im Schein des Vollmondes zurück und bald ins Bett. Um 5 will Gerhard morgen starten, es sind 50 Seemeilen, also mindestens 10 Stunden Fahrt, und ab 15 Uhr ist Windstärke 5 angesagt. Ziel ist Roccela Jonico, fast an der Fußsohle des italienischen Stiefels. Wär schön, wenn der Seegang nicht zu wild wäre…

28. Frutti di mare-vivo!

Gerdi zeigt euch am 16.Juni, unserem 3. Hafentag in Crotone (viel Wind!)die für Kalabrien typischen Krusten- und Schalentiere- im Aquarium. Kaufen kann man sie auch, aber 😉 …lebendig sind sie mir lieber. Am letzten Tag aber kaufe ich noch 1/2 kg der kleinen gamberetti, Garnelen, scampi, die ca. 6-8 cm groß sind. Heute gab es nur die Großen. Daher gab’s an Bord eben Fleischküchle à la Mama Gerdi.

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Nun gibt’s noch einige Schnappschüsse von Menschen, von geprächigen Senioren und kichernden Ragazze (Mädchen), zu engen Stretchjeans:-[ und von den Flüchtlingen aus Afrika, Ägypten oder Afghanistan, Syrien oder Libyen…

 

 

 

Ein Joghurteria-Eis mit frischen Kokos-Würfeln

Ein netter Schiffsname (ähnlich wie Ulligunde): nach linden Wogen wär’s mir

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Eine Naturdüne! Der Scirocco verfrachtet täglich Unmengen von Sand vom Strand auf die Hafenwege, Rentner schaufeln sie in Schubkarren und schaffen sie weg…

IMG_0869 Um Punkt Mitternacht wieder fröhliches Feuerwerk am Hafenplatz: Geburtstag.Nachts fegte ein stürmischer pfeifender Scirocco über uns hinweg… Es fühlte sich IM HAFEN an wie beim Segeln, ohrenbetäubend das Klingeln und Singen und Rasseln und Röhren. Faszinierend irgendwie.

Freitag, 17.Juni: Heute soll der tagelange Scirocco an Macht abnehmen… Wir bummeln den 5. Tag in der Hafen-Region, alle Läden sind zu, und das um 17 Uhr:-; Aber ich will frische Gambaretti heute abend kochen… Da! Ein einziger Fischladen hat seine Eisen-Rolläden nicht unten, nix wie hin. Es gibt frische Scampi, aaah, bravo. Un mezzo kilo dei gambaretti, per favore! Bei der salumeria holen wir noch Salz, gibt es nur als 1/2 Kilo, und 1 Flasche Weißwein. Beim Frutta &Verdura-Lädele gibt’s Tomate, Gurke, ganz reife albicocce, orangeene Aprikosen! Als wir am Sandstrand noch den Beachball-Spielern und Fußball-Teenies zusehn, bietet ein Ehepaar an der Mauer oben 3 Kisten frisch geerntete Bohnen an. Her damit, wie Bio-Kiste:-) In einem ganz kleinen Geschäft mit lauter eingeschweißten Wurstwaren finden wir ein Stück Bauchspeck. Bohnenkraut hab ich selber an Bord.

Am Seglerhafen wird ein Podest aufgebaut mit riesigen Lautsprechern. Die Tonprobe läßt Heavy Metal und Satanstexte erahnen. Na das wird eine laute vitale Nacht werden… In einer der Bars, die nach 7 allmählich „aufwachen“ und öffnen, setzen wir uns hin zu einer Menta, mit erfrischendem Eis geschüttelt. Träge die Bedienungen, vor 20 Uhr wirken die Italiener immer verschlafen oder wie ungewollt aus der Siesta geholt (ab 12.30 ist alles wie ausgestorben. Und dann plötzlich Autokolonnen, Fenster unten, Ciao hier, Ciao da, man grüßt und wirft Küßchen. das ist der Auftritt der Signori und Signorinas, es wird immer lauter, rumorende Motoren, rufende Menschen, Stau. Corso, auch auf den stuhl-verstellten Gehsteigen. Kinder kriegen ihr Eis, wer sich mit der Mama an ein Tischchen setzt, kriegt eine Alutüte Chips, Stände bieten Lutscher, Nüsse, Bonbons an… In der eintretenden Kühle pulsiert das Leben, daß es Spaß macht, zuzuhören. Der bissige Südwind beruhigt sich aber, die Promenadenmauern aber glühen noch von der Sonne tagsüber. Man hockt, schaut, telefoniert ewig.

Wir laufen zurück zum Boot und genießen ein halbes Glas Wein aus dem Kühlschrank. Gerhard wirft den Petroleumkocher an und erhitzt 1 1/2 Liter Wasser. Ich füge Salz, Zitronensaft und ein Glas guten Weißwein dazu und rutschen die frischen Scampi vom Papier in die Brühe. Bald färben sie sich rosa, nach 12 Minuten klingelt der Kochwecker, im Cockpit ist der Tisch gedeckt, frisches Weißbrot steht bereit, Wein ist eingeschenkt. Ich fische mit dem Nudelseiher die Scampi aus dem Kochwasser, lasse sie in die Schüssel gleiten, lege jedem eine halbe Zitrone dazu.

Ein köstliches Mahl. Fast hätte ich nicht mehr geglaubt, bei dem starken Wind und Geschaukel am Schiff noch erfolgreich bin mit den Krustentierchen. Denn 2011 habe ich hier auch so wunderbar frische Scampi gekocht in CROTONE, bei damals 36° Hitze… Und jetzt soll euch das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Scampi an Bord,17.6 (2)

Scampi an Bord,17.6 (3)Scampi an Bord,17.6 (1)

Orangen!!! ...frisch vom Baum
Heute frisch vom Baum geerntet! Aromatisch, reif und süß