62. Frösche, Kröte, Kakerlak-und ein Baby für L&M

Rückblick Gerdi ,16.-19.Sept.

In Amphilochia hatten wir ein Date mit einer Meeresschildkröte.

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Ungebetener Käferbesuch: Im Hadesfluß Acheron kamen goldene 6-beinige flinke Kerbtierlein an Bord, die unglaublich schnell bei Licht in die engsten Ritzen flitzten…(Giftspray gekauft!! Wilde Jagd)

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Die niedlichen kleinen Fröschlein blieben beim Duschen am Holzsteg hocken!

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Zwillinge?

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Aber dann kam am  frühen Abend  das schönste Erlebnis:

Unser 1. Enkelkind kam auf die Welt: am 18.September 2015 in Augsburg!

EMIL TOMTE

Wir sind voller Dankbarkeit und… glückselig. Den Dreien wünschen wir Gottes Segen!

61. Zum sagen-umwobenen Fluß ACHERON

Heute ist der 18. September. Voller Spannung warten wir auf die Geburt des 1. Enkelkindes… Heute haben wir 30 Seemeilen vor uns. Inzwischen sind wir 2015 1820 km weit gefahren und gesegelt, die Hälfte unter Segeln!

Gerhard startet um 7, Frühstück auf See. Kein Wind. müssen den Volvo -Motor bemühen. Gegen Mittag nähern wir uns den uns schon von 2011 bekannten fast senkrechten Felsen am „Eingang“ zur großen Sandbucht. Ich biege ums Kap und da liegt vor uns die schmale Mündung des in der Odyssee beschriebenen Flusses STYXX, dahinter der Eingang zum Hades!

Mit Sorgfalt taste ich mich in die Flußmitte, 2 m Wassertiefe, Schilf zu beiden Seiten. Wir kennen das schon, es wird am Rand auch mal flacher. An den Fischerbooten tuckern wir vorbei   und sehen 3 Segelmasten zur Linken, ein neuer Ponton mit Edelstahlringen zum Festmachen. Das können nur Deutsche angelegt haben, so ist es auch.:-) Saubere Arbeit, sogar ein Wasseranschluß, 10€ die Nacht, sagt der Feriensiedlungsbesitzer. OK.

Das erste Bad im Süßwasser, bei 17°C ist das ein Erlebnis nach der 40°-Hitze und dem 26° warmem Meer draußen. Aber Festhalten ist wichtig in der Strömung. Man würde schnell abgetrieben im Fluß. Die EOS fängt an abzukühlen, es bildet sich Schwitzwasser im Topffach, an der Bordwand runter läuft es (innen) zum Kiel, der Teppich wird nass. Befremdlich, aber physikalisch logisch. Im Kajütbereich erfrischende 23°, aber schnell die Moskitonetze überall vorspannen, denn die vielen großen Schnaken kennen wir von der Donau 2014.

Wir bummeln zur Mündung und zum roten Sonnenuntergang…

Dann klingelt das Telefon!!! Unser Sohn, tief bewegt…

Das Baby ist da!!!!Emil Tomte.

Hoch soll es leben, Gottes Gnade soll es beschützen, die Eltern sollen ihre Freude bewahren.

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EMIL ist da,18,9,15

Zum Abendessen kehren wir in eine der vielen fast leeren Tavernen ein. Man sieht nur noch Deutsche. Wir lassen uns die zarten kleinen Calamari vom Grill schmecken, Vorspeise gegrillte kleine Paprikaschoten.

Am 19. Sept. fuhren wir mit Außenborder im Schlauchboot den Acheron-Fluß hoch und ich paddelte stromabwärts die 3 km  wieder zurück, mit weißen Reihern, türkisblauen Eisvögeln, einem flinken Biber, elegant kreisenden Greifvögeln, munteren Schwalben, Beutel-Meisen und ihren im Baum hängenden Beutel-Nestern, Libellen, Schmetterlingen, reifen Brombeeren zwischen Schwarzerlen, Weiden, Platanen und sogar Feigenbäumen bis ins Wasser, Totholz, abgestorbene Bäume, Seerosen- eine Mischung aus Schussen, Rednitz und Donau.

Die Fotos bis hierher, Klick

Die Reisestrecke: Klick

und schließlich die Flusstour: Klick

60. Von Amphilochia flott nach Preveza gesegelt!

Amphilochia. Wie 1987. Wir legten längsseits am Kai an, eine Schweizer Mietjacht mit uns. Die Promenade überrascht uns mit saftig grünen Rasenrabatten und Blumen. Wir bekommen in einem Supermarkt köstlichen frischen Feta aus dem Faß zum Probieren, wunderbar!

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Beim Rückweg entdecke ich einen besonders schmalen Kanister, der könnte in die Nische passen neben Hundekoje und Motorblock. Als Sammelcontainer für leere Bierdosen, PET-Flaschen, Milchtüten. Gerhard schnitt den Deckel oben ab-passt!!!

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image3Das Schwimmen im nachtdunklen Meer bescherte uns- nach der großen Schildkröte am Morgen!- noch das Wunder des hellgrünen Leuchtens, am Morgen legen wir aber ab um 9 und wir haben einen wunderschönen Wind ab 12 Uhr mittags!

Bei Seegang gibt's nur Feta+Oliven!
Bei Seegang gibt’s nur Feta+Oliven!
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Die Schweizer Crew mit Beatrice

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Groß und Fock, Schräglage, einfach himmlisch. Die Schweizer Crew segelt mit uns, fast wie eine Ragatta – und ich steuere die EOS von  an der Pinne, segle jede Bö aus- und trotz nachgeschlepptem Schlauchboot ist unser 41 . altes 6 t schweres Schiff bestens unterwegs. Fast überhole ich die graue stolze moderne Yacht. Das war ein Spass! Nach 8 Stunden beenden wir diesen sportlichen Segeltag und werfen in der Bucht vor Preveza den Anker. Ich koche köstlich gewürztes Ungarisches Gulasch mit Kartoffeln, in Butter braun geröstet. Zum Dessert schmausen wir süße griechische Weintrauben. Schöner Ankerabend vor den Lichtern von Preveza, ca. 12 Ankerer mit uns.

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57. Von den geschenkten Briefmarken…

Am Samstag wollte ich das neu gekaufte Baby-Hösle verschicken. Aber nirgends konnte ich Briefmarken kaufen, bei keinem Postkartenladen, keiner Buchhandlung, keinem Souvenirshop- und die Post macht erst am Montag um 9 Uhr wieder auf.

Baby-Hösle

Da lag es nun, das Geschenk zur Geburt des 1. Enkelkinds, so nett: mit der ganzen Familie Wal drauf appliziert: mama, Papa, Kind- die Sea-Family… und keine Chance, das Packerl nach Augsburg zu schicken 😦

Ich malte den kleinen Bub im Strampelanzug auf das große Couvert und lief zum Marina-Tower. Die junge Frau im Büro oben gab mir gleich zu verstehen: „We don’t sell stamps, Madam!“

Baby-Post (2)
Baby-Post…ohne Briefmarken
Noch' n Fisch fürs Kind!
Nun mit Briefmarken! und daneben das Täschle

Da legte ich den Umschlag mit dem Bild vor sie auf den Schreibtisch, erklärte, daß ich gerade Oma geworden sei- sofort leuchtete ein Lächeln in ihrem Gesicht, sie zog eine Geldbörse hervor, gab mir für 4,20 € Briefmarken – und nahm kein Geld. Nur den Namen der Segelyacht wollte sie wissen.

Herzlich bedankte ich mich für das doch unerwartete Geschenk.

Ich klebte gerade die 7 Marken auf- da forderte sie mich auf, noch zu warten. Sie würde was von oben holen – für größere Kids. Und dann schenkte sie mir einen kleinen Segeltuchbeutel mit farbenfrohen Fischen drauf.

Hätte ich das Bild nicht auf den Umschlag gemalt – und nur nach Marken gefragt- wäre ich um ein schönes Erlebnis ärmer geblieben.

56. Nach Regen wieder Sonnenschein: Palairos bis Lefkas, Marina

Stürmisch das Meer-vor unsrem Boot, hinter der Hafenmauer
Stürmisch das Meer-vor unsrem Boot, hinter der Hafenmauer
Berge in Wolken- nach 120 Tagen ein Schauspiel!
Berge in Wolken- nach 120 Tagen ein Schauspiel!
Palairos: Wind+Wolken
Palairos: Wind+Wolken
Cumulus!
Cumulus!
Diese Wolken künden den wind an!
Diese Wolken künden den Wind an!

In der Zalanda-Bay (das Dorf heißt Palairos) sah es zeitweilig aus wie in Deutschland am Bodensee: grauer Himmel, weiße Cumuluswolken, Regenschauer, viele Schirme, Leute im Regencape, Anoraks, Strickjacken, die Hungrigen aßen unter den tropfenden Zeltdächern ihr Gyros, wir tranken unseren (köstlichen) ESPRESSO innen in einer Café-Bar, dem Gormè.

Lefkas (3)

Blitze erhellten die Nacht erneut, aber nun fiel kaum Regen, Lefkas war sekundenlang beleuchtet vom himmlischen Licht.

9/11   – ein furchtbarer Tag in unsrer Erinnerung… Die zerstörten Towers in N.Y.- ich bin am Abend froh, dass unser 1. Enkelkind nicht schon heute zur Welt kam, kein schöner Geburtstag…

Um 10.30 Uhr Ankerauf in Palairos, wo wir nun bemerken, daß die herbstliche Nachsaison begann. Viele reisen ab, aber manche starten bewußt erst nach der zu heißen Zeit. Wir segeln mit raumem Wind die Küste hoch unter Wolken, der Wind nimmt zu, als wir schon den Kanaleingang nach Lefkas-Stadt sehen können. Gleich schiebt die EOS kräftig Lage, nur unter der Fock zischt das Boot durch die Wellen. Alle Segler bergen nacheinander die doch so schön prall mit Wind gefüllten Segel: die ersten beiden Bojen der engen Fahrrinne begrüßen uns! Vorsicht ist ratsam, an den Seiten ist nur 1-2 m tiefes Flachwasser!!! Wie eine Lagune, Sand. Ein elegant wie in zeitlupe fliegender grauer Kranich grüßt uns- wie an der Donau vor 1 Jahr !

Südliche Einfahrt in den engen Kanal
Südliche Einfahrt in den engen Kanal
Nordwärts den Lefkas-Kanal hoch
Nordwärts den Lefkas-Kanal hoch

Die D-Marina sahen wir erstmals auf dem Foto der feinen türkischen Didim-Marina in Turgut-Reis! Pontons mit Moorings, Wasser, Strom, mit Toiletten+Duschen, Tavernen, Marine-Läden an Land. Viele Österreicher kommen an mit Koffern und prallen Segeltaschen, viele Briten reisen ab. Meist treffen nun Senioren und ältere Paare ein, die die heißen Temperaturen scheuen…Mit Kleidern, Hut und handtaschen geht man am Abend zum Essen in die Lokale draußen, nun schon mit Wollstola und Merino-Jacke.

Wir probieren zum ersten Mal (!) unsere in Patras erworbene neue Bug-Leiter aus, mit der man, wenn man mit Bug am Ponton anlegt, auch tief runterklettern kann:

Neue Bug-Leiter

Lefkas gefällt uns wie früher, wir kennen es von 1985 bei unsrer 2-Mann-Überführung der SY „Sunrise“ Rhodos-Korinth- Brindisi,1987, 90, mit unsrer „Marion“, 2009 und 2011 mit der EOS, ein lebendiger pulsierender Ort, es gibt noch viele normale Geschäfte, Blumenläden, Zeitschriftenkiosks, moderne Metzgereien, Pâtisserien, Osterias für Einheimische, Schreibwarenläden (voll/ am 14. beginnt die Schule nach 3 Monaten Ferien!!).

In Betrachtung des Sonnenuntergangs

Wir staunen über gut restaurierte Hotels, nach dem Erdbeben 2003 (?) wurde eine ganz neue Promenade und Uferstraße erbaut. Daneben zieht die geschwungene kleine Rialto-Holzbrücke viele Liebespaare und Selfie-Leute an fürs Foto „Sonne zwischen Kuß-Lippen“..:-)!!

Lefkas (1) Lefkas (4)

Wir bummeln durch die Stadt, trinken einen Kaffee, zünden 3 Kerzlein an in einer goldglänzenden griech.orthodoxen Prunk-Kirche, kaufen einen entzückenden blauen Nicki-Strampelanzug fürs Baby und einen Versandumschlag mit Luftblasen ( aber keine Briefmarken dazu…) und einen Kefalonia-Rosé „Brillante“, der meinem empfindlichen Magen mal nicht schadet.

Baby-Hösle

In einer Buchhandlung entdeckt Gerhard den unverzichtbaren englischen Rod Heikell-Band „Italian Waters Pilot“ (Navigation, Häfen, Bucht- u.Hafen-Fotos) und das Taschenbuch über den Trojanischen Krieg- auf deutsch! Nun sind wieder 3 Odyssee-Bände an Bord.

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Unsere inzwischen wieder ca. 12 gelesenen Bücher tauschen wir in einem Community-Raum in der Marina: immer eine Sucherei, meist gibt’s nur Krimis und Frauenschnulzen, aber 10 wählen wir aus zum Tausch…! Für 2016, Korfu-Albanien-Apulien, Kalabrien, Sizilien. In Calighari auf Sardinien gibt’s erneut Büchertausch:-) Lesen ist sehr bedeutsam, ob bei Flaute, beim Segeln über lange Stunden (mit automat. Steuerung), im Hafen, bei Sturm-Stopps oder am Abend vorm Schlafengehn.

Ein Highlight iwar am Abend das Grill-Hendl, das Gerhard an Bord mitbrachte, nachdem ich rasch schön aufgedeckt und einen knackigen Salat gemacht hatte. Tags drauf eine köstliche indische Reissuppe mit 300g Hühnerbrust drin.

Wir haben einen so tollen Platz ganz außen, windig, luftig, keine nachbarn: wir liegen fast wie vor Anker, das Heck offen zum Kanal, auf dem laufend neue Yachten vorbeimotoren(80% Bavaria), entweder zum Stadthafen, oder in die Marina. Abends flötete ich Lieder in die Sternennacht…von Klassik bis „Kein schöner Land“, Greensleeves, Donna Klara und Schuberts „Schlafe, holder,süßer Knabe“ und das Brahms’sche Guten Abend, gut Nacht (die Spieluhr-Melodie des 1. Enkelkinds:-).

Wir beschlossen, noch einen Tag hier zu bleiben… Mußestunden.

PS: Wie ich zu Briefmarken kam fürs Strampelhösle ist im neuen Blog zu lesen;-)

54. Von Landkarten, Landleinen, Landbummeln und Starkwindnacht

Gerdi schreibt rückblickend,
4. Sept. Südostbay Kastos
-Bucht bis 9.Sept. Dorfhafen Palairos/Zaverda Bay

Wenn der Skipper die Route gewählt hat, speist er die Daten in sein Smartphone vom GPS und wir können den Track auf dem kleinen Bildschirm kontrollieren. Wir aber haben auch noch historische papierne große Seekarten dabei, also Landkarten bzw. See-Karten von der Größe 120cmx70cm,  gefaltet, so liegt sie dann am Kartentisch im Salon unten, vor Seewasser geschützt. Darauf sind noch unsere  alten Bleistifteinträge zu lesen, als wir mit unsrer 8m-Stahlyacht Marion 1983-1990 Törns gesegelt sind und 2009-2011 zu zweit, Rhône bis Marmarameer und 2014 via Donau ins Schwarze Meer und via Istanbul bis Bodrum-Kos…

Hiestorische Seekarte Historische Seekarte (2) Historische Seekarte (3) Historische Seekarte

Die aktuelle ist gerade eine aus dem Jahr 1867. Am 10.Januar in London publiziert „under the superintendence of Captain G.H. Richards, hydrographer… New editions June 1872…1948….und noch 18 x bis 1987, da kaufte Gerhard unsere KARTE. Die Orte, die wir anlaufen, sind oft nur als 1-2 Häuslein verzeichnet, inzwischen aber britische Marinas für Neillson-Charteryachten oder stark expandierte kleine Städte mit Häfen, Ferienhäusern, Supermarkt und Tankstelle:-)!! Auch die Namen der Inseln und Orte sind zu heute unterschiedlich: Zante ist Zakynthos,unsere Bucht hier heißt auf der alten Karte Zaverda, der Ort aber heute Palairos.

Die Südostbucht auf der Insel Kastos

Landleinen
In so tiefen Buchten, die in der Mitte wie ein Kar im Gebirge aussehen und 30-40 m tief sind, kann man nur bleiben, wenn man auf 12m ankert und sofort 2 Landleinen ans Ufer ausbringt und an den Felsen festmacht. Gerhard hat das mit dem Beiboot in der Türkei oft gemacht, nun also auch mal hier. Die Landleinen auf der Rolle sind 100 m m lang, er muß flott paddeln, ich halte die EOS am Platz, der Anker ist da schon bei 12m am Grund. In heißer Nacht bläst dann leider nicht der Nachtwind durchs Vorluk, denn die EOS kann sich nicht im Wind ausrichten. Sehr heiß war’s… Gh. schlief an Deck.Am Morgen bestieg er den Hügel und machte fantastische Fotos, siehe am Ende d.Artikels bei „klick“

Anker auf!
Anker auf!

Gi-Landleinenbucht Kastos SO-Bay Gi-Landleinen, Kastos SO-Bay Gi-Landleinen SO-Bay Kastos

So blau, so herrliche Fischle
So blau, so herrliche Fischle
Sieht nur so aus wie Schnee! In der Schweiz hat es aber schon Neuschnee!
Sieht nur so aus wie Schnee! In der Schweiz hat es aber schon Neuschnee!

Gi-von Lefkas-Süd via Meganisi zur Insel Kastos

Nudelsalat pikant aus eigner Kombüse
Nudelsalat pikant aus eigner Kombüse

Mit Nudelsalat und gegrillten Souflaki hatten wir wieder gute Bordküche :-)Die grüne Ankerbucht Südostbay auf Kastos war wunderschön, fast reine Natur, keine Taverne, nur Ziegen! Nachts ankerten zwar dann doch 6 Boote, alle mit Landleinen wie wir auch. Aber als der Franzose nach 2 Stunden ratterndem Aggregat endlich sein Gedröhn abstellte, folgte ein sanfter Abend!

Nachts bei Wein u.Pistazien...
Nachts bei Wein u.Pistazien…

Nach dem Abendessen draußen

Sternenzauber
Wir saßen schweigend im Cockpit, über uns begann der allnächtliche Zauber der unbeschreiblichen Sternenzahl hoch über uns wie an einem tiefschwarzen Samtgewölbe. Nur sitzen und schauen, nur staunen und beten, und danken für das, was Gott uns schenkt! Die Milchstraße wie verschüttete Milch, eine lange breite Bahn im Dunkel – inmitten der funkelnden und flimmernden Sterne, viel mehr als man in Eriskirch sehen kann. Nur auf der Arflina in den lampenlosen Höhen der Fideriser Heuberge gibt es im Winter über den Schneebergen diese unermeßliche Fülle von Sternen. Joachim beherrscht die Kunst, dieses Sternenmeer zu fotografieren, ich nicht…
Ich liebe das Sternbild des Skorpion, den gelb leuchtenden Antares im Dreigestirn, den geschwungenen Bogen des Stachels rechts davon. Staunen. Erkennen..Die Cassiopeia, der große Wagen, im Finstern der Nacht seh ich auch das Reiterle auf der Deichsel, das Vati uns Kindern immer suchen ließ bei den nächtlichen sommerlichen Spaziergängen zwischen Leutershausen und Sachsen… Nicht satt sehen kann ich mich an dem Gefunkel. „Der Wald steht schwarz und schweiget“ – so spiele ich leise auf der Mundharmonika in die Nacht. Neben uns lag eine schöne alte engl. SY, Bj. 1950, immer wieder bewundernswert, wie diese Schönheiten gepflegt werden! Right Royal der stolze Name.Ganz ohne moderne Technik.

Die schöne Right Royal, Bj.1950, Bucht Ruda
Die schöne Right Royal, Bj.1950, Bucht Ruda

Am Morgen segeln wir geruhsam zum Festland, die Küste von Kastos hoch.Raumer Wind, eine riesige rotweiße MINOAN-superfast-Fähre weckt Erinnerungen an unsere mehrfachen Fährereisen mit unsren 3 Kindern, zum Landurlaub auf der Mani/Peloponnes, Chrani, Dimitrios,…Venedig-Patras.

Gi-Landleinen, Kastos SO-Bay Gi-Von Mytika nach Norden,Zaverda Bay, Festlandküste

Erste Regenwolken nach 100 Tagen
Erste Regenwolken nach 100 Tagen

Gi- MytikaEpiskopi 1. Wolken (3)
Tags drauf segeln wir nach Mytika, gegenüber von Episkopi.. Kurs Nord: Immer ein Zeichen für das nahende Ende des Segeltörns…Nach 100 Tagen die ersten Wolken. Noch 33° im Boot, aber draußen keine Sonne. Wir kaufen ein, eindeutig ist schon Saisonende. Da freut sich der Wirt vom Glaros, daß wir 2 seine einzigen Gäste sind in seiner Taverne direkt am Meer.

Zackenberge

Gi-auf Mytika,einzige Gäste Gi-Mytika Landgang (2) Gi-Mytika Landgang

Der Fisch ist vorzüglich, Ghs Fleisch-Casserole auch. Der Ort ist fast ausgestorben, nun sitzen vor den Häusern die schwarz gekleideten Witwen und die Rentner auf den Stühlen… Junge Leute gibt es wenig, man erkennt sie am Smartphone.
Wir hören im Wetterbericht von Regen 2 Tage lang. So brechen wir am 9. September auf und segeln mit raumem Wind, aufbrisend, an der Festlandküste nach Norden. Im kleinen Hafen von Palairos ankern wir und die EOS fährt trotz Seitenwind brav rückwärts zwischen die Yachten, die Gangway ist für mich zwar ein Zitterakt, aber der Landgang ist auch für die Beine wichtig Ein Gespräch mit dem Wirt einer Taverne (gutes Engl,7 J. Australien) bringt uns den Stolz der Griechen nahe: Das Olivenöl Griechenlands sei wie reines Gold, der Duft einer angeritzten Zitrone ist paradiesisch. Zurück durch leere Gassen zum Hafen, ab 21 Uhr soll’s regnen. Da werden wir uns mal mit dem Regenschirm aufmachen und Gyros unterm Tavernendach schmecken lassen hier drehn sich die Spieße, auch wenn wenige Gäste da sind. (Die Griechen fielen heuer zu 70% ganz weg! Ein Verlust für Ferienhausvermieter und Tavernen!!

Starkwind-Nacht und Stromausfall

Nachts um 2 schrecke ich auf durch grelle helle Blitze- husch, husch, die Luken dicht machen, die Lüfter zu, die Niedergangstüren eingesetzt…und dann geht es los: Wilde Böen, dumpfes Grollen, aufheulender Wind, in den Wanten der schon schräg geblasenen Boote heult und singt es in den höchsten Tönen. Tief der Dauerton des Starkwinds, 7? 8? Durchs Bugfenster sehe ich die Häuser taghell beleuchtet durch den dichten Regen, der auf Deck prasselt, das Land. Dann schwillt der Sturm an, ein Dröhnen, der Anker knarrt- aber er hält! Das Beiboot müssen wir kürzer anbinden, da es sich in den Ankerkette und Mooring des Nachbarschiffs verhakt hat. Gerhard zurrt die hölzerne Gangway 60 cm hoch über den Betonkai. Vor der nahen Hafenmauer schäumt und brodelt das aufgepeitschte Meer. Und dann ist es schlagartig stockfinster, Stromausfall in der ganzen Bucht. Nur die Solarleuchten an den Booten am schlingernden Charteryacht-Ponton sind kleine Lichtpunkte. Nur Autoscheinwerfer strahlen mal auf, sonst finster, und es lärmt gewaltig.Es stürmt, es pfeift, die Eos wird gegen das Nachbarboot gedrückt, die Fender quietschen, die Taue ächzen… Erst nach 3 Stunden geht die Lampe am Quai wieder an und das Dorf hat wieder Strom…Wir wachten, schliefen nur in kurzen Phasen… Auch das ist Segleralltag.

Bilder von Mitika und Palairos. Klick

52. Von Sami nach Efimia(Kefalonia), Segeln nach Ithaka

Gerdi blickt zurück am 4. September

Nach unserem imposanten Landausflug und 170 km  mit dem Mietauto, einem alten Opel Astra, verließen wir unseren gemütlichen kleinen Fischerhafen, nachdem doch noch eine Art Port-Authority  5 € pro Nacht wollte, schon recht so.

Uralte Eukalyptusbäume geben den Tavernen auf Sami Schatten und Seele
Uralte Eukalyptusbäume geben den Tavernen auf Sami Schatten und Seele
Die Tavernen haben erst ab 21 Uhr Gäste
Die Tavernen haben erst ab 21 Uhr Gäste
Scampi in Samis kleiner Fischertaverne
Scampi in Samis kleiner Fischertaverne
Die Wirtin soendierte frische kalte Trauben!
Die Wirtin spendierte frische kalte Trauben!

Unser Ziel war nicht weit, nur 7 km.

Am Anker

In Efimia war die Bucht fast zugeparkt von Anker-Yachten und am Kai auch eng aneinander die britischen Charterboote. Unser Schlauchboot brachte uns an Land, ein Spaziergang- trotz Hitze, ein kaltes Cola in einer beschatteten kleinen Bar, dann zur Agora, eine Blutdruckmessung in einer zur Apotheke (+Thermometer kaufen, mein Fieber war fast vorbei), Obst kaufen, Brot, 2 Hühnerkeulen für eine gute Suppe.

Am Abend kochte ich mit Möhren, Kartoffeln, frischen Daphniblättern (Lorbeer v. Baum) und köstlichen orientalischen Gewürzen eine feine Suppe, die Keulen in Olivenöl angebraten, Zwiebeln, Knoblauch, Kardamom, Zitrone,Rosmarin…Es blieb nix übrig 🙂

Am Donnerstag 3.Sept., hatten wir einen wunderschönen Segeltag mit Blauwasser, beständigem Wind von vorn, aber herrlich zum Kreuzen mit vollen Segeln- ungerefftem Groß und straffer Fock! Wir konnten die Schräglage genießen in vollen Zügen, steuerten weiße Strände in kleinen Buchten vor Kefalonias Küsten an, schnelle Wende und rüber ging’s rauschend an die grünen Küsten der Insel Ithaka. Erinnerungen an 1987, wo wir mit den 2 kleinen Söhnen früh um 5 mit dem Taxi hoch auf den Gipfel fuhren, ein kloster besuchten, und Kekse mit kleinen Ameisen kredenzt bekamen von der Nonne. Ich flötete damals Morgenlieder mit dem grandiosen Tief-Blick auf das ferne blaue Meer da unten…fast 30 Jahre ist das her

Fast konnten wir uns nicht entschließen, eine Bucht anzulaufen, so viel Spass machte das Segeln. Aber es lockte der Abend: ich hatte Souflaki vom Metzger gekauft und der Grill wartete…!

Ithaka, Ankerbucht Polis
Ithaka, Ankerbucht Polis
Stolze polnische Jozefine
Stolze polnische Jozefine
Ithaka, Ankerbucht Polis
Ithaka, Ankerbucht Polis

Leichte Brise Sorry, unser Segel muss zum Segelmacher EOS in der Bucht von Polis

Polis. Ankerbucht.Vorher aber bestiegen wir den Hügel, Serpentine um Serpentine wanderten wir hoch zum Dorf, die Scala über der Bucht von Polis. Eine Plastik zeigte Europa und die Stationen der Odyssée, daneben Ithaka als 3 Meter hohe Plastik  mit den Punkten all der berühmten Sage-Orte. Wir kauften Brot und frisches Gemüse, sprachen mit einem lebhaften Griechen, der nach 17 Jahren als KFZ-Bauer in Deutschland nun hier als Imker Honigbienen hat und einen Kessel für gebrannte Zuckermandeln erfand und baute. Noch ein Drink auf der atemberaubenden Panorama-Terrasse des Lokals „Sunset“- dann wanderten wir einsam wieder runter an den kleinen nun verlassenen Strand. Die Sonne war hinter den Waldhügel gekrochen, das Baden im fast eiskalten (25°!!) tiefen Wasser, so blau wie der Himmel.

Eine sehr feuchte Nacht, Tau! Am Morgen schwamm ich fast 40 Minuten in diesem herrlichen Meer, Gerhard war nochmal hochgelaufen zum Laden. Schönes Frühstück, Lesen, Herdputzen. Um 14 Uhr packte mich die Kochlust und aus 2 Eiern zauberte ich Apfel-Zimt-Pfannkuchen. Danach war Gh. so gestärkt, daß er an Land ruderte und für Martin Olivenholz zum Schnitzen suchte und fand.

Zint+Apfel Zimtapfelpfannkuchen

Zimt+Apfel-Küchle Zimt+Apfel-Pfannkuchen

Ich hänge heute mal restliche Fotos an, die wir knipsten beim Essen in der hafen-Taverne in Sami und im Hotel in der Stadt Poros beim Autoausflug: Saftige Pizza!

Pizza im Hotelrestaurant Odysseus, Stadtplatz Poros,Kefalonia Pizza spezial, sooo saftig!

Alle Bilder und etwas Text: Klick