69 Monte Carlo-die Stadt an Meer und Berg

Die Stadt an Meer und Berg: Monaco

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Monaco Monte Carlo, nicht hässlich, nicht schön, nicht sexy, aber reich. Hochhäuser ohne besonderen Stil schieben sich den Berg hoch, schön gestaltete ältere Häuser verleihen der Stadt Monte Carlo Glanz. Monaco ist eher zum Wohnen da und Monte Carlo eher zum Geldausgeben. Man muss sich Mühe geben, ein weggeworfenes Papier auf den Straßen zu entdecken. Graffiti? Gibt’s keines.

Port-Monnaie

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Der Port für das Geld am Meer. Ich habe den Matrosen der Lady Moura am Kai gefragt, ob sein Schiff ein Kreuzfahrtschiff ist. Nein, es ist eine private Yacht. Es hat nur die Größe eines Cruising- Schiffes. Jetzt weiß ich, wer diese neuen Supportschiffe der Damen Werft braucht. Große Yachten, nicht ganz so mächtig wie diese, liegen viele hier. Das Entrée des Yachtclubs von Monaco gibt sich wie ein vornehmes, ja, das vornehmste Hotel. Aber es liegen auch Schiffe wie unsere EOS im Hafen. Eos sorgt im Hafen nicht dafür, dass Familien Arbeit und Brot finden, sehr wohl aber Lady Moura mi ihren 20 Bediensteten.

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Der ältere Wagenmeister im Hotel De Paris

Schwarzer, hochgeschlossener Anzug, schwarze Fahrermütze, aber keine weißen Handschuhe. Ich bin hingerissen von seinen Bewegungen. Er holt den Bentley aus der Garage und fährt ihn vor. Der Besitzer in kurzer Freizeitkleidung kommt. Gebeugt der öffnet Meister den Wagenschlag, der sich nach hinten öffnet und schließt ihn sanft ohne den geringsten Laut. Er eilt an den rechten Schlag, öffnet ihn, lüftet seine Mütze, die Dame steigt ein, er schließt den Schlag, setzt die Mütze wieder auf. Er entfernt sich einige Schritte vor den Bentley und nimmt schwungvoll seine Mütze vom Kopf, führt sie elegant nach rechts und weist dem Fahrer die Richtung. Einige Sekunden verfolgt er den Wagen, erst dann kehrt er zu den Hotelstufen zurück.

Bei Dior

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Vornehm steht der hochgewachsene dunkelhäutige Mann in schwarzem Anzug hinter dem Tresen im vornehmen Verkaufsraum. Hinter ihm schlicht dekoriert: Damentaschen von Dior. Ich außen. Er lächelt, ich soll mir doch mal die Taschen ansehen. Ich sage, dass ich jetzt keine Tasche kaufen kann, aber gerne ein Foto aufnehmen möchte. Er sagt: Die Taschen schon, aber ihn nicht. So geht es fröhlich hin und her. Es ist niemand im Laden. Ich habe nur eine kleine Yacht und meine Frau wäre wohl entsetzt, würde ich so viel Geld ausgeben für eine schöne Tasche. Er zeigt mir die Feinheit der Verarbeitung, lässt mich den edlen Geruch schnuppern. Schließlich bekomme ich doch noch mein Bild.

http://www.flickr.com/photos/gerhards/sets/72157672220319026

Diesmal noch viele Bilder:

Der hoteleigene Ferari

68 Die schnelle Überfahrt nach Nizza, 9.8.16

Das Zeitfenster schaut gut aus. Lamma, unser bevorzugter Internet- Wetterdienst, sagt für heute Süd/Südwestwind Stärke 2-5 Bft voraus, für die kommende Nacht weniger. Im Westen entwickelt sich ein Mistral, der aber nicht bis zu unserer Reisestrecke blasen soll. Über der ital. Stadt Genua soll es ab übermorgen auch mit 7 Bft wehen. Wir sind heute gerade mitten drin. Zum ersten Mal seit langem sinkt die Sonne in einem gelben Wolkenband im Westen. Wir kürzen die Segel stark und eilen dennoch mit bis zu 7 Kn vorwärts.

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Windkraft, Muskelkraft, Solarkraft und Wellen

Segeln, wie wir es uns wünschen. Einem einzigen Segler begegnen wir während der ganzen Fahrt. Das Meer gehört uns und den Fischen. Über dem Festland arbeitet ein stationäres Gewitter, aber die Wolken lösen sich langsam auf und der Sternenhimmel zeigt sich. Wir wechseln uns alle 2 Stunden an der Pinne ab. Die Freiwache wird angenehm in den Schlaf gewiegt.

Mittwoch, 10.8.16: Nach Mitternacht mäßigt sich der Wind und der Volvo übernimmt. Wir sind schneller als vorausgesehen und drosseln den Motor.

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Schräg und flott…

Als ich meine Wache um 3 Uhr antrete, zeigen sich die Landlichter mit ganzer Kraft. Das Leuchtfeuer von Cap Ferrat sendet seinen weißen Blitz aus und die Hafeneinfahrt von Nizza den roten Blitz.

Wenn wir jetzt schon in den Hafen fahren,  irren wir auf der Suche nach einem freien Platz umher. Wir wählen lieber eine Bucht hinter dem Kap und steuern sie ganz vorsichtig bei Dunkelheit an. Anker ab vor 5 Uhr.

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Ankerbucht Paloma Beach vor Kap Ferrat

http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157671354597652

Noch einige Bilder mehr:

Achteraus liegt Kalvi

67 Calvi, die schöne Stadt

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Nähert man sich Calvi auf dem Wasser vom Süden, dann blickt man erst auf den Stadthügel, wenn man Kap Revellata gerundet hat. Liegt die Stadt dann im Süden, erfasst man die weite, rund geschwungene Bucht mit den Segelbooten vor Anker. Dahinter die mächtigen, kahlen und felsigen Berge im Hintergrund. Ich kann mir keine schönere Lage für eine Stadt vorstellen. Vielleicht empfinde ich das nur so weil ich sowohl dem Wasser als auch den Bergen zugetan bin.

Wir liegen direkt am Kai und hinter uns schlendern die Gäste müde in der drückenden Nachmittagshitze oder nehmen in einem der Restaurants platz. An der Landseite des Ufers reiht sich eine Kneipe an die andere. An der Seeseite bieten Tripboote oder Taucherschiffe Touren an. Auf der Oberstadt drängt sich ein Haus ans andere. Auch auch in  den schmalen Gassen engen die Tische der Restaurants und Bars die Gehbreite ein. Man genießt einen wunderbaren Blick nach allen Seiten, geht man dort oben um die Stadt.

Mit der Kühle der Nacht lebt die Stadt gewaltig auf. Nahezu alle Tische in den Restaurants sind besetzt. Vielsprachige Wortfetzen und Lachen schwirrt hin und her. Die engen Gassen gestatten nur ein Vorwärtskommen in der allgemeinen Flaniergeschwindigkeit. Ein Souvenirladen reiht sich an den anderen. Von der Oberstadt bietet sich jetzt ein wunderbares Bild  der beleuchteten Stadt mit ihrem Hafen und der geschwungenen Lichterkette im Rund der weiten Bucht.

Der frühe Morgen ist geprägt von einer besonderen Ruhe, nicht Stille. Das Müllauto kommt. In den Restaurants wird der Gästetag vorbereitet, Lieferautos bringen Waren. Jetzt einen Espresso in einem Cafe, das schon geöffnet hat.

Es tut mir leid, nur ein einziges Bild steht zur Verfügung. Versehentlich habe ich alle Dokumente auf der Speicherkarte gelöscht:-(

Gerdi hilft :-), ich hab das Nachtfoto und das Croissant gestern kopiert:

Calvi

2011 besuchten wir ein Konzert mit traditioneller Life-Musik:

Hier ist Ghs Video: Bild anclicken

66 Die Farbe ROT

Girolata, 8.8.16

der Ort kann von Land nur zu Fuß auf Pfaden erreicht werden. Er liegt versteckt in wunderbarer Felslandschaft. Früher ein Ort für Outlaws? Jetzt sehr beliebt bei Bootsleuten. Eng an eng liegen die Schiffe an Bojen.

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Wir ankern weiter draußen in „Freiheit“. Der Ort selbst: Ein paar Häuser am Hang und am Ufer nur Restaurants und ein Laden.

Nach ruhiger Nacht starten wir um 6:60 Uhr.

Die Farbe ROT

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Die ersten Sonnenstrahlen beleuchten die Felsen und tauchen sie in ein kräftiges Rot. Wild, kantig und spitz, durchsetzt mit Löchern. In denen mit den weißen Flecken wohnen wohl Adler. Wir sind im Naturschutzgebiet. Noch niemand außer uns ist unterwegs; so haben wir die Schönheit der Durchfahrt zwischen dem Festland und der Insel Gargalo für uns und brauchen uns wegen Gegenfahrern und Nachfolgern nicht zu beeilen. Wir können die wilde Landschaft in aller Ruhe genießen. Nur 10m breit ist die Durchfahrt und umgeben von senkrechten Felsen. Das Felsenriff auf der rechten Seite trägt ein Gesicht wie Rübezahl mit seinen Vogelfreunden im Nest davor.

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Ab hier öffnet sich die Landschaft wieder und wir steuern Kap Revellata mit der Stadt Calvi dahinter an. Am Abend haben wir die Stadt mit der stolzen Burg erreicht, unsere letzte auf der Insel. Morgen geht es ans Festland…

Calvi am Abend
Am Morgen des 9.8. startet die Crew zur Überfahrt ans Festland… letzter Blick zurück auf die letzte der vielen Inseln mit der EOS auf unseren sechs Halbjahres-Törns! seit 2009

http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157672078962276

Zum Schluss alle Bilder dieser besonderen Landschaft. Klick an

und Rübezahls Tierfreunde

Die Reisestrecke:Klick

 

 

65 Zu schönen Ufern

Wind und Dünung legen sich und der Motor treibt EOS nach Norden Kap Rosso der rundgeschliffene, rote Fels, markiert den Eingang zur wohl schönsten Küstengegend dieser Insel. Das ruhige Meer lässt eine Rundfahrt in der kleinen Bucht mit den senkrechten Wänden an diesem Kap zu. Kühl ist die Luft in diesem Schattenloch.

Der Einschnitt bei Kap Rosso (800x533)

Mächtige, zackige rote Felsen und dahinter die 2000er des Zentralgebirges. Eine wuchtige Landschaft.

Wuchtig wird auch der Wind, der aus der Bucht von Porto weht, wieder gegenan. Wir reffen immer weiter und nähern uns im Zickzackkurs der Bucht von Girolata. Wurde EOS jemals so unter Segel beansprucht? Sie hält sich hervorragend und neigt sich bis zum Süll. Gischt spritzt hoch.

Die Steuerleute (800x533)
Mehr geht nicht an Krängung…Fenster fast im Wasser

Irgendwann bringt uns das Hin- und Herfahren kaum noch vorwärts und wir holen die Segel ein. Viel Stoff ist eh nicht mehr einzuholen. Das Großsegel weigert sich noch, aber mit einiger Mühe lässt es sich doch ganz in den Baum aufrollen. In Girolata haben wir dann die Wahl, im Pulk vieler anderer Yachten an 2 Bojen festzumachen, oder etwas weiter draußen zu ankern. Wir ankern und die Böen blasen EOS mächtig durch, legen sich aber in der Nacht. Und: Der gewaltige Sternenhimmel über uns.

http://www.flickr.com/photos/gerhards/28770621921/in/album-72157671284750192

Und hier alle Bilder:

Dahinter der Monte Rotondo

64 Warten

Schöner Segelwind nach der Ausfahrt aus Ajaccio und um die anmutigen Inselchen Sangunaires. Aber dann schläft er und macht einer Dünung Platz, die immer stärker wird. Mächtig schiebt sich eine Woge nach der anderen unter EOS durch. Segeln ist nicht mehr möglich. Sie geigt von einer zur anderen Seite. Unser Ziel, die Bucht von Sagone scheint ausreichend Schutz zu bieten. Die Dünung denkt aber nicht daran, an diesem Liegeplatz vorbei zu laufen. Sie schwenkt mit Macht herein. EOS liegt zwar an einer kräftigen Boje sicher, aber wirft sich von einer Seite auf die andere.

Am Heck grillen? Unser Grillmeister schafft das mit einem neuen Verfahren. Wir legen zwar rutschfeste Decken auf den Tisch, aber es wird dennoch ein schöner Abend vor dem breiten Tal und dahinter den zackigen hohen Bergen.

Ich schlafe auf der schmalen Bank in der Plicht und stelle fest: Auch im Schlaf kann man sich festkrallen. Und ich schlafe nicht schlecht. Nur in einem Alpträumchen gehe ich im Takt der Schaukelbewegungen. 3 Schritte schnell, dann bremsen mich die nächsten 3 Schritte und so fort. Meine Freunde waren von dieser Nacht nicht begeistert.

Samstag. Wenig Wind, noch Dünung. Wir laufen aus und in der Ferne werden Schaumkämme sichtbar. Von einer Minute auf die andere sind wir im Windbereich. 5 Bft (= 7 Clubhaus Bft) aus nördlicher Richtung, in die wir wollen. Eine kräftige Dünung hat sich aufgebaut. Wie ist das erst, wenn wir ums Kap und dem Wind voll ausgesetzt sind. Wir haben kein Zips darauf und steuern Cargese an. Die Bucht davor bietet Schutz vor der Dünung und wir ankern in türkisfarbenem, klaren Wasser. Sandstrand am Ufer. Ein schöner Platz! Immer wieder fegen Böen fast mit Sturmstärke vom Berg vor uns. Dann erzittert EOS und schwenkt sich schnell am Anker. Unser Koch zaubert eine tolle Fleischkreation in der Pfanne, bisher ohne Namen trotz der Dünung.

Und die folgende Nacht? Schaukelig wie die vorige.

Starkwind bis Vignarella/Girolata 7.8.16

Ein heftiger, fordernder Segeltag, Männerarbeit! Um 16 Uhr stürmte die EOS in die Bucht von Vignarella ein Traum in Blau! Naturschutzgebiet

Gerhard schrieb:

42°20’58.4″N 8°36’49.3″E  Vignarella, 20147 Osani, France

Wir sind in Girolata nach Starkwind-Segeln bis nix mehr ging…Herrlich hier. Das wissen viele andere auch.

https://www.google.com/maps/place/42%C2%B020’58.4%22N+8%C2%B036’49.3%22E/@42.1798309,8.5203076,10z/data=!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d42.3495525!4d8.6136914

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Hier mal die Karte mit unsrer ganzen Reiseroute seit Mai 2016:

Korfu-Albanien-Italien-Sizilien-Sardinien-Korsika-Nizza: draufklicken–>

https://www.google.com/maps/@42.2564757,12.4748634,6z